Norwegen Rundreisen

Wohnmobil Reise durch Nordeuropa: Finnland – Nordkap – Norwegen (Lofoten und Nordland / Teil 4)

Titelbild Nordlandtour 2020 Bergmassiv bei Henningsvær auf den Lofoten in Norwegen

Auf unserem Wohnmobil Roadtrip durch Nordeuropa haben wir inzwischen bereits mehr als 5000 Kilometer zurückgelegt. Hinter uns liegen inzwischen die Etappen entlang der finnischen Ostseeküste, durch das finnische Lappland sowie die Finnmark und das Nordkap im Norden von Norwegen. Zwischenzeitlich haben wir Kurs auf die Lofoten genommen und werden in Kürze diese Inselgruppe in Nordnorwegen erreichen….

Abstecher zum “Stetind” – dem offiziellen Nationalberg Norwegens

Brücke Europastrasse E6 Nordnorwegen auf dem Weg zu den Lofoten

Zuvor nehmen wir euch allerdings noch auf einen eigentlich kurzen Abstecher mit. Das daraus dann mehrere Tage wurden, hatten wir nicht eingeplant…. Letzten Endes ging es nur um einige, längst überfällige Fotoaufnahmen vom offiziellen Norwegischen Nationalberg Stetind. Das spitze, markante Horn vom Stetind erhebt sich auf unnachahmliche Weise aus dem Meer und erinnert in gewisser Weise an das Matterhorn in der Schweiz. Wir hatten ihn bisher nur aus größerer Entfernung gesehen und dieses Mal bewusst unsere Route entsprechend ausgerichtet.

Als wir den Fuß des Stetind erreichen, ist vom Gipfel allerdings zunächst nicht viel zu sehen. Tagelang hüllt er sich in Wolken und ist wegen Regen, Wolken und Nebel nicht zu erkennen. Doch mit unserer Geduld hat er nicht gerechnet.

Wir harren tatsächlich mehrere Tage an seinem Fuß aus und plötzlich zeigt sich der Stetind ganz überraschend für gerade einmal etwa 30 Minuten. Für uns bedeutet das natürlich Fotoalarm. Sirko bewaffnete sich mit Kamera, Stativ und Filter und Conny macht sofort die Drohne startklar. Nach diesem kurzen Moment hat sich der Stetind auch gleich wieder eingehüllt und vorerst nicht mehr blicken lassen.

Stetind in Nordnorwegen

Der 1392 Meter hohe Stetind ist übrigens bereits seit einer landesweiten Abstimmung 2002 in Norwegen der offizielle Nationalberg des Landes. Aber was macht ihn so besonders? Vielleicht seine Form, sein imposantes Alter von 1800 Millionen Jahre oder weil er der größte, natürliche einheitliche Granitstein Europas ist….?

Auf jeden Fall können wir berichten, dass die Norweger “ihren” Berg tatsächlich lieben. In der Zeit, als wir auf besseres Licht und Wetter warteten, haben viele Norweger den Stetind wie wild aus allen Perspektiven abgelichtet… Leider erreicht man den Gipfel selbst nur, wenn man über eine entsprechende Ausrüstung sowie die notwendigen Kenntnisse und Erfahrungen im Klettern verfügt.

Panorama Stetind in Nordnorwegen

Mit der Fähre von Bogenes nach Lødingen und weiter auf die Lofoten

Nach dieser ungeplanten, mehrtägigen Fotosession ist es nun an der Zeit, unsere Fahrt fortzusetzen und sobald als möglich auf die Lofoten überzusetzen. Wir haben uns dieses Mal bewusst, und nicht nur wegen dem Abstecher zum Stetind, gegen die ziemlich langwierige Straßenverbindung über die Europastraße E 10 entschieden. Stattdessen nutzen wir lieber eine der Fährverbindungen, die sich auch als Alternative zur längeren, teueren Überfahrt von Bodø nach Moskenes anbietet, wenn man sich den Lofoten aus dem Süden Norwegens nähert. In unserem Fall bot sich folgende Kombination dieser zwei Fährverbindungen an:

  • Skarberget nach Bognes (Preis 2020 für einen Kastenwagen mit 6 Metern Länge und Nutzung der Ferjekort: 90 NOK = ca. 9 EURO)
  • Bognes nach Lødingen auf den Vesterålen / Lofoten (Preis 2020 für einen Kastenwagen mit 6 Metern Länge und Nutzung der Ferjekort: 161 NOK = ca. 15 EURO)

