Norwegen Rundreisen

Roadtrip “Inseln des Nordens” – Herbst im Norden von Norwegen (Teil 3: Unterwegs auf den Vesterålen)

Titelbild Nordnorwegen Vesteralen Strand Rundreise Kastenwagen-Roadtrip

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Die “Kaiserroute” nach Digermulen 

Wir verabschieden uns von den Inseln der Lofoten und sind unterwegs auf der Europastraße E 10 zum Raftsund. Um ehrlich zu sein, waren wir uns bisher sicher, dass dieses Gebiet noch zu den Lofoten gehört. Zwischenzeitlich wissen wir es besser: Hier beginnen – zumindest rein formal – bereits die Vesterålen. Diese Inselgruppe liegt nicht nur größtenteils nördlich von den Lofoten sondern auch in der Popularität irgendwie immer in deren Schatten. Daher ist es für uns an der Zeit, einen direkten Vergleich anzustellen. Also, auf geht’s: Unser erstes Ziel ist ein Teil der sogenannten “Kaiserroute” am Raftsund entlang. Die Strecke verdankt ihren ungewöhnlichen Namen dem deutschen Kaiser “Wilhelm dem II.”, der wohl ebenfalls die Schönheit dieser Landschaft sehr geschätzt hat.

Die Kaiserroute führt am Raftsund entlang

In dem Ort Digermulen halten wir kurz an, kaufen im “Tante Emma” Laden am Fähranleger einige Kleinigkeiten ein und nach einer Tasse Kaffee fahren wir weiter. Es zieht uns an einen der schönsten Strände in der Umgebung: Trollskaret. Die kleine Insel Trollskarholmen mit dem vorgelagerten Strand ist ein echter Geheimtipp und ein sensationelles Fotomotiv. Wir genießen dort nicht nur die sensationelle Landschaft, sondern auch die letzte Sonne des Tages. Conny kann gar nicht genug davon bekommen…

Conny am Strand Trollskaret
Trollskarsholmen mit dem unglaublichen Strand

Im Licht der tief stehenden Herbstsonne fahren wir am Raftsund entlang wieder zurück in nördlicher Richtung. Wir haben bereits auf der Hinfahrt einen tollen Stellplatz entdeckt, den wir für die kommende Nacht nutzen wollen. Über die Berge am Trollfjord, einem Seitenarm vom Raftsund, ziehen inzwischen fast unwirkliche Wolken herein und geben der Landschaft einen zusätzlichen magischen Touch. Wir unterhalten uns gerade darüber, dass doch jetzt eigentlich auch das südgehende Schiff der Hurtigruten auftauchen müsste, als auch schon die MS “Spitzbergen” in diesem mystischen Licht auszumachen ist.

MS Spitzbergen im Raftsund

Die Wolken bringen inzwischen einzelne Regenschauer mit sich. Dennoch halten wir am Fähranleger in Digermulen, um in diesem magischen Zwielicht einige Bilder zu machen. Wieder einmal muss eine von Connys Duschhauben als Regenschutz für die Kamera herhalten, was tatsächlich sehr gut funktioniert.

Unglaubliches Licht am Raftsund

Übernachtung am Raftsund

Anschließend steuern wir zielgerichtet den bereits vorab gewählten Stellplatz an. Dieser liegt etwas geschützt neben der Straße inmitten einer traumhaften Kulisse.

Klicke hier für alle weiteren Informationen / Fakten / Bilder / Koordinaten von diesem Stellplatz / Campingplatz

Ein neuer Tag: Wir liegen noch im Bett, als wir bereits durch das Dachfenster ein unglaubliches Licht erahnen können. Ein kurzer Blick hinaus bestätigt den Eindruck: Es gab in der Nacht Neuschnee auf den Bergen, die Sonne strahlt die Szenerie an, die sich wiederum im still liegenden Fjord spiegelt….

Nur einen Augenblick später läuft Sirko mit der Fotoausrüstung an der Straße entlang, um diese Szene einzufangen, bevor wir anschließend frühstücken. Dann brechen wir auf nach Sortland. Die Stadt ist quasi das Tor zu den westlichen Vesterålen, zugleich Hafenstadt für die Hurtigruten und bietet eine entsprechende Infrastruktur. Wir wollen dort im Tourimusbüro einige Broschüren holen und im örtlichen Elektrofachmarkt eine unserer Festplatten für die Datensicherung ersetzen.

