Finnland Ratgeber Norwegen Ratgeber

Nordkap mit dem Wohnmobil – 7 Routen für die Anreise & perfekte Rundreisen

Titelbild Anreise Wohnmobil Nordkap

Das Nordkap mit dem Wohnmobil erreichen – ein Herzenswunsch vieler Nordland-Fans. Wer möchte nicht einmal unter der eisernen Metallkugel am Nordkap das fast obligatorische Selfie machen, den Blick über das schier unendliche Polarmeer genießen und im warm-goldenen Licht der Mitternachtssonne einfach die Zeit für einen Augenblick anhalten…?? Unser folgender Beitrag soll dir helfen, deine Reise mit dem Wohnmobil ans Nordkap optimal zu planen und die beste Route zu finden. Denn es führen nicht nur viele Wege nach Rom, sondern auch viele Routen zum Sehnsuchtsziel Nordkap (Norwegen), von denen wir dir nachfolgend sieben empfehlenswerte Varianten näher vorstellen möchten. Darüber hinaus geben wir dir noch einige spezielle Empfehlungen für die Planung deiner Reise zum Nordkap.

Sehnsuchtsziel Nordkap in Norwegen

Sehnsuchtsziel Wohnmobil-Reise Nordkap

71° 10′ 21″ Nord und 25° 47′ 4″ Ost. Diese Koordinaten sind Musik in den Ohren aller Skandinavien-Fans. Denn auf dem dort befindlichen Felsplateau, 307 Meter oberhalb der donnernden Brandung des Polarmeeres, markiert die berühmte eiserne Weltkugel den fast nördlichsten Punkt des europäischen Festlandes. Lediglich rund 2100 Kilometer trennen euch jetzt noch vom Nordpol. Ein Grund dafür, dass hier vom 20. November bis zum 22. Januar die Dunkelheit der Polarnacht vorherrscht und von Ende August bis April die mystischen Nordlichter am Horizont tanzen. Dafür wird es in der Zeit der Mitternachtssonne vom 14. Mai bis zum 29.Juli einfach nicht dunkel und die Landschaft leuchtet nachts in einem warmen Licht.

Nur der Vollständigkeit halber: Rein formal ist das Kap auf der Landzunge der nordnorwegischen Insel Magerøya der nördlichste Punkt, den man auf dem Straßenweg (!) vom europäischen Festland aus erreichen kann. Das „eigentliche“ Nordkap liegt etwas östlicher auf der Landzunge Kinnarodden und ist nur auf einer strapaziösen Wanderung zu erreichen.

Rentiere am Nordkapp Norwegen

Transparenz-Hinweis: Dieser Beitrag enthält gegebenenfalls mit einem (*) markierte Werbe- / Provisionslinks. Mehr dazu im Impressum.

All dies kann jährlich abertausende Touristen aber nicht davon abhalten, diese irgendwie magische Felslandschaft um das Nordkap in Norwegen aufzusuchen. Und so machen wir uns nun ebenfalls auf den Weg und starten unsere Reise mit dem Wohnmobil zum Nordkap oder auch zum Nordkapp – denn so lautet übrigens die norwegische Schreibweise:

Anreise zum Nordkap – die Übersicht

Anreise-Routen-Wohnmobil-Nordkap-Norwegen

Unsere erste, vereinfachte Übersicht zeigt zunächst nur einige der klassischen Routen für die Anreise zum Nordkap. Dennoch wird bereits hier offensichtlich, welch unterschiedlichen Optionen es gibt. Insofern sind unter anderem die folgenden grundsätzlichen Überlegungen für eure weiteren Planungen relevant.

Reisedauer

Hat man nur begrenzt Zeit und will unbedingt zum Nordkap, sollte man für die Anfahrt unbedingt eine kurze, direkte und somit schnelle Route wählen. Hat man mit seinem Wohnmobil das Nordkap erreicht, kann man mit dem Wissen um die nun noch verbleibende Zeit auf einer imposanten Strecke dann entspannt zurückfahren und sich weitere Highlights anschauen.

Reisekosten

Bei dem derzeit hohen Preisniveau für Benzin und Diesel in Skandinavien sollte man diesen Kostenfaktor bei der Auswahl der Route UND der Fährpassage berücksichtigen. Eine etwas teuerere Fährüberfahrt kann sich durch die gesparten Kilometer schnell amortisieren.

