NORDLANDBLOG

(3/3) Roadtrip Norwegen: An der Helgelandskysten vom Svartisen Gletscher bis nach Tranøy

Bild mit unserem Kastenwagen / Wohnmobil auf der E6 in Norwegen

Lest im dritten Teil von unserem Roadtrip mit dem Kastenwagen auf dem Kystriksveien die Helgelandskysten entlang, was wir auf dem Weg vom Gletscher Svartisen zum Leuchtturm nach Tranøy alles erlebten (inkl. aller Stellplätze)”

Kurs auf Norden

 

Angekommen auf der Insel Åmnoya! Die Lage direkt an einem so wunderschönen Sandstrand und dazu die Ruhe um diese Jahreszeit sind wie ein Traum für uns. So planen wir auch einen Tag mehr ein, um etwas Ruhe zu finden, die Ausrüstung zu “ordnen” (Bilddateien sichern, Akkus laden, Filter putzen etc.) und etwas mehr von der Insel  zu sehen.

Nach unserer ersten Nacht und einer atemberaubenden Fotosession am Vorabend (siehe vorhergehenden Teil dieses Beitrages) bietet sich am nächsten Morgen auch gleich wieder ein beeindruckendes Panorama. Direkt von unserem Stellplatz haben wir einen tollen Blick auf die Bergformationen der Insel, den Sandstrand, das offene Meer und die vorgelagerte Insel Bolga mit ihrem markanten Profil.

Bild am Strand von Åmnes Camping / Nordland / Helgelandskysten
Der Blick am Morgen aus unserem Wohnmobil auf die Bucht vor dem Stellplatz

Nach dem Frühstück entscheiden wir uns, die Insel mit den Fahrrädern zu erkunden. Wir packen die Rucksäcke und machen uns auf den Weg. Nach einem Stück auf der Straße, über die wir angereist sind, halten wir uns rechts und folgten der Straße 464. Es geht am beeindruckenden See Skarsvatnet vorbei und immer weiter auf der 464 bis nach Åmnøyhamna – einem verträumten Fischerdorf am westlichsten Punkt der Insel.

Immer wieder sehen wir Pilze am Wegrand und auf der Rückfahrt gibt es kein Halten mehr. Wir sammeln quasi vom Fahrrad aus eine leckere Pilzmahlzeit für uns, die wir am Abend frisch zubereiten. Dazu gibt es ein Schweinefilet vom Grill… Das alles in dieser Umgebung genießen – unbezahlbar.

Bild von Conny auf dem Fahrrad in Norwegen (Nordland)
Wir kommen zurück von unserer Radtour und nähern uns wieder dem Campingplatz Åmnes-Camping

An diesem Abend bereiten wir wie geplant unsere Ausrüstung für die nächsten Tage vor, waschen noch etwas von der Kleidung und bereiten uns auf einige Tage “Freistehen” ohne die Infrastruktur eines Campingplatzes vor. Gleichzeitig schreiben wir uns noch per Messenger mit Kirsten Garske und Jörg Michalski – einem Paar, welches hier in der Nähe wohnt. Sie haben uns angeboten, uns mit ihrem Boot über den Holandsforden zu bringen, denn es soll zum Gletscher Svartisen gehen….

Die Insel Åmnøya ist ein perfekter Ausgangspunkt für Touren zum Svartisen – dem Festlandsgletscher in Europa, dessen Eis am weitesten bis an das Meer heranreicht. Wenn ihr mehr erfahren und eine eigene Tour vorbereiten wollt, dann findet ihr die Öffnungszeiten des Restaurants und die Verkehrszeiten vom Touristenboot auf der englischsprachigen Homepage des Svartisen.

Am nächsten Morgen brechen wir zeitig auf und verlassen unseren Stellplatz, denn nach unserer Tagestour zum Gletscher soll es anschließend gleich weiter die Helgelandskysten entlang in Richtung Bodø gehen.

