Island Rundreisen

Kastenwagen Roadtrip im Nordosten von Island: Von Raufarhöfn zum Fährhafen Seyðisfjörður (Teil VIII)

Titelbild Kastenwagen Rundreise Island Nordosten und Osten der Insel Papageitaucher (Nordlandblog)

Am Steinkreis “Arctic Henge” im Nordosten von Island

Nachdem wir im letzten Teil unserer Erlebnisberichte vom Felsen Hvitserkur am See Myvatn entlang den Norden Islands erkundet haben, stehen wir nun hier – an den wuchtigen Basaltmonumenten vom Steinkreis Arctic Henge. Ein Einwohner von Raufarhöfn hatte die Vision, diese Attraktion zu errichten. Leider hat er die Fertigstellung seines Traumes nicht mehr erleben können, da er zuvor einem Krebsleiden erlag. Die Steintore auf der Hochebene oberhalb des Dorfes entwickeln sich zwischenzeitlich zu einem beliebten Fotomotiv – gerade in der Zeit der Mitternachtssonne oder wenn in kalten Nächten die Nordlichter über dem Nordosten von Island mystisch darüber tanzen.

Arctic Henge Nordisland Kastenwagen Rundreise Island Nordlandblog

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Bevor wir unsere Fahrt fortsetzen planen wir grob die nächsten Stunden und Tage. Uns wird dabei bewusst, dass hier tatsächlich ein neuer, letzter Abschnitt unserer mehrwöchigen Kastenwagen-Tour beginnt. Wir haben uns zur Sicherheit auf unserer Island-Umrundung einen kleinen zeitlichen Puffer gelassen, bevor wir in den nächsten Tagen den Fährhafen in Seydisfjördur erreichen müssen. Dadurch können wir noch einige Stichfahrten im Nordosten von Island planen und werden dennoch pünktlich am Vorabend unserer Rückreise auf dem Campingplatz in Seydisfjördur sein. Perfekt!

Rundwanderung auf den Klippen am Kap Raudanes

Am frühen Nachmittag treffen wir auf dem Parkplatz vom Kap Raudanes ein. Von hier aus beginnt die verlockende Rundwanderung entlang der bizarren und schroffen Klippen. Auf dieser Tour erreicht man unter anderem das gigantische Felsentor Raudanes und hat mit etwas Glück auch die Chance, einige Papageitaucher zu beobachten, die hier in ihren Höhlen nisten. Also packen wir unser Equipment zusammen und machen uns auf den etwa 7 Kilometer langen Rundweg.

Dieser führt durch eine herrliche Landschaft und entpuppt sich als offensichtlicher Insider-Tipp. Wir sind fast die ganze Zeit allein unterwegs und genießen unentwegt den Blick über die Küste sowie in die versteckten Buchten und Höhlen. Es ist immer wieder erstaunlich, was die ewig währende Brandung des Meeres an Formen geschaffen hat.

Minigalerie Rundwanderung am Kap und Felsentor Raudanes

Kurz vor dem Kap entdecken wir einen Felsen, der von den Papageitauchern wie ein Schweizer Käse durchlöchert wurde. Aus dieser Perspektive lässt sich das Treiben in einer Kolonie der possierlichen Seevögel mal auf eine ganz andere Weise beobachten. Während Conny sich kaum von diesem Ort trennen kann, baue ich bereits in der Nähe das Stativ auf. Von hier aus hat man einen perfekten Blick auf das markante Felsentor Raudanes. Nur etwas später haben wir bereits eine schöne Langzeitbelichtung von diesem Motiv im Kasten und können unsere Wanderung auf der kleinen Halbinsel Raudanes fortsetzen.

Felsentor Raudanes im Nordosten von Island (Nordlandblog)
Felsentor Raudanes

Die Abgeschiedenheit dieser Region im Norden von Island wird noch verstärkt, durch die vereinzelten Bauernhöfe. Diese schmiegen sich in die kleineren, fruchtbaren Täler. Sie könnten sicher unendliche Geschichten von einem Leben voller Entbehrungen, Herausforderungen und Einsamkeit erzählen. Wir folgen dem markierten Weg am Stand entlang und über einige der Ländereien zurück zu unserem Kastenwagen. Dort angekommen kochen wir uns erst einmal einen Kaffee, bevor wir nach Porshöfn aufbrechen. Auf dem Campingplatz in diesem alten Handelsort wollen wir die nächste Nacht verbringen.