Auf dem Wohnmobilstellplatz im Hafen von Lødingen

Etwa eine Stunde dauert die Überfahrt mit der Fähre von Bognes nach Lødingen. Wir nutzen diese perfekte Gelegenheit um die nächsten Etappen und Aktivitäten auf den Lofoten zu planen. Vom Fährhafen in Lødingen bis nach Svolvær benötigt man etwa zwei Stunden Fahrzeit. Es ist aber bereits später Nachmittag und die Wetteraussichten mehr als “herbstlich”. Daher bleiben wir erst einmal auf dem offiziellen Wohnmobilstellplatz “Bobilcamp” direkt im kleinen Hafen von Lødingen.

Klicke hier für alle weiteren Informationen / Fakten / Bilder / Koordinaten von diesem Stellplatz / Campingplatz
Wohnmobilstellplatz Lödingen Yachthafen Vesteralen Lofoten

Nach einer warmen Dusche bereiten wir uns noch ein leckeres Abendessen im Kastenwagen zu, bevor wir uns zeitig schlafen legen. Am nächsten Morgen rollen wir dann entspannt in Richtung Svolvær – der Hauptstadt der Lofoten. Nach unzähligen Fotopausen entlang der Strecke erreichen wir die Stadt gegen Mittag, füllen unsere Vorräte auf und entschließen uns ziemlich spontan für eine Wanderung in der Umgebung von Svolvær. Nach einigen Tagen im Kastenwagen zieht es uns hinaus in die norwegische Natur….

Im Hafen von Lødingen auf den Vesterålen in Norwegen

Schnell noch die Wettervorhersage auf den einschlägigen norwegischen Wetterseiten checken und los geht es. Die Chancen auf eine Wanderung ohne Regenschauer sind ohnehin gering, als müssen wir es einfach drauf ankommen lassen. Positiv formuliert, haben wir aktuell perfekte Voraussetzungen für eine Vielzahl an Regenbögen und dramatischen Wetterbildern – inklusive schönster Herbstfarben auf den Lofoten.

Wanderung zur abgelegenen Berghütte Nøkksætra bei Svolvær

Unsere Wanderung führt uns vom Parkplatz zu der ehemaligen Alm Nøkksætra an einem Bergsee oberhalb von Svolvær. Die abgelegene Hütte Nøkksætra gehört heute dem lokalen Wanderverein und man kann sich gegen eine geringe Gebühr den Schlüssel für die Hütte in der Touristeninformation von Svolvær ausleihen, um dort oben – ganz ursprünglich und in traumhafter Abgeschiedenheit – die Nacht bzw. die Nächte zu verbringen. Der Weg ist durchweg gut markiert und wie man auf unseren Bildern sieht, zumindest auf der ersten Teilstrecke im Tal, gut befestigt.

Danach geht es relativ steil bergauf in das Hochtal und spätestens hier gibt man es nach dem Regenwetter der letzten Tage irgendwann auf, dem Schlamm und den Wasserlöchern noch auszuweichen. Kennt ihr das Gefühl, wenn das Wasser in den Schuhen langsam Körpertemperatur annimmt und es damit schon gar nicht mehr so schlimm erscheint…?? Die Tour durch die wunderschöne Herbstlandschaft oberhalb des recht lebhaften Lofoten-Städtchens Svolvær wird auf diese Weise zur echten Materialschlacht. In unserem Kastenwagen sieht es seither eher wie in einem Kleidercontainer aus, da weder unsere Sachen noch die Wanderschuhe schnell genug trocknen…

Wanderung Berghütte Nøkksætra bei Svolvær

Aussicht auf Svolvær vom Gipfel des Tjeldbergtind auf den Lofoten

Wenn man im Herbst auf den Lofoten unterwegs ist, bekommen Dinge wie Vertrauen und Optimismus noch einmal eine ganz andere Bedeutung: Vertrauen heißt, darauf zu setzen, dass die Wetterprognose endlich einmal wieder stimmt und zur angegebenen Zeit am entsprechenden Ort auch tatsächlich einmal die Sonne durch die Wolken schaut. Optimismus hingegen bedeutet, dass man bei dem unangekündigten Regenguss dann nicht einfach nur nass wird, sondern stattdessen eine unvergessliche Dusche unter den Wolke nimmt….

