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Ausgewandert nach Norwegen: Ein steiniger, aber lohnenswerter Weg

Skyline Panorama von Bergen Brygge (Hanseviertel) in Norwegen.

Norwegen als Ziel… Der Traum vieler Auswanderer wurde für mich wahr. In dieser Serie möchte ich Euch beschreiben wie es für mich begann.

ALLE TEILE MEINER AUSWANDER - STORY

”Alle Männer träumen; aber nicht in gleicher Weise. Diejenigen, die in der Nacht träumen, in den staubigen Winkeln ihrer Gedanken graben, erwachen zum Tage um herauszufinden, daß es nur Eitelkeit war; aber Träumer des Tages sind gefährliche Menschen, denn sie können ihre Träume mit offenen Augen sehen und so handeln, daß sie möglich werden.”

Ob man von Liebe sprechen kann, wenn es um ein Land geht, das obliegt wohl jedem selbst zu erfassen. Die Wahl des richtigen Wortes mag hier variieren und auch abhängig sein, vom jeweiligen persönlichen Standpunkt, aber schlußendlich fühlt man sich schon verbunden mit der Scholle auf der man aufwächst. Erinnerungen, Gerüche, die Dächer der heimatlichen Stadt und die Sprache machen es, daß man seine Identität an einem Platz verortet, an dem man die erste Zeit seines Lebens verbrachte, sich die Knie aufschlug oder das erste Mädchen küsste. Alles das bindet an einen Ort.

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Unzählige Varden (Steinpyramiden) im Jotunheimen. Ein Meer aus Steinen, an dem ich mitgewirkt habe.

Aber was bindet einen an ein anderes, ferneres Land? Ein Land, wo man eine andere Sprache spricht, die Gepflogenheiten verschieden sind, wo selbst die Gezeiten ein wenig anders verlaufen.

Seit jeher trieb es Menschen aus ihrer Heimat hinaus in die Fremde. Ob sie nun Reisende waren, oder für immer weggingen ist dabei unerheblich. Sie verließen Vertrautes um Neues zu entdecken. Unter ihnen sind Namen wie Alexander von Humboldt oder James Cook. Der erste namentlich genannte, richtige deutsche Auswanderer war Franz Daniel Pastorius, der 1683 die Erlaubnis erhielt, eine Gruppe deutscher Auswanderer in die neue Welt zu führen. Er löste damit eine der größten Wanderungsbewegungen seiner Zeit aus, welche in den darauf folgenden Jahrzehnten Hunderttausende dazu bewegte, Deutschland zu verlassen. In der Hoffnung auf ein anderes, besseres Leben standen sie auf den Planken der Schiffe, die gen Westen segelten. Was sie erwartete, wußten sie meist nicht.

Heute hingegen ist es ungleich leichter seinen Lebensmittelpunkt zu verlegen. Ein wenig Vorbereitung, Sprachstudium und etwas Kleingeld und man kann ein neues Leben in einem neuen Land beginnen. Das Internet macht die Vorabrecherche einfach und selbst die Sprache lernt man mittlerweile auf diese Weise. Auswandern ist mitunter kein sonderliches Abenteuer mehr, aber doch eine Herausforderung die es zu meistern gilt. Viele der potentiellen Auswanderer träumen vom Leben in Norwegen. Sie träumen von Stabilität und vor allem anderen vom Leben in einer wechselhaften, wunderbaren Natur, welche den Stress in den Ballungsräumen Europas vergessen läßt.

Ein vielleicht weniger bekanntes norwegisches Sprichwort lautet: ”Zwischen Fjord und Fjell findet sich immer ein Haus.” Nun, ein Haus war damals 2007 bei mir kein Thema. Norwegen jedoch hingegen schon. Aus mir unerfindlichen Gründen fand ich dieses Land schon länger sehr anziehend. Ob es der Bildband im Regal meiner Eltern war, oder die Dokumentation im Fernsehen – ich weiß es nicht mehr. Aber alles damals drehte sich um dieses Land.