Strand am Kap und Felsentor Raudanes im Nordosten von Island (Nordlandblog)
Unwirkliche Landschaft am Kap Raudanes

Von Þórshöfn (Porshöfn) nach Egilstadir

Die Straße 85 führt zumeist an der Küste im Nordosten Islands entlang. Das zunehmend schlechtere Wetter passt perfekt in die etwas unwirkliche Szenerie und verstärkt unseren Eindruck, am Rand der Welt unterwegs zu sein. Auch hier unterbrechen lediglich vereinzelte Gehöfte die weite Landschaft aus Geröll, Felsen und den Bergen im Hinterland. So rau und spröde diese Region auch erscheinen mag, so faszinierend ist sie gleichermaßen für uns Mitteleuropäer. Mit diesen Gedanken fahren wir entspannt bis nach Þórshöfn (Porshöfn), wo wir am frühen Abend ankommen und ganz alleine auf dem Campingplatz sind.

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Nordküste von Island bei Porshöfn im Nordosten von Island (Nordlandblog)
Auf dem Weg nach Porshöfn im Nordosten von Island

Der Wetterbericht am nächsten Morgen verheißt nichts Gutes: Schneefall ist angesagt – und das Anfang Juni. Wir entscheiden uns daher, lieber die größeren Straßen zu nutzen und einen kleinen Schlenker in Richtung Süden zu fahren. So folgen wir zunächst der Straße 85 bis zur Ringstraße 1 und dieser anschließend bis nach Egilstadir. Ein eigenartiges Gefühl, denn hier haben wir nach unserer Ankunft vor einigen Wochen das erste Mal angehalten und eingekauft. Somit hat sich unsere Runde um Island geschlossen…. Mit etwas Schwermut gehen wir dadurch ein weiteres Mal im lokalen “Bonus” Supermarkt einkaufen, bevor wir uns auf den Weg nach Borgarfjördur machen.

Schneegestöber auf dem Pass im Nordosten von Island (Nordlandblog)
Im Schneetreiben Anfang Juni nach Egilstadir

Von Egilstadir nach Bakkagerði / Borgarfjörður Eystri

Die Straße 94 von Egilstadir nach Borgarfjördur ist für sich schon ein echtes Erlebnis. Auf dieser Schotterstrecke durchquert man die Tiefebene Hjaltastaðaþinghá, die von den Flüssen Selfljót und Lagarfljót durchzogen und geprägt wird. Kurz bevor diese Gletscherflüsse in einem riesigen Delta in den Fjord Héraðsflói münden, biegt die Straße in östlicher Richtung ab, um sich dann gewaltig in die Berge hinaufzuwinden. Am Pass in den Bergen von Dyrfjöll gibt es einen größeren Parkplatz, von dem aus man unter anderem zu den Felshaufen von Stórurð wandern oder eben nur die Aussicht genießen kann. Daran ist bei uns nicht zu denken, denn wir haben bei dichtem Nebel zu tun, überhaupt die Straße zu finden.

So kommen wir nach etlichen Kilometern an diesem Tag im Dorf Bakkagerði an. Allerdings wird der Name des Fjordes und des Gebietes darum, Borgarfjörður eystri, zunehmend auch für den Ort verwendet. Wir nutzen in jedem Fall den Campingplatz im Dorf und kochen uns nur noch eine Kleinigkeit zum Abendessen. Anschließend werden noch einige Pläne für den nächsten Tag geschmiedet, denn offensichtlich soll das Wetter deutlich besser werden.

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Dorf Borgarfjörður mit Campingplatz in Island (Nordlandblog)
Am nächsten Morgen: Blick auf Bakkagerði / Borgarfjörður eystri mit dem Campingplatz auf der rechten Seite

Entdeckungen rund um Bakkagerði / Borgarfjörður Eystri

Liegt es daran, dass wir die Nacht neben dem Versteck der Elfenkönigin von Island verbracht haben…? Strahlender Sonnenschein begrüßt uns am nächsten Morgen und so hält uns nichts lange im Kastenwagen. Ein schnelles Frühstück und kurze Zeit später stehen wir bereits auf dem Hügel Álfaborg neben dem Campingplatz. Der deutsche Name des markanten Felsens ist dabei kein Zufall: In der “Elfenburg” soll tatsächlich die Königin der Elfen leben. Wir verhalten uns entsprechend rücksichtsvoll, um sie nicht zu stören und genießen den Ausblick über das Dorf (Bild oben).