Bergkette am Raftsund

Von Sortland nach Stokmarknes auf den Vesterålen

Die Strecke dorthin führt erst einmal zurück zur Europastraße E 10 und dort in östlicher Richtung bis zum Kreisverkehr am Gullesfjord. Dort fahren wir auf die Straße 85 und folgen dieser bis nach Sortland. Wie so oft auf unseren Roadtrips ist auch hier, sprichwörtlich, der Weg das Ziel. Die Route führt uns durch eine atemberaubende Landschaft die im goldenen Sonnenlicht in den schönsten Herbstfarben leuchtet. Eine Fotopause folgt der Nächsten und so kommen wir nur langsam voran. In Sortland belohnen wir uns mit einer Tasse Kaffee im Einkaufszentrum und erledigen die geplanten Dinge.

Irgendwie sind wir etwas später aber auch froh, endlich wieder in der weitläufigen Landschaft – fernab der Stadt – unterwegs zu sein. Der Straße 82 in südlicher Richtung folgend, erreichen wir am frühen Abend die Vesterålen Insel Hadseløya. Wir sind beeindruckt von der atemberaubenden Landschaft und müssen eingestehen, dass es hier nicht weniger imposant als auf den Lofoten ist. Es ist traumhaft schön! Gern möchten wir hier in der Umgebung die Nacht verbringen. Nach kurzer Zeit finden wir dann auch den perfekten Stellplatz für die Nacht auf dem abgelegenen Parkplatz der Bucht Tavika.

Minigalerie “Die südlichen Vesterålen – vom Raftsund auf die Insel Hadseløya”

Auch am nächsten Morgen verspricht das Wetter abermals tolles Licht und strahlende Farben. Wir frühstücken noch schnell in unserem Kastenwagen, machen in der Bucht noch einige Bilder und fahren dann weiter auf unserer “Route 82”, wie wir die Straße 82 zwischenzeitlich getauft haben. So umrunden wir die Insel Hadseløya, bis wir wieder in der Stadt Stokmarknes ankommen. Die “Geburtsstadt” der norwegischen Reederei “Hurtigruten” ist heute noch ein wichtiger Hafen für die Postschiffe und lädt in das “Hurtigruten-Museum” ein. Leider hat dieses bereits geschlossen, da wir spät dran sind und noch dazu die Nebensaison bereits begonnen hat.

Also überqueren wir gleich noch die Brücke Hadselbrua auf die Insel Langøya. Dort halten wir uns westlich, um die Straße FV 885 am Eidsfjorden entlang fahren zu können. Langsam wird es dunkel und so entschließen wir uns, kurz hinter Sandnes am Vikbotnen zu übernachten. Wir sind kaum mit dem Abendessen fertig, als wir erneut ein grünes Schimmern in der dunklen Nacht erahnen können. Ein kurzer Blick bestätigt unsere Vermutung: Die Nordlichter beginnen erneut zu tanzen. Außerdem stellen wir fest, dass es hier im Norden bald Winter wird, denn es gibt bereits Bodenfrost und wir haben die erste kalte Nacht vor uns.

Nordlicht am Vikbotnen bei Sandnes

Natürlich hält uns das nicht ab, mit unserer Ausrüstung loszuziehen. Nachdem wir uns durch die Uferlandschaft gekämpft haben, werden wir nur kurze Zeit mit einem übermächtigen, astronomischen Feuerwerk der Polarlichter belohnt. Und es ist erneut unglaublich schön und immer noch so beeindruckend, wie beim ersten Mal.

Minigalerie “Nordlicht am Vikbotnen auf den Vesterålen”

Wir können es kaum fassen, spüren noch nicht einmal die Kälte und sind gefangen in den Emotionen, unter diesem Nachthimmel zu stehen. Es ist bereits spät in der Nacht, als dieses Glühen und Leuchten nur noch ein leichtes Glimmen ist. Glücklich und müde gehen wir schlafen, um gleich am nächsten Morgen unsere Fahrt fortzusetzen.

Herbst in Nordnorwegen

Dramatische Wolkenformationen ziehen vom offenen Meer kommend über die Inseln und die Herbstsonne strahlt dazwischen wie ein übermächtiger Scheinwerfer diese unglaublich schöne Landschaft an. Wir könnten stundenlang so fahren, genießen die Freiheit und freuen uns hinter jeder Kurve über neue Eindrücke. Conny muss ständig Möglichkeiten zum Parken oder sogar zum Wenden suchen, denn nur allzuoft laden die Motive zum Fotografieren ein.