Tjeldbergtind im Herbst (Lofoten / Norwegen)
Tjeldbergtind

So machen wir uns am nächsten Tag auch gleich noch einmal auf den Weg – unbeirrt vom wechselhaften Wetter und allen Prognosen. Dieses Mal geht es aber eher hoch hinaus. Der Gipfel vom Tjeldbergtind, dem Stadtberg in Svolvær, ist unser Ziel. Dazu parken wir auf Anraten einiger Einheimischer am Straßenrand vor der Feuerwache von Svolvær. Hier beginnen einige Wanderwege und sogenannte Trimmpfade in die nähere Umgebung.

Der Tjeldbergtind hat exakt eine Höhe von 367 Metern und liegt fast direkt neben der Europastraße E 10 zwischen Kabelvåg und Svolvær. Dementsprechend ist auch die Aussicht in beide Richtungen gewaltig und die Umgebung mit den vielen kleinen Inseln vor der Küste, wirkt wie aus einem Bilderbuch, in das man schaut.

Blick vom Tjeldbergtinden nach Kabelvåg

Dazu hat man bereits nach einer ersten kurzen Teilstrecke eine ziemlich perfekte Aussicht vom Aussichtspunkt Linken. Dieser ist über einen befestigten Fahrweg erreichbar. Die Wanderung dorthin ist sehr leicht und somit für alle Altersklassen und die ganze Familie perfekt geeignet. Nach dem Blick vom Linken über die Kulisse von Svolvær beginnt der steilere Anstieg zum eigentlichen Gipfel des Tjeldbergtinden – für den man aber am Ziel tatsächlich mehr als entlohnt wird.

Blick vom Linken auf Svolvær auf den Lofoten in Norwegen
Blick vom Linken auf Svolvær

Im letzten Licht des Tages gehen wir zurück und genießen am Aussichtspunkt Linken noch einmal den Blick über Svolvær. Inzwischen leuchten bereits die ersten Lichter in der nordnorwegischen Stadt und zaubern eine friedliche Atmosphäre über die gesamte Bucht.

Von Svolvær nach Henningsvær – dem Venedig der Lofoten

Als wir zurück am Wohnmobil sind, dämmert es bereits, doch wir fahren noch die etwa 25 Kilometer bis nach Henningsvær. Das populäre Fischerdorf mit dem passenden Beinamen “Venedig der Lofoten” ist für uns auf jeder Lofoten-Tour ein festes Highlight. Wir lieben diesen Ort einfach – mit seiner unnachahmlichen Mischung aus internationalem Hotspot, verfallenen Fischerdorf, lebendigen Lofoten-Städtchen, ursprünglicher Atmosphäre und verschlafener Idylle. Eine Mixtur, wie man sie nur selten findet und die sich je nach Jahres- und Tageszeit irgendwie auch ständig verändert. Grandios…!!

Panorama von Henningsvær Lofoten Norwegen

Der Wetterdienst verspricht zumindest zum Sonnenaufgang und in der Mittagszeit etwas Sonne. Da wir dieses schöne Wetter gern in Henningsvær nutzen möchten, suchen wir uns also dort in der Nähe einen Stellplatz für die Nacht. Natürlich bedeutet das auch, am nächsten Morgen zeitig, zum Sonnenaufgang, aufzustehen. Tatsächlich werden wir dafür mit einem grandiosen Licht und faszinierender Wetterstimmung entschädigt. Die Morgensonne strahlt eine Schlechtwetterfront am Horizont hinter Henningsvær an und wir nutzen den Moment für eine unvergessliche Fotosession….:

Zimtschnecke-Henningsvaer-Lofoten-Norwegen

Nach einem ausgiebigen Frühstück fahren wir über die Brücken direkt nach Henningsvær. Hier gibt es gleich am Ortsrand zwei große kostenpflichtige Parkplätze. Alle Highlights sind von hier aus mit wenigen Schritten gut zu erreichen. Zunächst belohnen wir uns für das frühe Aufstehen ganz obligatorisch mit einer leckeren Zimtschnecke und einem aromatischen Kaffee. Dieses Mal kehren wir aber nicht, wie sonst, in der Henningsvær Lysstøperi ein, sondern im gleichermaßen einladenden und gemütlichen Vertshus, welches ganz neu und im schönsten Gelb strahlt. Und was sollen wir sagen: Leeeeeeecker….

