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(1/3) Roadtrip Norwegen: Den Kystriksveien die Helgelandskysten entlang – die ersten Etappen

Roadtrip Helgelandskysten Norwegen Kystriksveien Nordlandblog

Auf zum nächsten Abenteuer – Kurs auf Norden

ALLE TEILE UNSERES ROADTRIPS
Teil 1: Anreise über Dänemark bis zur Insel Herøy
Teil 2: Von der Insel Herøy bis zum Gletscher Svartisen
Teil 3: Vom Gletscher Svartisen weiter bis nach Tranøy

Wann ist eigentlich die optimale Zeit, um die atemberaubende Küste „Helgelandskysten“ auf dem Kystriksveien im Norden Norwegens zu erkunden ? Wahrscheinlich kann niemand diese Frage seriös beantworten und wie immer liegt es ohnehin im Auge des Betrachters.

Im Frühling, wenn das zarte Grün einen Kontrast zum letzten Schnee auf den Gipfeln bietet ? Im Sommer, wenn die Mitternachtssonne nördlich vom Polarkreis die Region den ganzen Tag im goldenen Licht erstrahlen lässt ? Im Herbst, wenn die unglaublichen Farben im norwegischen Fjell leuchten wie in einem Gemälde ? Im Winter, wenn die tanzenden Nordlichter nachts im ersten Schnee des Jahres reflektieren ?

Bild von der Helgelandskysten
Eine atemberaubende Landschaft in Nordnorwegen

Wir brechen Anfang September auf – zu unserem Roadtrip auf einer der schönsten Küstenstraßen der Welt: Den Kystriksveien die Helgelandskysten entlang. Er führt im nördlichen Norwegen auf einer Länge von 650 Kilometern von Steinkjer bis nach Bodø parallel zur Europastraße 6 hauptsächlich am Meer entlang.

Seine bis Dezember 2009 offizielle und wenig emotionale Bezeichnung RV 17 (Riksveien 17) ist längst Musik in den Ohren von Insidern und unzähligen Fans. So gehört diese Route zwischenzeitlich zu den achtzehn „Nasjonale Turistveger“ in Norwegen. Diese Einstufung erhalten Straßen, die durch eine besonders sehenswerte und wertvolle Landschaft entlang vieler Sehenswürdigkeiten führen. Seinen Ritterschlag erhielt der Kystriksveien aber, als er vom renommierten Magazin „National Geographic“ in die Liste der 101 schönsten Straßen weltweit aufgenommen wurde.

Die Anreise in den Norden von Norwegen

Wir reisen für unsere Tour über Dänemark an, nehmen die Fähre der Colorline von Hirtshals (DK) nach Larvik (NO), wo wir in der Nacht gegen zwei Uhr ankommen. (Weitere Tipps zu den Anreisemöglichkeiten findest du in diesem Beitrag von uns) Generell lässt sich dieser Roadtrip aber auch gut mit unserer Tour durch den Süden von Norwegen verbinden, wenn man von Kristiansund aus nicht bis in das Dovrefjell sondern in Richtung Trondheim fährt. Auf der Rückfahrt kann man dann wieder nahtlos anknüpfen, indem man auf der Europastraße 6 dann im Dovrefjell hält – perfekter lässt sich eine Tour kaum gestalten.

Bei unserer Ankunft mit der Fähre in Norwegen werden wir das erste Mal auf unseren vielen Touren vom norwegischen Zoll angehalten und nach unserem Reiseziel sowie mitgeführten Alkohol befragt. Unsere mühsam erworbenen Norwegisch-Kenntnisse helfen uns augenscheinlich, den Zöllner für uns zu gewinnen und so geht die Reise nach einem kurzen Dialog und ohne große Durchsuchung weiter….

Eine kurze Zwischenübernachtung in Sandefjord

Wir haben geplant, kurz nach unserer Ankunft in Norwegen die restliche Nacht zu schlafen. Laut unserer gern genutzten App „Stellplatz Scandinavia“ gibt es in Sandefjord offizielle Stellplätze direkt am Hafen. Dort bekommen wir noch einen Platz, schlafen gut und brechen am nächsten Morgen nach dem Frühstück direkt von dort auf.

