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(1/7) Sechs Tage zu Fuß durch das Jotunheimen (Norwegen)

Bild mit Blick auf den See Gjende im Jotunheimen (Norwegen)

Folgt uns auf unserer spannenden Tour von Hütte zu Hütte im „Reich der Riesen“ (so die wörtliche Übersetzung für Jotunheimen)

Sehr oft ist es nicht mehr nachvollziehbar, wann, warum und in welchem Zusammenhang eine Idee entstand. So war auch bei uns irgendwann und irgendwie der Gedanke wie eingebrannt: Einmal die Hardangervidda, die grösste zusammenhängende Hochebene Europas, zu Fuß zu durchqueren – gepaart mit der Fragestellung: „Wann denn sonst, wenn nicht jetzt?“

Die Vorbereitungen

So begannen wir bereits 2012 ganz aufgeregt mit den Vorbereitungen für unser bis dato grösstes Abenteuer. Viele Menschen laufen wochenlang auf den Pilgerwegen dieser Erde, durchqueren zu Fuß die Kontinente oder trampen eben mal um die Welt – wir wollen dagegen „nur“ die einzigartigen Gebirgslandschaften in Norwegen noch besser kennenlernen, die fast unberührte Natur so nah und intensiv als möglich erleben, unsere eigenen Grenzen erfahren, die vielleicht letzte Wildnis Europas entdecken und Regionen erkunden, die wir nur zu Fuß erreichen können.

Im Vorfeld sind für uns viele Fragen zu klären: Zelt oder Hütte? Rundtour oder Rückfahrt mit dem Bus? Nord-Süd oder Ost-West Durchquerung? Alleine oder in einer Gruppe aufbrechen? Frühjahr, Sommer oder Herbst? Uns wird dabei schnell klar, dass eine Durchquerung der Hardangervidda mehr als nur eine Grenzerfahrung wäre und auch deshalb wohl nicht als Einstieg für uns geeignet ist.

Wir entscheiden uns daher nach vielen Überlegungen für eine andere, allerdings nicht weniger spannende Variante: Eine Rundtour von Hütte zu Hütte, nur ca. 85 Kilometer zu Fuß, durch das norwegischen Gebirge der Riesen (sinngemäße deutsche Übersetzung)  für das Jotunheimen. Im Anschluss wollen und werden wir noch einige Tage unterhalb der Gipfel, an den Ausläufern des Sognefjord, auf dem Anwesen Nes Gard verbringen, um uns zu erholen und einen Ausgleich zu schaffen.

Es gibt viel zu organisieren

Die notwendigen Vorbereitungen laufen. Eine Unterkunft auf Nes Gard reservieren, die Fährüberfahrten rechtzeitig und damit auch noch recht günstig buchen. Wie du zusätzlich bei deiner Fährüberfahrt sparen kannst,  haben wir in diesem Beitrag zusammengefasst. Außerdem benötigen wir Landkarten aus der Region und gute *Wanderkarten aus dem Jotunheimen. Unsere mögliche Routen beratschlagen und abwägen, alle bedienten Hütten auf der Tour anschreiben und sicherheitshalber Übernachtungen reservieren. Da wir in der Hochsaison während der norwegischen Schulferien unterwegs sein werden, ist das die sicherste Variante. Zudem ist unsere Ausrüstung teilweise noch zu erneuern oder zum Beispiel um Regenhosen, neue Wanderhosen, Trinksysteme und Stirnlampen zu ergänzen.

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Zahlen, Daten und Fakten zur Tour:

(1/7) Sechs Tage zu Fuß durch das Jotunheimen (Norwegen) - Trekking, Outdoor, Norwegen, Jotunheimen, Hüttentour - norwegen-wanderungen -
Leirvassbu: Eine bewirtschaftetet Hütte des norwegischen Wandervereins DNT ist unser „Basislager“
  • Ausgangspunkt: Fjellstue (Hütte) Leirvassbu – 61°32’55.44″N 8°14’53.29″O
  • Zielpunkt: Fjellstue (Hütte) Leirvassbu – 61°32’55.44″N 8°14’53.29″O
  • Höhenunterschied: im Schnitt täglich zwischen 600 und 1000 m
  • Niedrigster und höchster Punkt: 987 Meter und 1577 Meter über dem Meeresspiegel
  • Länge / Entfernung: 85 Kilometer in Summe / Tagesetappen im Schnitt 15 Kilometer
  • Dauer: Tagestouren zwischen 4 und 7 Stunden – ca. 6 Tage total
  • Beste Zeit / Saison: Juli – September (Hochsaison in Norwegen bis Mitte August)
  • Schwierigkeitsgrad: MITTELS (BLAU) = Strecke mit mittlerer Belastung für Personen mit etwas Erfahrung im Gelände und mittelmäßigem Training, Wege mitunter steinig und nass, Wanderausrüstung erforderlich, eventuell steile und hochgelegene Wegstellen, Länge maximal bis zu 10 Kilometer und Höhenunterschiede von maximal 600 Metern, keine weiteren Hilfsmittel oder spezielle Ausstattung nötig

Gedanken zur Tour

Die Bilder und Texte in diesem und den folgenden Teilen unserer Tour sprechen für sich. Sie erzählen von einem für uns einmaligen und unvergesslichen Abenteuer. Einer echten Grenzerfahrung und damit einer unserer ganz besonderen Touren, die in jedem Fall mehr war als nur irgendeine, wenn auch besonders schöne, Wanderung. Meistens stundenlang allein mit uns, dem Wetter ganztägig ohne Schutz ausgesetzt. Einige Male waren wir fast vorm Verzweifeln – so wird eine Tour auch schnell zur Auseinandersetzung mit sich selbst.

Sehr schnell verschieben sich die Relationen und Bedürfnisse gegenüber dem sonst gewohnten Alltag. Ein Dach über dem Kopf, ein trockener Schlafplatz für die Nacht, ein wärmender Ofen und etwas zum Essen – nur das braucht der Mensch wirklich und nur darum geht es dann irgendwann noch. Eine Dusche mit warmen Wasser, eine „richtige“ Toilette und einen eigenen Schlafraum empfinden wir so voller Dankbarkeit als puren Luxus.

Eine Tour voller Emotionen – eine Tour, die wir nie vergessen werden

Wir dürfen eine fantastische, fast unberührte Natur erleben, treffen in den Hütten durchweg auf freundliche und sympathische Menschen, staunen über Wetter- und Naturphänomene, fühlen uns einerseits so klein in dieser grandiosen Kulisse und andererseits so groß, weil wir diese Tour tatsächlich machen und offensichtlich bewältigen. Wir wandern, klettern, laufen, stolpern, fluchen, lachen, genießen, entdecken, balancieren, quälen uns, schweigen und freuen uns jeden Morgen auf den neuen Tag mit seinen Erlebnissen – wir leben….

In Summe 85 Kilometer im Hochgebirge Jotunheimen, 5 Hütten (Leirvassbu, Olavsbu, Gjendebu, Memurubu, Glitterheim, Spiterstulen), etliche Höhenmeter und sechs Tage am Stück bei jedem Wetter zu wandern. Das liegt schon lange hinter uns und wir schauen mit einem leicht verklärten Blick zurück. Mit unseren Beiträgen wollen wir mit euch gemeinsam noch einmal aufbrechen – und wünschen uns, wie euch viel Spaß dabei…

Bild mit Landkarte in der die Stationen der Rundtour durchs Jotunheimen markiert sindUnsere Tour über 85 Kilometer mit den einzelnen Abschnitten

In sechs weiteren Beiträgen stellen wir euch die einzelnen Etappen unserer Tour vor und berichten von den Erlebnissen während dieses Trips. Die erste Etappe führt uns vom Ausgangspunkt Leirvassbu zur Olavsbu (DNT Hütte)

Conny und Sirko

„Ja, wir lieben dieses Land…“- so beginnt die norwegische Nationalhymne, und ja, auch wir – Conny & Sirko – lieben dieses Land, die Einwohner, die grandiose Landschaft, den Frieden und die Ruhe, die wir dort und in ganz Skandinavien finden. Wir waren über zwanzig Mal im Norden unterwegs – zu verschiedenen Zeiten, in vielen Regionen und in allen Variationen. Die Idee für diese Homepage kam uns im letzten Jahr, denn so haben wir die Möglichkeit, uns das permanente Fernweh nach dem Norden von der Seele zu schreiben und euch hoffentlich dafür zur begeistern. Also: Kurs auf Norden !