Frisch gestärkt bummeln wir anschließend entlang der Straße zur benachbarten Insel, quasi einem Ortsteil von Henningsvær. Vom Damm zwischen den beiden Hauptinseln hat man einen tollen Blick über den Hafen mit den Fischerbooten. Mit dem markanten Bergmassiv im Hintergrund gehört dieses Panorama wohl zu den bekanntesten Motiven der Lofoten. Die Kulisse des authentischen Fischerdorfes mit seinem maritimen Milieu bietet dabei einen faszinierenden Kontrast vor der mächtigen Bergkulisse.

Hafen von Henningsvær Lofoten Norwegen

Vom Damm, der den Hafen Henningsværs zugleich vor den Urgewalten des rauen Atlantiks schützt, ist es nicht weit zu einem anderen populären Highlight im Dorf. Immerhin gehört der Fussballplatz auf der kleinen vorgelagerten Insel zu den wohl meist fotografierten Plätzen auf der Welt – wie er dort eingebettet zwischen den Felsen quasi im Meer liegt. Alleine unter dem Hashtag #henningsværstadion findet man etwa 1000 Bilder (Stand Ende 2020) vom schönsten Stadion in Norwegen.

Stadion von Henningsvær Lofoten Norwegen

In gleicher Weise beeindrucken uns in dem nordnorwegischen Fischerdorf immer wieder die Street Art Motive, die teilweise dramatisch-urigen Häuser mit ihrem morbiden Charme sowie der Leuchtturm, den man gleich hinter dem bereits genannten Fußballplatz findet.

Wir können uns wieder einmal nur schwer von dem charmanten Henningsvær trennen, wollen aber am Nachmittag unbedingt noch weiterfahren. Für die nächsten Tage sind heftige Stürme angesagt und daher möchten wir die Brücke auf die nächste Lofoteninsel, nach Gimsøya zuvor noch passieren, bevor diese aus Sicherheitsgründen gesperrt wird.

Die Lofoten-Insel Gimsøya

Der Sund zwischen den Lofoten-Inseln wirkt hier wie ein Windkanal und macht die Passagen auf der sehr hohen Brücke, gerade während der berüchtigten Herbststürme, durchaus gefährlich. Insofern sind wir nicht sicher, ob wir in den nächsten Tagen noch unserer geplanten Route folgen könnten. Zudem kennen wir auf den vor uns liegenden Lofoteninseln einige, der sehr raren, windgeschützten Stellplätze, die wir wahrscheinlich nutzen müssen. Tatsächlich ist die Brücke noch geöffnet und wir erreichen Gimsøya.

Brücke auf die Insel Gimsøya Lofoten Norwegen
Brücke nach Gimsøya

Fast traditionell biegen wir nach der Brücke nach rechts ab und fahren zuerst zur wohl schönsten Kirche auf den Lofoten, zur Gimsøy Kirke. Das Wetter ist heute optimal, um einige dramatisch herbstliche Bilder der kleinen weißen Kirche am Meer aufzunehmen. Mit unseren Gummistiefeln stampfen wir während der Ebbe durch den Schlamm, den die letzte Flut zurückgelassen hat. Fast vergessen wir die Zeit, und es wird bereits dunkel, als wir uns einen Stellplatz im Innern der Insel suchen.

Kirche von Gimsøy Lofoten Norwegen

Aufgrund der bereits wuchtigen Sturmböen möchten wir den Campingplatz oder andere Stellplätze direkt am offenen Meer nicht nutzen. Wenn unser Wohnmobil wie ein Fischkutter schaukelt, schlafen wir in der Regel nicht gut und das brauchen wir nicht allzuoft…

Wir finden einen der wenigen, einigermaßen geschützten Stellplätze und gehen zeitig schlafen. Wenn es das Wetter noch zulässt, wollen wir am kommenden Morgen den markanten Berg Hoven auf Gimsøya besteigen. Diese erhebt sich 368 Meter wie ein verlorener übermächtiger Steinbrocken aus der ansonsten sehr kargen Tundralandschaft. Aufgrund dessen muss der Ausblick von dort oben wohl fantastisch sein – also “müssen” wir dort hoch…

Blick zum Hoven auf Gimsøya Lofoten Norwegen

Tatsächlich treibt am nächsten Morgen der Sturm immer wieder Regenschauer über die Lofoten. Aber damit muss man rechnen, wenn man im Herbst in dieser Wetterküche mitten im Golfstrom unterwegs ist. Also packen wir unsere Regenausrüstung ein und fahren zum (mittlerweile kostenpflichtigen) Parkplatz, von dem aus die Tour auf den Gipfel des Hoven beginnt. Knapp eine Stunde später stehen wir auf dem Gipfel des Hoven und können tatsächlich das unglaubliche Panorama in alle Richtungen genießen.

