Nordlandblog

(2/7) Die erste Etappe unserer Hüttentour durch das Jotunheimen (Norwegen)

Bild mit Blick auf schneebedeckte Gipfel im Jotunheimen, Norwegen

Erste Etappe: LEIRVASSBU – OLAVSBU (10,4 Kilometer Entfernung)

ZUM ERSTEN TEIL

Die Anreise ins Jotunheimen zu unserem “Basislager”

Mitte Juli 2013 ist es endlich soweit – das Abenteuer beginnt. Wir fahren im Tagesverlauf mit dem Auto nach Dänemark, setzen mit der Abendfähre der Color-Line über, um dann anschließend in Norwegen einige Stunden auf einem Parkplatz im Auto zu schlafen. Danach geht es durch Norwegen über die E 16 nach Fagernes und von dort weiter über die Straße 51 auf der östlichen Seite erst einmal am Jotunheimen vorbei. Wir fahren dann ein kurzes Stück über die E 15, bis wir schließlich auf die Straße 55 – den bekannten Sognefjellpass – einbiegen. Die populäre Straße durchquert als höchster Pass Skandinaviens das Jotunheimen. Hier fahren wir noch ein kurzes Stück durch die beeindruckende Gebirgslandschaft, bevor wir linker Hand zu unserem Ziel, der Fjellstue Leirvassbu abbiegen. Hier kommen wir nach einer entspannten Fahrt, wie geplant, gegen 18.00 Uhr an. Jotunheimen – wir kommen !!!

Unser Basislager – die Hütte Leirvassbu

Die Leirvassbu ist eine der Hütten, die man auch noch mit dem Auto erreichen kann – damit also der perfekte Ausgangspunkt für Touren in das Gebirge. Außerdem bietet sich hier eine gute Möglichkeit, um unser Auto für die nächsten Tage zu parken. Die erste spannende Erkenntnis dieser Tour erreicht uns dennoch schnell. Bereits hier gibt es keinen Handy-Empfang mehr und damit erst einmal keine Möglichkeit, die vereinbarten “Lebenszeichen” nach Deutschland zu senden. Ich erkläre der freundlichen Hütten Wirtin mein Dilemma. Sie lässt uns, typisch norwegisch, von ihrem vorhandenen Festnetztelefon nach Deutschland anrufen.

Nach einem leckeren Abendessen in der Leirvassbu und einem kurzen Aufenthalt in der Bibliothek der Hütte gehen wir zeitig und todmüde schlafen. Morgen um 8.00 Uhr geht es los: unsere erste Etappe von der Leirvassbu zur selbst-bedienten DNT Hütte Olavsbu steht bevor.

Die erste Etappe zur Olavsbu kann beginnen

Das Höhenprofil dieser Tour ©DNT Olso og Omegn / Originalkarte

Nach einem ausgiebigen und leckeren Frühstück in der Leirvassbu, checken wir das letzte Mal unsere Ausrüstung und holen unsere Thermoskanne mit warmen Tee. Dieser Service ist in allen bedienten / bewirtschafteten Hütten möglich. Man entnimmt am Vorabend einen bedruckten Zettel an der Rezeption und kreuzt nach seiner Wahl Kaffee, Tee oder ähnliches an. Diesen “Wunschzettel” befestigt man an seiner Thermoskanne befestigt und stellt diese auf einem  – meist markierten – Tablett ab. Am nächsten Morgen steht diese dann gut gefüllt am gleichen Platz. Bereit für die Tour.

Dazu machen wir uns das obligatorische Proviantpaket (in Norwegen: Matpakke oder Nistepakke) für den Tag zurecht. Punkt 8.00 Uhr geht es los:

Unsere Tour beginnt auf einer Höhe von 1404 Meter über dem Meeresspiegel. Wir folgen zuerst dem Weg neben einer kleinen Anliegerstraße, die von der Leirvassbu in das Gravdalen führt. Bald teilt sich der Weg das erste Mal und biegt nach rechts in Richtung der DNT Hütte Skogadalsbøen ab. Wir gehen stattdessen weiter gerade aus und haben unseren ersten Aufstieg vor uns: Es geht am Høgvaglen bis auf 1550 Meter aufwärts. Nach dem Abstieg zum Becken Nedre Høgvagltjønnen teilt sich der Weg erneut: Geradeaus geht es weiter zur Hütte Gjendebu, entlang am Langvatnet.

