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Reif für die Insel: Maakalla – ein Paradies inmitten der Ostsee

Titelbild Insel Maakalla Ostseeküste Finnland

Bereits der leicht exotische Name der kleinen Insel klinkt gleichermaßen verlockend und irgendwie vielversprechend: Maakalla. Dabei ist Maakalla entgegen aller Vermutungen keine unbekannte Südseeinsel mit Palmen und schneeweißem Strand im karibikblauem Wasser. Dennoch erscheint das Eiland auf seine Weise als kleines Paradies und verspricht nicht weniger Entspannung als die meisten Kalenderblatt-Idyllen fernab unserer Zivilisation.

Fast etwas verloren liegt Maakalla, nur wenige Kilometer von den Sanddünen Kalajokis an der finnischen Westküste entfernt, inmitten der Ostsee. Bis heute sind spannende Geschichten über und um diese Insel überliefert – von Piraten, Fischern und einer ganz besonderen Community unserer Tage. Da müssen wir hin….

Überfahrt nach Makkalla

So sitzen wir bereits am nächsten Tag bei strahlendem Sonnenschein an Bord des 12-sitzigen Bootes “KIIRA”, welches im Sommer, täglich um 11.00 Uhr, einige Tagesgäste und Lebensmittel hinaus nach Maakalla bringt.

Bootsfahrt auf die Insel Maakalla Ostseeküste Finnland

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Nach der knapp einstündigen Überfahrt erscheint die Insel am Horizont. Zunächst nur als kleiner Fleck, umgeben vom Wasser der Ostsee. Gespannt, was uns wohl auf diesem abgeschiedenen Flecken Erde erwartet, legen wir am Kai von Maakalla an und gehen an Land.

Sofort begeistern uns die Ruhe, die angenehme Abgeschiedenheit sowie die charmante Ursprünglichkeit. Eine Oase auf dem Meer. Es ist zugleich etwas unheimlich – als könnten jeden Moment die ursprünglichen Bewohner der alten, pittoresken Hütten zurückkommen. Die Zeit scheint auf der Insel Maakalla still zu stehen. Nur ein paar finnische Flaggen flattern in der leichten Brise, die über die Ostsee weht. Die rote Farbe der Holzhäuser leuchtet im klaren, unbeschreiblichen Licht, welches dieser Szenerie fast eine kitschige Schönheit verleiht.

Ankunft auf der Insel Maakalla Ostseeküste Finnland

Die Geschichte der Ostseeinsel Maakalla

Maakalla entstand aufgrund einer Landhebung vor gerade mal etwa 600 Jahren. Als die Insel erstmals entdeckt wurde, ließen sich dort alsbald einige Fischer nieder. Vor allem im Sommer fischten sie Heringe oder gingen auf Robbenjagd. Seitdem war die Insel eine wichtige Basis für die Fischer in der Ostsee und hatte besonders in der Zeit des Heringsfangs eine große Bedeutung für die umliegenden Länder.

Umso größer war die Sensation, die sich im Jahr 1717 ereignete. Finnland stand damals noch unter schwedischer Herrschaft und der herrschende König Adolf Fredrik erteilte der kleinen Insel aufgrund der isolierten Lage einen Sonderstatus zur Selbstverwaltung. So waren die dort ansässigen Fischer fortan berechtigt, alle Entscheidungen in Bezug auf die Insel allein zu treffen. Fangrechte, Gesetze und andere regeln wurden seitdem gemeinsam verabschiedet und durchgesetzt.

Das Besondere daran ist, dass dieser Status formal nie aufgehoben wurde und daher im Übrigen bis heute existiert. Mitten auf der Insel, an einem großen, flachen Felsen versammeln sich jeden Sommer die Fischer, die meistens nur noch in den Sommermonaten aktiv sind, um über grundlegende Dinge auf der Insel zu entscheiden. Hier wird noch echte Demokratie gelebt, die vielleicht ein Vorbild für viele Teile der Welt sein kann. Vorort auf Makalla fällt es einem nicht schwer, sich die Fischer vorzustellen: Wie sie über verschiedene Themen diskutieren und zum Schluß einen Konsens finden müssen.

