Nordlandblog

Unterwegs in Fjærland – die ultimative Tour zur Flatbrehytta (Norwegen)

Bild mit Blick auf den Fjaerlandfjord (Sognefjord / Norwegen)

Hach, wie schön: Die nächste Tour steht an, diesmal geht es zur

Flatbrehytta, eine der “selbstbedienten” Hütten des Norwegischen Wander- und Tourismusvereins DNT. Sie liegt stolze 994 Meter über dem Meeresspiegel, den man sogar von der Hütte aus, mit einem unbezahlbaren Blick auf den Fjærlandfjord, sehen kann. Der Gletscher Flatbreen, ein Arm des Jostedalsbreen (Europas größtem Gletscher), erstreckt sich dagegen nur leicht oberhalb der Hütte. Dieser rahmt diese wundervolle Szenerie perfekt ein.

Der Weg zur Flatbrehytta ist teilweise recht steil, aber durchweg wunderschön und abwechslungsreich. Am Ziel angekommen, wird man mit unvergesslichen Eindrücken und Aussichten über das Supphelledalen, den Gletscher und den Fjærlandsfjord belohnt. Diese Tour ist aus unserer Sicht ein absolutes Muss. Nicht umsonst ist die Tour bei den Einwohnern der Region so beliebt und populär. Die Hütte wird im Übrigen auch regelmäßig als Basislager für die Ausbildung einheimischer Gletscherführer genutzt.

Lasst uns beginnen….

Blid mit Blick auf den Færlandfjord, aufgenommen von der Flatbrehytta in Norwegen
Am Ziel bietet sich eine atemberaubende Aussicht
  • Ausgangspunkt: Supphelledalen, 61°27’7.64″N 6°48’0.23″Ø
  • Zielpunkt: Flatbrehytta, 61°28’25.69″N 6°47’43.47″Ø
  • Höhenunterschied: 994 Meter total  –  ca. 80 – 1000 Meter
  • Länge/ Entfernung: 6 Kilometer total
  • Dauer : ca. 3 Stunden der Aufstieg  –  5 – 6 Stunden total
  • Beste Zeit/Saison: Mai – Oktober
  • Schwierigkeitsgrad: Bild mit Wandersymbol zur Einstufung des Schwierigkeitsgrades von Wanderwegen in NorwegenMITTEL (BLAU ) = Strecke mit mittlerer Belastung für Personen mit etwas Erfahrung im Gelände und mittelmäßigem Training, Wege mitunter steinig und nass, Wanderausrüstung erforderlich, eventuell steile und hochgelegene Wegstellen, Länge maximal bis zu 10 Kilometer und Höhenunterschiede von maximal 600 Metern, keine weiteren Hilfsmittel oder spezielle Ausstattung nötig

Die Anfahrt nach Fjærland

Von Sogndal oder Skei aus fährt man die Reichsstraße (RV) 5 entlang in Richtung Fjærland. Aus Skei kommend biegt man noch vor Fjærland nach links in Richtung Supphellebreen ab. Von Sogndal dagegen fährt man etwas mehr als 35 Kilometer, lässt Fjærland linker Hand liegen, um anschließend nach rechts in das Supphelledalen abzubiegen. In beiden Fällen folgt man dann, nachdem man die RV 5 verlassen hat, der kleinen Nebenstrasse durch das enger werdende Tal, bis nach ca. 2,5 km der Parkplatz auf der rechten Strassenseite erreicht ist. Von dem gut erschlossenen und befestigten Parkplatz aus beginnt direkt der Weg hinauf zur Flatbrehytta.

Die Tour zur Hütte

Es gibt zwei mögliche Touren, um die Flatbrehytta zu ereichen. Der eine Weg ist durchweg etwas steiler, dafür aber kürzer und so benötigt man für diese Variante nur etwa 2-3 Stunden – je nach individueller Geschwindigkeit. Die andere Strecke ist dagegen etwas länger, aber dafür genießt man unterwegs einen sensationellen Blick auf den Gletscher Supphellebreen. Entscheidet man sich für diese Tour, sollte man circa eine halbe bis zu einer Stunde mehr Zeit einplanen. Der Anstieg ist aber auch auf diesem Weg, zumindest teilweise, steil und anspruchsvoll. Wir entscheiden uns kurzerhand für eine Rundtour, bergauf für den längeren und nicht durchweg so steilen Weg, um dann auf der anderen Strecke wieder in das Tal abzusteigen.

