Norwegen Wanderungen

Wanderung zum Preikestolen im Sonnenuntergang – ein Highlight in Norwegen

Schon wieder auf den Preikestolen wandern…?

Blick über den Lysefjord nach unserer Wanderung zum Preikestolen

Noch eine weitere Wanderung zum Preikestolen? Eigentlich hatten wir die Tour zu dem inzwischen extrem populären und daher (viel zu) gut besuchten Preikestolen nicht mehr auf unserer Liste. Seitdem selbst Tom Cruise diesen Ort für Filmaufnahmen seiner populären “Mission Impossible Reihe” ausgewählt hat, ist ein regelrechter Hype um diese durchaus beeindruckende Felsformation entstanden. In “Fall Out” kämpft Tom Cruise – alias Ethan Hunt – auf dem Preikestolen um sein Leben und um einen Atomanschlag zu verhindern… Diese spektakulären Aufnahmen mit Gänsehaut-Feeling locken seitdem täglich mehr Besucher auf den markanten Felsen über dem Lysefjord.

Das steile Felsplateau, welches sich 604 Meter senkrecht über dem Fjord erhebt, ist in der Tat mehr als beeindruckend und nichts für schwache Nerven. Doch der Blick über den Lysefjord hat eben auch Suchtpotential. Zudem wird man auf dem Weg dorthin immer wieder mit tollen Aussichten belohnt.

Wir waren bereits vor vielen Jahren einmal auf den Preikestolen und “mussten” daher eigentlich nicht noch einmal dorthin wandern. Allerdings war auf unserer Sommertour 2018 das Wetter fantastisch sonnig und hochsommerlich. So kam uns eine Idee, die sich im Nachhinein als richtig gut herausstellt hat: Wir gehen noch einmal auf den Preikestolen – aber erst am Abend, wenn die meisten Wanderer schon wieder zurück sind. In Norwegen ist es im Sommer sehr lange hell, daher wählen wir diese Variante oft und gern – zumal man mit tollen Bildern im warmen Abendlicht belohnt wird. Dazu ist es am Abend meist nicht mehr so warm und so sind wir uns schnell einig: Gegen 18.00 Uhr brechen wir vom Parkplatz an der Preikestolen Fjellstue auf…

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Anfahrt in die Region und zum Campingplatz am Preikestolen

Wir fahren, von Stavanger kommend, mit der Fähre nach Tau. Von dort aus folgen wir der Straße RV13 bis zum Abzweig Preikestolen Fjellstue. Nur kurze Zeit später erscheint auf der rechten Seite der Campingplatz Preikestolen Jørpeland, auf dem wir uns auch wie geplant einquartieren. Eine freundliche Norwegerin empfängt uns und nach dem unkomplizierten Check-In können wir uns auf dem weitläufigen Gelände einen Stellplatz aussuchen.

Update 2020: Die Fährverbindung von Stavanger nach Tau wurde zwischenzeitlich durch einen Tunnel ersetzt. Die Nutzung dieses Tunnels ist allerdings ebenso, wie die frühere Überfahrt mit der Fähre, kostenpflichtig.

Preikestolen Fjellstue - die Basis für die Wanderung zum Preikestolen
Der Ausgangspunkt der Tour: Die Preikestolen Fjellstue, neben der auch der Parkplatz liegt.

Den brauchen wir aber nur für kurze Zeit, denn etwas später wollen wir bereits wieder aufbrechen. Wir machen lediglich unsere Ausrüstung startklar, um anschließend mit unserem Kastenwagen direkt zum Parkplatz der Preikestolen Fjellstue zu fahren. Die Entfernung vom Campingplatz bis dorthin beträgt 4,5 Kilometer – eine Distanz, die wir insbesondere auf unserem Rückweg in der Nacht nicht zusätzlich laufen wollen. Man kann alternativ auch mit dem Linienbus zum Parkplatz fahren (Bushaltestelle direkt am Campingplatz), aber da wir sehr spät zurück sein werden, war das für uns leider keine Option. 