Mautgebühren

In Norwegen werden auf der Route entlang der Europastraße E6 stetig steigende Mautgebühren fällig, die man im Urlaubsbudget berücksichtigen sollte. (PKW Tarif: 571.- NOK = rund 57.- € / Stand 06.2022)

Reisezeit

Grundsätzlich ist das Nordkap mit einer entsprechenden Vorbereitung und Ausstattung des Fahrzeuges ganzjährig erreichbar. Allerdings sollte man sich gerade in den Wintermonaten für die kürzeste und direkte Strecke entscheiden, um die Risiken extremer Witterungsbedingungen möglichst zu reduzieren. Bitte beachtet überdies, dass in den Wintermonaten um das Nordkap besondere Restriktionen gelten. So dürfen die letzten 15 Kilometer bis zum Plateau nur in Kolonne zurückgelegt werden. Mehr Information dazu findet ihr auf dieser hilfreichen Webseite.

Anfahrtsweg durch Deutschland

Reist man aus dem Süden Deutschlands, der Schweiz oder Österreich an, kann eine längere Fährpassage über die Ostsee, wie zum Beispiel mit der Finnlines (Travemünde <> Helsinki) oder an Bord der Color Line (Kiel <> Oslo) eine weitere Zwischenübernachtung ersetzen. Zudem kann man seine Fahrt nach der Ankunft ausgeruht fortsetzen.

Anreise ohne Fähre

Wer Fährpassagen grundsätzlich vermeiden will oder muss, kann über die Storebeltbrücke (Dänemark) und die Øresundbrücke (Dänemark) auf dem Landweg Malmö erreichen. Von dort folgt man dann einer der Routen, die wir in den folgenden Absätzen ausführlich vorstellen.

Strasse zum Nordkap in Norwegen
Straße zum Nordkap in Nordnorwegen

Unabhängig von euren daraus resultierenden Gedanken und der schlussendlichen Streckenwahl, empfehlen wir euch in jedem Fall die Kombination verschiedener Routen zu einer perfekten Rundreise durch Skandinavien. Dabei erreicht ihr mit eurem Wohnmobil das Nordkap als nördlichsten Wendepunkt auf einem unvergesslichen Roadtrip durch Nordeuropa – egal für welche Kombination ihr euch schlussendlich entscheidet.

Einige Anregungen, Tipps und Fakten dafür findet ihr unserer nachfolgenden detaillierten Übersicht. Da der direkte Weg von Helsinki zum Nordkap mit nur 1494 Kilometern die kürzest mögliche Strecke markiert, beginnen wir mit den Optionen für Finnland:

Mit Wohnmobil zum Nordkap > Anreise durch Finnland

Mit dem Wohnmobil zum Nordkap in Norwegen
Routen für die Anreise durch Finnland

Die Anreise oder Rückreise durch Finnland auf eurer Nordland-Tour bietet einige klare Vorteile. So habt ihr fantastische Möglichkeiten, diese Strecke mit weiteren Etappen in Norwegen und Schweden zu kombinieren und dadurch sehr unterschiedliche Landschaften als auch Kulturen zu erleben. Zudem kommt ihr in Finnland zügig voran und nutzt mit der direkten Wegstrecke Helsinki > Finnische Seenplatte > Nordkap zugleich tatsächlich die kürzest mögliche Route.

In Kombination mit einer Fährüberfahrt an Bord der Finnlines Fähre Travemünde <> Helsinki lässt sich auf diese Weise eine entspannte Tour realisieren. In unserem separaten Beitrag über die unterschiedlichen Möglichkeiten der Anreise nach Finnland findet ihr zudem weitere Empfehlungen, um das Land der Saunen, Nokia-Handys und Lakritze schnell zu erreichen. Dort wird dann der Kompass auf Norden gestellt und auf gehts:

Anreise zum Nordkap durch Finnland
Straße durch Lappland im Norden von Finnland

#1 Route: Helsinki > Finnische Seenplatte > Nordkap (1494 Kilometer / dunkelgrün)

Die kürzeste Route für eure Fahrt mit dem Wohnmobil zum Nordkap beginnt in der finnischen Hauptstadt Helsinki. Von dort führt die Strecke entlang der Städte Lahti und Jyväskylä auf gut ausgebauten Straßen durch das wunderschöne Finnische Seenland, bevor man in Oulu die Ostseeküste am Bottnischen Meerbusen erreicht. Im weiteren Verlauf fährt man durch die unbeschreibliche Weite und wild-urwüchsige Landschaft Lapplands, bevor man die norwegische Stadt Alta passiert und wenig später am Nordkap ankommt.

Es gibt wohl kaum eine andere Route durch Nordeuropa, die euch innerhalb kürzester Zeit so deutlich die Vielfalt der nordeuropäischen Landschaft und Kultur offenbart. Insofern gibt es von uns eine klare Empfehlung für diese Strecke, um schnell das Nordkap zu erreichen.