11 Kommentare

  • Hei hei Conny und Sirko,

    Vielen Dank für diesen tollen Reiseblog mit realistischen Beschreibungen und tollen Bildern. Die von euch beschriebenen Höhepunkte und Tiefpunkte kennen wir auch.

    Nachdem wir schon 3x in der Hardangervidda und 1x in Rondane unterwegs waren, sind wir jetzt etwas größenwahnsinnig geworden und machen uns bald auf den Weg nach Jotunheimen. Da wir beide 60+/70+ sind nutzen wir auf jeden Fall die Möglichkeit unsere großen Rucksäcke mit dem Boot zur nächsten Hütte zu transportieren und manchmal auch uns selbst. Unsere Route: Gjendesheim-Memurubu-Gjendebu-Fondsbu-mit dem Boot nach Bygdin. Um uns besser regenerieren zu können bleiben wir auf jeder Hütte mehrere Tage und machen dort Tagestouren. So können auch ältere Menschen mit nicht mehr ganz taufrischen Gelenken, dieses herrliche Land genießen. Vielleicht kann ich hiermit andere Leute Mut machen so ein Abenteuer zu wagen. Aber: ohne Training vorab geht`s nicht.
    Und: das Gehen in Norwegen ist anders und viel anstrengender. Deswegen finde ich euer Tipp die Tagestouren -wenn möglich- nicht länger als 10 km zu machen auch sehr realistisch. Stimmt überein mit unseren Erfahrungen.
    Liebe Grüße,
    Lia

    • Hei Lia,

      wir danken dir / euch ganz lieb für das tolle Feedback und die Bestätigung unserer Einschätzung bzw. unserer Eindrücke. In jedem Fall haben wir auch für unsere nächste Tour einiges an Erfahrungen mitgenommen, die sich wiederum auch mit den Empfehlungen von euch decken: Wir wollen und werden das nächste Mal einige Ruhetage einplanen und nicht jeden Tag für neue Etappen vorsehen. Das schafft einen Ausgleich und nimmt etwas Stress aus der Tour, da man nicht unbedingt los wandern „muss“. Sehr gern berichten wir dann hier wieder darüber, denn die Planungen für die Tour laufen bereits… 🙂

      Jetzt erst einmal liebe Grüße aus Dänemark,

      Conny und Sirko

  • Hallo ihr Lieben.
    Ich bin gerade in Norwegen uns möchte gerne am Wochenende die Tour durch den Jotunheimpark beginnen. Allerdings bin ich gerade alleine unterwegs und würde sehr gerne mit jemanden zusammen die Tour starten. Kennt ihr Seiten auf denen man kurzfristig Partner finden kann, bzw. denkt ihr, auch alleine ist die Wanderung machbar? Ich bin nur etwas wander erfahren, aber ein großer Bergfan. Bin mir aber nicht sicher, ob diese Tour nicht doch zu herausfordernd ist. SInd die Wegkennzeichen immer gut sichtbar? Kann ich leicht verloren gehen? 😉 Wäre um Tipps sehr dankbar. Außerdem hatte ich vor die Tour ab Gjendesheim zu starten. Ist das auch möglich?