Wegweiser am Weg für die Wanderung zum Preikestolen

Ihr solltet für die eigene Tourenplanung berücksichtigen, dass in dem gesamten Bereich vom Campingplatz bis zum offiziellen Parkplatz eine Parkverbot-Zone eingerichtet ist. Insofern ist es das Parken und freies Campen außerhalb der angedachten Bereiche nicht möglich.
Die Parkgebühr an der Fjellstue beträgt für PKWs und Wohnmobile mittlerweile 200 NOK, also gut 20 Euro. Da man vor dem Parkplatz schlecht wenden kann (die Straße endet an der Schranke), sollte man sich bereits im Vorfeld gut überlegen, ob man bereit ist die Parkgebühr zu zahlen.

Die Ausrüstung gepackt und auf geht es zum Preikestolen

Als wir dort ankommen, sind wir erstaunt, wie viele PKWs bereits in der Nebensaison den Platz füllen. Die meisten Besitzer kehren aber bereits von ihrer Tour zurück und verlassen das Gelände schon wieder. Wir suchen uns einen freien Platz und sind damit im “Basislager” unserer Tour angekommen. Nur noch die Wanderstiefel anziehen, Stirnlampen sowie die Wetterjacken einpacken und ausreichend Trinkwasser mitnehmen – dann kann es endlich losgehen. 

Auf unserer Wanderung zum Preikestolen ist der Weg ziemlich beschwerlich

Die Wanderung ist etwa 8 Kilometer lang, gut markiert und inzwischen weitestgehend gut ausgebaut. Vom Parkplatz aus geht es gleich recht steil los und man freut sich, wenn der erste Anstieg hinter einem liegt. Uns kommen ständig Wanderer auf ihrem Rückweg entgegen, aber wir sind so ziemlich die Einzigen die jetzt noch nach oben wollen. Die Sonne steht bereits tief und im Wald ist es damit schattig und angenehm. So halten wir nach diesem ersten Teilstück kurz inne. Bereits hier hat man eine schöne Aussicht, wie etwa auf den See Revsvatnet, der weiter unten durch die Bäume glitzert.

Conny auf der Wanderung zum Preikestolen im Hochmoor

Die Wanderung zum Preikestolen

Nun folgt ein weiterer Anstieg, der durch ein Wäldchen führt. Der Weg ist generell sehr abwechslungsreich und dadurch sehr kurzweilig. Wir haben Glück, denn es ist absolut windstill und das bereits warme Licht zaubert inzwischen wunderschöne Farben. Hat man diesen Teil überwunden, folgt etwas Entspannung auf einer ebenen Strecke über die Hochebene Krogebekk Myrane. Da der Untergrund sehr feucht sein kann, liegen hier Holzbohlen zur Befestigung des Weges (vorhergehendes Bild). Dieser ist weiterhin gut markiert, kaum zu verfehlen und so nähern wir uns wohl dem schwersten, aber auch letzten Anstieg dieser Tour. Der Weg führt über hohe Felsbrocken und ist hier abschnittsweise auch deutlich steiler.

Ausblick bis zum Meer auf unserer Wanderung zum Preikestolen

Zum Glück haben wir ausreichend Wasser dabei und sind nicht in der Mittagshitze unterwegs. Nach diesem Anstieg ist soweit auch das Schlimmste geschafft. Wir leisten uns eine kurze Pause und genießen die Aussicht, die sich hier bereits bietet. Nun kommen uns kaum noch andere Wanderer entgegen, scheinbar sind wir so ziemlich allein unterwegs. Die meisten Höhenmeter liegen inzwischen hinter uns… Als wir an einem größeren See vorbeikommen, wissen wir von unseren früheren Touren: Jetzt kann das Ziel unserer Tour nicht mehr weit sein.

Ein See kurz vor dem Ziel auf der Wanderung zum Preikestolen

Das Licht wird immer wärmer und die Fernsicht damit besser. Schritt für Schritt nähern wir uns der “Kanzel” oder auch dem “Predigtstuhl” wie der Preikestolen, auch auf deutsch genannt wird. Neu für uns ist die Wetterschutzhütte, die man hier, kurz vor dem Ziel, errichtet hat. Das letzte Teilstück wird nochmal recht eng und das Gelände abschüssig. Auch hier sind wir erstaunt, denn der Weg wurde stark ausgebaut und in großen Teilen befestigt. Eine sichere Holzkonstruktion ermöglicht nun das problemlose Passieren dieser Stellen.