Unsere Bewertung für diese Routenoption:

#2 Route: Helsinki > Turku > Ostseeküste > Nordkap (1735 Kilometer / rot + dunkelgrün)

Diese Strecke folgt im Wesentlichen der bereits empfohlenen Route #1. Allerdings leisten wir uns hier einen Umweg von rund 200 Kilometern, um die Anreise mit dem Wohnmobil zum Nordkap gleich für einige Highlights in Finnland zu nutzen. So liegen entlang unserer rot markierten Strecke populäre Orte wie Fiskars (Werksverkauf der bekannten Marke), Turku (Festung und Schärengarten), Rauma (UNESCO Weltkulturerbe) und das berühmte Kvarken-Archipel (UNESCO Weltnaturerbe) mit seinen tausenden Inseln. Ab Oulu folgen wir schließlich wieder der dunkelgrün markierten Route zum Nordkap.

Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass man diese Reise natürlich auch direkt in Turku beginnen kann, wenn man Finnland mit der Fähre von Schweden über die Åland-Inseln erreicht.

Auf dieser Route kombiniert ihr die Vorteile der relativ kurzen und direkten Strecke durch Finnland mit einem wirklich lohnenswerten Umweg, um zugleich einige Sehenswürdigkeiten auf eurer Wegstrecke zu besichtigen. Daher gehört diese Variante zu unseren absoluten Favoriten.

Unsere klare Empfehlung für diese Route:

TIPP: Wer ausreichend Zeit für seine Reise hat, kann sich ab Oulu nordöstlich halten und auf diese Weise noch die traumhaft schöne Region um Kuusamo (Bärenbeobachtung im Nationalpark) und den heiligen See der Samen, den Inari-See für sich entdecken. In Norwegen folgt man dann der Europastraße E6 ab Karasjok.

Über unsere Fahrt auf dieser Strecke berichten wir ausführlich in unserem Finnland-Routen Erfahrungsbericht Roadtrip entlang der finnischen Ostseeküste.

Mit Wohnmobil zum Nordkap > Anreise durch Schweden

Anreise-Schweden-Nordkap-Roadtrip
Routen für die Anreise durch Schweden

Die Anreise zum Nordkap durch Schweden ist eine weitere interessante Alternative, um das Sehnsuchtsziel im Norden Norwegens relativ schnell zu erreichen. Das liegt auch an den – aus unserer eigenen Erfahrung – höheren Reisegeschwindigkeiten, die hier im Vergleich zu Norwegen möglich sind. Insbesondere auf der Europastraße E45, auch Inlandsvägen genannt, kommt man zügig voran. Obwohl die Landschaft dort auf einigen Abschnitten etwas eintönig erscheint, ist diese Strecke aus unserer Sicht der formal kürzeren Strecke auf der Europastraße E4 vorzuziehen. Das deutlich höhere Verkehrsaufkommen und die größeren Ballungsgebiete entlang der schwedischen Ostseeküste verlängern die Fahrzeit auf der E4 aus unserer Erfahrung deutlich.

Die Anreise über Schweden bietet sich zudem für Alle an, die eine relativ kurze Fährverbindung (zum Beispiel Travemünde <> Malmö) nutzen wollen oder unabhängig von einer Fähre den Landweg durch Dänemark über die beiden mautpflichtigen Brücken Storebeltbrücke und Øresundbrücke bevorzugen. In diesem Fall erreicht man Schweden ebenfalls in Malmö, weshalb wir diese Stadt auch für zwei der folgernden Routen durch Schweden als Ausgangspunkt gewählt haben.

Auch hier sei der Vollständigkeit halber darauf hingewiesen, dass es natürlich weitere Fährverbindungen nach Schweden gibt. Auf diesen Passagen erreicht man das nordeuropäische Königreich unter anderem in Ystad oder Trelleborg. Diese Optionen und weitere Details stellen wir euch in diesem ausführlichen Beitrag über die Anreise nach Schweden vor.

Inlandsvägen Schweden im Winter
Winter auf dem Inlandsvägen im Norden von Schweden

#3 Route: Malmö > Inlandsvägen E45 > Luleå > Nordkap (2360 Kilometer / dunkelblau)

In Malmö beginnend passieren wir den riesigen Binnensee Vänern am östlichen Ufer und folgen zunächst kleineren Landstraßen, bevor wir kurz vor Mora auf den Inlandsvägen treffen und diesem fortan folgen. In Dorotea biegen wir in Richtung Luleå ab und passieren so noch ein Stück der schwedischen Ostseeküste. Anschließend folgen wir den imposanten Straßen durch das teils urwüchsige und oft noch ursprüngliche Lappland, bis wir über Alta schließlich das Nordkapp erreichen.

