NORDLANDBLOG

(2/3) Roadtrip Norwegen: An der Helgelandskysten von Herøy bis zum Svartisen Gletscher

Titelbild Blog Roadtrip Kystriksveien Helgelandskysten Norwegen

Wir reisen weiter – immer die „Helgelandskysten“ entlang

ALLE TEILE UNSERES ROADTRIPS
Teil 1: Anreise über Dänemark bis zur Insel Herøy
Teil 2: Von der Insel Herøy bis zum Gletscher Svartisen
Teil 3: Vom Gletscher Svartisen weiter bis nach Tranøy

Die dritte Etappe: Von der Inselwelt Herøys bis zur Insel Åmnøya

Yippie yeah – wir sind auf Herøy !!! Die vielen kleinen Inseln, aus denen sich die Kommune Herøy zusammensetzt, liegen wie Streusel verstreut im Meer vor der Helgelandskysten. Verbunden sind sie oft durch imposante Brückenbauwerke und auf die ganz entlegenen Holme und Schären geht es oft nur mit dem Boot oder einer Fähre. Man muss diesen Ort einfach lieben.

Maritime Idylle mit Fischerdörfern wie aus dem Bilderbuch, der Blick auf die beeindruckende Bergformation der „Sieben Schwestern“ am Festland und in der anderen Richtung das mächtige Massiv des Dønnamannen. Hier gibt es alles auf engstem Raum, was den Reiz der Helgelandskysten ausmacht. Deshalb haben wir uns entschieden, diese alternative Route über die Inseln von Herøy und Dønna zu fahren, statt die kürzere Strecke direkt durch Sandnessjøen zu fahren.

Bild mit einem Fischerhaus und dem Berg Dønnamannen im Hintergrund (Helgelandskysten / Norge)
Wie aus einem Bilderbuch: Fischerhaus, Inseln und Berge – das ist die Küste im Norden von Norwegen

Nachdem wir auf Herøy am Abend mit der Fähre ankommen, nutzen wir das warme Licht der tief stehenden Sonne für einige Foto- und Bildaufnahmen. Anschließend machen wir uns auf die Suche nach einem Stellplatz für die Nacht. Wir haben uns im Vorfeld nicht festgelegt und sind optimistisch, auf diesen vielen Inseln einen guten Platz zum Freistehen zu finden. In den Häfen und an den Anlegern gibt es aus unserer Erfahrung oft genug die Möglichkeit, für eine Nacht zu bleiben.

Wir passieren imposante Brücken und fahren über einige Inseln von Herøy, bis wir auf Seløya ankommen – einer kleinen Insel, weit draußen im Europäischen Polarmeer gelegen. Hier ist irgendwie alles noch wie aus einer anderen Welt: Fischerboote an den Stegen, bunt bemalte Bootshäuser, einige Ferienhütten, ein kleiner Kaufmannsladen und dazu etwas Kleingewerbe – herrlich. Zielgerichtet steuern wir den Hafen an und finden auf Anhieb ein ruhiges, friedliches Plätzchen direkt am Meer auf dem vorgelagerten „Inselchen“ Bukkholmen. Perfekt !! Abendessen, Bilder des Tages sichten und dann Nachtruhe…

Stellplatz Bukkholmen (Inselgruppe / Kommune Herøy)

Herøy / Stellplatz in Norwegen / Kystriksveien / Helgelandskysten
Unser Stellplatz am nächsten Morgen: In der ersten Reihe am Meer auf Bukkholmen
  • kein offizieller Stellplatz / Hafengelände
  • Anzahl Stellplätze: etwa 5 auf befestigten Untergrund (Schotter)
  • Lage: direkt am Meer
  • Sonstige Ausstattung: keine weiteren Einrichtungen
  • Koordinaten: 66°01’15.6″N 12°14’26.7″E
Sonnenuntergang in Herøy ( Kystriksveien ) Norwegen / Nordlandblog
So erlebten wir den Sonnenuntergang auf den Inseln von Herøy

Am nächsten Morgen besprechen wir die weitere Tour. Wollen wir gleich weiterfahren, auf der Nachbarinsel Dønna einen der einsamen Strände besuchen oder hier auf einer der Inseln von Herøy noch eine kleine Tour gehen ? Wir entscheiden uns für die letztere Variante und schauen schnell auf der Seite von ut.no, was es hier für Tourempfehlungen gibt. Direkt gegenüber von unserem Stellplatz liegt die Insel Ytre Øksningan. Dort gibt es einen interessanten Rundweg über einen kleinen Berg und an einigen Adlerhorsten vorbei. Das ist es doch !!