Sommeridylle auf der Insel Maakalla Ostseeküste Finnland

Unterwegs auf der Insel Maakalla

Es dauert eigentlich nur wenige Minuten, um auf Maakalla von einer Seite auf die Andere zu gelangen. Die Fläche der kleinen Insel umfasst etwa 20 Hektar, auf der es einige Lagerhäuser und knapp über 40 Fischerhütten gibt. Diese werden heute zum Teil an Touristen vermietet. Außerdem gibt es eine bizarre Kirche, die eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Schiff hat. Kein Wunder, denn sie wurde von Fischern und Schiffsbauern errichtet.

Beim Betreten der Kirche hat man den Eindruck, als würde man in den Rumpf eines Schiffes gelangen. Im Innenraum fällt einem zudem sofort das Modellschiff auf, welches anstelle des üblichen Kreuzes seinen Platz gefunden hat. Die Kirchenbänke stehen dicht an dicht beieinander, da ja in der Spitze bis zu 200 Fischer hier Platz finden sollten.

Einen tollen Gesamtüberblick über die gesamte Inselwelt gewinnt man vom hölzernen Aussichtsturm, der sich in unmittelbarer Nähe zur Kirche befindet. Bei guter Sicht kann man in der Ferne sogar das finnische Festland sowie die noch kleinere Nachbarinsel Ulkokalla ausmachen.

Maakalla – fernab der Instagram Hotspots

Zugegeben – auf Maakalla gibt es keine populären Hotspots im eigentlichen Sinn und auch keine typischen Instagram-Locations. Gott sei Dank möchte man fast sagen… Es ist ein Ort auf dieser Welt, den man einfach so erleben und genießen muß wie er ist. Eine Zeitreise in das zum Teil harte Leben der Fischerfamilien, die den Launen der Ostsee ausgesetzt waren und deren Hauptnahrungsmittel aus Fisch bestand.

Heute lebt nur noch ein Fischer ganzjährig fest auf der Insel. Die anderen Bewohner und Fischerfamilien haben das harte Leben auf dem Eiland hinter sich gelassen und sind, zumeist auf der Suche nach einem einfacheren Leben, auf das Festland gezogen. Wir sind sehr froh darum, dass sie uns hier viele ihrer Erinnerungen zurückgelassen haben, die uns einen authentischen Eindruck dieser kleinen Welt vermitteln.

Wer hier lebt oder seinen Urlaub verbringt, muss das Leben fernab unserer Gewohnheiten und moderner Standards mögen. Es gibt nach wie vor kein Restaurant, kein Geschäft und keine Frischwasserversorgung. Bis vor wenigen Jahren mussten die Insulaner auch ohne Strom auskommen, der nun zumindest mit einigen Solarzellen erzeugt wird.

Eiland inmitten der Ostsee - Insel Maakalla Ostseeküste Finnland

Hat man vor, einige Tage auf dieser Insel in einem Ferienhaus zu verbringen, muss man sich auf diese Gegebenheiten einstellen. Das bedeutet unter anderem, genau zu überlegen und zu planen, welche Dinge wichtig sind und benötigt werden. Im Gegenzug erlebt man eine abrupte Entschleunigung, eine fast vergessene Konzentration auf das Wesentliche, keine Hektik, keine piependen Smartphones und keinen Lärm. Nur salzige Meeresluft und Entspannung….

Frisch geräucherter Hering zum Mittagessen

Wir folgen dem Weg zu den kleinen Lagerhütten auf der anderen Seite der Insel. Dort steigt Rauch auf uns es reicht unglaublich lecker nach Geräuchertem. Als wir näher kommen, erblicken wir einen alten Mann, der – wie wir später erfahren – seit 50 Jahren jeden Sommer für drei Monate auf “seiner” Insel den Fisch, den die Fischer an diesem Tag gefangen haben, räuchert.