Das an unseren Schuhen und Hosen jede Menge Schlamm klebt, es hier oben extrem stürmt und wir auch mehrmals nass werden, spielt in diesem Moment keine Rolle mehr. Viel mehr sind wir fasziniert von dem wechselhaften Wetter, welches die ohnehin dramatische Landschaft der Lofoten fast mystisch erscheinen lässt und irgendwie auch gut hierher zu passen scheint.

Minigalerie “Wanderung auf den Hoven”

Ein gewaltiger Orkan auf den Lofoten

Screenshot Wetterkarte von Storm.no

Als wir zu unserem Kastenwagen zurückkommen, checken wir zunächst die Wetterlage. Wir erschrecken etwas, denn auf der gern genutzten Wetterseite yr.no überschlagen sich fast die Unwetterwarnungen für die Lofoten. Einige Gefahrenwarnungen sind sogar auf das mittlere Niveau “Orange” gesetzt. Wir überprüfen diese Meldungen zur Sicherheit auf den ebenfalls fantastischen Seiten von storm.no (© Screenshot Wetterbild). Ein unglaublicher Orkan mit Spitzen bis zu 35 Meter / Sekunde scheint in den nächsten Stunden die Lofoten zu erreichen.

Wir müssen mit dem Schlimmsten rechnen, beratschlagen uns kurz und steuern erneut den tatsächlich gut geschützten Stellplatz der letzten Nacht an. Bloß weg vom Meer….

Wohnwagen zerstört durch Orkan auf den Lofoten

Also stehen wir schon bald wieder in “unserer” Senke, dicht gedrängt an die Wand und warten ab, was da kommt. Mit Einbruch der Dämmerung bricht es über uns herein und wir haben das Gefühl die Welt geht unter. Die Meldungen im Radio und Internet überschlagen sich, bis der Strom und das Mobilfunknetz komplett ausfallen. An Schlaf ist in dieser Nacht kaum zu denken. Am nächsten Morgen beruhigt sich die Lage jedoch und plötzlich liegt fast eine gespenstische Ruhe über Nordnorwegen.

Wir verlassen den sicheren Schutz unseres Stellplatzes und folgen der Straße entlang der Küste bei Hov. Dort bestätigt sich auf tragische Weise, dass es richtig war, die Küstenabschnitte bei dem Sturm zu meiden. Von einem Wohnanhänger auf dem Campingplatz in Hov sind nur noch die Einzelteile übrig geblieben. Gott sei Dank sind keine Personen zu Schaden gekommen.

In Hovsund auf der Insel Gimsøya

Betroffen und in Ehrfurcht vor den Naturgewalten an den Küsten in Nordnorwegen folgen wir der Straße weiter. Die Sandstrände rechts von der Straße leuchten inzwischen sporadisch im Licht der Sonne, die sich ab und zu durch die Wolkenfetzen quält. Die Fischerhäuser strahlen währenddessen mit der Natur in den schönsten Farben um die Wette. So, als wäre nie etwas gewesen…

Hovsund auf Gimsøya Lofoten Norwegen

Wir erreichen Hovsund, den nordwestlichsten Punkt von Gimsøya. Etwas abgelegen von den klassischen Touristenwegen ist der kleine Fischerort noch sehr ursprünglich und bis heute vom Fischfang geprägt. Der Hafen sowie die vielen Holzgestelle für den Trockenfisch sind durchaus sehenswert und lohnen den kurzen Abstecher.

Ein Highlight ist in jedem Fall das kleine Leuchtfeuer am Ende der langen Mole. Dort liegt seit einigen Jahren ein Teil eines Wal-Skeletts. Nach dem kurzen Spaziergang fahren wir noch ein kleines Stück weiter, bis wir ein besonderes Haus erreichen.