Seeadler kreist am Himmel in Norwegen
Die mächtigen Seeadler sind immer wieder imposant, wenn sie am Himmel schweben

Es ist nur eine kurze Strecke, über wenige Inseln und Brücken, bis wir den Ausgangspunkt dieser Tour gefunden haben. (Koordinaten Parkplatz / Ausgangspunkt: 66°0’37.23″N 12°13’23.03″E) Schnell ist die Ausrüstung zusammengepackt, das große Teleobjektiv verstaut (für die Seeadler…) und so brechen wir auf. Ein abwechslungsreicher Weg führt uns zuerst auf den „Gipfel“, wenn man das bei einer Erhebung dieser Höhe überhaupt so nennen kann.

Tatsächlich können wir von hier oben einen sensationellen Panoramablick über die unzähligen Inseln genießen und mehrere Seeadler gleichzeitig am Himmel schwebend beobachten. Diese Vielfalt und Ursprünglichkeit der Natur hier im Norden von Norwegen ist immer wieder beeindruckend. Bei schönstem Wetter gehen wir auf der anderen Seite des Berges wieder hinunter und in einem großen Bogen zurück zum Wohnmobil.

Weiter in Richtung Norden

Wir brechen auf, denn wir haben auf dem nächsten Abschnitt noch einige Fähren vor uns und noch keinen Stellplatz für die Nacht in Aussicht. Da wir als nächsten festen Punkt unseres Roadtrips den Campingplatz auf der Insel Åmnøya bestimmt haben, wird auf dem Weg dorthin ein freier Stellplatz reichen – aber den findet man aus Erfahrung besser, wenn es noch nicht dunkel ist.

So fahren wir von Herøy über die Brücke auf die Nachbarinsel Dønna, von dort aus mit der Fähre nach Sandnessjøen und anschliessend über die beeindruckende Helgelandsbrua (Stahlseilbrücke / Bauhöhe: 138 m / Länge 1.065 m) weiter nach Levang. Dort warten wir auf die nächste Fähre, mit der wir nach Nessna übersetzen.

Eine Insel Lovund an der Helgelandskysten (Nordland/ Norwegen) Nordlandblog
Die markante Skyline der Vogelinsel Lovund im letzten Licht des Tages

Die Straße ist fantastisch zu fahren und bietet ständig neue Aussichten. Es wird langsam dunkel und wir werden daran erinnert, dass es eben schon September und nicht mehr die Zeit der Sommersonnenwende ist, in der die Sonne hier kaum untergeht. Wir entscheiden uns daher, die kommende nacht ganz einfach und ebenso pragmatisch einfach auf einem der vielen Parkplätze am Straßenrand zu verbringen.

Stellplatz Parkplatz direkt am Kystriksveien (FV 17)

Parkplatz am Kystriksveien - ein guter Stellplatz für die Nacht
Parkplatz am Kystriksveien – nicht soooo romantisch aber dennoch absolut in Ordnung
  • Platz: für ca. 5 – 10 Wohnmobile (abhängig von der Größe und ob LKW`s abgestellt sind)
  • Lage: direkt am Meer / leicht oberhalb mit tollem Blick auf die Inseln
  • Öffnungszeiten: ganzjährig
  • Ausstattung: Keine weiteren Einrichtungen / gute Picknickmöglichkeiten auf den Felsen am Meer
  • Lage / Koordinaten: 66°21’27.8″N 13°00’22.0″E

Nach einer entspannten und erstaunlich ruhigen Nacht gibt es ein leckeres Frühstück im Van. Gleich danach brechen wir auf und fahren in Richtung Kilboghamn. Heute werden wir auf einer der Fährpassagen den Polarkreis überqueren 🙂

Da die Fähre von Kilboghamn nach Jektvik länger und dafür nicht so oft am Tag fährt, haben wir noch etwas Zeit. Bevor wir lange am Fähranleger warten müssen, sehen wir uns lieber noch etwas von der Region und biegen wenige Kilometer vor Kilboghamn links auf die Straße FV 439 nach Tonnes ab.

In einer kleinen Bucht entdecken wir einen malerischen Sandstrand – perfekt für ein zweites Frühstück und einen Kaffee aus der Thermoskanne. Also picknicken wir hier, um anschließend entspannt und pünktlich zum Fähranleger nach Kilboghamn weiterzufahren.