Durch die Kombination verschiedener Europastraßen und Regionen, ist diese Variante durchaus abwechslungsreich(er) als die durchgehende Fahrt auf dem Inlandsvägen (unsere Route #4). Dennoch ist auch diese Anreise mit dem Wohnmobil zum Nordkap eher dazu angetan, „Kilometer zu machen“.

Unsere Bewertung für diese Route:

#4 Route: Malmö > Göteborg > Inlandsvägen > Jokkmokk > Nordkap (2473 Kilometer / rot + dunkelblau)

Diese Route zum Nordkap folgt von Malmö zunächst der schwedischen Küste bis nach Göteborg und biegt wenig später auf den Inlandsvägen (Europastraße E45) ein. Von hier aus folgen wir dieser populären Strecke bis in das Dreiländereck Schweden – Norwegen – Finnland. Über Alta erreicht man schließlich das Nordkap und blickt zurück auf knapp 2500 Kilometer Fahrtstrecke, größtenteils durch schwedische Wälder.

Nicht sonderlich abwechslungsreich und etwas länger als die zuvor erwähnte Route #3 – aber absolut entspannt zu fahren und irgendwie perfekt, um schnell voranzukommen. Zudem finden sich entlang dieser Strecke (fast) immer ein einsamer Stellplatz an einem Seeufer und reichlich Beeren oder Pilze für eine Camper-Mahlzeit… Hier steht die pure Lust am Autofahren und das entspannte Erreichen des Nordkaps im Vordergrund.

Unsere Bewertung für diese Route:

#5 Route: Nynäshamn > Stockholm > Luleå > Nordkap (1772 Kilometer / gelb + dunkelblau)

Diese gelb markierte Strecke möchten wie euch ebenfalls kurz vorstellen. Hierbei unterstellen wir, dass man Schweden auf der neuen Fährverbindung Rostock <> Nynäshamn (Reederei Gotland / neu seit 2022) südlich von Stockholm erreicht. In diesem Fall bietet es sich natürlich an, daraufhin im weiteren Streckenverlauf der schwedischen Küste zu folgen. Bei Piteå erreichen wir dann unsere bereits vorgestellte Route #3, um diese fortan bis zum Nordkap zu nutzen.

Da diese Fährverbindung erst 2022 eingerichtet wurde, haben wir bisher noch keine Erfahrungen hinsichtlich dieser Route und verzichten daher fairerweise auf eine Bewertung.

TIPP: Wer auf dem Inlandsvägen (Europastraße E45) unterwegs ist, sollte eine Pause am Åsarna Skicenter einplanen. Für einen sensationellen Preis gibt es hier täglich ein warmes Buffett mit leckeren Gerichten inklusive der Getränke. Im benachbarten Sport-Outlet findet man überdies eine riesige Auswahl verschiedener Marken zu günstigen Preisen. Wer mag, kann auch gleich auf dem dazugehörigen Campingplatz eine Nacht verbringen.

Mit Wohnmobil zum Nordkap > Anreise durch Norwegen

Anreise-durch-Norwegen-zum-Nordkap
Routen für die Anreise durch Norwegen

Die Anreise mit dem Wohnmobil zum Nordkap durch Norwegen scheint natürlich naheliegend – zumal die populäre Route auf der Europastraße E6 durch oft unwirklich schöne Landschaften führt und viele Highlights entlang der Strecke zwingend auf einen Abstecher einladen. Allerdings muss man für diese Strecke grundsätzlich mehr Zeit sowie höhere Kosten (Dieselpreis in Norwegen + Maut) einplanen.

Auf unserer Übersichtskarte wird zugleich deutlich, dass es sinnvoll sein kann, die Route durch Norwegen mit einigen Etappen durch beziehungsweise in Schweden zu kombinieren. Auf diese Weise lassen sich einige Kosten und viel Zeit sparen. Darüber hinaus lassen sich auch beide Routen kombinieren. So vermeidet man, mehrfach die gleiche Route durch dann bereits bekanntes Terrain zu fahren, denn in einigen Regionen Norwegens gibt es nur begrenzte Möglichkeiten, der Europastraße E6 auszuweichen.