Der Weg ist das Ziel

Da wir heute erst einmal zur Olavsbu wollen, biegen wir an dieser Weggabelung nach rechts ab und folgen dem entsprechenden Wegweiser. Da der Bach zum Langvatnet reichlich Schmelzwasser führt, dürfen wir eine Kneippkur Einlage absolvieren: Stiefel aus und durch das eiskalte Wasser….

Anschließend arbeiten wir uns durch das Hochtal Semmeldalsmunnen bis zu einer steilen und riesigen Schneeverwehung hinauf zum Rauddalsbandet auf knapp 1600 Meter Höhe. Der Blick von hier oben ist gewaltig und trotz schlechtem Wetter halten wir inne, um den Augenblick zu genießen und wohlwissend, dass es jetzt in Richtung Olavsbu nur noch talwärts geht. Am späten Nachmittag treffen wir in der Olavsbu ein, froh, die erste Etappe bewältigt zu haben und uns aufwärmen zu können.

Wir sind so stolz: Die erste Etappe unserer Tour ist bewältigt

Die DNT Hütte Olavsbu ist eine der typischen “selbstbedienten” Hütten, die man mit dem Universalschlüssel des DNT (Norwegischer Wander- und Tourismusverein) öffnen und für einen Aufenthalt nutzen kann. Die Übernachtung und der entnommene Proviant werden nach dem Vertrauensprinzip bezahlt, indem man alles in einem Beleg auflistet, seine Kreditkartendaten daneben schreibt und dieses Formular dann in eine Stahlkassette steckt. Die Hütten stehen nicht nur Mitgliedern des DNT zur Nutzung frei, allerdings genießen diese Vorteile, wie Ermäßigungen und den bevorzugten Anspruch auf einen Schlafplatz, sollte es tatsächlich einmal überfüllt sein (was wir noch nie erlebt haben).

In der Olavsbu

Es gibt in der Olavsbu zwar kein fließendes Wasser und keinen Strom, aber ein Proviantlager und 52 Schlafplätze. Die Hütte wurde hier – mitten im gewaltigen Bergmassiv des Jotunheimen – 1951 durch den DNT errichtet, nachdem Olav Ringdal in Erinnerung an seinen, im April 1945 gefallenen Sohn Olav, die notwendigen Mittel dafür spendete, um ihm so ein ewiges Andenken zu setzen.

Zwielicht am Abend an der Olavsbu – wir genießen den Moment

In der Hochsaison ist auch in den selbstbedienten Hütten oft ein Hüttenwart vor Ort, um alles Notwendige vor Ort zu organisieren. So werden wir auch hier freundlich begrüßt, bemühen uns auf norwegisch zu erklären, das wir ein Schlafplatz benötigen. Nach einer Weile erklärt uns der nette Herr, das er selbst auch nur schlecht norwegisch spricht, da er aus Dänemark stammt. Er verbringt auch nur den Sommer hier. Scheinbar hat er aber doch unser Anliegen verstanden, denn er zeigt uns unsere Schlafplätze in einer Vier-Personen-Kammer.

Der erste Tag unserer Hüttentour geht zu Ende

Anschließend bereiten wir uns eine leckere Mahlzeit mit Pasta dazu warmer Tee und netten Gesprächen…. Trotzdem gehen wir zeitig schlafen. Für den nächsten Tag ist schlechtes Wetter angesagt und wir haben eine längere Etappe vor uns….

Wie es auf unserer Tour durch das Jotunheimen weitergeht, lest ihr in unserem Bericht von der Etappe Olavsbu – Gjendebu

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Conny und Sirko

Conny und Sirko

„Ja, wir lieben dieses Land…“- so beginnt die norwegische Nationalhymne, und ja, auch wir – Conny & Sirko – lieben dieses Land, die Einwohner, die grandiose Landschaft, den Frieden und die Ruhe, die wir dort und in ganz Skandinavien finden. Wir waren über zwanzig Mal im Norden unterwegs – zu verschiedenen Zeiten, in vielen Regionen und in allen Variationen. Die Idee für diese Homepage kam uns im letzten Jahr, denn so haben wir die Möglichkeit, uns das permanente Fernweh nach dem Norden von der Seele zu schreiben und euch hoffentlich dafür zur begeistern. Also: Kurs auf Norden !

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