Wir überqueren den Polarkreis

Fähre von Kilboghamn nach Jektvik
Am Fähranleger Kilboghamn

Die Fährpassage nach Jektvik gehört mit zu den längsten Überfahrten auf diesem Roadtrip. Wir verbringen fast eine Stunde an Bord und verwöhnen uns, wenn wir nicht gerade vom Deck aus die Landschaft bewundern, in der Cafeteria mit einigen Leckereien aus dem Angebot. Nach einer knappen Viertelstunde gehen viele der mitfahrenden Passagiere nach draußen: Augenscheinlich werden wir gleich den Polarkreis überqueren.

Auf unerklärliche Weise übt das immer wieder eine magische Faszination auf alle Reisenden aus: Die Überquerung der imaginären Linie, die auf 66,5 Grad nördlicher und 66,5 Grad südlicher Breite um die Erde verläuft ist immer ein Highlight.

In ganz Skandinavien hat der Polarkreis eine große Bedeutung, steht er doch als angenommene Grenze zu den Gebieten mit arktischer Kälte, den Polarnächten im Winter und der Mitternachtssonne im Sommer. In Schweden („Polcirkeln“) verläuft er in der Nähe von Jokkmokk in Lappland und in Finnland („Napapiiri“) ein Stück nördlich von Rovaniemi.

Wir sehen die Markierung des Polarkreises, den stilisierten Globus aus Metall, am Ufer der Insel Wikingern – eines der beliebten Fotomotive auf der Strecke. Jetzt sind wir „richtig“ im Norden !!

Polarkreis in Norwegen vom Meer aus gesehen
Wir überqueren den Polarkreis, der mit einer stilisierten Erdkugel am Ufer dargestellt ist (fast in der Mitte des Bildes zu erkennen)

Ankunft auf der Insel Åmnøya

Bild der Fähre auf unserer Strecke: Ågskardet - Forøy
Die letzte Fähre auf unserer Strecke: Ågskardet – Forøy

Nach einem weiteren Abschnitt auf der FV 17 (Kystriksveien) mit vielen Fotopausen kommen wir am Nachmittag gang entspannt im Fährhafen von Ågskardet an. Unsere letzte Fährverbindung liegt vor uns, denn auf der weiteren Strecke bis nach Bodø gibt es nur noch Tunnel und Brücken bis zum offiziellen „Ziel“ des Kystriksveien.

Wir bezahlen unsere Passage ein weiteres Mal bei einem netten Besatzungsmitglied der Fähre nach Forøy und lassen uns anschließend die salzige Meeresluft um die Nase wehen. Das Wetter wird immer besser und die Sonne kämpft immer öfter erfolgreich gegen die teilweise dramatischen Wolkenformationen an. So präsentiert sich die Landschaft in einem tollen Licht und wie ein Gemälde.

In Forøy angekommen, überlegen wir kurz, ob wir direkt zum Campingplatz fahren, oder den Sonnenschein für ein Picknick nutzen. Gesagt – getan. Nachdem wir die Straße FV 17 auf die FV 452 in Richtung der Insel Åmnøya verlassen haben, kommt ein einladender Parkplatz am Straßenrand. Perfekt ! Mit Blick über einen Fjord nach Kilddal genießen wir unser Essen.

Aussicht vom Rastplatz an der FV 452 nach Kilddal
Blick vom Rastplatz an der FV 452 nach Kilddal – eine tolle Kulisse

Nach dieser Pause hält uns nichts mehr und eine gute halbe Stunde später kommen wir am Campingplatz auf Åmnøya an. Wir kennen den Platz von einer früheren Reise und haben ihn ebenso wie seine freundliche Besitzerin in bester Erinnerung. Im ersten Augenblick hat es den Eindruck, als wäre der Platz geschlossen, denn es ist kein weiteres Wohnmobil zu sehen. Als wir auf die nette Inhaberin treffen ist alles gut. Sie erklärt uns mit einem Lächeln, dass die Hauptsaison eben vorbei wäre und wir uns somit einen der Stellplätze direkt vorn am Strand aussuchen können. Ein Traum !!