Als Ausgangspunkt / Zielpunkt für die Anreise / Abreise durch Norwegen haben wir Oslo ausgewählt. Die norwegische Hauptstadt ist tatsächlich perfekt gelegen, um sie von Deutschland direkt mit der Fähre (Color Line Kiel <> Oslo) oder über Dänemark beziehungsweise Schweden zur erreichen. Zudem beginnt in Oslo die tatsächlich kürzeste und zugleich schnellste Route DURCH NORWEGEN zum Nordkap. Entgegen der leider falschen Annahme, dass die Strecke aus dem nördlicher gelegenen Bergen (2234 Kilometer) wohl kürzer sein „muss“, sind es von Oslo nur 2078 Kilometer durch Norwegen bis zum Nordkap.

Wie ihr erst einmal schnell, günstig und bequem nach Norwegen kommt, haben wir in unserem ausführlichen Beitrag zur Anreise nach Norwegen zusammengefasst.

Wohnmobil Kastenwagen Sonnenuntergang Küste Nordnorwegen
Mitternachtssonne an der Küste im Norden von Norwegen

#6 Route: Oslo > Trondheim > Fauske > Alta > Nordkap (2078 Kilometer / rot)

Die klassische Route durch Norwegen haben wir rot markiert. Sie folgt im Wesentlichen der fast legendären Europastraße E6 – der einzigen durchgehenden Nord-Süd-Verbindung Norwegens. Die Strecke ist mittlerweile fast komplett modernisiert und gut zu fahren. Im Gegenzug ist für viele Etappen die norwegische Maut zu entrichten.

Von Oslo folgen wir der Strecke bis nach Trondheim, um dann das populäre Nordland Porten (Fotopause) zu durchfahren. Hier beginnt für Viele der echte Norden und so überqueren wir im weiteren Verlauf auch schon bald den Polarkreis, um immer tiefer in den Norden vorzudringen. Fauske, Narvik, Bardufoss und Alta sind die nächsten Städte auf dieser Route, bevor wir die letzten Etappen bis zum Nordkap bewältigen.

Eine prinzipiell wunderschöne und gleichermaßen abwechslungsreiche Route, die wir in jedem Fall für die Rückreise vom Nordkap nutzen würden. Die Strecke lässt sich durch unzählige Abstecher und Umwege optimieren, sodass es sinnvoll erscheint, sich hier entspannt „treiben“ zu lassen, nachdem man das Nordkap bereits auf einer schnellen, direkten Route erreicht hat.

Unsere Bewertung für diese Route:

HINWEIS: Auf euren Fahrten in und durch Norwegen lassen sich einige Kosten für die Maut und die Fähren IN Norwegen sparen, wenn man einen sogenannten Transponder (zum Beispiel AutoPass Brikke oder BroBizz) und dazu in Verbindung die Ferjekort (50 % Ermäßigung auf fast allen Fähren) nutzt. Alle Details und weitere Informationen dazu findet ihr in unserer vollumfänglichen Übersicht zu dem Thema „AutoPass, BroBizz, Ferjekort – Maut in Norwegen„.

#7 Route: Oslo > Östersund (Schweden) > Jokkmokk (Schweden) > Nordkap (1962 Kilometer / dunkelblau)

Diese dunkelblau markierte Strecke kombiniert aus gutem Grund einige Etappen durch Norwegen und Schweden. Eine durchaus interessante Option für eure Anreise mit dem Wohnmobil zum Nordkap, denn dadurch wird die Strecke abwechslungsreich(er). Und auf den Etappen durch Schweden kommt man dennoch zügig voran. Allerdings würde man auch einige der Highlights in Norwegen (Lofoten, Fjordnorwegen, Helgelandskysten u.v.m.) verpassen.

Daher empfehlen wir diese Route nur als Ausweichstrecke oder eben in Kombination mit einer der anderen Routen aus unserer Übersicht.

Unsere Bewertung für diese Route:


Unsere Empfehlung für die Anreise zum Nordkap

Routenempfehlung-Anreise-zum-Nordkap
Empfehlung für eine Skandinavien-Rundreise

Unsere klare Empfehlung, wenn ihr mit dem Wohnmobil zum Nordkap reisen möchtet: Kombiniert die relativ kurze Anreise durch Finnland mit einer erlebnisreichen Rückreise durch Norwegen. Auf diese Weise erlebt ihr unglaublich abwechslungsreiche Landschaften und im Prinzip alles, was Skandinavien ausmacht oder es prägt:

  • Finnische Seenplatte mit abertausenden Seen und fantastischen Straßen inmitten ursprünglicher Natur
  • Ostseeküste Finnlands mit dem UNESCO Weltkulturerbe Kvarken Archipel sowie unzähligen Schäreninseln, einsamen Buchten und Stränden
  • Finnisch Lappland mit der gut bewahrten Kultur der Samen, weitläufigen Landschaften, wild lebenden Braunbären und dem Inari-See
  • Norwegens Finnmark mit furchterregenden Canyons, tosenden Wasserfällen, umherstreunenden Rentieren und seiner landschaftlichen Unendlichkeit
  • Nordland – Norwegens Region am Polarkreis mit dem Gletscher Svartisen, den imposanten Gebirgszügen des Saltfjellet und der einzigaartigen Bergwelt der Ofoten.
  • Trondheim und die Umgebung am Trondheimfjord bis hin zu den Ausläufern des Trollheimen-Gebirges
  • Olympiastadt Lillehammer

Unsere abgebildete Route Helsinki > Vaasa > Inari > Nordkap > Alta > Fauske > Trondheim > Oslo auf der Landkarte hat eine Länge von 3767 Kilometern. Allerdings bieten sich natürlich einige empfehlenswerte Erweiterungen an, die wir dir nachfolgend aufgelistet haben.

Schild Nordkapp-Tunnelen Norwegen
Inzwischen ohne Mautgebühren zu nutzen: Der Tunnel zum Nordkap
Abstecher und mögliche Umwege auf dieser Skandinavien-Rundreise zum Nordkap

Alle vier genannten Highlights lassen sich in den Sommermonaten durch saisonal verfügbare Fährverbindungen miteinander verbinden. Eine geniale Route über die Inseln des Nordens. Unvergessliche Eindrücke garantiert!

  • Südlich von Trondheim nach Krisitansund und von dort über die Atlantikstrasse bis in das Fischerdorf Bud
  • Fjordnorwegen mit seinen Gletschern, Gipfeln, Fjorden, Almen und Stränden – Norwegen vom Feinsten. Unsere ausführliche Routenempfehlung für Fjordnorwegen findet ihr in diesem separaten Beitrag.

Mit dem Wohnmobil am Nordkap übernachten

Wenn ihr mit eurem Wohnmobil das Nordkap erreicht habt, wollt ihr die Zeit am Ziel sicherlich auch auskosten. Dafür könnt ihr auf dem Parkplatz vom Nordkap-Plateau auch gleich die Nacht verbringen. Das ist seit einem Urteil aus dem Jahr 2021 jetzt sogar gratis möglich. Die Kommune Nordkap hatte gegen die vom Pächter der Flächen auf dem Plateau bisher erhobenen Gebühren geklagt und Recht bekommen. Seither ist nur noch der Besuch in den Nordkap-Hallen kostenpflichtig.

Wohnmobil Stellplatz Nordkap Norwegen
Übernachtung auf dem Nordkap-Plateau
Öffnungszeiten und Eintrittspreise (Stand 2022)
Öffnungszeiten 2022
01 Januar – 17 Mai11:00 – 16:00
18 Mai – 15 August11:00 – 01:00
16 August – 31 August11:00 – 22:00
01 September – 31 September11:00 – 17:00
01 Oktober – 31 Dezember11:00 – 15:00
Landschaft am Nordkap in Norwegen
Landschaft am Nordkap in Norwegen
Eintrittspreise Nordkapphallen
ErwachseneNOK 310,- pro Person
Kinder 7 – 15 JahrenNOK 90,- pro Person
Familie (2 Erwachsene + 2 Kinder)NOK 710,-
Student / ArmeeangehörigeNOK 200,- pro Person

Im Preis sind folgende Leistungen inbegriffen:

  • Nordkap Panoramafilm
  • Geschichtliche Ausstellungen und Besuch der Grotte
  • Souvenirgeschäft, Restaurants, Kaffeebar
  • Zugang zu allen Anlagen
  • 12 Stunden Gültigkeit für das Ticket
  • Mehrmalige Besuchsmöglichkeit
HINWEIS: Viele weitere Informationen für die Vorbereitung deiner Wohnmobil-Reise zum Nordkap findest du auf der deutschsprachigen Webseite Visit Nordkapp.

Tipps für die Region um das Nordkap

Einmal mit dem Wohnmobil am Nordkap angelangt, gibt es auch in der Umgebung noch Einiges zu entdecken. Wir haben nachfolgend einige Empfehlungen auf der Nordkap-Insel Magerøya zusammengefasst:

Fischerdorf Kamøyvær Nordkapp Norwegen

Kamøyvær

Das Fischerdorf Kamøyvær liegt etwas abgeschieden in einer malerischen Bucht. Diese bietet perfekte Bedingungen für den Hafen mit den bunten Fischerbooten, die hier dicht gedrängt liegen. Wer das Nordkap einmal aus einer anderen Perspektive erleben will, leiht sich hier im Arctic Kayak Center ein Kajak aus oder bricht mit einem Boot vom Havfiske Angelcamp zu einem Trip auf. Aber auch kulturell hat Kamøyvær etwas zu bieten: Die deutsche Auswanderin Eva überrascht die Gäste ihrer Galerie „East oft the Sun“ mit beeindruckenden Werken. Überdies lohnt sich ein Bummel durch das ursprüngliche Dorf mit seinen farbenfrohen Holzhäusern.