Leuchtfeuer von Hovsund auf Gimsøya Lofoten Norwegen

Das sogenannte “Butterfly” Haus mit dem inzwischen berühmten Street Art Motiv von Pøbel liegt direkt neben der Straße und gehört inzwischen zu den populären Fotomotiven auf den Lofoten. Zu widersprüchlich sind das verlassene Haus und das Motiv auf seiner Fassade. Natürlich machen wir auch einige Bilder, bevor es weitergeht. Unser nächstes Ziel ist das Surferparadies Unstad. Ja, ihr habt richtig gelesen – das wohl nördlichste Surferparadies ist inzwischen ein Hotspot für Surfer aus der ganzen Welt.

Street Art Lost Places auf Gimsøya Lofoten Norwegen

Unstad – das Surferparadies auf den Lofoten

Borg Kirche auf den Lofoten - Norwegen

Wie es auf unserer Tour weiterging erfahrt ihr hier in den nächsten 2- 3 Tagen… 🙂


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Autor / Autoren:

Conny und Sirko

Conny und Sirko

„Ja, wir lieben dieses Land…“- so beginnt die norwegische Nationalhymne, und ja, auch wir – Conny & Sirko – lieben dieses Land, die Einwohner, die grandiose Landschaft, den Frieden und die Ruhe, die wir dort und in ganz Skandinavien finden. Wir waren inzwischen über dreißig Mal im Norden unterwegs – zu verschiedenen Zeiten, in vielen Regionen und in allen Variationen. Unseren Reiseblog Nordlandblog entwickeln und schreiben wir mit viel Liebe und Herzblut, denn so haben wir die Möglichkeit, uns das permanente Fernweh nach dem Norden von der Seele zu schreiben und euch hoffentlich ebenfalls dafür zur begeistern. Also: Kurs auf Norden !

6 Kommentare

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  • Hallo Conny und Sirko
    Leider finde ich euch auf der Route nicht wieder? Wo auch immer ihr jetzt seid….. es war schön zu sehen wieviel km, Wochen etc.. die Tour schon geht.
    Wünschen noch tolle Tage oder Wochen.
    Peter und Susanne

    • Hallo ihr Beiden,

      zunächst einmal möchten wir uns endlich für diesen netten Kommentar bedanken und in gleicher Weise auch dafür, dass ihr uns auf dieser Reise zumindest virtuell begleitet habt. Tatsächlich mussten wir in den letzten Tagen und Wochen unserer Tour einige Dinge neu organisieren bzw. auch improvisieren, da die Entwicklung in Norwegen, in Deutschland und auch bei den Fährgesellschaften nichts Anderes mehr zuließ. Daher haben wir uns auf diese Themen konzentriert und unser Reisetagebuch erst einmal ausgesetzt. An diesem werden wir in den nächsten Tagen intensiv arbeiten und dann zeitnah die fehlenden Impressionen und Etappen sukzessive hinzufügen. Auf diese Weise können wir alles noch einmal erleben und euch nach der Veröffentlichung auch noch einmal mit in den Norden nehmen…

      In diesem Sinne freuen wir uns auf eure nächsten Besuche, hier in unserem Reiseblog. Bis dahin wünschen wir eine gute Zeit und bleibt vor allem gesund. Liebe Grüße, Conny und Sirko

  • Hallo,
    Bravo für Ihren großartigen Blog; ich habe Ihre Artikel verschlungen, besonders die über Ihr CS-Reisemobil. Trotz mehrerer Versuche erhalte ich keine Bestätigungs-E-Mail, um Ihren Newsletter zu abonnieren. Könnten Sie mir helfen?
    Lange Straße

    • Hei Jean-Yves,

      vielen Dank für dein nettes Feedback sowie das Interesse an unserem Reiseblog. Wir haben dich nunmehr manuell zu unserer Newsletter-Liste hinzugefügt, da es derzeit tatsächlich wohl Probleme mit der Registrierung gibt. Nochmals vielen Dank und liebe Grüße nach Frankreich,

      Conny und Sirko

    • Hei Bianka,

      vielen Dank für dein nettes Feedback. Wir freuen uns, wenn wir wieder einige “Reise-Rezepte” zum “Nachkochen” in unserem Blog veröffentlichen konnten und euch somit bei der Reiseplanung unterstützt haben. Eine tolle Reise, gute Fahrt und liebe Grüße,
      Conny und Sirko

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