Der Stellplatz Åmnes Camping (Insel Åmnøya)

Blick auf die Insel Bogen (Helgelandskysten / Norwegen)
Wie ein Sechster im Lotto – Stellplatz ganz allein in erster Linie am Strand
Illustration Campingplatz Åmnøya
Blick auf den Campingplatz Åmnøya – eingebettet in eine Traumkulisse
  • Stellplätze: über 40 Wohnmobil- und Caravan-Plätze / 6 Hütten
  • Lage: am Ende einer Sackgasse direkt am Meer mit eigenem Sandstrand
  • Homepage des Platzes: aamnescamping.no
  • Preise (2017): 200 NOK / Nacht + 30 NOK für Strom bei Bedarf (Wohnmobil)
  • Sonstige Ausstattung: Spielplatz mit Trampolin, Waschmaschine, Trockner, Gemeinschaftsküche, Duschautomat, Angelmöglichkeit und im Sommer Bootsverleih
  • Versorgung mit Trinkwasser / Entsorgung Grauwasser und Toilette
  • Koordinaten:66°47’00.9″N 13°20’54.4″E

Die Fährverbindungen zwischen Herøy und der Insel Åmnøya:

Dønna – Sandnessjøen  

Levang – Nesna

Kilboghamn – Jektvik

Ågskardet – Forøy

An diesem Abend essen wir nur schnell eine Kleinigkeit, denn wir wollen bei diesen Wetter- und Lichtverhältnissen unbedingt noch auf den kleinen Berg direkt neben dem Campingplatz. Von dort hat man eine traumhafte Sicht über diese imposante Küstenlandschaft im Norden von Norwegen. Und wir haben richtig vermutet: Die tief stehende Sonne strahlt mit einem goldenen Licht vom Meer aus diese Kulisse unbeschreiblich beeindruckend an. Bis die Sonne am Horizont im Meer versinkt, harren wir dort oben aus und können uns von der Magie des Augenblicks kaum lösen.
Panorama von der Helgelandskysten (Norge) / Nordlandblog
Oberhalb des Campingplatzes bietet sich ein unglaublich schöner Blick auf diese Küstenlandschaft

Lest in unserem nächsten Teil über die weiteren Etappen dieses einmalig schönen Roadtrips. Wir berichten unter anderem von einer außergewöhnlichen Tour zum Gletscher Svartisen, dem einsamen Leuchtturm Tranøy fyr und wie die ersten Nordlichter des Jahres für uns am Himmel tanzten…. Weiterhin findet ihr dort die Übersichtskarte dieser Tour – die wir exklusiv für euch angefertigt haben.

Wir hoffen, ihr seid beim nächsten Teil weiterhin mit dabei, wenn uns die Tour von Åmnøya am Gletscher Svartisen vorbei zum Leuchtturm Tranøy Fyr führt…

ALLE TEILE UNSERES ROADTRIPS

Teil 1: Anreise über Dänemark bis zur Insel Herøy
Teil 2: Von der Insel Herøy bis zum Gletscher Svartisen
Teil 3: Vom Gletscher Svartisen weiter bis nach Tranøy

 

Conny und Sirko

„Ja, wir lieben dieses Land…“- so beginnt die norwegische Nationalhymne, und ja, auch wir – Conny & Sirko – lieben dieses Land, die Einwohner, die grandiose Landschaft, den Frieden und die Ruhe, die wir dort und in ganz Skandinavien finden. Wir waren über zwanzig Mal im Norden unterwegs – zu verschiedenen Zeiten, in vielen Regionen und in allen Variationen. Die Idee für diese Homepage kam uns im letzten Jahr, denn so haben wir die Möglichkeit, uns das permanente Fernweh nach dem Norden von der Seele zu schreiben und euch hoffentlich dafür zur begeistern. Also: Kurs auf Norden !

AUSGEZEICHNET ALS BESTER SKANDINAVIEN – REISEBLOG 2019

Unser Newsletter informiert dich monatlich über neue Beiträge:

Wir lesen aktuell:

„Der Kreis aller Sünden“ Spannender Krimi des Norwegers Torkil Damhaug

(* Affiliate Link / mehr dazu im Impressum)

Wir hören aktuell:

„Heartbreak Century (Deluxe Gold Edition)“ Sunrise Avenue – Sound aus Finnland…


(* Affiliate Link / mehr dazu im Impressum)

Unser Spezialist für Fotoausrüstung:



(* Affiliate Link / mehr dazu im Impressum)

Wir sind Mitglied im Norwegischen Wander- und Touristenverein DNT

Logo DNT Nordlandblog

Wir sind Unterzeichner des Outdoor-Blogger-Kodex

Wir sind PRO AUTHOR des Nordeuropa Magazins NORDIS

Pro Author Signet Nordis Gold

Don`t copy text!