NORDLANDBLOG

Die Trollkirche in Eide – Tour in die norwegische Fabelwelt

Bild mit Conny auf dem Bergmassiv der Trollkirche in der Nähe von Molde Norwegen

Eine Tagestour in die Grotten der Trollkirche (Trollkyrka) in Norwegen

Heute geht es auf die erste spannende Entdeckungstour unseres vierzehntägigen Aufenthalts auf dem Bauernhof Derinngarden in Møre og Romsdal. Als wir aufwachen, lacht die Sonne und die lange Anfahrt vom Vortag ist wie vergessen.

Frühstück auf dem Bauernhof

Wir haben einen riesigen Hunger und freuen uns bereits auf ein ausgiebiges Frühstück. Das gibt es in einem anderen Gebäude – wir gehen dazu quer über den Hof, an dem Kuhstall vorbei, zum Hofladen mit der Käserei. Im Loft befindet sich dort der helle und schön eingerichtete Frühstücksraum. Othild wartet bereits auf uns und hat schon ein fantastisches Frühstück gezaubert. All die leckereren Sachen: Ganz frische Milch vom Hof, hauseigener Käse, leckere Konfitüre, Lachs, Wurst und viele süße Teilchen. Wow – wir sind sprachlos !

Als wir jetzt auch noch erfahren, dass wir heute die einzigen Frühstücksgäste sein werden, beginnt dieser Tag mehr als perfekt. Wir genießen unser Frühstück in gemütlicher Atmosphäre. Der Raum ist mit hellem Holz ausgekleidet und muss sich im Vergleich mit einem vier Sterne-Hotel nicht verstecken. Von unseren Sitzplatz aus können wir in der Ferne sogar das Meer sehen.

Der Tag beginnt perfekt für unsere Tour

Wir schwärmen Othild gegenüber von dem Haus, in dem wir untergebracht sind. Es ist wirklich ein typisches, norwegisches Traumhaus. Sie erzählt uns, dass es ihr Wohnhaus ist, die Familie aber jeden Sommer auszieht, um die Feriengästen in der Saison gut unterzubringen. Othild wohnt mit ihrem Mann Asbørn in dieser Zeit bei den Eltern, die ebenfalls ein Haus auf dem Hof besitzen. Im Moment gehört uns ihr Haus praktisch allein, denn bis jetzt sind keine weiteren Feriengäste da…

Es ist ein fantastisches Wetter und nach der langen Autofahrt zieht es uns förmlich in die Natur. Im Vorfeld unserer Recherchen zu dieser Reise lasen wir von der sogenannten Trollkirka (Trollkirche) – einem ganz besonderen Höhlensystem im Tverrfjell.

Es kann losgehen

Wandersachen an, Rucksäcke packen und los geht es:

  • Ausgangspunkt: ausgeschilderter Parkplatz direkt an der R 64 gelegen – 62°52’0.46″N 7°16’29.26″Ø
  • Zielpunkt: Trollkirka – 62°53’19.41″N 7°16’4.7″Ø
  • Höhenunterschied: ca. 400 Meter – von 80 Meter bis 484 ü.d.M
  • Länge/ Entfernung: 8 Kilometer total
  • Dauer: ca. 1 – 1,5 Stunden der Aufstieg und ca. 2-3 Stunden für die gesamte Wegstrecke
  • Beste Zeit/ Saison: Juni – September
  • Empfehlung: wasserdichte Schuhe und unbedingt an eine starke Taschen- bzw. Stirnlampe denken
  • Schwierigkeitsgrad: MIDDELS (BLAU) = Strecke mit mittlerer Belastung für Personen mit etwas Erfahrung im Gelände und mittelmäßigem Training, Wege mitunter steinig und nass, Wanderausrüstung erforderlich, eventuell steile und hochgelegene Wegstellen, Länge maximal bis zu 10 Kilometer und Höhenunterschiede von maximal 600 Metern, keine weiteren Hilfsmittel oder spezielle Ausstattung nötig

Die Anfahrt

Nicht weit vom Bauernhof Derinngarden entfernt, direkt an der RV 64, ungefähr 11 km südwestlich von Eide gelegen, erreichen wir den ausgeschilderten Parkplatz. Von der größeren Stadt Molde aus, ist die Trollkirche etwa 20 km entfernt und befindet sich in nördlicher Richtung. Der Parkplatz ist nicht sonderlich groß und schon gut gefüllt. Nach kurzer Suche finden wir aber noch einen schattigen Platz für unser Auto.