Conny auf dem Berg der Elfen Álfaborg in Island (Nordlandblog)
Conny auf dem Berg der Elfen Álfaborg

In der Hoffnung, dass uns die Elfen wohl gesonnen sind, machen wir uns anschließend auf den Weg, um am Vogelfelsen in der Bucht die Papageitaucher zu beobachten. Dazu parken wir oberhalb des kleinen Hafens, der hier im Schutz der Felsen angelegt wurde. Auf dem modernen Parkplatz gibt es zugleich eine öffentliche Toilette. Von hier aus ist es nur ein Steinwurf bis zum Hafen, hinter dem der Vogelfelsen liegt. Und tatsächlich stehen wir schon kurze Zeit später einmal mehr den niedlichen Papageitauchern gegenüber.

Bootshafen von Borgarfjörður Island (Nordlandblog)
Fischereihafen von Bakkagerði / Borgarfjörður Eystri

Allerdings haben wir sie bisher weder in Norwegen, Schottland oder auf Island aus dieser unmittelbaren Nähe und in dieser Anzahl gesehen. Ein unglaubliches Schnorren und Flattern umgibt den Felsen, wo die meisten Vögel ihre Nester haben. Man kann von markierten Wegen und auf Terrassen die niedlichen Tiere beobachten und schon fast berühren. Genial! Natürlich sind unsere Speicherkarten in den Kameras schon bald gut gefüllt und wir entscheiden uns, am Abend noch einmal zurückzukommen.

Minigalerie Papageitaucher / Puffins in Borgarfjörður Eystri

Jetzt fahren wir die Straße erst einmal ein kleines Stück zurück. Etwa einen Kilometer entfernt, findet man den Parkplatz, von dem aus die legendäre Wanderung zur malerischen Bucht Brúnavik beginnt. Vor uns liegt direkt der Aufstieg zum Bergrücken, von dem aus sich der Wanderweg hinab zur Brúnavik schlängelt. Die Postkartenidylle rund um die Bucht ist nur zu Fuß zu erreichen und das macht dieses Ziel somit zu einer seltenen Sehenswürdigkeit, die immer noch als Insider-Tipp gilt. Nach etwa anderthalb Stunden stehen wir inmitten der farbigen Felsen am schwarzen Sandstrand. während das Meer karibikblau in der Sonne leuchtet.

Minigalerie Wanderung zur Bucht Brúnavik

Es ist unglaublich: Gestern haben wir us durch den Schnee gekämpft und heute schwitzen wir im T-Shirt in der Sonne. So viel zu der legitimen und oft gestellten Frage, was man an Sachen einpacken sollte, wenn man nach Island reist… Aufgrund des herrlichen Wetters und da wir noch Zeit haben, entscheiden wir uns, den Rückweg als Rundwanderung zu wählen. Daher folgen wir dem Fluß, der in der Bucht mündet, talaufwärts. Über eine Offroad-Piste in den Bergen gelangen wir dann zurück zur Hauptstraße. Nicht weit von hier steht unser Kastenwagen auf dem Parkplatz. Eine kurze Stärkung ist angesagt, bevor wir gleich wieder umparken: Abendliche Fotosession am Vogelfelsen…!!

Papageitaucher in Borgarfjörður im Nordosten von Island (Nordlandblog)
Papageitaucher im warmen Abendlicht

Kurzentschlossen verbringen wir anschließend eine weitere Nacht auf dem Campingplatz des Ortes. Warum sollen wir auch mit Einbruch der Dunkelheit zurück nach Egilstadir fahren…? Die Fähre geht erst in zwei Tagen und so haben wir noch ausreichend Zeit. Diese wollen wir auch noch für eine weitere Stichfahrt nutzen. Am See Lögurinn vorbei werden wir in das Waldgebiet Hallormsstaður fahren, den Wasserfall Hengifoss aufsuchen und anschließend noch eine Nacht in den Bergen verbringen.