Bild eines Elchs aus Metall steht auf dem Rastplatz Bjøråa an der Europastraße 3.
Elch-Koloss auf dem Rastplatz Bjøråa an der E 3

An diesem Tag wollen wir das größte Stück fahren: An Oslo vorbei soll es bis zu einem Stellplatz nördlich von Trondheim gehen. Wir sind erstaunt, dass uns die Navigation nicht wie erwartet komplett über die Europastraße 6 führen will. Ein kurzer Check bei Google zeigt aber, dass wir tatsächlich schneller sind, wenn wir einen Teil der Strecke über die E 3 fahren. Auf geht’s: Kurs auf Norden !!

Die erste Etappe: Von Südnorwegen bis Brønnøysund

Die Strecke ist abwechslungsreich, fährt sich dennoch absolut entspannt und schon bald kommen regelrechte Glücksgefühle auf: Mit unserem Kastenwagen hier durch diese Landschaft mit diesen Aussichten zu gleiten; teilweise für längere Zeiträume die Straße scheinbar für sich allein zu haben: So entsteht die Romantik diverser Roadmovies….

Wir wechseln uns beim Fahren ab, machen nur kurze Pausen, denn wir wollen nicht so spät in Trondheim sein. Das Wetter ist norwegisch abwechslungsreich, soll aber im Norden besser werden. Trondheim streifen wir am späten Nachmittag und tatsächlich: Die Sonne kommt raus und verbessert unsere Laune noch zusätzlich. Nach einem kurzen Überblick über die vorhandenen Stell- und Campingplätze der Region entscheiden wir uns, für die kommende Zwischenübernachtung einen kleinen, augenscheinlich traumhaft gelegenen Stellplatz unweit der Europastraße am Trondheimfjord anzusteuern.

Wohnmobilstellplatz „Steinvikholmen“ (Nord-Trøndelag / Norwegen)

Alles richtig gemacht: Etwa 40 Kilometer entfernt von Trondheim kommt an der Europastraße 6 ein braunes Schild zur Sehenswürdigkeit „Steinvikholmen“, dem wir folgen. Nur wenige Minuten später stehen wir in einem kleinen Paradies. Ein kleiner Parkplatz, tagsüber für die Besucher der alten Wikinger-Festung „Steinvikholmen“ genutzt, kann in der Nacht mit Blick über den Fjord und zur Festung als Wohnmobilstellplatz genutzt werden.

Abbildung Stellplatz Steinvikholmen in Nord-Trøndelag
Wir teilen uns diesen Stellplatz mit zwei weiteren Wohnmobilen
  • Anzahl Stellplätze: etwa 10
  • Preis: 1oo NOK / Nacht (Bargeld in Umschlag stecken)
  • Lage: direkt am Meer
  • Sonstige Ausstattung: Trinkwasser, Toilette, keine weiteren Einrichtungen
  • Öffnungszeiten: ganzjährig
  • Koordinaten: 63°32’29.6″N 10°48’45.7″E
Aufnahme der Festung Steinvikholmen in der Nähe von Trondheim / Norwegen
Die alte Festung Steinvikholmen liegt zum Greifen nah auf einer Insel im Fjord

Laut der Nordlicht-Vorhersage soll es in der Nacht eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür geben. Wir schauen immer noch einmal hinaus, gehen noch ein Stück am Fjord entlang und legen uns schließlich schlafen… Morgen ist es soweit: Wir werden unser eigentliches Ziel erreichen.

Nordlandportal auf der E 6 in Norwegen
Das Tor zum Glück: Nordland-Portal

Nach dem Frühstück geht es auch schon weiter. Wir fahren bewusst entgegen der Navigation, die uns bereits sehr frühzeitig von der Europastraße auf den Kystriksveien, also die RV 17 abbiegen lassen möchte.

Da wir diesen Teil der Tour bereits kennen und dieses Mal noch etwas nördlicher hinauf fahren möchten, verlassen wir die E 6 erst in der Nähe von Trofors, um dann der Straße 76 bis nach Brønnøysund zu folgen. Auf diese Weise sparen wir auch eine Fährpassage und kommen so entspannt, nach wenigen Stunden am frühen Nachmittag in Brønnøysund an.