Unsere Tour zum Engabreen – einem Arm des Gletschers Svartisen

Illustration Gletscher Svartisen mit dem Engabreen in Nordland / Norwegen
Ein einzigartiges Farbenspiel: Das blaue Eis des Gletschers im goldenen Herbstwald

2013 wollten wir bereits einmal den Engabreen (Arm des Svartisen) aus der Nähe sehen. Wir hatten aber Pech. Es war noch vor der Saison und so hatten wir keine Möglichkeit, mit dem offiziellen Touristenboot überzusetzen. Auf unserer aktuellen Tour schien es hingegen so, als wären wir dieses Mal zu spät und die Saison für die Touren zum Gletscher schon wieder vorbei… In jedem Fall boten sich Kirsten und Jörg über unseren Facebook-Kanal gleich an, uns am Ufer abzuholen und auf der Tour zu begleiten.

Um 10.30 Uhr ist es heute soweit und wir werden endlich diesen beeindruckenden Gletscherarm aus der Nähe bestaunen können: Jörg liegt mit seinem Boot vor dem Anleger und erwartet uns bereits. Kirsten muss leider arbeiten und so starten wir zu dritt über den Fjord. Svartisen – wir kommen !!


Wir wollten eigentlich nur von dem bekannten Aussichtspunkt auf der Terrasse des Restaurants die Aussicht zum Gletscher genießen. Das Wetter ist aber traumhaft schön und augenscheinlich ist es gar nicht soweit bis zum Eis des Engabreen – also brechen wir auf. An der linken Seite vom See Svartisenvatnet entlang und dann einen kurzen Aufstieg hinauf zum ewigen Eis. Die Farbe und die mosaikartige Struktur sind immer wieder imposant. Nach einigen Selfies und Fotos gehen wir auf der anderen Seite des Sees zurück. Dabei müssen wir wohl oder übel den Fluß mit dem kalten Schmelzwasser barfuß durchqueren… Als Wikinger zeigen wir natürlich keinen Schmerz 🙂

Der Gletscher Svartisen mit seinem Arm Engabreen in Nordland / Norwegen (Nordlandblog)
Majestätisch liegt der Svartisen mit seinem Gletscherarm Engabreen oberhalb des Svartisenvatnet (hier gibt es ein tolles Restaurant mit Terrasse)

Am Nachmittag kehren wir von unserem Trip zurück und erledigen gleich noch einige Einkäufe im “JOKER” von Halsa, um auch Kirsten noch persönlich kennenzulernen. Sie arbeitet dort im Laden ihrer Schwester. Anschließend geht es – frisch “aufmunitioniert” – weiter auf dem Kystriksveien. Wir wollen vor Einbruch der Dunkelheit noch ein gutes Stück in Richtung Bodø fahren, um dort einen Stellplatz zu finden.

Die vierte Etappe: Von der Insel Åmnøya nach Bodø

Das Wetter wird schlechter und so fahren wir Kilometer um Kilometer, denn bei dem einsetzenden Regen und dem aufziehenden Nebel haben wir keine Lust auf irgendwelche Stops. Eh wir uns versehen sind wir kurz vor Bodø und es wird auch schon dunkel. Kaum ein Stellplatz in Sicht…. An einem Binnensee könnte es laut unserer Unterlagen eine Möglichkeit geben. Als dort schon fast zehn Wohnmobile stehen, sinkt unsere Laune das erste Mal auf dieser Tour auf den Nullpunkt.

Wir biegen kurz vor dem Saltstraumen nach rechts ab und fahren nach dem Display der Navigation. Mit der Zeit haben wir gewisse Erfahrungen gesammelt, wo es geeignete Stellplätze geben kann: Häfen, Wanderparkplätze, Hüttengebiete und Sackgassen am Meer bieten sich in der Regel an. Nach knapp 20 Kilometern finden wir in der Nähe von Ljønnesgradden am Ende einer Straße auf der Halbinsel einen Platz, der zumindest für eine Nacht gut geeignet ist.

