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ISO, Brennweite & Co. – Wie du bei unzähligen Kameraeinstellungen ganz einfach den Überblick behältst

Photo für den Blog zu den optimalen Kameraeinstellungen

Sollte man bei Gegenlicht fotografieren? Mit welcher Blendenöffnung macht man am besten Nachtaufnahmen? Was sind die optimalen Kameraeinstellungen? Und überhaupt, wozu dienen die Blende und die ISO-Werte? Zu wissen welche Kameraeinstellungen man in welcher Situation benötigt ist gar nicht so einfach.

Intelligente Automatik für Fotografie-Anfänger

Natürlich gibt es mittlerweile viele Kameras – insbesondere für Anfänger gedacht – die dir diese Einstellungen abnehmen und über Automatikprogramme verfügen. So musst du nur im intelligenten Automatikmodus fotografieren und die Digitalkamera entscheidet selbst welche Einstellungen benötigt werden.

Kamera
Foto: Pexels.com

Wenn du allerdings die geeigneten Werte selbst einstellst, hast du mehr Einfluss darauf, wie deine Fotos letztendlich aussehen. Außerdem macht es viel mehr Spaß an der Kamera herumzuspielen und zu verstehen, wozu welche Einstellung dient. Und eigentlich ist es auch gar nicht so kompliziert über die manuelle Einstellung die geeigneten Werte für jede entsprechende Situation einzustellen.

In diesem Artikel möchten wir dir zunächst eine Übersicht der verschiedenen Kameraeinstellungen geben und erklären, was die Blende, ISO-Werte, Brennweite etc. sind. Im zweiten Teil haben wir einige Eselsbrücken rund um die Kameraeinstellungen zusammengestellt. Damit wissen auch Fotografie-Neulinge welche Einstellungen in welcher Situation getroffen werden müssen.

Was sind Blende, Belichtungszeit, ISO-Wert und Brennweite?

Mit der Blende bezeichnet man die Öffnung im Objektiv durch welche Licht auf den Bildsensor fällt. Je nachdem wie weit man die Blende öffnet oder schließt, wird entweder mehr oder weniger Licht durchgelassen.

Mit steigendem Blendenwert verringert sich die Blendenöffnung. Wenn ein Foto überbelichtet ist, wurde zu viel Licht durchgelassen. Ist ein Foto zu dunkel, zu wenig. Außerdem reguliert die Blende die Schärfentiefe im Foto. Diese nimmt zu, je weiter die Blende geschlossen wird.

Die Verschluss- oder auch Belichtungszeit regelt wie lange Licht auf den Bildsensor fällt. Je länger die Verschlusszeit ist, desto höher ist die Gefahr, dass die Bilder verwackeln. Daher sollte bei längerer Belichtungszeit ein Stativ benutzt werden. Die unterschiedlichen Verschlusszeiten haben verschiedene Auswirkungen auf das letztendliche Foto.

Kurze Verschlusszeiten „frieren“ schnelle Bewegung ein, bei längeren Belichtungszeiten werden Bewegungen durch Verwischen dynamischer dargestellt. Man kann daher grob sagen, dass lange Belichtungszeiten eher bei bewusst gewollter Unschärfe (z.B. fließendes Wasser) oder schlechten Lichtverhältnissen (z.B. Nachtaufnahmen) und kurze Belichtungszeiten bei schnellen Bewegungen (z.B. Sport oder Tieraufnahmen), viel Licht (z.B. am Strand oder bei Schnee) und langen Brennweiten gewählt werden.

Die ISO-Werte drücken die Lichtempfindlichkeit des Sensors aus. Geringe Werte wie 200 oder weniger sind dabei gut geeignet, um Fotos bei guten Lichtverhältnissen zu machen. Zum Beispiel an sonnigen Tagen im Freien. Wenn die Lichtverhältnisse jetzt aber ein wenig schlechter werden, kannst du entweder die Blende weiter öffnen, die Belichtungszeit verlängern oder eben die ISO-Werte höher stellen.

Normalobjektiv
Foto: Pexels

Je höher der ISO-Wert ist, desto lichtempfindlicher reagiert der Sensor. ISO 400 – 800 werden oftmals für Innenräume oder bewölkte Tage genutzt, Werte ab 1600 kommen meist bei schlechten Lichtverhältnissen zum Einsatz. Bedenke allerdings dabei, dass mit steigender ISO-Anzahl verstärkt Bildrauschen entsteht und du auf deinen Bildern je nach Kameraqualität einen mehr oder weniger starken Detailverlust feststellen kannst.