Die Tour zu den Grotten

Wir ziehen noch die Wanderstiefel an, schnappen unsere Wanderstöcke und machen uns auf den Weg. Der Aufstieg soll nur 90 Minuten dauern – doch irgendwie trauen wir den Norwegern nicht (mehr…). Die Zeitangaben sind aus unserer Sicht immer sehr optimistisch, oder wir sind einfach nur zu schlecht. Der Weg ist zunächst vom Parkplatz aus gut ausgeschildert, führt uns über eine Brücke und fängt gemütlich an. Wir durchqueren einen Nadelwald und atmen die frische Luft tief ein. Es ist soooo schön, nach zwei Tagen im Auto endlich wieder in der unendlichen norwegischen Natur unterwegs zu sein.

Kurz nachdem wir die ersten Knüppelbirken erreichen, wird der Weg immer steiler und wir geraden ziemlich schnell ins Schwitzen. Darum sind wir echt froh, als wir etwas später endlich einen Bach entdecken, an dem wir uns erfrischen können.

Bild mit Conny an einem Bach an dem sie sich auf dem Weg zur Trollkirche erfrischt
Die Strecke hat es in sich – da kommt dieser Bach wie gerufen
Bild von der Aussicht auf Täler, Berge hier im wunderbaren Norwegen
Fantastische Aussicht im Märchenland der Trolle

Der Weg wird anspruchsvoller…

Eine Wegmarkierung haben wir schon länger nicht mehr gesehen, deshalb folgen wir einfach den anderen Fußspuren. Außerdem wird die Aussicht immer besser – auch deshalb kraxeln wir einfach weiter über Stock und Stein. Das letzte Stück hat es dann in sich – riesige schräge Felsplatten, die rutschig sind wie Schmierseife, gilt es zu überwinden. Gegenseitig versuchen wir uns Halt zu geben, aber einige Flächen sind nicht passierbar und so müssen wir durch das direkt daneben liegende Moor ausweichen.

Bild von einem Bach mit frischen, klaren Wasser in der Umgebung von Eide in Norwegen
Dieses Wasser ist ein Hochgenuss – schön kühl, perfekt bei dem Wetter
Bild von unserer Tour in Richtung der Trollkirche unweit von Milde in Norwegen
Ein Märchenwald aus unzähligen Birken und Sträuchern

Zum Glück lassen uns die Wanderstiefel in dem sumpfigen Gebiet nicht im Stich. Das Gelände öffnet sich leicht und wir scheinen bald am Ziel zu sein. An einem Plateau angekommen sind dann auch alle Strapazen schnell vergessen. Ein Blick auf die Uhr verrät uns, dass wir fast zwei Stunden gebraucht haben – bestimmt nur, weil wir soooo gebummelt haben….

Hinab in die Welt der norwegischen Trolle

Stirnlampen aufgesetzt und rein ins Vergnügen. Wie so oft in Norwegen, kann man sich hier frei bewegen. Einige Geländer und Leitern sollen die Erkundungen in den Grotten sicherer machen. Lediglich einige Schilder weisen darauf hin, dass in den Grotten keine Fackeln oder anderes offenes Feuer erwünscht sind, um den Kalkstein und den Marmor nicht zu verrußen. Ihr solltet also in jedem Fall Taschen- oder noch besser Stirnlampen dabei haben.

Bild von inneren einer Grotte, beeindruckend aber eine Taschenlampe wird zur Besichtigung gebraucht, Trollkirka, Eide, Norway
Es geht immer tiefer hinein – gut das wir Stirnlampen dabei haben
Bild von Conny in der Trollkirche - die Gänge werden enger , ein richtiger Abenteuerspielplatz hier in Norwegen
Oje – ganz schön eng, aber man will auch jeden Winkel erkunden

Voll im Entdeckermodus erforschen wir die Erste der drei Kalksteingrotten. Dank unserer Stirnlampen haben wir die Hände zum Glück frei, denn einige Gänge sind ganz schön eng, rutschig und nass. Es ist angenehm kühl in den Grotten – genau das Richtige nach dem anstrengenden Aufstieg. In der ersten und der dritten Grotte werden wir von einem imposanten Wasserfall überrascht, den wir hier nicht vermutet hätten. Mit einem etwas mulmigen Gefühl geht es an einer Leiter steil nach unten in die Letzte der drei Höhlen.

