Nordlandblog

Roadtrip Norwegen: Sognefjord – Westküste – Dovrefjell mit dem Wohnmobil

Bild Atlantic Road Norway

Unser erster Roadtrip: Norwegen`s Vielfalt – 4500 Kilometer im Wohnmobil entlang der Fjordküste und durch das Dovrefjell im Osten

Wie alles begann….

Eigentlich war das alles gaaaaaaaanz anders gedacht: Wir holen unseren bestellten Kastenwagen ganz entspannt beim Hersteller ab, um das Fahrzeug mit seiner Ausstattung während eines kurzen Trips über ein Wochenende erst einmal in Ruhe zu testen und uns einzugewöhnen. Es kam natürlich anders: Das Wohnmobil wurde Ende Juli fertig und das bedeutete – es geht nach der Übernahme gleich ab in den Norden. So begann unser Roadtrip mit unserem ersten eigenen Van ohne weitere Tests und noch etwas spannender für uns. Aber egal wie – ein Traum geht damit allemal in Erfüllung….

Anreise über Dänemark

Da wir den Übernahmezeitpunkt vom Fahrzeug nicht genau kannten, kam für uns erstmals keine langfristige Fährbuchung in Betracht. Damit blieb nur die Variante, ohne Fähre durch Dänemark und Schweden in den Norden zu fahren. So beginnen wir zwei Wochen vor unserem Trip – den Übergabetermin unseres Wohnmobils haben wir gerade bestätigt bekommen – mit den notwendigen Buchungen und Recherchen: Storebeltbrücke, Öresundbrücke, Stellplätze auf dem Weg und viele Dinge mehr…

Bild mit dem Transponder von BroPas für die Passage der Öresundbrücke
Der Transponder von BroPas zur Befestigung im Auto (© Originalbild der Homepage des Öresundbrücken-Konsortiums)

In jedem Fall lohnt sich für diese Tour die Anschaffung bzw.  ein Abonnement des BroPas – einem elektronischen Chip verbunden mit einem Kundenkonto, über das man die Brückenpassagen und vieles mehr in Skandinavien automatisch bezahlt. Man kann so die schnellen, grünen Spuren an den Brücken nutzen, bekommt an der Storebeltbrücke aktuell fünf Prozent Nachlass und zahlt auf der Öresundbrücke nur den halben Preis. Alle Details dazu, und wie ihr den BroPas im ersten Jahr umsonst bekommt (danach kann man auch kündigen und den Chip zurücksenden) findet ihr ausführlich in unserem Blog zu den Anreisemöglichkeiten nach Norwegen.

Bei unserer Fahrzeugübernahme in der Nähe von Hamburg lassen wir noch alles für die erste Tour vorbereiten, kaufen noch einige Ausstattungsgegenstände sowie Lebensmittel und lassen unseren Fahrradträger demontieren, da er auch ungenutzt unser Fahrzeug auf über sechs Meter verlängert. Damit wird es unnötig teuer an den Brücken, da die Tarifsysteme dort einen großen Unterschied bei der Länge von sechs Metern machen und Anbauten dabei leider mitgezählt werden.

Die Öresundbrücke im Sonnenuntergang über Dänemark
Eine Fahrt über die imposante Öresundbrücke von Dänemark nach Schweden ist ein Erlebnis für sich

Wir reisen entspannt die Autobahn A7 über Flensburg nach Dänemark, folgen der E 45 – wie die A7 im weiteren Verlauf dort heißt – weiter bis auf Höhe der dänischen Stadt Kolding und biegen dann auf die E 20 in östlicher Richtung nach Odense ab. Im Vorfeld hatten wir recherchiert, dass es dort – etwas entfernt von der Autobahn – direkt an der Ostseeküste einen tollen Stellplatz geben soll. Perfekt für einen entspannten Tagesausklang und für unsere erste Nacht im eigenen Wohnmobil. Irgendwie ist das für uns alles noch verdammt aufregend…

Der erste Stellplatz – Faldsled Havn (Dänemark)

Eine Grafik mit der Sommerabendidylle unseres Stellplatzes in Dänemark
Stellplatzromantik an der Ostseeküste in Dänemark

 

  • Anzahl Stellplätze: 147
  • Preis: 110 DK, Strom exklusive
  • Lage: direkt am Meer
  • Öffnungszeiten: April – Ende Oktober
  • Sonstige Ausstattung: Waschen/Trocknen, Spielplatz, Wander- und Bademöglichkeiten
  • Link zur Homepage: Faldsled Havn
Wir bereuen es nicht – der Platz Faldsled Havn ist traumhaft gelegen, trotz der Hochsaison idyllisch ruhig und nach einem kurzen “Check In” an einem Automaten können wir uns direkt neben dem Yachthafen einen freien Stellplatz suchen. Alles ist typisch skandinavisch – entspannt und unaufgeregt. Wenn man möchte, kann man bei einer Anreise bis 19.00 Uhr beim Hafenmeister auch noch Brot und Brötchen für den nächsten Tag bestellen – für uns zu spät, aber dennoch genießen wir die friedliche Stimmung auf dem Platz.

