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Roadtrip „Inseln des Nordens“ – Herbst im Norden von Norwegen (Teil 1: Lofoten)

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Im Herbst auf die Lofoten?

Auf gar keinen Fall wollten wir in der Hauptsaison, im Juli oder August, auf die Lofoten. Zu sehr hatten sich die Bilder in unser Gedächtnis gebrannt, die endlose Wohnmobil-Karawanen zeigten. Aber wann sollte man stattdessen reisen? Nach einigen Überlegungen und Diskussionen waren wir uns dann auch schnell einig: Wir fahren im Herbst! Die Hauptsaison ist dann vorbei, die Farben und das Licht sind ideal zum Fotografieren und die raue, markige Schönheit der Inseln im Norden von Norwegen passt perfekt zu dieser Jahreszeit.

Die Anreise in den Norden

Entgegen der naheliegenden Variante einer Anreise über die Europastraße E 6 durch Norwegen, entscheiden wir uns für die Route durch Schweden. Diese wird immer wieder als schnellere und bessere Alternative von Skandinavien-Kennern empfohlen. Ein Grund mehr für uns, ebenfalls erstmals diese Option zu testen. 

Wir buchen die Fähre der Stenaline von Kiel nach Göteborg. Diese Verbindung ist auf alle Fälle viel günstiger als die Verbindung der Colorline von Kiel nach Oslo. Um noch etwas mehr zu sparen, entscheiden wir uns für eine Überfahrt am Sonntag (Ersparnis gegenüber Samstag oder Freitag etwa 50.- Euro) und buchen auf der schwedischen Seite der Stenaline (stenaline.se), da sich so auch noch etwa 10 Prozent sparen lassen. (Lest dazu auch gern diesen Artikel von uns zur optimalen Anreise nach Skandinavien

Am Montagmorgen kommen wir, nach einer entspannten Fährüberfahrt, ausgeruht in Schweden an. Wir geben unser Ziel, Svolvær auf den Lofoten (Norwegen) in die Navigation ein und erschrecken uns im ersten Moment. 1865 Kilometer stehen dann doch plötzlich wie eine Wand vor uns. Aber vor uns liegt eine wunderbar zu fahrende und entspannte Strecke, die uns fast immer auf der Europastraße E 45 („Inlandsvägen“) durch das herbstliche Schweden führt. 

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Schweden im Herbst: Eine einzigartige Herbstfärbung in einer unberührten Landschaft

Entgegen unserer ursprünglichen Planung kommen wir langsamer als gedacht voran. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt bei 77 Kilometern in der Stunde. So legen wir am ersten Tag 600 Kilometer zurück, machen in der Stadt Mora eine kleine Pause und suchen uns mit Einbruch der Dunkelheit kurz hinter Sveg einen schönen Stellplatz an einem der vielen Seen entlang der Strecke. (Alle Details und Fakten zum Stellplatz gibt es hier)

On the road again

Am nächsten Morgen wollen wir gleich nach dem Frühstück aufbrechen. Beim Fotografieren des Stellplatzes „stolpert“ Sirko aber über einige Pilze und nach einer spontanen Suchaktion haben wir nach etwa 10 Minuten bereits eine üppige Mahlzeit gesammelt. Damit ist das nächste Abendessen gesichert… Jetzt aber schnell auf die E 45 und weiter in Richtung Norden.

Die Abschnitte durch die dichten Wälder werden immer länger und fast nur noch durch Seen oder Flüsse unterbrochen. Ortschaften oder größere Städte findet man hier, entlang der Europastraße nur noch selten. Es ist wirklich ein traumhaftes und entspanntes Fahren. Wir stellen die Musik laut, trinken unseren Kaffee aus der Thermosflasche und machen den Weg zum Ziel. 

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Die Landschaft ist hier im Norden so endlos weit und unberührt – ein Traum.

Kurz vor Arvidsjaur in Lappland, es wird bereits wieder dunkel, entschließen wir uns, eine weitere Nacht auf einem Stellplatz im Wald (über diesen Link kommst zu allen Details dieses Stellplatzes) zu verbringen. Hinter uns liegen inzwischen über 1200 Kilometer durch die endlose Weite der schwedischen Landschaft. An einem See finden wir ein ruhiges Plätzchen. Nach einer leckeren Pilzmahlzeit und der Bearbeitung einiger Socialmedia Themen fallen wir auch schon todmüde ins Bett. Morgen werden wir auf den Lofoten ankommen…

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Ein ganz besonderer Herbstmorgen in Schweden

Herbstmorgen in Lappland

Am nächsten Morgen liegt eine wunderbare, kaum zu beschreibende, Herbststimmung über dem See am Stellplatz. Es ist etwas nebelig und obwohl es bewölkt ist, strahlen die Farben in der klaren und bereits kalten Luft. Kennt ihr das? Motiviert brechen wir auf und sind gespannt auf die weitere Landschaft im nördlichen Schweden. In Jokkmokk, der heimlichen Hauptstadt von Lappland, tanken wir und machen erst wieder in Svappavaara eine Kaffeepause. Die Restauration – eine Mischung aus Imbiss, Bistro und Dönerbude – an der örtlichen Tankstelle ist gewöhnungsbedürftig, aber der Kaffee zumindest warm.