Letzte Impressionen von Bakkagerði / Borgarfjörður Eystri

Von Borgarfjörður Eystri zum Wasserfall Hengifoss

Colaautomat an der Straße nach Borgarfjörður Island (Nordlandblog)

Bei abermals perfekten Wetter brechen wir auf. Die Schotterpiste mit den unzähligen Schlaglöchern nervt uns heute kaum, denn die Aussichten links und rechts von der Straße lassen ohnehin kaum höhere Geschwindigkeiten zu. Neben dem Ausblick vom Pass faszinieren uns immer wieder die schlangenförmigen Flussläufe in der Tiefebene. Ein Highlight der besonderen Art ist allerdings der wohl meist fotografierte Getränkeautomat Islands. Weit abgelegen von jeder Zivilisation, quasi in der Prärie, steht ein alter Container mit einem kleinen Picknickplatz. Über ein Solarpanel wird ein Automat mit Getränken und einigen Naschereien betrieben. An diesem Ort mit Kultstatus haben sich natürlich Reisende aus aller Welt mit netten Sprüchen und Notizen verewigt. Echt cool 🙂

Nachdem wir erneut Egilstadir erreicht haben, folgen wir den Straßen 95 und 931 bis in eines der wenigen Waldgebiete Islands. Der Nationale Forst Hallormsstadur ist alleine für sich diesen Abstecher wert. Der zugleich größte Wald der Insel lädt zu ausgedehnten Wanderungen und einen Besuch in das Forstmuseum ein. Bereits 1903 hat man hier mit den Aufforstungen an den Ufern des Sees Lögurinn begonnen. Auf diese Weise ist hier eine fast mitteleuropäische Naturlandschaft entstanden.

Lunch im fast legendären Klausturkaffi

Wir durchqueren das Waldgebiet auf der Straße am Seeufer und erreichen wenig später das Nationalpark-Zentrum Snæfellsstofa Visitor Center. Nach einem kurzen Rundgang durch die Ausstellung über das angrenzende Hochland und die gesamte Region gehen wir die wenigen Schritte zu unserem eigentlichen Ziel, dem Restaurant Klausturkaffi.

Skriduklaustur Restaurant Buffet im Nordosten von Island (Nordlandblog)
Auf der Terrasse vom Klausturkaffi den Sonnenschein genießen

Wir hatten vom Vorfeld über das fast legendäre Buffett mit einheimischen Spezialitäten gelesen. Tatsächlich scheinen sich die Gäste aus aller Welt in ihren Bewertungen auf allen Portalen auch einig zu sein. Also müssen wir das Buffet natürlich auch “testen”. Es gibt im Sommerhalbjahr (April – Oktober) täglich die leckersten Dinge für einen Festpreis von etwa 20 Euro / Person.

Und so genießen wir schon bald Fleischbällchen vom Rentier, Lammragout, Fischauflauf, Suppen, Kuchen und Kaffee. Die angenehme Atmosphäre sowie die ausgesucht freundliche Bedienung machen das Erlebnis perfekt. Dafür gibt es von uns 5 Sterne 🙂

Buffet im Gasthaus Skriduklaustur im Nordosten von Island (Nordlandblog)

Wanderung hinauf zum Wasserfall Hengifoss

Dermaßen gestärkt und hochmotiviert steuern wir nach dem Essen den Parkplatz vom Wasserfall Hengifoss an. Von hier aus kann man am Rand der Schlucht entlang bis hinauf zum Hengifoss wandern. Für diese Tour über etwa 270 Höhenmeter sollte man ungefähr 45 Minuten (eine Strecke) einplanen, denn auf dem Weg bis zum Wasserfall mit den markanten roten Gesteinsschichten passiert man noch einige weitere Attraktionen.

Schlucht Canyon am Hengifoss im Nordosten von Island (Nordlandblog)
Links oberhalb dieser Schlucht folgt man dem Weg zum Hengifoss, den man in der Ferne bereits erkennen kann

Auf halber Strecke bis zum Hengifoss erreicht man zunächst einen kleineren Wasserfall, den Litlanesfoss. Dieser stürzt durch eine schmale Spalte zwischen markanten Steinen aus Basalt in die Tiefe. Die typischen Strukturen der Felsen machen den Litlanesfoss zum ebenso attraktiven Fotomotiv wie den Svartifoss im Süden von Island. Natürlich machen wir unsere obligatorischen Bilder und kommen auf diese Weise noch langsamer als geplant vorwärts.