Foto vom Torghatten, dem Berg mit Loch in Norwegen
Dort am Horizont ist er bereits zu sehen – der Torghatten

Von dort ist es nicht mehr weit zu unserem eigentlichen Ziel – dem Berg Torghatten, der mystisch und zugleich majestätisch vor den Toren der Stadt auf einer kleinen Insel im Meer liegt. Unterhalb des Berges wird es sicher einen Stellplatz geben und so verlassen wir uns dieses Mal auf unser Gespür. Tatsächlich gibt es diverse Möglichkeiten, um frei zu stehen, aber auch einen sehr schönen Campingplatz, der geöffnet ist und auf dem wir dennoch fast alleine sind.

Foto von einem Schiff der Hurtigrute an der Helgelandskysten in Norwegen
Das südgehende Schiff der Hurtigrute

Wir entscheiden uns daher für diese Variante und stehen tatsächlich in der ersten Nacht wunderbar allein – mit einem unbezahlbaren Blick über das Meer zum Festland. Als besonderes und ungeplantes Schauspiel, bei dem wir in der ersten Reihe sitzen, fährt gegen 17.30 Uhr immer das südgehende Schiff der Hurtigruten am Campingplatz vorbei. Wir bauen unsere Fahrräder erstmals ab. Eine kleine Testrunde ? Völlig spontan fahren wir gleich eine komplette Runde um das Massiv des Torghatten, da dieser Weg so wahnsinnig schön am Meer entlang führt und gut zu fahren ist. Danach wird der Grill angeworfen….

Stellplatz Torghatten Camping

Drohnenbild Torghatten Camping
Unser Stellplatz auf dem Campingplatz Torghatten Camping – ein Traumplatz in der ersten Reihe
  • Anzahl Stellplätze: um die 30 – 50 Stück
  • Preis: 250 NOK ohne Strom / 280 NOK inklusive Strom
  • Lage: direkt am Wasser / unterhalb des Torghatten
  • Öffnungszeiten: Restaurant in der Hauptsaison / Übernachtung ganzjährig
  • Sonstige Ausstattung: Duschen, Waschräume, Küche und Waschsalon mit Code (im Preis inklusive !!)
  • Link zur Homepage: Torghatten Camping

Wir buchen uns am Abend – nur zu dieser Zeit ist die Rezeption in der Nebensaison besetzt – für zwei Nächte ein, denn am kommenden Tag wollen wir auf den Torghatten steigen und die Rundtour durch das berühmte Loch im Berg gehen. Auch so haben wir noch viel vor: Eine weitere Fahrt mit den Rädern in dieser traumhaften Küstenlandschaft ist ebenso geplant, wie die Suche nach der Gedenktafel für die Opfer eines tragischen Flugzeugabsturzes, der sich hier in den 80er Jahren ereignete.

Der Torghatten – eines der Highlights in der Region

Am nächsten Morgen klingelt der Wecker früh, denn die norwegische Wetterseite yr.no hat einen tollen Sonnenaufgang vorhergesagt. Wir fahren bereits um 6.00 Uhr mit den Rädern und unserer Fotoausrüstung eine Runde, um uns anschließend, nach einem kurzen Frühstück auf die Tour um den Berg vorzubereiten. Bei strahlendem Sonnenschein genießen wir die Wanderung, über die wir diesen Blogbeitrag mit allen Details geschrieben haben.

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Der Berg mit dem Loch in der Mitte – Torghatten von der Meeresseite aus aufgenommen

Die Sonne steht inzwischen tiefer und taucht die ganze Szenerie wieder in dieses unbeschreibliche warme und klare Licht des Nordens, dass die Farben in unzähligen Nuancen erstrahlen und das Meer wie eine schwere, metallene Fläche scheinen lässt. Die beste Zeit des Tages – zu schade, um nichts zu unternehmen. Wir entschließen uns daher, nochmals eine Runde mit den Rädern hier auf der Insel zu fahren, denn wir saßen die letzten Tage viel zu viele Kilometer im Auto. Als wir schließlich zurück sind, ist es bereits dunkel und wir arbeiten nur noch kurz an unserem Blog, bis wir letztendlich todmüde ins Bett fallen.

Am nächsten Morgen packen wir entspannt alles zusammen und machen uns im Verlauf des Vormittags auf den Weg. Ab heute geht es den „richtigen“ Weg die Küste entlang in nördliche Richtung. Nach wenigen Minuten sind wir wieder in Brønnøysund und biegen hier auf die 17 in Richtung Bodø – Nordland wir kommen !! Eine traumhafte Strecke liegt vor uns: Das Zusammenspiel der beeindruckenden und gigantischen Bergformationen mit der maritimen Küstenlandschaft ist so einzigartig und kaum zu beschreiben. Oder wo sieht man sonst während der Fahrt einen Seeadler neben der Straße im Meer fischen ?