Wir treffen hier nach einer spontanen Verabredung per SMS und Facebook den netten Fotografen Sven Legler (hier geht es zu seiner Homepage) und seine charmante Frau. Sie sind ebenfalls auf dem Weg in den Norden und hier, gefühlt am Ende der Welt, war eine gute Gelegenheit, gemeinsam einen Kaffee zu trinken und zu plauschen. Oh Mann – die Zeit ist dabei aber verrannt…. Unsere Wege trennen sich und wir fahren schnell weiter, nun der Europastraße E10 folgend, über Kiruna und Abisko in Richtung der norwegischen Grenze.

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Auf der E 10 bei Abisko – immer in Richtung Westen auf die Lofoten (Norwegen)

Kiruna ist nach unserem Geschmack sehr industriell geprägt und es lohnt nicht wirklich anzuhalten. Dafür ist Abisko umso schöner gelegen, und wir sind auf unserer Fahrt durch den Ort durchaus beeindruckt. Wir werden hier wohl demnächst etwas mehr Zeit einplanen müssen…. Die Sonne kommt jetzt ab und zu raus und taucht die Landschaft in ein magisches Licht, welches die Herbstfarben noch goldener strahlen lässt. Nur einige Kilometer weiter, in dem kleinen Ort Riksgränsen (kann man wohl auch ohne Schwedisch-Kenntnisse ins Deutsche übersetzen), kaufen wir noch einmal auf schwedischer Seite ein. Der ICA Supermarkt auf dieser Seite der norwegisch-schwedischen Grenze lebt ganz offensichtlich auch nur vom Preisgefälle zwischen beiden Ländern und den damit verbundenen Hamsterkäufen der Norweger als auch der Durchreisenden, wie uns 🙂 

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Die Landschaft wird rauer und schroffer – extrem schön und beeindruckend

Endlich auf den Lofoten

Es wird bereits dunkel, aber wir wollen und müssen die letzten Stunden bis Svolvær noch bewältigen, da dort Freunde aus Deutschland auf einem Stellplatz auf uns warten. Gegen 22.30 Uhr sind wir endlich da und damit auf den Lofoten angekommen. Anreise bewältigt! Nach einer herzlichen Begrüßung und einem kleinen Absacker fallen wir todmüde ins Bett. 

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Ganz besondere Meeresbewohner im Lofoten-Aquarium

Am nächsten Morgen bestätigen sich leider die schlechten Wetterprognosen. Die nächsten Tage soll es nur regnen und stürmen. Wir beschließen eine „Schlechtwetter-Variante“ für diesen Tag und fahren nach Kabelvåg in das Lofoten-Aquarium und in das gleich daneben liegende Lofoten-Museum. Beide Einrichtungen sind sehr einladend gestaltet und dazu angetan, sich umzuschauen. Als wir wieder im Freien sind, merken wir, dass die Unwetterwarnung mit einem angekündigten Sturm in Orkanstärke wohl stimmt. Dieser zieht aus südlicher Richtung auf und soll Windstärken bis über 20 Meter / Sekunden mitbringen. Daher versuchen wir, einen schützenden Stellplatz im Norden der Inselgruppe zu erreichen. 

Zu spät! Als wir an der Brücke über den Gimsøystraumen ankommen, ist diese bereits wegen des Sturmes gesperrt. Hier gibt es inzwischen die ersten heftigen Böen und unser Kastenwagen schaukelt wie ein Fischkutter auf dem Meer. Wohin jetzt? Wir beratschlagen bei einer Tasse Kaffee kurz, was zu tun ist, während der Sturm und auch der Regen immer schlimmer werden. 

Uns bleiben nur wenige Optionen: Wir müssen auf der Insel Austvågøy bleiben, auf der auch Svolvær liegt. Der Sturm lässt kaum noch längere Strecken zu und so bleibt nur ein Stellplatz in einer geschützten Bucht. Laut Landkarte liegt die kleine Ansiedlung Kalle recht geschützt und wir fahren den relativ kurzen Weg dorthin. Tatsächlich finden wir dort einen guten Platz für die Nacht. Wir werden zwar dennoch mächtig durchgeschaukelt, aber es wird nicht bedrohlich. Am nächsten Morgen beruhigt sich die Wetterlage und das Unwetter ist vorbei…

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In der Bucht bei Kalle während die Wellen an Land gepeitscht werden

Go West

Da das Wetter nur die nächsten drei Tage und hauptsächlich am äußeren Ende der Lofoten besser werden soll, entschließen wir uns, relativ schnell dorthin zu fahren und die anderen Highlights und Sehenswürdigkeiten auf der Rückfahrt „abzuarbeiten“. Da wir auf der Europastraße E 10 nach wenigen Kilometern ohnehin quasi an dem Fischdorf Henningsvær vorbeifahren, nutzen wir die Gelegenheit für einen Abstecher in das „Venedig des Nordens“ – wie der Ort auch genannt wird. Henningsvær liegt verteilt auf zwei Inseln und ist nur über eine Brücke oder eben mit dem Schiff erreichbar. Das 427 Einwohner Dörfchen (Stand 2018) ist geprägt durch den Fischfang und heute bekannt für seine gemütlichen Cafés, Restaurants und die Kunstszene im Ort. So findet man hier viele spannende Streetart Graffiti Werke an einigen alten Häusern und Fischfabriken.