Kirkeporten Felsen Nordkapp Norwegen

Kirkeporten

Das Kirkeporten („Kirchenportal“) ist eine bizarr geformte Felsformation am Ziel einer kurzen und familienfreundlichen Wanderung. Durch die Öffnung im Felsen hat man einen unvergesslichen Blick auf das Nordkap-Horn. Im Juni und Juli strahlt zwischen 24.00 Uhr und 02.00 Uhr die Mitternachtssonne genau durch den Bruch im Felsen – ein unvergesslicher Moment und zugleich ein geniales Fotomotiv. Die Wanderung beginnt direkt neben dem Campingplatz Kirkeporten in Skarsvåg. Der etwa 2,5 Kilometer lange Rundweg ist markiert und führt rund 45 Minuten über die Felsenklippen an der schroffen Küste. Absolute Empfehlung!

Skarsvåg

Skarsvåg ist laut einiger Berichte das offiziell nördlichste Fischerdorf der Welt. In jedem Fall lohnt sich ein Abstecher in das pittoreske Dörfchen rund 12 Kilometer vom Nordkap entfernt. Neben dem Ausgangspunkt der Wanderung zur Felsformation Kirkeporten findet man hier auch den gut geführten Campingplatz Kirkeporten, dessen Besitzer gut deutsch sprechen und einige Tipps für die Region parat haben. In jedem Fall muss man auch in das Nordkapp Jul & Vinterhus von Heidi Marie Ingebrigtsen einkehren und die frischen Waffeln oder die Königskrabben genießen. Beides ein Traum und dazu ist Heidi auch eine superfreundliche Gastgeberin.

Vogelfelsen am Nordkap in Norwegen

Vogelfelsen Gjesvær

Direkt vor der Küste des Fischerdorfes Gjesvær liegt das Gjesværstappan Naturreservat. Hier tummeln sich in den Sommermonaten riesige Populationen der niedlichen Papageitaucher und der Dreizehenmöwen. Die Inselgruppe ist bereits vom Ufer aus sichtbar und mit einem Boot der vielen lokalen Anbieter in Gjesvær schnell erreicht. Auf diesen Safaris kann man die Seevögel vom Meer aus beobachten und fotografieren. Das Betreten der Inseln ist zum Schutz der Tier hingegen verboten.

Wir hoffen, dass ihr mithilfe unserer Empfehlungen eine wundervolle Reise mit dem Wohnmobil zum Nordkap genießen könnt. Über eure Fragen und Feedbacks freuen wir uns in den Kommentaren unter diesem Beitrag. Noch mehr freuen wir uns, wenn ihr euch mit einem Bild vom Nordkap in unserer „Nordkap – Wall of Fame“ verewigt 🙂

GOD TUR!

Copyright Landkarten im Beitrag: © OpenStreetMap contributors under ODbL – tiles © Min. Aff. Étrangères

NORDLANDBLOG NEWSLETTER

Gleich anmelden und monatlich kostenlos Neuigkeiten aus dem Norden sowie alle neu erschienenen Beiträge erhalten oder an Gewinnspielen teilnehmen, sodass du nichts (mehr) verpasst – bis du dich mit einem einfachen Mausklick wieder abmeldest.


Mehr zum Thema:

Autor / Autoren:

Conny & Sirko

... schreiben sich hier ihr ewig währendes Fernweh nach dem Norden Europas von der Seele - wenn sie nicht gerade mit ihrem Wohnmobil durch die atemberaubenden Landschaften Nordeuropas reisen, um ihre Erlebnisse und Erfahrungen mit euch in ihrem Nordlandblog zu teilen. Besucht uns gern im Bereich "ÜBER UNS" :)

