Finnland Highlights

Bärenbeobachtung in Finnland: Auf Fotosafari in den Wäldern bei Kuusamo

Titelbild Bärensafari Kuusamo Finnland

Ein ganz besonderes Highlight unserer Reise zum Nordkap war die Bärenbeobachtung in Finnland. In den scheinbar unendlichen Wäldern im Osten Finnlands, nahe der russischen Grenze, hat man die Möglichkeit, Braunbären aus nächster Nähe und in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten. Zudem liegen die Beobachtungsstationen rund um Kuusamo ziemlich weit im Norden, sodass es im Sommer nicht einmal richtig dunkel wird und man mit etwas Glück die Braunbären eine ganze Nacht beobachten kann.

Auf unserer Fahrt in Richtung Kuusamo entscheiden wir uns relativ spontan für dieses abendliche Abenteuer. Nach einer kurzen E-Mail sind wir umso erstaunter, dass wir noch am selben Abend die Gelegenheit bekommen könnten, Meister Petz eventuell in seinem Revier zu beobachten. Wir sagen sofort zu und wenig später erhalten wir bereits die Wegbeschreibung sowie die Details zum Treffpunkt. Von einem Parkplatz im Wald werden wir also am Abend gemeinsam mit den anderen Teilnehmern eine Schutzhütte in den Wäldern an der russischen Grenze aufsuchen.

Einen Braunbären in freier Wildbahn zu beobachten, mit dem Wissen, dass es keinen Zaun gibt, ist einfach unbeschreiblich… Zudem lässt sich diese Safari kaum planen, denn letzten Endes entscheiden die Bären ob sie sich zeigen. Also gehört auch ein Funken Glück zu einer unvergesslichen Bärenbeobachtung. Wir sind gespannt und folgen der Wegbeschreibung…

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Bärenbeobachtung in Finnland bei Kuusamo im Wald

Die Anfahrt zum Treffpunkt in den finnischen Wäldern

Vom Zentrum in Kuusamo fahren wir auf die Straße E63 einige Kilometer weiter in nördlicher Richtung. Am Schild VUOTUNKI fahren wir auf die Straße 8690 in Richtung Osten. Nach etwa 29 Kilometern biegen wir am Schild KUNTIJÄRVI 5 nach rechts ab. Nun sind es nur noch 13 Kilometer auf der Straße 8691. Immer wieder sehen wir nun einige Schilder “KARHU-KUUSAMO” entlang der Strecke, denen wir folgen, bis bis wir Pekka am Straßenrand ausmachen können. Nach einer freundlichen Begrüßung und einer kurzen Einweisung parken wir ein Stück abseits der Straße auf einem Parkplatz mitten im Wald. Ein weiteres Pärchen ist ebenfalls schon da und mindestens ebenso aufgeregt, wie wir es sind. Wir haben ungefähr 45 Minuten von Kuusamo bis zu dem Treffpunkt im Wald gebraucht. Das letzte Stück der Strecke ist eine Schotterstraße, die einen großen Teil der Zeit in Anspruch genommen hat.

Wegbeschreibung aus Ruka: Zunächst fährt man auf der Straße E63 ein kurzes Stück in Richtung Norden. Nach einigen Kilometern biegt man am Schild VUOTUNKI auf die Straße 8694 in Richtung Osten ab. Nach etwa 26 Kilometern endet die Straße. Hier hält man sich links und fährt etwa 100 Meter bis zum Schild KUNTIJÄRVI 5. Dort biegt man abermals nach rechts auf die Straße 8691 ab. Von hier aus sind es ungefähr noch 13 Kilometer und man kann ebenfalls den Schildern “KARHU-KUUSAMO” folgen, bis man nach insgesamt etwa 45 Minuten den Treffpunkt erreicht.