Die Brennweite bezeichnet im Grunde genommen die Entfernung zwischen dem Brennpunkt und der Linse. Dabei gilt: Je größer die Brennweite desto kleiner der Bildausschnitt. Ein Normalobjektiv hat eine Brennweite von 50mm, dieser Wert entspricht ungefähr dem Blickwinkel des menschlichen Auges, daneben gibt es noch Weitwinkelobjektive und Teleobjektive. Welche Brennweite du letztendlich nutzt hängt von deinen eigenen Vorlieben ab.

Merken leicht gemacht: fotografische Weisheiten für‘s richtige Fotografieren

Soviel zu den Begriffserklärungen. Jetzt fragst du dich vielleicht, wie du dir diese relativ umfangreichen Informationen merken kannst. Dafür haben wir dir ein paar schöne und lustige Eselsbrücken zusammengesucht. So kannst du dir ganz einfach merken, welche Einstellung du wann brauchst.

  1. Kein Blitz dabei – Blende 2.
  2. Wenn die Lichtverhältnisse schlecht sind und du keinen Blitz hast, solltest du die Blende relativ weit öffnen. So trifft viel Licht auf den Sensor.
  1. Schnelles Tier – Blende 4.
  2. Ist die Blende weiter geöffnet, verringert sich die Verschlusszeit. Dadurch werden schnelle Bewegungen „eingefroren“.
  1. Blende unter 3 – Hintergrund Brei.
  2. Besonders hilfreich ist diese Einstellung bei der Porträtfotografie. Die geringe Tiefenschärfe sorgt dafür, dass die Person im Vordergrund scharf gestellt ist und sich vom Hintergrund abhebt.
  1. Wenn die Sonne lacht, nimm Blende 8.
  2. Bei viel Sonne sollte die Blendenöffnung relativ klein sein (f8.0), damit nicht zu viel Licht auf den Sensor trifft. So wird das Foto nicht überbelichtet. Diese Einstellung kannst du auch sehr gut beim Fotografieren im Schnee oder am Strand nutzen.
  1. Blende 8 auch bei Nacht.
  2. Um eine gleichmäßige Tiefenschärfe auf deinem Foto zu haben, sollte die Blende bei Nachtaufnahmen mindestens auf f8.0 stehen. Zusätzlich sollte die Belichtungszeit relativ lang sein – vergiss das Stativ nicht! Ansonsten besteht Verwacklungsgefahr.
  1. Willst du fließende Seide sehen, musst du die Verschlusszeit aufdrehen.
  2. Damit beim Fotografieren von Wasserfällen & Co. das Wasser wie fließende Seide aussieht, musst du mit langer Belichtungszeit fotografieren.
  1. Fast schon Nacht – Blende 2,8.
  2. Bei schlechten Lichtverhältnissen muss die Blende weit geöffnet sein, damit die Aufnahmen nicht verwackeln und viel Licht auf den Sensor trifft.
  1. Geht im Sucher keine Sonne auf, hast du noch den Deckel drauf.
  2. Passiert jedem Mal..
  1. Ist kein Bildstabilisator verbaut, wird das Bild freihand versaut.
  2. Damit deine Fotos auch ohne Stativ scharf werden, sollte deine Kamera auf jeden Fall einen Bildstabilisator enthalten. Dieser wirkt dem Verwackeln der Bilder entgegen.
  1. Änderst du die Position, wirkt das Bild ganz anders schon.
  2. Ein Perspektivenwechsel hat beim Fotografieren noch nie geschadet. Dadurch verändert sich die Sicht auf dein Motiv und du stellst vielleicht fest, dass die neue Perspektive sich viel besser für dein Foto eignet.

Die ideale Kameraeinstellungen gibt es nicht

Wahrscheinlich hast du beim Lesen des Blogartikels bereits gemerkt, dass es nicht die idealen Kameraeinstellungen gibt. Es hängt von den Lichtverhältnissen, dem Wetter, der Perspektive, dem Motiv und vielen anderen Dingen ab, mit welchen Einstellungen man fotografiert. Dennoch weißt du jetzt wie du unter- oder überbelichtete Fotos vermeiden kannst und welche Kameraeinstellung du verändern kannst, wenn du mit deinem Foto-Ergebnis unzufrieden bist.

Kameralinse
Foto: Pexels.com

Als Tipp können wir dir noch eine Sache mit auf den Weg geben: Schnapp dir deine Kamera und teste die verschiedenen Einstellungen einfach selbst! Wenn du das Gelesene praktisch anwendest, sind die Chance noch höher, dass du dich bei Bedarf an die Merksätze erinnerst und weißt welche Kameraeinstellung du wann benötigst. Außerdem macht selbst ausprobieren viel mehr Spaß als nur Lesen!

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Alexander Eser

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