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Die berühmte Kulisse des Fischerdorfes Henningsvær im Sonnenlicht

Nach einem Spaziergang durch den Ort und einer Tasse Kaffee und einigen leckeren Teilchen in der „Lysstøperiet“ – einem Mix aus Kerzenboutique mit eigener Herstellung und urigem Café, brechen wir wieder auf. Wir wollen über die nunmehr wieder geöffneten Brücken auf die Nachbarinsel, nach Gimsøy. An der Nordseite gibt es schöne Strände, Stellplätze und auch Fotomotive, wie die einmalig schön gelegene Kirche von Gimsøy am Strand. Nachdem der perfekte Stellplatz an einem kleineren Strand im Nordwesten der Insel gefunden ist, fahren wir noch einmal zur Kirche, um diese im Abendlicht zu fotografieren. 

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Die Kirche von Gimsøy im warmen Abendlicht

Wir erleben noch einen grandiosen Sonnenuntergang, der den Himmel und die Wolken in magische violette Farbtöne taucht. Nachdem es dunkel wird, sitzen wir noch gemütlich bei unseren Freunden im Wohnmobil und besprechen die weitere Route. In jedem Fall wollen wir morgen, auf dem Weg in den Südwesten, noch einmal an den Strand von Uttakleiv abbiegen, damit wir diesen noch gemeinsam sehen, bevor es für unsere Freunde schon bald zurückgeht. 

Nach dem Frühstück geht es daher auch schon weiter… Zurück zur Straße E 10 und dann in Richtung Leknes. Kurz vor diesem Ort sehen wir auch schon den Wegweiser „Uttakleiv“. Wir biegen rechts ab und folgen der schmalen Straße durch den Tunnel bis an diesen fantastischen Strand. Zu unserer Überraschung gibt es hier jetzt einen offiziellen kommunalen Wohnmobil-Stellplatz und damit auch Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten für Camper. Wir gehen an den Strand und sind beeindruckt von dieser extremen Brandung. Der Sturm der letzten Tage hat die See aufgewühlt und mit unglaublicher Kraft tosen die Wellen gegen die Steine am Ufer. 

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Am weißen Sandstrand von Uttakleiv (bei Leknes)

Die Zeit vergeht viel zu schnell und dabei könnten wir noch endlos am Strand entlang laufen. Aber wir wollen heute noch das letzte Dorf auf den Lofoten mit dem markanten Namen „Å“ erreichen und auch noch etwas für das Wochenende einkaufen. Das erledigen wir schnell in Leknes im „REMA 1000“, da man dort mit dem Wohnmobil einfach am besten parken kann.

Am äußeren Ende der Lofoten

Eine gute Stunde später treffen wir in „Å“ ein. Am Ortseingang gibt es die üblichen Selfies vor einem der populärsten Ortsschilder Norwegens. Es ist wohl laut Angaben der Kommune auch eines der Schilder, welches am meisten ersetzt werden muss, da es Souvenir-Jägern zum Opfer fällt. Okay, wir lassen es hängen und fahren auf den Parkplatz am Ende des Ortes. Inzwischen regnet es wieder und so entschließen wir uns, ein kurzes Stück zurückzufahren, um in Reine einen Kaffee zu trinken. Dazu gibt es selbst gebackene Waffeln, die man sich im Restaurant „Lanternen“ selber zubereiten kann. Lecker !!

Das Wetter wird nicht besser und wir entschließen uns, in der Nähe einen Stellplatz zu nehmen. Eventuell können wir uns ja am kommenden Tag die nähere Umgebung bei besserem Wetter anschauen… Wir grillen bei Regen und amüsieren uns trotz des Wetters.

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Blick auf das populäre Fischerdorf Reine auf den Lofoten
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Conny und Sirko

„Ja, wir lieben dieses Land…“- so beginnt die norwegische Nationalhymne, und ja, auch wir – Conny & Sirko – lieben dieses Land, die Einwohner, die grandiose Landschaft, den Frieden und die Ruhe, die wir dort und in ganz Skandinavien finden. Wir waren über zwanzig Mal im Norden unterwegs – zu verschiedenen Zeiten, in vielen Regionen und in allen Variationen. Die Idee für diese Homepage kam uns im letzten Jahr, denn so haben wir die Möglichkeit, uns das permanente Fernweh nach dem Norden von der Seele zu schreiben und euch hoffentlich dafür zur begeistern. Also: Kurs auf Norden !

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