Wasserfall Litlanesfoss im Nordosten von Island (Nordlandblog)
Der Litlanesfoss im Nordosten von Island. Auffallend sind die Basalt-Strukturen.

Nun haben wir in etwa noch einmal die gleiche Strecke vor uns, bis wir den Hengifoss erreichen. Vielleicht hätte es vorhin am Buffett ein Stück Kuchen weniger auch gemacht….? Wie auch immer – wir müssen und wir kommen hier hoch. Alle Anstrengungen dieser steilen Strecke sind auch sofort vergessen, als wir den Hengifoss in der Sonne leuchten sehen. Mit seinen 118 Metern Fallhöhe ist er der vierthöchste Wasserfall Islands. Das Besondere sind aber die farbigen Schichten im Gestein hinter dem Wasserfall. Diese haben sich durch Vulkanasche gebildet und das enthaltene Eisenerz lässt sich unnachahmlich rot leuchten.

Wasserfall Hengifoss im Nordosten von Island (Nordlandblog)
Der Hengifoss in voller Schönheit

Die vorletzte Nacht auf Island im Laugarfell

Nur schwer können wir uns diesem Anblick entziehen, der einmal mehr verdeutlicht, welche Formen und Farben die Natur immer wieder zaubert. Dem Weg zurück, immer talwärts, folgen wir nun ziemlich entspannt. An unserem Kastenwagen überlegen wir erst einmal kurz, ob wir tatsächlich für die vorletzte Nacht auf der Insel hinauf in das Laugarfell fahren. Aber der Gedanke an einen letzten entspannten Abend in einem Hotpot ist einfach zu verlockend. Also folgen wir der Straße 910 hinauf in die Bergwelt Islands.

Die Touristenhütte Guesthouse und Camping Laugarfell ist unser Ziel. In der Bergwelt unweit von Islands höchstem Berg bietet diese Bergstation nicht nur ein sagenhaft gutes Speiseangebot sondern auch einen grandiosen Hotpot fernab der Touristenströme.

Wir sind am Ziel; aber irgendwie sieht es hier gar nicht so richtig nach Camping aus…? Wir gehen in das Restaurant und fragen einfach, ob wir auf dem Parkplatz über Nacht stehenbleiben dürfen. Mit entwaffnender Freundlichkeit werden wir erst einmal herzlich begrüßt. “Das ist selbstverständlich absolut in Ordnung. In den Gebühren für die Übernachtung ist die Benutzung der beiden Hotpots natürlich enthalten”, lautet die nette Antwort. Perfekt, hier bleiben wir.

Guesthouse und Camping Laugarfell Island (Nordlandblog)
Bergstation und Restaurant “Guesthouse Laugarfell”

Wir essen und nehmen ein Bad, relaxen noch etwas, essen wieder und nehmen noch ein Bad…. Besser kann eine Rundreise um Island nicht zu Ende gehen. Im Nachhinein war es eine gute Idee, ohne Zeitdruck und mit etwas Puffer wieder hier in der Region um den Fährhafen in Seydisfjördur anzukommen. Es gibt in der Umgebung viel zu Erleben und zu Entdecken, so dass man seine Reise entspannt beenden kann.

An diesem Abend gehen wir erst in unserem Kastenwagen schlafen, als die Sonne bereits hinter den Bergen untergegangen ist und das Wasser aus den heißen Quellen in der kalten Luft anfängt zu dampfen. Somit durften wir das wohltuende Bad in neun verschiedenen Hotpots auf Island genießen, die wir euch im verlinkten Beitrag alle näher vorstellen.