Die Vorbereitung auf unsere Bärenbeobachtung in Finnland

Von unseren Guides Pekka und Anna erhalten wir nach einem herzlichen Empfang auf dem Parkplatz noch einige Hinweise, was nach Möglichkeit beachtet werden sollte: So werden wir gebeten, dunkle Kleidung anzuziehen um Reflexionen in den Scheiben der Waldhütte zu vermeiden. Außerdem sollen keine starken Parfüms verwendet werden. Ebenso wird von der Verwendung von Mückenspray abgeraten, da es dazu führen kann, dass dann unter Umständen nicht nur die Mücken fernbleiben. Schließlich packen wir noch unsere Fotoausrüstung zusammen. Da wir auf alle möglichen Situationen vorbereitet sein wollen, bestücken wir unsere zwei Spiegelreflexkameras mit unterschiedlichen Objektiven für ganz verschiedene Entfernungen.

Unsere genutzte Ausrüstung im Überblick: 

Dann starten wir endlich! Es ist genau 18:00 Uhr. Alle Teilnehmer der abendlichen Bärenbeobachtung sind bereits eingetroffen und eingewiesen. Also folgen wir Anna nun durch die finnischen Wälder zur Beobachtungshütte. Auf dem kurzen Fußmarsch sind alle ganz still, keiner sagt etwas, nur die Vögel hört man zwitschern und einige Mücken surren um uns herum. Ein unwirkliches Gefühl, im Reich der Bären unterwegs zu sein. Bärenkot auf dem Weg ist zudem der untrügliche Beweis, dass die Braunbären ganz in der Nähe sein müssen.

Nach etwa 200 Metern auf dem Waldpfad sehen wir bereits die Hütten. Die kleinere Hütte scheint in jedem Fall etwas älter zu sein, als die größere, neu errichtete Hütte mit den Panoramafenstern.

Wir betreten diese neu errichtete Hütte und Anna zeigt uns alles, bevor wir uns auf Einem der Plätze einrichten, um unsere Ausrüstung einzurichten. Da wir nur wenige Teilnehmer sind, bekommt jeder von uns einen Platz in der ersten Reihe. Die Hütte ist bestens ausgestattet: Es gibt Ferngläser, montierte Schwenkköpfe für die Kameras sowie Erbsensäcke, die sich Bestens zum Auflegen der Objektive eignen. Die Kameraobjektive steckt man durch Auslässe aus einem schwarzen Stoff, sodass man nicht durch die Scheibe fotografieren muß. Zudem sei für alle Mädels gesagt: Ja, es gibt eine Trockentoilette in der Hütte und Schlafplätze sind auch vorhanden…. Während wir noch mit unserer Aufrüstung beschäftigt sind, wird im Beobachtungsgebiet von Pekka etwas Lachs ausgelegt, um die scheuen Tiere anzulocken.

Wir erfahren n der Zwischenzeit, das hier bereits seit 2007 auf einem 600 Hektar großen, geschützten Gebiet Bärenbeobachtungen in Finnland durchgeführt werden. Das finnische Waldgebiet grenzt nahtlos an den Paanajärvi-Nationalpark in Russland an und somit sind die Bären in ihrem Lebensraum gut geschützt, berichtet uns Anna.

Die Aufregung steigt. Wir machen einige Probeaufnahmen von dem vor uns liegenden Gelände. Durch die sumpfige, freie Fläche mit viel Morast haben wir in jede Richtung gute Sicht, bevor in der Ferne der Wald beginnt. Die Hütten sind in sicherer Entfernung zum Geschehen, denn den Veranstaltern ist es sehr wichtig, dass die Tiere nicht gestört werden.

Die ersten wilden Bären lassen sich blicken

Der ausgelegte Lachs lockt zunächst jede Menge andere Waldbewohner an. Neben Raben und Möwen hat sich auch ein Adlerpärchen vom Geruch des Lachses anziehen lassen. Während wir noch damit beschäftigt sind, einen Adler im Flug zu fotografieren, werden wir plötzlich von Anna auf den ersten Bären am Waldrand aufmerksam gemacht.