    Lieben Gruß und danke im Voraus,
    Hannah

    • Hallo Hannah,

      vielen Dank für deinen Kommentar und dein Interesse. Zu deinen Fragen: Da jetzt in Norwegen die Hauptsaison (geht noch bis Mitte August) ist, kannst du sicher sein, nicht verloren zu gehen. Das heißt, du wirst nicht alleine unterwegs sein und wenn du magst, sogar ziemlich sicher Gleichgesinnte oder Wanderer mit dem gleichen Ziel treffen, mit denen du gemeinsam gehen kannst. Das ist in Norwegen ganz unkompliziert und mittlerweile gehen auch viele Menschen aus anderen Ländern diese Touren. Dazu sind die Wege gut ausgeschildert und somit besteht keine Gefahr. Man kann / soll sich auch in den Hütten abmelden, wenn man losläuft und ankündigen, wo man am Abend sein will bzw. ankommen wird. Somit haben die Hütten auch einen Überblick, falls oder wenn nach jemanden gesucht werden muss. Du kannst auch vom Gjendesheim starten und entweder über den Besseggen zum Glitterheim gehen (sehr schwierig und nicht zu empfehlen), oder über den Besseggen zur Memurubu laufen (auch sehr schwierig zu gehen) und von dort die Runde in entgegengesetzter Richtung laufen. Alternativ fahren vom Gjendesheim auch Boote, mit denen du zur Gjendebu oder zur Memurubu mitfahren kannst – zwei Hütten auf unserer Tour. Das solltest du machen. Also alles kein Problem… 😉 🙂
      Wir wünschen dir in jedem Fall „GOD TUR“ und hoffen, du kannst diese Dinge erleben. Liebe Grüße, Conny und Sirko

    • Wow vielen Dank, das hört sich gut an!
      Dann werd ich mich trauen und einfach loslaufen. Wie teuer ist die Fähre nach Gjendebu und kann ich das Ticket vor Ort in Gjendesheimen kaufen? Und eine Karte auch von der Gegend?
      Lieben Gruß an euch und danke für die Tipps 😉
      Hannah

    • Hallo Hannah,

      du kannst die notwendigen Wanderkarten bzw. die Karte im Shop neben der Hütte Gjendesheim kaufen. Eigentlich kannst du dort auch die Tickets für das Boot kaufen. Wir würden dir aber empfehlen, diese im Internet zu kaufen bzw. dort vorab zu reservieren. Als wir dort waren und mit dem Boot fahren wollten, sind wir nur mit Glück mitgekommen, da fast alle Tickets bereits vorab im Internet verkauft waren. Die Tickets bekommst du dort, wo du auch die Fahrzeiten und Preise findest: Auf der Homepage der Schiffsreederei. Gib dazu einfach bei Google ein: Gjende Boote Ticket – und du bist auf der richtigen Seite. Die Fahrt sollte zwischen 10 und 20 Euro für dich kosten. Liebe Grüße, eine tolle Tour und lass gern einmal was von dir und deinen Erlebnissen hören, Conny und Sirko

  • Hallo Conny und Sirko,
    ich habe gerade euren Blog gelesen.
    Habt ihr wirklich sehr schön beschrieben und gemacht!

    Genau eine solche Tour wäre ein Traum, allerdings bei der Etappa wo ihr abratet, die Rucksäcke mitzunehmen, wäre mir die Höhe vermutlich doch etwas sehr extrem. Wobei die Aussicht natürlich fantastisch ist 🙂 allerdings bin ich bisher auch nicht so sehr klettererfahren. Bisher habe ich „nur“ den Kjeragbolten als Klettererfahrung zu verbuchen!

    Seit ihr wirklich täglich mit ca. 6 Stunden wandern ausgekommen?
    Klingt erstmal ziemlich wenig, gerade auch bei den Höhenmetern.

    Hut ab, was ihr da traumhaftes bewältigt habt 🙂

    Liebe Grüße
    Sanne

    • Hallo Sanne,

      vielen Dank für deinen netten Kommentar und das tolle Feedback. Wir ins uns ganz sicher, dass du diese Tour ohne Probleme bewältigen kannst bzw. würdest, wenn du bereits am Kjeragbolten warst. Es gibt auf der Tour – auch am Gjendesee – keine wirklich extremen Passagen. Machend ist ab uns zu etwas „zermürbend“ (im Sinne von „nie enden wollen“) und auch mal anstrengender – aber immer zu bewältigen, zumal wir auch nicht sonderlich trainiert sind 🙂 Solltest du eine Jotunheimen-Tour planen, dann melde dich gern bei weiteren Fragen. Eine Tour zusammenstellen kannst du übrigens hervorragend auf der norwegischen Seite http://www.ut.no (auf englisch umschalten).

      Liebe Grüße und GOD TUR, Conny und Sirko

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