Abendsonne und Bad im Hotpot Laugarfell Island (Nordlandblog)
Ein letzter Abend im Hotpot auf Island
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Auf nach Seydisfjördur – kurz vor der Heimreise von Island

Am nächsten Morgen stromern wir noch etwas durch die nähere Umgebung und folgen ein Stück dem “Wasserfall-Weg”, wie eine populäre Wanderung hier heißt. Am Nachmittag hat uns aber die Zivilisation bereits wieder, denn es gilt, in Egilstadir letzte Einkäufe vor der Heimreise zu erledigen. Die Einkaufsliste unserer Freunde mit einigen Wünschen für isländische Spezialitäten ist ziemlich lang. Dazu möchten wir uns ebenfalls noch einige Dinge mit nach Deutschland nehmen, wie zum Beispiel diese verdammt leckeren Schokoladenwaffeln…. In jedem Fall kommen wir ziemlich spät an unserem Endpunkt dieser Reise, im Fährhafen Seydisfjördur an.

Straße zum Fährhafen in Seydisfjördur von Island (Nordlandblog)
Pass von Egilstadir nach Seydisfjördur

Wir hielten es für eine gute Idee, hier bereits am Vorabend unserer Rückreise anzukommen und gleich noch unweit vom Fährhafen zu übernachten. Damit ist es fast ausgeschlossen, die Fähre am nächsten Morgen – warum auch immer – zu verpassen. Leider ist es mit guten Ideen meist dasselbe: Man hat sie nicht alleine und so ist der Campingplatz selbst jetzt, in der Nebensaison, bereits brechend voll. Einige nette Holländer, die wir bereits öfter auf unserer Tour getroffen haben, weisen uns auf den etwa 200 Meter entfernten Ausweichplatz hin.

Okay, der Romantikfaktor dieses Platzes tendiert zwar gegen Null, aber für die letzte Nacht geht das in Ordnung.

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Abreise von Island

Wir schauen uns am Abend noch etwas in dem kleinen Hafenort Seydisfjördur um. Das Dorf ist hauptsächlich durch den Fährverkehr der Smyril Line zum europäischen Festland sowie einige Künstler geprägt, die sich hier niedergelassen haben. Insofern hat man öfter den Eindruck durch eine übergroße Galerie zu laufen…

Bunte Straße Regenbogen in Seydisfjördur von Island (Nordlandblog)
Hauptstraße von Seydisfjördur

Am nächsten Morgen erweist sich unsere Planung als goldrichtig. Ohne Stress und Hektik können wir für unsere Rückfahrt auf der MS Norröna einchecken. Eigentlich hätten wir unser Auto fast auf die Fähre schieben können, so nah ist der Kai am Campingplatz gelegen. Schneller als gedacht sind wir an Bord der Norröna und bereits etwas wehmütig, nach diesen erlebnisreichen und unvergesslichen Wochen die imposante Insel im Nordatlantik schon wieder verlassen zu müssen.

Auf der anderen Seite liegen noch einige spannende Tage auf den Färöer Inseln vor uns, die wir während eines Zwischenstopps der Fähre erstmals erkunden wollen.

Als die Fähre bei der Abfahrt den Fjord passiert hat und erstmal das offene Meer reicht schauen wir ein letztes Mal zurück – auf die Insel aus Feuer und Eis, das Land der Elfen und Trolle und eine unglaubliche Landschaft, die in den letzten Woche eine zweite Heimat für uns war. Etwas schwermütig sagen wir daher in Gedanken: “Passaðu þig á Íslandi. Okkur langar til að koma aftur.”

Letzter Blick auf Island von der MS Norröna der Smyril Line (Nordlandblog)
Ein letzter Blick zurück…

Empfohlene Literatur und eine optimale Landkarte für diese Rundreise*

Reise Know-How Landkarte Island – Maßstab (1:425.000) Ausgabe 2018

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Autor / Autoren:

Conny und Sirko

Conny und Sirko

„Ja, wir lieben dieses Land…“- so beginnt die norwegische Nationalhymne, und ja, auch wir – Conny & Sirko – lieben dieses Land, die Einwohner, die grandiose Landschaft, den Frieden und die Ruhe, die wir dort und in ganz Skandinavien finden. Wir waren inzwischen über dreißig Mal im Norden unterwegs – zu verschiedenen Zeiten, in vielen Regionen und in allen Variationen. Unseren Reiseblog Nordlandblog entwickeln und schreiben wir mit viel Liebe und Herzblut, denn so haben wir die Möglichkeit, uns das permanente Fernweh nach dem Norden von der Seele zu schreiben und euch hoffentlich ebenfalls dafür zur begeistern. Also: Kurs auf Norden !

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