Der Weg ist das Ziel…

In Frøskeland kommen wir an eine Kreuzung, biegen auf die Straße 820 links ab und fahren weiter, bis wir nach Straume kommen. Wir wollen vor dem Wochenende noch einige Lebensmittel kaufen und müssen auch dringend Wasser auffüllen sowie unser Abwasser entsorgen. Zum Glück kann man das alles hervorragend auf dem kommunalen Stellplatz in Stramme erledigen. Anschließend nutzen wir das letzte Tageslicht, um zu den Stränden der Sandvika bei Nykvåg zu fahren. Die Tage werden jetzt, im Oktober soweit im Norden, bereits deutlich kürzer.

Im Westen der Vesterålen

Strand Sandvikbukta

Nach einer fast schon traditionellen Fotosession im Abendlicht am Strand machen wir es uns in unserem Kastenwagen gemütlich, arbeiten an unserem Blog, entwickeln Bilder und gönnen uns ein Glas Wein aus den Vorräten der Heckgarage. Wir planen schlussendlich noch den nächsten Tag, an dem wir uns die beiden nördlich liegenden Fischerdörfer Nykvåg und Hoden anschauen wollen.

Dorthin fahren wir dann auch wie geplant nach dem Frühstück. Die Region ist bekannt dafür, dass es hier viele Seeadler gibt. Ein Teil der Umgebung ist daher sogar als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Aber so sehr wir uns auch bemühen – es ist kein Exemplar der gigantischen Seevögel zu sehen.

Bucht Sandvikbukta am nächsten Morgen

Wir halten jeweils kurz in den beiden Fischerdörfern an und laufen auf den schmalen Gassen durch die Orte. Es riecht nach Meer, die Luft schmeckt salzig und ein kalter Wind kündigt den nahen Winter an. Die Sonne kämpft weiterhin gegen die riesigen Wolkenformationen und so bietet sich alle paar Minuten ein neues Bild. Wir fühlen uns irgendwie wie am Ende der Welt und unendlich frei.

Berge, Sandstrand, Meer und dramatische Wolken in Hovden

Am Nachmittag geht es über Rise und die Straße 820 im großen Bogen an der Westküste entlang in Richtung Gimstad und dann weiter nach Bø. Wir möchten am nächsten Tag weiter nach Ringstad in das kleine Hotel “Ringstad Sjøhus“. Das wird von Karina und Ian bewirtschaftet, die beide aus Deutschland ausgewandert sind. Ian möchten wir gern auf einer seiner populären Seeadler-Safaris begleiten.

An diesem Fjord verbringen wir die Nacht.

Wir verbringen die Nacht ganz in der Nähe, an einem kleinen Fjord. Bevor es dunkel wird, springen wir immer wieder abwechselnd aus unserem Auto, um im Licht des Nordens einige Bilder zu machen. Am nächsten Tag fahren wir zum “Ringstad Sjøhus” und lernen die beiden sehr sympathischen Gastgeber kennen.

Ian erklärt uns, dass wir am nächsten Morgen gern mit auf eine Adler-Safari kommen können, da er ohnehin mit einer Gruppe hinausfährt. “Selbstverständlich könnt ihr euch mit eurem Wohnmobil auf unseren Parkplatz stellen und die Einrichtungen im Haus nutzen” beantwortet er noch freundlich unsere Frage nach einem Stellplatz oder Campingplatz in der Nähe.

Seeadler-Safari mit Ian Robins

Ringstad Sjøhus – eine alte “Handelsted” an der Küste

Wir schauen uns am Nachmittag noch die Skulpturen-Landschaft in Gimstad an und essen leckere Zimtschnecken in der kleinen Bäckerei bevor es zurückgeht nach Ringstad. Dort sitzen wir am Abend noch lange mit Karina und Ian zusammen und unterhalten uns über Gott und die Welt. Stolz zeigt uns Ian seine Nordlicht-Überwachungskamera, die die Bilder von seinem Dach live in die Schweiz überträgt und auch ihn jederzeit informiert, wenn Nordlichter über dem Dach tanzen. Anschließend verrät er uns noch einige Insider-Tipps für die Nordlicht-Vorhersage und die Foto-Safari am nächsten Tag. Dankbar verabschieden wir uns spät in der Nacht und gehen in unseren Kastenwagen schlafen.

