Norwegen Rundreisen

Kastenwagen Roadtrip durch Nordeuropa: Finnland – Nordkap – Norwegen (Lofoten und Nordland / Teil 4)

Titelbild Nordlandtour 2020 Bergmassiv bei Henningsvær auf den Lofoten in Norwegen

Auf unserem Wohnmobil Roadtrip durch Nordeuropa haben wir inzwischen bereits mehr als 5000 Kilometer zurückgelegt. Hinter uns liegen inzwischen die Etappen entlang der finnischen Ostseeküste, durch das finnische Lappland sowie die Finnmark und das Nordkap im Norden von Norwegen. Inzwischen haben wir Kurs auf die Lofoten genommen und werden in Kürze diese Inselgruppe in Nordnorwegen erreichen….

Abstecher zum “Stetind” – dem offiziellen Nationalberg Norwegens

Brücke Europastrasse E6 Nordnorwegen auf dem Weg zu den Lofoten

Zuvor nehmen wir euch allerdings noch auf einen eigentlich kurzen Abstecher mit. Das daraus dann mehrere Tage wurden, hatten wir nicht eingeplant…. Letzten Endes ging es nur um einige, längst überfällige Fotoaufnahmen vom offiziellen Norwegischen Nationalberg Stetind. Das spitze, markante Horn vom Stetind erhebt sich auf unnachahmliche Weise aus dem Meer und erinnert in gewisser Weise an das Matterhorn in der Schweiz. Wir hatten ihn bisher nur aus größerer Entfernung gesehen und dieses Mal bewusst unsere Route entsprechend ausgerichtet. Als wir den Fuß des Stetind erreichen, ist vom Gipfel allerdings zunächst nicht viel zu sehen. Tagelang hüllt er sich in Wolken und ist wegen Regen, Wolken und Nebel nicht zu erkennen. Doch mit unserer Geduld hat er nicht gerechnet.

Wir harren tatsächlich mehrere Tage an seinem Fuß aus und plötzlich zeigt sich der Stetind ganz überraschend für gerade einmal etwa 30 Minuten. Für uns bedeutet das natürlich Fotoalarm. Sirko bewaffnete sich mit Kamera, Stativ und Filter und Conny macht sofort die Drohne startklar. Nach diesem kurzen Moment hat sich der Stetind auch gleich wieder eingehüllt und vorerst nicht mehr blicken lassen.

Stetind in Nordnorwegen

Der 1392 Meter hohe Stetind ist übrigens bereits seit einer landesweiten Abstimmung 2002 in Norwegen der offizielle Nationalberg des Landes. Aber was macht ihn so besonders? Vielleicht seine Form, sein imposantes Alter von 1800 Millionen Jahre oder weil er der größte, natürliche einheitliche Granitstein Europas ist….?

Auf jeden Fall können wir berichten, dass die Norweger “ihren” Berg tatsächlich lieben. In der Zeit, als wir auf besseres Licht und Wetter warteten, haben viele Norweger den Stetind wie wild aus allen Perspektiven abgelichtet… Leider erreicht man den Gipfel selbst nur, wenn man über eine entsprechende Ausrüstung sowie die notwendigen Kenntnisse und Erfahrungen im Klettern verfügt.

Panorama Stetind in Nordnorwegen

Mit der Fähre von Bogenes nach Lødingen und weiter auf die Lofoten

Nach dieser ungeplanten, mehrtägigen Fotosession ist es nun an der Zeit, unsere Fahrt fortzusetzen und sobald als möglich auf die Lofoten überzusetzen. Wir haben uns dieses Mal bewusst, und nicht nur wegen dem Abstecher zum Stetind, gegen die ziemlich langwierige Straßenverbindung über die Europastraße E 10 entschieden. Stattdessen nutzen wir lieber eine der Fährverbindungen, die sich auch als Alternative zur längeren, teueren Überfahrt von Bodø nach Moskenes anbietet, wenn man sich den Lofoten aus dem Süden Norwegens nähert. In unserem Fall bot sich folgende Kombination dieser zwei Fährverbindungen an:

  • Skarberget nach Bognes (Preis 2020 für einen Kastenwagen mit 6 Metern Länge und Nutzung der Ferjekort: 90 NOK = ca. 9 EURO)
  • Bognes nach Lødingen auf den Vesterålen / Lofoten (Preis 2020 für einen Kastenwagen mit 6 Metern Länge und Nutzung der Ferjekort: 161 NOK = ca. 15 EURO)

Auf dem Wohnmobilstellplatz im Hafen von Lødingen

Etwa eine Stunde dauert die Überfahrt mit der Fähre von Bognes nach Lødingen. Wir nutzen diese perfekte Gelegenheit um die nächsten Etappen und Aktivitäten auf den Lofoten zu planen. Vom Fährhafen in Lødingen bis nach Svolvær benötigt man etwa zwei Stunden Fahrzeit. Es ist aber bereits später Nachmittag und die Wetteraussichten mehr als “herbstlich”. Daher bleiben wir erst einmal auf dem offiziellen Wohnmobilstellplatz “Bobilcamp” direkt im kleinen Hafen in Lødingen.

Nach einer warmen Dusche bereiten wir uns noch ein leckeres Abendessen im Kastenwagen zu, bevor wir uns zeitig schlafen legen. Am nächsten Morgen rollen wir dann entspannt in Richtung Svolvær – der Hauptstadt der Lofoten. Nach unzähligen Fotopausen entlang der Strecke erreichen die Stadt gegen Mittag, füllen unsere Vorräte auf und entschließen uns ziemlich spontan für eine Wanderung in der Umgebung von Svolvær. Nach einigen Tagen im Kastenwagen zieht es uns hinaus in die norwegische Natur….

Schnell noch die Wettervorhersage auf den einschlägigen norwegischen Wetterseiten checken und los geht es. Die Chancen auf eine Wanderung ohne Regenschauer sind ohnehin gering, als müssen wir es einfach drauf ankommen lassen. Positiv formuliert, haben wir aktuell perfekte Voraussetzungen für eine Vielzahl an Regenbögen und dramatischen Wetterbildern – inklusive schönster Herbstfarben auf den Lofoten.

Wanderung zur abgelegenen Berghütte Nøkksætra bei Svolvær

Unsere Wanderung führt uns zu der ehemaligen Alm Nøkksætra an einem Bergsee oberhalb von Svolvær. Die abgelegene Hütte Nøkksætra gehört heute dem lokalen Wanderverein und man kann sich gegen eine geringe Gebühr den Schlüssel für die Hütte in der Touristeninformation von Svolvær ausleihen, um dort oben – ganz ursprünglich und in traumhafter Abgeschiedenheit – die Nacht bzw. die Nächte zu verbringen. Der Weg ist durchweg gut markiert und wie man auf unseren Bildern sieht, zumindest auf der ersten Teilstrecke im Tal, gut befestigt.

Danach geht es relativ steil bergauf in das Hochtal und spätestens hier gibt man es nach dem Regenwetter der letzten Tage irgendwann auf, dem Schlamm und den Wasserlöchern noch auszuweichen. Kennt ihr das Gefühl, wenn das Wasser in deinen Schuhen langsam deine Körpertemperatur annimmt und es damit schon gar nicht mehr so schlimm erscheint…?? Die Tour durch die wunderschöne Herbstlandschaft oberhalb des recht lebhaften Lofoten-Städtchens Svolvær wird auf diese Weise zur echten Materialschlacht. In unserem Kastenwagen sieht es seither eher wie in einem Kleidercontainer aus, da weder unsere Sachen noch die Wanderschuhe schnell genug trocknen…

Aussicht auf Svolvær vom Gipfel des Tjeldbergtinden auf den Lofoten

Wenn man im Herbst auf den Lofoten unterwegs ist, bekommen Dinge wie Vertrauen und Optimismus noch einmal eine ganz andere Bedeutung: Vertrauen heißt, darauf zu setzen, dass die Wetterprognose endlich einmal wieder stimmt und zur angegebenen Zeit am entsprechenden Ort auch tatsächlich einmal die Sonne durch die Wolken schaut. Optimismus hingegen bedeutet, dass man bei dem unangekündigten Regenguss dann nicht einfach nur nass wird, sondern stattdessen eine unvergessliche Dusche unter den Wolke nimmt. Eine andere, uns ganz eigene Form des hier notwendigen Optimismus ist es, ganz unermüdlich unsere Drohne bei angekündigten Windgeschwindigkeiten von 17 Metern / Sekunde und mehr mit auf den Berg zu schleppen…Vielleicht haben wir ja dennoch mal Glück mit den Bedingungen?