5 Kommentare

Klicke hier für dein Feedback, deinen Kommentar oder deine Frage

  • Moin Conny, Moin Sirko
    haben gestern durch stöbern Eure Seite gefunden und ich konnte meinen Mann endlich nach 30 Jahren überzeugen mit mir ans Nordkap zu fahren. Ihr habt eine echt tolle Seite aufgebaut wo man sich die schönsten Routen raussuchen kann. Respekt dafür. Nun zu meiner eigentlichen Frage, ist es realistisch in 12 Tagen über Norwegen ans Nordkap und über Finnland wieder zurück. Da wir bei Flensburg wohnen entfällt ja eine weite Anreise durch Deutschland. Wir sind am Überlegen die Tour nächstes Jahr im September mit unserem Bus t5 zu machen. Für eine Antwort würden wir uns freuen und ansonsten viel Spass auf Euren weiteren Touren.
    Patricia und Tom

  • Hallo Conny, Hallo Sirko,

    Bin immer sehr begeistert wenn ich auf eure Homepage stöbere. Es gibt keine bessere Seite für Leute die mit dem „Nordlandvirus“ infiziert sind als die von euch!!!Absolut toll gemacht und super informativ, dabei noch mit spitzen Fotos ausgestattet und die „verlinkung“ ist auch bombe!

    Wir sind 2017 zum Norkapp gefahren und haben dafür die E4 benutzt. Freitags Nachmittag aus dem Kölner Raum gestartet und Mittwoch Mittag am Nordkapp angekommen. E4 ist auch meine Empfehlung wenn man schnell ans Nordkapp kommen möchte. Den Innlandsvägen(E45) sind wir auch schon mehrfach gefahren(Lofoten,Senja,Tromsö) und da geht es bedeuten langsamer vorran da viele Ortschaften durchfahren werden müssen und es auch viele Tempolimits gibt(dafür kann man aber öfters mal eine schöne Pause einlegen) Das ist aber natürlich alles Objektiv zu betrachten, denn nicht immer hat jeder die gleichen Umstände. Aber egal für welchen Weg man sich entscheidet, dass Nordland ist mega schön!In diesem Sinne wünsche wir allen“God tur“

  • Hallo.Keiner fährt an der Küste lang..Ronneby,Kalmar usw.Habe schon einige Reiseberichte gelesen.Der Weg ist zwar etwas länger,aber weiß jemand den Grund ?

  • Hallo Ihr Zwei, Eure Auflistung der Strecken zum Nordkapp ist klasse.
    Nur wir finden die Fahrt auf der E4 deutlich schneller. Auf dem Inlandsvegen ist oft Tempo 80. Auch die Rentiergefahr ist deutlich länger. Außerdem die große Baustelle bei Strömsund.
    Liebe Grüße
    Alexandra und Frank

    • Hallo ihr Beiden,

      vielen Dank für eurer nettes und wertvolles Feedback, da sich aus den sicherlich ganz unterschiedlichen Erfahrungen und Einschätzungen die Leser ein entsprechend gutes Bild für die eigene Planung machen können. Tatsächlich ist ja die ewig währende Frage ob E4 oder E45 mittlerweile schon fast ein philosophische Diskussion – analog zur Frage, ob eine Canon oder eine Nikon Kamera die besseren Bilder macht… 🙂

      Tatsächlich habt ihr mit dem Argument der Tempo 80 Zonen und der Gefahr von Rentieren absolut Recht. Auf der anderen Seite hängt es sicherlich auch stark von Tageszeit, Saison und dem Baugeschehen ab, wie man am Ende vorankommt oder es eben auch für sich empfindet. Wir hatten die Fahrt auf der E4 damals als endlos lang empfunden, standen mehrmals in „echten“ Staus – bis dahin für uns nördlich von Flensburg unbekannt – und kamen irgendwie „gefühlt“ nicht voran. Im Gegenzug erschien uns die E45 zwar eher etwas eintönig, aber man konnte ungehindert Kilometer machen. Aber wie auch immer: So haben wir jetzt 1 Stimme für die E4 und eine Stimme für die E45. Wer bietet mehr…. ?

      Nochmals vielen Dank an euch und herzliche Grüße,

      Conny und Sirko

Erhältlich im Shop

Cover vom Buch 4 Jahreszeiten Camping in Skandinavien
Soeben erschienen: Unser erstes Taschenbuch
„4 JAHRESZEITEN CAMPING IN SKANDINAVIEN“
mit 8 Routenempfehlungen aus Nordeuropa.

Magazine abonnieren

Wir sind dabei

Outdoor-Blogger Codex

Wir lesen / hören aktuell *

Glücksorte in Helsinki“

Fahr hin & werd glücklich…

Chimes at Midnight

Kultiger Sound aus Norwegen – Madrugada

Reklame

Schnellnavigation

REISEZIELE
WOHNMOBIL
FOTOGRAFIE
PANORAMA
SHOP | SERVICE