Der grauhaarige Mann heißt Pasi, ist ein absolutes Unikat und könnte scheinbar sofort in jedem Hollywood-Film als Seefahrer mitspielen. Er strahlt eine unglaubliche Ruhe aus und ist – so scheint es jedenfalls – mit seinem Leben völlig im Reinen.

Bootshäuser und Hafen auf der Insel Maakalla Ostseeküste Finnland

Er zeigt uns, verschmitzt lächelnd, seine wichtigste Ausrüstung zum Überleben auf der Insel: Eine Schwimmweste für die obligatorische Flasche Rum, falls diese mal ins Wasser fällt bzw. über Bord geht. So eine Flasche Rum hat hier seit Jahrhunderten in gewisser Weise mehr Wert, als das neueste iPhone oder andere Gerätschaften. Fantastisch!

Wir merken erst jetzt, wie hungrig wir eigentlich sind. Deshalb kaufen wir dem freundlichen Mann etwas von seinem frisch geräucherten Fisch ab. Völlig unkompliziert kann man sich hier, mit einer Kasse des Vertrauens, bedienen. Es duftet lecker und wir freuen uns auf die leckere Mahlzeit. Doch bei einem Fisch soll es nicht bleiben…. Beinahe alle holen sich einen Nachschlag, auch wir – denn das ist der besten Räucherfisch, den wir bisher genießen durften. Da kommt kein Delikatessen-Geschäft oder Edelrestaurant auf dem Festland mit.

Abschied nehmen…

Nach dem zweistündigen Aufenthalt auf Maakalla geht es mit dem Boot zurück zum Festland. Etwa wehmütig und nachdenklich sitzen wir an Bord. Wir lassen nicht nur Pasi und seine Insel zurück, sondern verspüren auch eine gewisse Traurigkeit darüber, dieses kleine friedliche Paradies zu verlassen. In nur einer Stunde sind wir zurück in der “normalen” Welt und dem Alltag des Festlandes. Dennoch fahren wir auch mit der Gewissheit zurück, dass es diese Oasen der Ursprünglichkeit immer noch gibt – man muss sie nur entdecken…

Anreise zur Insel Maakalla

Wir besuchten die Insel mit dem Unternehmen Kiira-laiva. Das Boot “KIIRA” bietet 12 Personen Platz und verkehrt im Sommer zwischen der finnischen Ostseeküste und Maakalla. Täglich um 11 Uhr legt das Boot im Hafen Keskuskari ab, sofern mindestens 4 Reisende übersetzen möchten.

Bootscrew auf der Überfahrt zur Insel Maakalla Ostseeküste Finnland

SeaKalajoki bietet ebenfalls Überfahrten zur Insel Maakalla an. An Bord des Bootes finden 8 Personen Platz. Die Abfahrt erfolgt ebenfalls im Hafen Keskuskari in Kalajoki.


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Autor / Autoren:

Conny und Sirko

„Ja, wir lieben dieses Land…“- so beginnt die norwegische Nationalhymne, und ja, auch wir – Conny & Sirko – lieben dieses Land, die Einwohner, die grandiose Landschaft, den Frieden und die Ruhe, die wir dort und in ganz Skandinavien finden. Wir waren inzwischen über dreißig Mal im Norden unterwegs – zu verschiedenen Zeiten, in vielen Regionen und in allen Variationen. Unseren Reiseblog Nordlandblog entwickeln und schreiben wir mit viel Liebe und Herzblut, denn so haben wir die Möglichkeit, uns das permanente Fernweh nach dem Norden von der Seele zu schreiben und euch hoffentlich ebenfalls dafür zur begeistern. Also: Kurs auf Norden !

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