Bärenbeobachtung in Finnland Braunbär am Waldrand

Tatsächlich!! Ein frei lebender Bär in seinem Lebensraum – unglaublich… Und obwohl der Braunbär noch gar nicht richtig zu sehen ist, fotografieren wir alle wie die Weltmeister. Es dauert nicht lange und ein weiterer Braunbär erscheint im Abendlicht. Langsam verlieren sie offensichtlich ihre Scheu, die Verlockung des Lachses ist einfach stärker. Anna weiß genau, wie die Bären heißen und erzählt uns lustige Geschichten über die Beiden.

Aber damit nicht genug, jetzt nähern sich gleich noch zwei Jungtiere der Lichtung. Die sind so putzig, dass man sie am Liebsten knuddeln möchte. Währen einer der Bären bereits ein wohltuendes Moorbad nimmt und der Andere sich den Lachs schmecken läßt, sind die Jungtiere sehr vorsichtig. Anna berichtet uns, dass diese Bären noch sehr jung sind, aber bereits von der Mutter in die Wildnis entlassen wurden. Damit sind sie ohne Schutz und müssen sich sogar vor den ausgewachsenen Bären in Acht nehmen.

Plötzlich erleben wir noch ein weiteres Highlight und selbst Anna freut sich ganz offensichtlich: Eine Bärenmutter mit ihren zwei Jungen kommt aus einer anderen Richtung auf die Sumpfwiese getrottet. Herrlich, diese kleine Familie zu beobachten. Während sich die “Kleinen” satt fressen, läßt die Mutter ihre Schützlinge nicht aus den Augen. Wir können unser Glück kaum fassen.

Sieben wilde Bären genießen direkt vor uns den Sommerabend

Mittlerweile sehen wir sieben Bären gleichzeitig. Ein wunderbarer Augenblick, um die ganze Szenerie richtig auf sich wirken zu lassen. Voller Ehrfurcht und Faszination bewundern wir das Treiben vor unserer Schutzhütte. Dazu haben wir noch ausgesprochenes Glück mit dem Wetter. Die untergehenden Sonne taucht die in Landschaft in ein zunehmend warmes Licht.

Doch auf einmal ertönt ein lautes Brummen aus dem Wald. Anna weiß sofort, wer jeden Moment aus dem Wald treten wird. Selbst unter den anderen Bären macht sich Unruhe breit, und Einige – besonders die Jungtiere – verschwinden sogar wieder im schützenden Wald. Dann erscheint ER: Der Bär der Bären – der Big Boss mit den Namen “Big One”. Das ist der größte und stärkste Braunbär in den hiesigen Wäldern. Vor ihm nehmen sich alle Anderen in Acht. Ein beeindruckendes, unfassbar großes Exemplar.

Erhaben trottet er der Lichtung entgegen, richtet sich auf, um sich einen Überblick zu verschaffen und schnuppert in die Luft. Der ausgelegte Lachs ist für ihn schnell gefunden. Nachdem er sich satt gefressen hat, verschwindet er so plötzlich, wie er aufgetaucht war. Die anderen Bären trauen sich zurück und im Schlamm gibt es ein abendliches Spektakel.

Bei so vielen Bären wird uns doch etwas mulmig. Immerhin gehen wir schon bald 200 Meter durch den Wald zurück zum Parkplatz.

Wusstest du eigentlich, dass….?