Bild von einem Straßenschild des Kystriksveien in Norwegen
Die „17“ ist mehr als eine Straße – sie ist ein Lebensgefühl

Die zweite Etappe: Von Brønnøysund zur Inselkommune Herøy

Was wäre der Kystriksveien ohne seine beeindruckenden Bauwerke, wie die vielen Tunnel und gigantischen Brücken, aber auch ohne die vielen Fährverbindungen, die man unausweichlich nutzen muss, um diese zerklüftete Küste entlang fahren zu können. Wir sehen sie – wahrscheinlich wie die Einheimischen auch – zwischenzeitlich als Teil einer grandiosen Entschleunigung, denn egal, ob man auf die Fähre wartet, oder man während der Passage im Salon sitzt: Man kommt in jedem Fall zur Ruhe.

Die Fähren auf diesem Abschnitt

Kurz nach Brønnøysund setzen wir gleich mit der Fähre von Horn nach Anddalsvåg über. Siebzehn Kilometer fahren wir dann mit unserem Kastenwagen die Küste entlang – bis zur nächsten Fährpassage.

Die Fährverbindungen zwischen Brønnøysund und Herøy:

Horn – Anddalsvåg  

Forvik – Tjøtta

Søvik – Herøy 

Von Forvik nach Tjøtta heißt es wieder „En Bil og en voksen“ („Ein Auto und ein Erwachsener“ – denn der Fahrer zählt ohnehin immer zum Auto, und so werden nur die mitfahrenden Passagiere angegeben). 233 Norwegische Kronen kostet diese Überfahrt mit Wohnmobil und einem Beifahrer.

Egal – wie es aussieht, werden wir zum Sonnenuntergang auf den Inseln der Kommune Herøy sein, die wie kleine Streusel vor der Küste im Meer liegen.

Bild von unserem Wohnmobil Independent von CS Reisemobile

Eine letzte Fähre – vom Festland auf eine der Inseln und wir haben unser nächstes Etappenziel erreicht. Von Søvik setzen wir über nach Herøy, um dann in rasanter Geschwindigkeit einen uns bereits bekannten Fotopunkt anzusteuern. Von dort hat man einen guten Blick auf die populäre und nicht weniger beeindruckende Bergformation „Syv søstre“ („Sieben Schwestern“). Der Name ist kein Zufall: Die Sage von der Helgelandskysten behauptet, es wären versteinerte Schwestern, die hier Gipfel an Gipfel majestätisch am Festland thronen:

Fotografie SYV SØSTRE / Die sieben Schwestern am Kystriksveien in Nordnorwegen
Ein atemberaubendes Panorama kurz vor dem Sonnenuntergang „Die sieben Schwestern“

Lest in unseren nächsten Teil über die weiteren Etappen dieses Roadtrips. Im zweiten Teil geht es von Herøy weiter bis zur Insel Åmnøya in der Nähe vom Gletscher Svartisen.

Wir hoffen ihr seid beim nächsten Teil wieder dabei – fühlt euch eingeladen…

ALLE TEILE UNSERES ROADTRIPS
Teil 1: Anreise über Dänemark bis zur Insel Herøy
Teil 2: Von der Insel Herøy bis zum Gletscher Svartisen
Teil 3: Vom Gletscher Svartisen weiter bis nach Tranøy

 

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Conny und Sirko

„Ja, wir lieben dieses Land…“- so beginnt die norwegische Nationalhymne, und ja, auch wir – Conny & Sirko – lieben dieses Land, die Einwohner, die grandiose Landschaft, den Frieden und die Ruhe, die wir dort und in ganz Skandinavien finden. Wir waren über zwanzig Mal im Norden unterwegs – zu verschiedenen Zeiten, in vielen Regionen und in allen Variationen. Die Idee für diese Homepage kam uns im letzten Jahr, denn so haben wir die Möglichkeit, uns das permanente Fernweh nach dem Norden von der Seele zu schreiben und euch hoffentlich dafür zur begeistern. Also: Kurs auf Norden !

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