Eine bezaubernde Fabelwelt

Magisch fällt etwas Tageslicht in den sich nach oben öffnenden Höhlenraum, in dem sich ein vierzehn Meter hoher Wasserfall in einen kleinen See ergießt. Urplötzlich ist man wie verzaubert von dieser Szenerie und man denkt wahrhaftig an Feen, Trolle und andere Fabeltiere. Die leuchtenden Farben, die Wassertropfen, in denen sich das Licht bricht und dazu die hellen Marmorwände – die Natur schafft wirklich grandiose Szenerien.

Die Trollkirche in Eide - Tour in die norwegische Fabelwelt - Wandern, Trollkirche, Tagestour, Outdoor, Møre og Romsdal, Höhle - outdoor, norwegen -
Zum Staunen schön – das klare Wasser, die Kalkwände und der Marmorboden
Bild von einer der drei Grotten - innen ist alles aus Marmor , blinkt und leuchtet. Die Trollkirche ist ein Besuch wert (Norwegen)
Jetzt fehlen uns die Worte – Hach wie ist das schön….

Unsere Tour geht aber noch weiter…

Nachdem wir eine Weile verharren und uns satt gesehen haben, geht es weiter auf unserer Tour, denn wir haben noch einen „Geheimtipp“ erhalten: Othild hat uns am Morgen zum Frühstück von einem wunderschönen See oberhalb der Trollkirche erzählt. Sie sagte, dass alle auswärtigen Touristen nach dem Erreichen der Grotte wieder umkehren und so das Schönste verpassen.

Der See soll, genau wie die Grotten der Trollkirche, einen ganz eigenen und besonderen Reiz haben. An seinem Ufer soll Marmorgestein liegen und in seinem klaren Wasser bricht sich das Sonnenlicht mit Millionen von Reflexen und Sternen. So folgen wir also dem Pfad oberhalb der Trollkirche weiter, die Sonne strahlt und so langsam bekommen wir auch Hunger. Doch schon nach kurzer Zeit erreichen wir den See und stellen fest:

Bild vomTrolldalsvatna in Norwegen
MEGA – was für ein See, dieser Trolldalsvatnet, aber unheimlich kalt

Othild hat nicht zu viel versprochen. Was für eine Traumkulisse und was für ein Frieden hier oben – keine Menschenseele weit und breit, kein Geräusch stört die Stille. Nach dem wir die Wassertemperatur getestet haben beschließen wir sofort, auf ein Bad zu verzichten (es ist wirklich unglaublich kalt).

Bild von See Trolldalsvatna, perfekt får eine Rast hier oben im Gebirge von Norwegen
Zeit für eine Rast und um Sonne zu tanken
Bild von unseren Wanderstiefeln der Firma Alfa aus Norwegen
Unsere guten Wanderstiefel haben ebenfalls eine Pause verdient

Zeit für eine entspannte Pause am See

Stattdessen machen wir lieber ein ausgedehntes Picknick, genießen den grandiosen Blick über weite Teile der Halbinsel von Molde und die Region Fræna, bevor wir uns dann so langsam auf den Rückweg begeben. Es geht immer bergab – so wie wir auch hinauf gekommen sind: Über Stock und Stein und direkt zum Parkplatz. So geht ein ereignisreicher Tag, mit wunderschönen Erlebnissen und Eindrücken zu Ende…

Lest in Kürze weiter von unseren Erlebnissen in der Region, wie wir mit Othild Käse produziert haben und einen wundervollen Foto-Hotspot am Meer entdeckten…


Die Route unserer Tour zur Trollkirche

Bild von einer Karte in der der Wanderweg zur Trollkirche in Norwegen eingezeichnet ist

 

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Conny und Sirko

„Ja, wir lieben dieses Land…“- so beginnt die norwegische Nationalhymne, und ja, auch wir – Conny & Sirko – lieben dieses Land, die Einwohner, die grandiose Landschaft, den Frieden und die Ruhe, die wir dort und in ganz Skandinavien finden. Wir waren über zwanzig Mal im Norden unterwegs – zu verschiedenen Zeiten, in vielen Regionen und in allen Variationen. Die Idee für diese Homepage kam uns im letzten Jahr, denn so haben wir die Möglichkeit, uns das permanente Fernweh nach dem Norden von der Seele zu schreiben und euch hoffentlich dafür zur begeistern. Also: Kurs auf Norden !

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