Die erste Nacht war dann echt noch ungewohnt… Wir verbuchen es aber als Erfolg und gigantischen Fortschritt, dass wir am Morgen viele Dinge schon erstaunlich schnell wiederfinden. So sehen wir die ersten Versuche mit unserem Wohnmobil ganz norwegisch: “Alt ordne seg” (Alles ordnet sich).

Wir brechen nach einem ausgiebigen Frühstück entspannt auf und möchten an diesem Tag die Etappe über die beiden Brücken in Dänemark als auch den Abschnitt durch Schweden bewältigen. Einige Berichte im Internet über eine zunehmende Kriminalität in Schweden entlang der bekannten Transistrecken veranlassen uns, den nächsten Halt erst in Südnorwegen zu planen. Das stellt sich als weiterer Glücksgriff heraus….

Der zweite Stellplatz – Skjebergkilens Marina

Dieses Foto zeigt den Stellplatz Skjebergkilens Marina AS kurz hinter der schwedischen Grenze

 

  • Anzahl Stellplätze: 20 Stück
  • Preis: 200 NOK, Wasser und Strom inklusive
  • Lage: direkt am Wasser
  • Öffnungszeiten: Mai – September

Nach einer entspannten Fahrt kommen wir am frühen Abend in Südnorwegen an. Noch schnell einige Lebensmittel eingekauft und schon steuern wir den Stellplatz Skjebergkilens Marina an. Dieser liegt nur wenige Fahrminuten von der Autobahn entfernt – ist aber dennoch extrem ruhig gelegen. Auch hier fällt sofort die Verbindung von Yachthafen und Wohnmobilstellplätzen auf, die uns in Skandinavien noch oft begegnen soll. Da es bei unserer Ankunft regnet, verschieben wir die “Erkundung” der Anlage auf den nächsten Tag und gehen nach einem kurzen Abendessen im Van auch gleich schlafen.

Am nächsten Morgen strahlt die Sonne, als wenn es nie geregnet hätte. Das erste Mal werden die Campingmöbel heraus geräumt, um im Freien zu frühstücken. Nach dem wir im Hafenbüro bei einem extrem freundlichen Norweger den Stellplatz bezahlt haben, geht es schließlich weiter für uns. Wir genießen die neu gewonnene Freiheit und Unabhängigkeit, jetzt erst die weitere Strecke zu entscheiden. Nach einem kurzen Blick in die Wetter-App von YR liegt die Entscheidung nahe: Wir fahren in Richtung Sognefjord, um anschließend der Küste in nördlicher Richtung zu folgen und dann über das Dovrefjell und Oslo zurückzufahren.

Bei herrlichem Wetter brechen wir auf, an Oslo vorbei, durch Gol und das Hemsedal zum Sognefjord. Eine Strecke die wir bereits bestens kennen und immer wieder gern nutzen. Am späten Nachmittag sehen wir das erste Mal auf dieser Tour endlich das türkisgrüne Wasser des Sognefjord – erst jetzt fehlen wir uns wieder so richtig in Norwegen….

Wo wir in der kommenden Nacht stehen werden ist für uns klar – wir wollen unterhalb vom Gipfel des Molden (1116 Meter über dem Meeresspiegel) auf dem Parkplatz übernachten, von dem aus die Wanderungen auf den Berg beginnen.

Der dritte Stellplatz – Parkplatz Krossen in Mollandsmarki (Luster Kommune / Sognefjord)

 

Bild mit der Farm Svarthiller am Molden (Sognefjord / Norwegen)
Blick von der Farm Svarthiller (Molden) auf den Sognefjord

Wir haben hier bereits fünf oder sechsmal unser Auto geparkt, um auf den Molden zu steigen und die traumhafte Aussicht über den Sognefjord bis hin zu den schneebedeckten Gipfeln im Nationalpark Jotunheimen zu genießen. Heute stellen wir uns mit unserem Kastenwagen zwischen die bereits anwesenden vier anderen Wohnmobile. Mehr werden es auch nicht, und wir verbringen in dieser Abgeschiedenheit der norwegischen Natur eine traumhaft ruhige Nacht.