  • ein ausgewachsenes Männchen stolze 300 Kilogramm auf die Waage bringen kann?
  • die Bären über einen sehr guten Geruchssinn verfügen aber nicht besonders gut sehen können?
  • ein Bär etwa 20000 Kalorien täglich benötigt um sich genügend Winterspeck anzufressen?
  • die Bären von September bis März Winterschlaf halten?
  • der Braunbär auch das finnische Nationaltier ist?
  • es in der finnischen Sprache unglaubliche 200 Bezeichnungen für das Nationaltier gibt?
  • in Finnland derzeit etwa 2000 Bären in freier Wildbahn leben?
Ein junger Bär auf unserer Bärenbeobachtung in Finnland

Die Zeit vergeht wie im Flug und wir sind traurig, als wir auf die Uhr blicken. Ein unvergesslicher Abend geht schon bald zu Ende. Nach zigtausend Bildern und einigen Videosequenzen packen wir unsere Ausrüstung zusammen. Alle anderen Teilnehmer sind ebenso wie wir schier überwältigt von den Erlebnissen auf dieser Bärenbeobachtung in Finnland. Wir haben hier, irgendwo im Nirgendwo, tatsächlich stundenlang wilde Bären beobachten können.

Ein Pärchen aus unserer Gruppe bleibt allerdings in der Hütte zurück. Sie haben die Safari-Option für die ganze Nacht gebucht und legen sich nun erst einmal schlafen. In der Morgendämmerung werden die Beiden wahrscheinlich noch einmal das Glück haben und die Bären wiedersehen. Wir verabschieden uns, bevor es zurück zum Auto geht. Wie befürchtet, ist es für uns etwas unheimlich. Nicht, das auf einmal “Big One” vor uns steht….

Als wir den Parkplatz sicher erreichen, bedanken wir uns bei Anna für die tolle Zeit, die fesselnden Geschichten und die vielen Informationen. Sie hat uns mit dieser abendlichen Bärenbeobachtung in Finnland einen unvergesslichen Abend beschert.

Informationen zur Bärenbeobachtung in Finnland bei Kuusamo:

Beobachtungssaison ist vom 1.5. – 31.9.
120 Euro pro Person und Abend von 18.00 – 22.00 Uhr (im September startet die Beobachtung bereits früher)
170 Euro pro Person und Nacht von 18.00 Uhr bis zum nächsten Morgen
Personen unter 18 Jahren bekommen die Safari zum halben Preis (Preise Stand September 2020)
99% Sichtungsgarantie – sollte man wider Erwarten kein Glück haben, bekommt man kostenlos eine weitere Chance
Nach Möglichkeit sollte in der Hütte dunkle Kleidung getragen werden
Wegen der scheuen Bären sollte man auf Parfüm und Mückenspray verzichten
Für den Aufenthalt in der Hütte kann man sich etwas zum Essen und Trinken mitbringen
Zum Anbieter der Bärenbeobachtung

Unsere Tipps & FAQ für die besten Bilder deiner Bärenbeobachtung

Genereller Tipp für die Fotografie in vergleichbaren Situationen: Nutze die schnelle Serienbildfunktion deiner Kamera. So wirst du zwar im Nachhinein einige Bilder auszusortieren haben und benötigst erst einmal mehr Platz auf der Speicherkarte. Aber mit hoher Wahrscheinlichkeit bekommst du auf diese Weise sehr schöne Schnappschüsse und tolle Bilder von deiner Bärenbeobachtung in Finnland.


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Autor / Autoren:

Conny und Sirko

Conny und Sirko

„Ja, wir lieben dieses Land…“- so beginnt die norwegische Nationalhymne, und ja, auch wir – Conny & Sirko – lieben dieses Land, die Einwohner, die grandiose Landschaft, den Frieden und die Ruhe, die wir dort und in ganz Skandinavien finden. Wir waren inzwischen über dreißig Mal im Norden unterwegs – zu verschiedenen Zeiten, in vielen Regionen und in allen Variationen. Unseren Reiseblog Nordlandblog entwickeln und schreiben wir mit viel Liebe und Herzblut, denn so haben wir die Möglichkeit, uns das permanente Fernweh nach dem Norden von der Seele zu schreiben und euch hoffentlich ebenfalls dafür zur begeistern. Also: Kurs auf Norden !

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