Am Ziel unserer Wanderung: Der Preikestolen im Abendlicht

Der Blick am Abend über den Lysefjord in Südnorwegen
Ein grandioser Ausblick über den Lysefjord…

Dann sind wir endlich, nach knapp zwei Stunden, am Ziel unserer Wanderung zum Preikestolen. Außer uns ist zu diesem Zeitpunkt wirklich nur noch ein anderes Pärchen auf dem Plateau. Wahnsinn! Die Beiden freuen sich tierisch, denn so können wir sie fotografieren – ganz nah am Abgrund. Dann sind wir schließlich bald ganz alleine, genießen die Stille, die Aussicht und goldene Licht von dem majestätisch thronenden Preikestolen. Wir machen gefühlte 1000 Fotos und hoffen, dieses Panorama brennt sich in unser Gedächtnis. 

Eine traumhafte Aussicht auf den Preikestolen und den Lysefjord am Ziel unserer Wanderung in Südnorwegen
Der Preikestolen von oben

Es ist unglaublich schön hier oben – man will sich gar nicht trennen von diesem Anblick. Doch irgendwann siegt schließlich die Vernunft und so treten wir nach zwei Stunden traumhafter Aussicht auf den Lysefjord den Rückweg an. Für den benötigten wir nur etwas über eine Stunde.

Auf dem Rückweg sieht man das Licht noch über dem Meer glimmen…

Die steilen Passagen bergab gehen ziemlich auf die Knie. Wer Probleme in dieser Hinsicht hat, sollte mehr Zeit einplanen oder vielleicht sogar eine Bandage mitnehmen. Für das letzte Stück durch den Wald brauchten wir dann tatsächlich unsere Stirnlampen. Am Parkplatz angekommen ist es bereits kurz nach Mitternacht. Schnell rein in unser Auto, die 4,5 Kilometer zurück zum Campingplatz und dann geht es nach einem superschönen erlebnisreichen Tag in die Koje… 

Alle Fakten / Details der Wanderung zum Preikestolen

  • Strecke: etwa 8 Kilometer vom Ausgangspunkt der Wanderung und dorthin zurück (komplette Wegstrecke)
  • Zeit: 3 bis maximal 4 Stunden Wegstrecke komplett ohne Pausen
  • Beste Zeit für diese Tour: April – Ende Oktober je nach Witterung
  • Offizielle Schwierigkeitseinstufung dieser Tour: “Middels” (blau) / Mehr über die norwegischen Einstufungen zum Schwierigkeitsgrad
  • Die Tour beginnt gleich recht steil. Hat man den ersten Anstieg überwunden geht es etwas moderater zu. Es folgen etwas später noch zwei weitere steile Abschnitte. Der Wanderweg wurde extrem gut ausgebaut, so dass euch keine besonders schwierigen Passagen erwarten.
  • ACHTUNG: Gebt auf eure Kinder acht! Die letzten Meter bis zur Kanzel sind nicht ungefährlich. Auf dem Preikestolen selbst ist ebenfalls keine Absperrung vorhanden. Für Menschen mit Höhenangst kann der Blick in die Tiefe eine Herausforderung darstellen.
  • Diese Wanderung ist für die ganze Familie geeignet. Für Hunde dürfte die Wanderung ebenfalls kein Problem sein.
  • Eine Übernachtung mit dem Zelt im direkten Umfeld des Preikestolen ist verboten. Man kann am Abend gut 3/4 der Strecke gehen, an dem kleinen See unweit vom Preikestolen mit dem Zelt übernachten und hat am Morgen zum Sonnenaufgang nur noch eine kurze Strecke.
  • Du findest den Ausgangspunkt dieser Wanderung mit den folgenden Koordinaten: 58.991881, 6.138113
  • Übernachtet haben wir auf dem Campingplatz Preikestolen Jørpeland

Unsere persönlichen Tipps für eure Wanderung zum Preikestolen:

  • Unterschätzt die zwar durchaus populäre aber dennoch anspruchsvolle Tour nicht.
  • Packt ausreichend Wasser und Lebensmittel für die Tour ein, denn es gibt keine andere Möglichkeit der Verpflegung.
  • Das beste Licht habt ihr in jedem Fall zum Sonnenaufgang, da die Sonne direkt über den Bergen am Lysefjord aufgeht.
  • Nutzt, soweit möglich, die vielen Angebote, um mit dem Bus an den Ausgangspunkt der Tour zu kommen.
  • Besonders bei schlechtem Wetter, wenn die Steine auf dem Weg nass sind, sollte es selbstverständlich sein, mit Bergstiefeln zu gehen.
  • Zur Sicherheit Regenkleidung, zum Beispiel diese Regenponchos nicht vergessen.
  • Wenn ihr unsere Tour nachgehen wollt, dann denkt bitte an Stirnlampen oder Taschenlampen für den letzten dunklen Abschnitt durch den Wald oberhalb vom Parkplatz.
  • Wer eine einfachere Tour mit einem ähnlichen Erlebniswert sucht, dem empfehlen wir die Wanderung zur Felsformation “Slottet”, die von den Norwegern nicht zufällig als “Kleiner Preikestolen” bezeichnet wird.

Übernachtungstipp*

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Autor / Autoren:

Conny und Sirko

Conny und Sirko

„Ja, wir lieben dieses Land…“- so beginnt die norwegische Nationalhymne, und ja, auch wir – Conny & Sirko – lieben dieses Land, die Einwohner, die grandiose Landschaft, den Frieden und die Ruhe, die wir dort und in ganz Skandinavien finden. Wir waren inzwischen über dreißig Mal im Norden unterwegs – zu verschiedenen Zeiten, in vielen Regionen und in allen Variationen. Unseren Reiseblog Nordlandblog entwickeln und schreiben wir mit viel Liebe und Herzblut, denn so haben wir die Möglichkeit, uns das permanente Fernweh nach dem Norden von der Seele zu schreiben und euch hoffentlich ebenfalls dafür zur begeistern. Also: Kurs auf Norden !

6 Kommentare

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  • Euer Blog ist wirklich toll! Wundervolle Bilder und Eure Nordsehnsucht ist auch die meine….lasse mich für kommende Wohnmobilreisen gern inspirieren!
    Danke!

    • Hei Gila,
      wir freuen uns sehr über dein Feedback und möchten dir sehr herzlich dafür danken. So ein netter Kommentar ist für uns immer die schönste und beste Motivation – die wir aktuell, gerade in diesem verrückten Jahr – auch wirklich gut gebrauchen können. Insofern also auch noch einmal vielen Dank und sehr gerne inserieren wir dich weiterhin, so wie vielleicht mit diesem Beitrag über die Wanderung zum Preikestolen… 🙂

      Liebe Grüße,
      Conny und Sirko

  • Ich lese Eure Berichte immer mit Begeisterung. Dieses Jahr soll es das erste Mal nach Norwegen gehen. Eine kleine Rundreise von 4 Wochen im Süden von Norwegen. Nördlichster Punkt wird wohl Trondheim sein. Pfingsten soll es losgehen.

    • Hallo Ingo,

      vielen Dank für dein nettes Feedback. Genau diese Kommentare sind es die uns motivieren :). Wir sind jetzt schon auf deine ersten Eindrücke aus Norwegen gespannt, der Süden ist toll und Trondheim eine herrliche Stadt. Bis Pfingsten ist es ja gar nicht mehr so lange, du zählst bestimmt schon die Tage. Wir wünschen dir eine tolle Tour mit vielen schönen Erlebnissen….

  • Einfach wunderbar und wahrscheinlich kann man gar nicht oft genug dort gewesen sein, insbesondere wenn man quasi “azyklisch” unterwegs ist!

    • Hei Kurt,

      da haben wir ohnehin längs nicht von dir gehört und dann entdecken wir heute auch noch eher zufällig deinen netten Kommentar unter unserem Beitrag über die Wanderung zum Preikestolen, den wir bis heute – warum auch immer – nicht beantwortet haben… In jedem Fall hoffen wir, dass es dir gut geht und du aktuell entweder schon wieder im oder in Richtung Norden unterwegs bist bzw. du zumindest schon wieder eine Reise planst. Wir hoffen, dass bald die Grenzen nach Norwegen wieder geöffnet sind und dann wollen / müssen wir schnellstens wieder in den Norden.

      Wir freuen uns, wieder von dir zu hören und zu lesen. Bis dahin alles Liebe und Gute,
      Conny und Sirko

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