Da das Wetter an diesem Tag durchwachsen ist, haben wir zur Sicherheit regenfeste Kleidung und unsere dicken Fleecepulover im Gepäck. Dazu nehmen wir natürlich ausreichend Wasser und unser “Matpakke” (norwegisch für Lunchpaket) mit. Außerdem sollte man auf wetterfestes Schuhwerk achten, da mehrere Bäche und Flüsse zu überqueren sind, es teilweise sehr schlammig werden kann und die Wege oft unwegsam und steinig sind.

Der Aufstieg

Der Weg ist an der Straße, gegenüber vom Parkplatz, ausgeschildert und so “trotten” wir los. Anfangs beginnt diese Tour tatsächlich fast gemütlich, aber das ändert sich schnell: Schon nach kurzer Zeit gelangen wir an einen Fluß, der mächtig viel Wasser führt und den es irgendwie zu überqueren gilt. Wir treffen am Ufer auf ein norwegisches Pärchen, die ebenfalls rätseln wie sie auf die andere Seite gelangen sollen, da die Brücke nur noch zum Teil intakt ist und offensichtlich ihre besten Jahre und viele Fluten hinter sich hat.

Das Ganze wird typisch norwegisch gelöst: Man hilft sich gegenseitig und so hangeln und klettern wir von Stein zu Stein über den Fluß. Wir sind einmal mehr froh, dass wir unsere Stöcke dabei haben – so balanciert es sich deutlich einfacher, gerade in diesen und vergleichbaren Situationen. Geschafft !! Nur nicht zu früh freuen, denn jetzt kommt der steile Teil..

2013 hat man einige, besonders unwegsame, Teile der Strecke verbessert, indem Treppen eingesetzt wurden. Genau das Richtige für Bauch, Beine und Po :-). Je weiter wir gehen und umso höher wir kommen, spüren wir auch die genannten Körperteile.

Die letzte Etappe liegt vor uns…

Der Weg wird zunehmend anspruchsvoller, schmaler und steiniger. Wie so oft sind die Wege in Norwegen spektakulär. Trotzdem fragen wir uns mehr als einmal, ob das erst gemeint ist und der Weg wirklich hier entlang führen soll…. So ergeht es uns auch dieses Mal, denn es gibt wirklich steile Abschnitte mit verdammt schmalen Pfaden und einem gewöhnungsbedürftigen Ausblick in den Abgrund. Diese Strecke (östlicher, längerer Aufstieg – siehe Karte unten) ist daher nicht bei Höhenangst und schwachen Nerven zu empfehlen. Die Neugier treibt uns dennoch weiter – mit jedem weiteren Höhenmeter lässt sich erahnen, wie fantastisch der Ausblick von oben sein muss.

Bild vom Gletscher Flatbree, einem Gletscherarm des Jostedalsbreen in Norwegen
Der Blick auf den Gletscher – davor eine Sommerwiese wie aus dem Bilderbuch
Bild mit Großaufnahme vom Gletscherarm des Jostedalsbreen, in Færland, Norwegen
Wir genießen den Moment – es ist unfassbar wie nah man an das Eis herankommt

Gleich geschafft – denken wir öfter einmal. Dort oben geht es wohl nicht mehr weiter – da müssen wir gleich am Ziel sein. Dort angekommen bietet sich aber immer dasselbe Bild: NEEEEIN !! – wir sind nicht am Ziel und Sirko fängt mal wieder an über die falschen Freunde in Norwegen zu fluchen und ich muss unweigerlich schmunzeln….