Am nächsten Morgen sind wir bereits aufgeregt und kurze Zeit später sitzen wir, nach einer kurzen Einweisung mit einer Gruppe Foto-Touristen im RIB Boot und fahren auf das Meer, um die Seeadler zu suchen. Ian kennt sich hier perfekt aus und so dauert es nicht lange, bis wir die erste Seeadler-Familie entdecken. Wow!! Wir können die Tiere beim Jagen beobachten und halten teilweise vor Aufregung die Luft an.

Minigalerie “Seeadler in der Nähe von Ringstad auf den Vesterålen”

Wir kehren nach etwa drei Stunden total überwältigt von dieser Tour zurück und können gemeinsam mit den anderen Gästen noch eine Fischsuppe im Restaurant des Hotels genießen. Anschließend verabschieden wir uns sehr herzlich und dankbar von den beiden Gastgebern, um dann nur ein Stück weiter nach Bø zu fahren. Dort parken wir auf einem größeren Park- und Picknickplatz am Straßenrand, packen unsere Rucksäcke, stecken die Stirnlampen ein und folgen dann einer Empfehlung von Karina. Sie hatte uns gestern noch einen Aufstieg auf den Vetten empfohlen, der sich hier über ca. 450 Meter erhebt und einen traumhaften Blick über die Insel bieten soll.

Weg zum Gipfel des Vetten

Kurze Zeit später laufen wir durch herrliche Herbstlandschaft und atmen die frische Luft, die vom Meer über die Insel zieht. Es ist bereits spät und wir müssen uns beeilen, dass wir im Tageslicht am Ziel ankommen. Der Weg ist sehr angenehm und bietet auf halber Höhe eine tolle Rastmöglichkeit in einer Hütte des kommunalen Wandervereins. Einmal mehr sind wir beeindruckt, wie das Gemeinwesen in Norwegen gelebt wird und mit welcher Selbstverständlichkeit man sich hier gemeinsam im Sinne aller engagiert. Dafür lieben wir dieses Land auch so unglaublich.

Kurz vor dem Gipfel…

Wir schaffen es noch rechtzeitig auf den Gipfel des Vetten. Dort weht inzwischen ein extrem kalter Wind und wir sind verdammt froh, dass der lokale Wanderverein dort ebenfalls eine Schutzhütte errichtet hat. Wir wärmen uns darin auf, genießen das Licht der einsetzenden Dämmerung, bevor wir im Schein unserer Stirnlampen den Rückweg antreten. Wieder einmal sind wir ganz allein in dieser mächtigen Natur und fühlen uns entsprechend klein im Angesicht dieser Landschaft.

Auf dem Gipfel des Vetten

Es ist eine unglaublich schöne Wanderung und wir kehren guter Dinge zu unserem Auto zurück. Die kommende Nacht können wir noch einmal auf dem Parkplatz vom “Ringstad Sjøhus” verbringen. Das hatten wir mit den beiden Inhabern so besprochen, denn jetzt, nach Einbruch der Dunkelheit, wollen wir nicht mehr weiterfahren. So verbringen wir die zweite Nacht in Ringstad, bevor es am nächsten Tag auf unserem Roadtrip weitergeht. Das alte Fischerdorf Nyksund ist unser nächstes Ziel.

Abstieg in der Dämmerung

Auf der folgenden Landkarte könnt ihr sehen, wo wir genau unterwegs waren auf unserem Roadtrip “Inseln des Nordens”

Im nächsten Teil dieser Beitragsreihe setzen wir unseren Roadtrip auf den nördlichen Vesterålen fort und fahren anschließend weiter auf die Insel Senja.

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Autor / Autoren:

Conny und Sirko

Conny und Sirko

„Ja, wir lieben dieses Land…“- so beginnt die norwegische Nationalhymne, und ja, auch wir – Conny & Sirko – lieben dieses Land, die Einwohner, die grandiose Landschaft, den Frieden und die Ruhe, die wir dort und in ganz Skandinavien finden. Wir waren inzwischen über dreißig Mal im Norden unterwegs – zu verschiedenen Zeiten, in vielen Regionen und in allen Variationen. Unseren Reiseblog Nordlandblog entwickeln und schreiben wir mit viel Liebe und Herzblut, denn so haben wir die Möglichkeit, uns das permanente Fernweh nach dem Norden von der Seele zu schreiben und euch hoffentlich ebenfalls dafür zur begeistern. Also: Kurs auf Norden !

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