Ich lebte in dieser Zeit in Bayern und das mir anvertraute Tagwerk war derart langweilig, daß ich beschloß geistig etwas tun zu müssen. Angesichts meiner nicht nachlassen wollenden Begeisterung, begann ich also Norwegisch zu lernen. Ein Selbstlernkurs sollte es tun und so begann eine Entwicklung, welche mich nun – beim Schreiben dieser Worte – in einem kleinen Cafe der westnorwegischen Stadt Bergen sitzen läßt.

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Der bekannte Vigelandpark in Oslo

Zugegeben: ans Auswandern dachte ich damals eigentlich noch gar nicht. Das änderte sich dann 2009, als ich das erste Mal nach Norwegen aufbrach. Eher zufällig kam ich vorher mit einem Freund zur Thematik Skandinavien ins Gespräch. Er besitzt eine international tätige Firma für Schallschutzbau und war damals in Oslo tätig. Ich erzählte ihm von meiner Begeisterung und er meinte, ich solle doch einfach mal raufkommen. Wohnen könne ich bei ihm für eine Weile. Ganz klar, diese Chance mußte ich nutzen und so ging es etwas später los. Im Ganzen war ich damals drei Wochen in Oslo. Ich hatte dabei nicht nur die Möglichkeit quasi zentral in Sichtweite des Königspalastes zu wohnen und die Stadt zu erkunden, ich machte auch viele Touren ins Umland; so zum Beispiel zum ”Ende der Welt” (verdens ende) südlich von Oslo, oder das Gudbrandsdalen hinauf. Auch kam ich damals das erste Mal in den Jotunheimen Nationalpark. Vor allem diese Ausfahrt war ein für mich derart beeindruckendes Erlebnis, daß ich beschloß, in dieses wunderbare Land auszuwandern.

Bis es jedoch soweit war, verging noch etwas Zeit. Wenngleich ich am liebsten sofort gegangen wäre, war es mir doch lieber, noch etwas mehr die Sprache zu lernen und das Land zu besuchen. Die folgenden Jahre waren dann in vielerlei Hinsicht ereignisreich. Was ich jedoch nie aus den Augen verlor, war dieses Land hoch im Norden. Jedes Jahr reiste ich einmal, meistens jedoch zwei- oder sogar dreimal hinauf. Während der übrigen Zeit in Deutschland widmete ich mich dem Lernen der Sprache, was sich als sehr langwierig erwies. Trotz des Belegens eines Sprachkurses an der Volkshochschule, fehlte es einfach an einer steten Möglichkeit Norwegisch auch zu sprechen. Ein Problem, das viele Lernenden haben. Ich las täglich norwegische Online-Medien und hörte mir über Internet den norwegischen Nachrichtenkanal NRK-Nyheter an. Irgendwann las und verstand ich, ohne Probleme zu haben. Nur das Sprechen ging nicht voran. Ein Manko, das sicher viele noch heute erleben, wenn sie sich befleißigen eine Sprache zu erlernen. Mir dünkte mehr und mehr, daß für das erfolgreiche Erlernen der letzte Schritt fehlt: das Auswandern. Ich fasste also einen Plan…

Wie es weitergeht und wie ich schließlich nach Norwegen gelangte, erfahrt ihr im zweiten Teil der Geschichte meiner Auswanderung.

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Thomas Villmannen

Norgesvenn, Träumer, Reisender und schreibwütiger Sachse, der seit 2013 im norwegischen Vestlandet ein Zuhause fand.

6 Kommentare

    • Hallo Denise,

      vielen Dank für deinen netten Kommentar. Wir sind ebenfalls schon gespannt auf den zweiten Teil der Story von Thomas. Wo soll es denn für euch im Sommer hingehen ? Liebe Grüße, Conny und Sirko

        • Hei Denise, schön, noch einmal von dir zu hören. Wir sind aktuell gerade in diesem Gebiet unterwegs und berichten täglich auf unserer Facebookseite davon. Vielleicht sind ja da noch einige Anregungen und Ideen für die eigene Tour dabei…. ? Besuche uns doch gern einmal auf der Nordlandblog Facebookseite. Falls sonst noch Fragen sind, dann melde dich sehr gern. Wir wünschen dir bereits jetzt eine fantastische Tour nach Norwegen und freuen uns, wieder von dir zu lesen und zu hören. Liebe Grüße, Conny und Sirko

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