Da wir dieses Mal nur zwei Tage in dieser Umgebung verbringen, nutzen wir diese intensiv, um alle Highlights – die uns wichtig sind – zu besuchen. So geht es gleich am Morgen nach dem Frühstück auf den Molden – ein schon fast traditionelle Tour für uns, die wir dieses Jahr nicht auslassen wollen. Anschließend fahren wir noch zum Gletschersee Styggevatnet am Ende des Jostedalen, mit einem kurzen Abstecher zum populären Nigradsbreen – der hier quasi auf dem Weg liegt.

Am nächsten Tag relaxen wir und genießen die maritime und ursprüngliche Romantik des Dörfchens Solvorn – ein absolutes Muss für uns. Nach einigen Aufnahmen mit der Drohne DJI Mavic Pro fahren wir am Nachmittag weiter – denn wir wollen heute noch an die Küste. Die Region, wo die Fjorde sich zum Meer hin öffnen, wird auch Fjordkysten genannt – eine reizvolle Region mit den Gebirgen des Festlandes und der maritimen Atmosphäre in den Fischerdörfern auf unzähligen Inseln.

Aufnahme von der DJI Drohne Mavic Pro von dem Dorf Solvorn am Sognefjord in Norwegen
Blick auf Solvorn, wo die Fähre von Ørnes gerade einläuft
Drohnenbild vom Gletschersee Styggevatnet in Norwegen
Der Gletschersee Styggevatnet im Breheimen Gebirge ist immer wieder beeindruckend

Weiter geht`s…. Wir fahren über Fjærland nach Førde und von dort weiter nach Bremanger an die Küste.

Der vierte Stellpaltz – Iglandsvik Marina (Bremanger)

 

  • Anzahl Stellplätze: 20 Stück
  • Preis: 200 NOK, Wasser und Strom inklusive
  • Lage: direkt am Wasser
  • Öffnungszeiten: Ganzjährig
  • Sonstige Ausstattung: Einkaufs- und Wandermöglichkeit, Waschen & Trocken vorhanden
  • Link zur Homepage: Iglandsvik Marina

Ein großer Teil der Kommune besteht aus einer weniger populären, dafür um so schöneren Inselgruppe an der Küste Norwegens. Wir planen dieses Mal die Besteigung des Hornelen – eine einzigartige Bergformation, die mit ihren steilen 800 Metern über dem Meer auch als höchste Hochklippe Europas gilt.

Wir kommen am frühen Abend an und leider hat der Wetterbericht auf yr.no wohl wieder Recht gehabt: Es verdunkelt sich und vom Meer ziehen besorgniserregende Wolken auf. Wo wollen wir uns über Nacht hinstellen ? Eigentlich hatten wir den Parkplatz von dem traumhaften Strand Grötlestranden als Standort geplant.

Bild von der Küste bei Bremanger in Norwegen
Das Wetter in Bremanger lädt nicht gerade zu einer Tour ein…

Dieser liegt sehr offen zum Meer hin und bei angesagten Sturmböen von mehr als 12 Meter pro Sekunde verspricht das eine unruhige Nacht zu werden….

Mit diesen Überlegungen entscheiden wir uns, den etwas geschützteren und offiziellen Stellplatz am Yachthafen Iglandsvik Marina zu nutzen (da war wieder die Verbindung….). Wir bekommen einen geschützten Platz mit Blick über die Boote auf das Meer und teilen uns die tolle Anlage mit fünf weiteren Wohnmobilen.

Der nahegelegene “Joker” ist gut zu Fuß zu erreichen. Dort kann man – typisch norwegisch – vom Brot bis zur Angelausrüstung alles kaufen und auch gleich den Stellplatz bezahlen. Da das Wetter am Folgetag weiterhin stürmisch und regnerisch ist, entscheiden wir uns kurzerhand einen weiteren Tag zu bleiben, am Blog zu arbeiten, Mails zu beantworten und alle geplanten Aktivitäten um einen Tag zu verschieben. Wenn wir uns schon auf den Hornelen “hoch quälen”, dann wollen wir auch eine entsprechende Aussicht haben. Morgen soll es aufziehen….

Lest auf der nächsten Seite wie unsere Tour weitergeht.

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Conny und Sirko

Conny und Sirko

„Ja, wir lieben dieses Land…“- so beginnt die norwegische Nationalhymne, und ja, auch wir – Conny & Sirko – lieben dieses Land, die Einwohner, die grandiose Landschaft, den Frieden und die Ruhe, die wir dort und in ganz Skandinavien finden. Wir waren über zwanzig Mal im Norden unterwegs – zu verschiedenen Zeiten, in vielen Regionen und in allen Variationen. Die Idee für diese Homepage kam uns im letzten Jahr, denn so haben wir die Möglichkeit, uns das permanente Fernweh nach dem Norden von der Seele zu schreiben und euch hoffentlich dafür zur begeistern. Also: Kurs auf Norden !

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