Stellplatz bei Ljønnesgradden

Bild von unserem Van / Wohnmobil auf einem Stellplatz in Nordland (Norge)
Unser Stellplatz am Morgen

In jedem Fall solltet ihr aufpassen, nicht ins Meer zu fahren, denn die Straße (Schotterpiste) endet ziemlich abrupt und ist nur durch große Steine vom Steilufer abgetrennt. Der Platz liegt dafür aber sehr ruhig und wir verbringen eine entspannte Nacht, bevor wir am nächsten Morgen Pläne machen.

Die Koordinaten des Platzes sind 67°14’18.46″N 14°59’58.56″E oder in Dezimalgraden 67.23846 / 14.99960. An Infrastruktur gibt es natürlich nichts weiter, da dieser Platz eher zum Parken von Bootsbesitzern und Wanderern genutzt wird.

Wir beschließen schlussendlich aufgrund der Wettervorhersage, der Optionen für die Rückfahrt und um uns nicht zu stressen, dass wir nicht mit der Fähre von Bodø auf die Lofoten übersetzen. Auch wenn es verlockend erscheint – wir waren bereits zweimal dort und die Küste nördlich von Bodø kennen wir im Gegensatz dazu gar nicht. Also planen wir, der Europastraße E6 weiter zu folgen und bis zum Leuchtturm Tranøy Fyr in nördlicher Richtung zu fahren.

Auf geht es – erst einmal in Richtung Bodø und von dort zur E6. Wir passieren dabei unweigerlich den Saltstraumen – ein Highlight in der Umgebung. Der stärkste und größte Gezeitenstrom der Welt drückt seine Wassermassen im Wechsel von Ebbe und Flut durch einen schmalen Sund. Gigantische Strudel, sichtbare Strömungen und ein großer Fischreichtum sind das Ergebnis davon.

Die Brücke am Saltstraumen an der Helgelandsküste in Nordland (Norge / Norwegen)
Am Ufer des Saltstraumen – oberhalb der Brücke gibt es einen Parkplatz, eine Tankstelle und einen Supermarkt, der auch am Sonntag geöffnet hat

Nach einem kurzen Aufenthalt und einem Picknick am Supermarkt brechen wir auf. Conny fährt diesen Teil der Strecke. Kurs auf Norden!

Die fünfte Etappe: Von Bodø nach Hamarøy

225 Kilometer später kommen wir am nördlichsten Punkt der Inselkommune Hamarøy an. Am nördlichsten Punkt liegt das Fischerdorf Tranøy und dort soll es direkt für Wohnmobile Stellplätze der Kommune geben. Bis Ende September sollen diese nur Verfügung stehen. Als wir ankommen ist alles verschlossen und augenscheinlich die Saison bereits vorbei. Naja – fahren wir halt zum Leuchtturm. Dort wird es sicher eine Gelegenheit geben. Tatsächlich ist der kleine Platz, den wir dann in Sichtweite vom Leuchtturm Tranøy Fyr finden, ein absoluter Traum. Ruhig, friedlich, windgeschützt und mit einem unbezahlbaren Blick. Wow!!

Lest auf der nächsten Seite über die nächsten Stationen unseres Roadtrips – einfach umblättern…

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Conny und Sirko

Conny und Sirko

„Ja, wir lieben dieses Land…“- so beginnt die norwegische Nationalhymne, und ja, auch wir – Conny & Sirko – lieben dieses Land, die Einwohner, die grandiose Landschaft, den Frieden und die Ruhe, die wir dort und in ganz Skandinavien finden. Wir waren über zwanzig Mal im Norden unterwegs – zu verschiedenen Zeiten, in vielen Regionen und in allen Variationen. Die Idee für diese Homepage kam uns im letzten Jahr, denn so haben wir die Möglichkeit, uns das permanente Fernweh nach dem Norden von der Seele zu schreiben und euch hoffentlich dafür zur begeistern. Also: Kurs auf Norden !

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