Der Gletscher Flatbreen

Ahhhh, endlich: Der Gletscher ist in Sicht – und wirklich atemberaubend schön. Damit hat sich der Weg bis an diesen Punkt schon einmal gelohnt und wir vergessen die letzten Strapazen des Aufstiegs. Wir haben bereits viele Gletscher in Norwegen gesehen, aber dieser Arm des Jostedalsbreen ist echt etwas Besonderes. Ganz gewaltig und zum Greifen nah schimmern die Eismassen bläulich türkis. Sie bilden einen einmaligen Kontrast zur Blumenwiese davor und dem Himmel darüber.

Wahnsinn !! Spontan entscheiden wir uns für eine kleine Rast und genießen den Blick. Da es in Gletschernähe immer etwas kälter ist und ein kühler Wind weht, wollen wir nach kurzer Zeit schließlich weiter. Unserer Karte nach zu urteilen, kann es nicht mehr weit sein bis zum Ziel. Noch den letzten “falschen Freund” überwinden, ein längeres Schneefeld überqueren und ta, ta – endlich…

Die Flatbrehytta

Das letzte Schneefeld liegt hinter uns und dann stehen wir auch schon vor der kleinen falunroten Hütte.

Bild am Ziel der Tour. Die Hütte ist in Sicht. Die kleine Flatbrehytta ist kaum zu erkennen
Yeah, fast am Ziel – nur noch über dieses Schneefeld

Sie ist umgeben von steilen Felswänden und nur einen Steinwurf entfernt vom Gletscherarm Flatbreen. Die Flatbrehytta wird unter anderem oft für Gletschertouren als Übernachtungsmöglichkeit genutzt. Der Ursprung der Hütte reicht bis auf das Jahr 1954 zurück. Der legendäre Gletscherführer Anders Øygard (Bild mit Gedenktafel siehe oben) baute damals die erste Behausung an diesem Platz. Er schleppte fast das ganze Material selbst nach oben.

Die Hütte ist “selbstbedient” – das heisst, es gibt ein Proviantlager mit Grundnahrungsmitteln wie zum Beispiel Konserven und Trockenwaren sowie einige Schlafplätze. Seitdem 1964 die Anzahl der Schlafplätze von fünf auf fünfzehn aufgestockt wurde, hat die Popularität der Hütte enorm zugenommen.

Seitdem ist sie immer öfter und für viele Outdoor-Fans Ausgangspunkt für eine Menge Touren im Gebirge. Von hier aus kann man bis nach Lunde, in das Briksdalen oder auch nach Befring auf der Westseite des Jostedalsbreen wandern, oder nach Tungestølen im Nordosten gehen.

Unsere Tour in der Karte:

Bild von der Karte mit der Wegbeschreibung zur FlatbrehyttaDer Weg zurück beginnt mit vielen Schneefeldern aus dem letzten Winter, so das wir den steilen Hang hinab mehr schlittern und rutschen als laufen. Dabei hatten wir lange Zeit weiterhin den unbeschreiblich schönen Blick auf den Fjærlandfjord, der türkisfarben in der Ferne lag. Nach einem guten Teil der Strecke kamen wir an die Weggabelung, an der wir uns am Morgen für eine Tourenvariante hinauf zur Hütte entscheiden mussten. Ab hier kannten wir natürlich den Weg und nach kurzer Zeit waren wir zurück auf dem Parkplatz. Im Auto schmieden wir bereits schon wieder Pläne, denn eigentlich müssen wir noch ein weiteres Mal zum Sonnenauf- oder Untergang zur Flatbrehytta hinauf. Vielleicht sehen wir uns ?

GOD TUR!!!

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Conny und Sirko

Conny und Sirko

„Ja, wir lieben dieses Land…“- so beginnt die norwegische Nationalhymne, und ja, auch wir – Conny & Sirko – lieben dieses Land, die Einwohner, die grandiose Landschaft, den Frieden und die Ruhe, die wir dort und in ganz Skandinavien finden. Wir waren über zwanzig Mal im Norden unterwegs – zu verschiedenen Zeiten, in vielen Regionen und in allen Variationen. Die Idee für diese Homepage kam uns im letzten Jahr, denn so haben wir die Möglichkeit, uns das permanente Fernweh nach dem Norden von der Seele zu schreiben und euch hoffentlich dafür zur begeistern. Also: Kurs auf Norden !

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