So machen wir uns am nächsten Tag auch gleich noch einmal auf den Weg – unbeirrt vom wechselhaften Wetter und allen Prognosen. Dieses Mal geht es aber eher hoch hinaus. Der Gipfel vom Tjeldbergtinden, dem Stadtberg in Svolvær, ist unser Ziel. Der Tjeldbergtinden hat exakt eine Höhe von 367 Metern und liegt fast direkt neben der Europastraße E 10 zwischen Kabelvåg und Svolvær. Dementsprechend ist auch die Aussicht in beide Richtungen gewaltig und die Umgebung mit den vielen kleinen Inseln vor der Küste, wirkt wie aus einem Bilderbuch, in das man schaut.

Dazu hat man bereits nach einer ersten kurzen Teilstrecke eine ziemlich perfekte Aussicht vom Aussichtspunkt Linken. Dieser ist über einen befestigten Fahrweg erreichbar und somit für alle Altersklassen und damit die ganze Familie perfekt geeignet. Nach dem Blick vom Linken über die Kulisse von Svolvær beginnt der steilere Anstieg zum eigentlichen Gipfel des Tjeldbergtinden – für den man aber am Ziel tatsächlich mehr als entlohnt wird.

Von Svolvær nach Henningsvær – dem Venedig der Lofoten

Als wir zurück am Wohnmobil sind, dämmert es bereits, doch wir müssen uns noch einen etwas geschützten Platz suchen, denn für morgen sind entsprechende Unwetter-Warnungen mit heftigen Sturmböen vorhergesagt. Wahrscheinlich schaukelt es wieder so, dass man den Eindruck hat, eigentlich mit einem Schiff zu fahren.

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Autor / Autoren:

Conny und Sirko

Conny und Sirko

„Ja, wir lieben dieses Land…“- so beginnt die norwegische Nationalhymne, und ja, auch wir – Conny & Sirko – lieben dieses Land, die Einwohner, die grandiose Landschaft, den Frieden und die Ruhe, die wir dort und in ganz Skandinavien finden. Wir waren inzwischen über dreißig Mal im Norden unterwegs – zu verschiedenen Zeiten, in vielen Regionen und in allen Variationen. Unseren Reiseblog Nordlandblog entwickeln und schreiben wir mit viel Liebe und Herzblut, denn so haben wir die Möglichkeit, uns das permanente Fernweh nach dem Norden von der Seele zu schreiben und euch hoffentlich ebenfalls dafür zur begeistern. Also: Kurs auf Norden !

4 Kommentare

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  • Hallo,
    Bravo für Ihren großartigen Blog; ich habe Ihre Artikel verschlungen, besonders die über Ihr CS-Reisemobil. Trotz mehrerer Versuche erhalte ich keine Bestätigungs-E-Mail, um Ihren Newsletter zu abonnieren. Könnten Sie mir helfen?
    Lange Straße

    • Hei Jean-Yves,

      vielen Dank für dein nettes Feedback sowie das Interesse an unserem Reiseblog. Wir haben dich nunmehr manuell zu unserer Newsletter-Liste hinzugefügt, da es derzeit tatsächlich wohl Probleme mit der Registrierung gibt. Nochmals vielen Dank und liebe Grüße nach Frankreich,

      Conny und Sirko

    • Hei Bianka,

      vielen Dank für dein nettes Feedback. Wir freuen uns, wenn wir wieder einige “Reise-Rezepte” zum “Nachkochen” in unserem Blog veröffentlichen konnten und euch somit bei der Reiseplanung unterstützt haben. Eine tolle Reise, gute Fahrt und liebe Grüße,
      Conny und Sirko

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