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188.000 Seen und noch viel mehr Bäume – mit dem Wohnmobil von Vaasa nach Helsinki

188.000 Seen und noch viel mehr Bäume - mit dem Wohnmobil von Vaasa nach Helsinki - Rundreise, Roadtrip, Kvarken, Kuopio, Kolovesi, Kloster, Helsinki, Finnische Seenplatte - finnland-rundreisen - Im Herbst sind wir auf unserer Skandinavien-Rundreise mit dem Kastenwagen von Vaasa nach Helsinki durch die traumhafte Landschaft von Finnland gefahren.

Auf der letzten Etappe unserer Scandinavian Crossing Tour geht es mit dem Wohnmobil durch Finnland

Als wir auf einer früheren Tour einen kleinen Abstecher zum Weihnachtsmann nach Rovaniemi unternahmen (hier der entsprechende Beitrag dazu), entstand bereits unser Wunsch, demnächst einmal mehr Zeit in Finnland zu verbringen. Endlose Wälder, unzählige Seen, Elche, Rentiere und die glücklichsten Menschen der Welt – das alles macht uns neugierig, so dass wir bei unserer „Scandinavian Crossing Tour“ ein Drittel dieser Rundreise mit dem Wohnmobil in Finnland zurückgelegt haben. Über unsere Erfahrungen, Erlebnisse und Eindrücke berichten wir in dem nachfolgenden Beitrag:

Mit der Fähre von Umeå nach Vaasa

An Bord der modernen Fähre von der Reederei Wasa Line
An Bord der modernen Fähre von der Reederei Wasa Line

Es ist bereits Anfang Oktober, draußen bereits stockdunkle Nacht und der Regen peitscht über das Deck der Fähre „Wasa Express“, mit der wir von Umeå (Schweden) nach Vaasa (Finnland) übersetzen. Gegen Mitternacht legen wir dort an, die Frontluke öffnet sich und kurze Zeit später fahren wir die ersten Kilometer durch Finnland. Vor uns liegt eine spannende Route durch die Finnische Seenplatte und Teile Kareliens bis nach Helsinki, von wo aus wir auf einer Fähre der Reederei Finnlines nach Deutschland zurückfahren werden.

Doch zuvor gibt es weltweit einmalige Landschaften zu entdecken, Finnland zu erkunden und bereits in der Nähe von Vaasa zunächst das UNESCO Weltnaturerbe-Gebiet Kvarken zu besuchen.

Bild mit der Drohne DJI Mavic Pro an der Ostseeküste in Finnland auf unserer Wohnmobil-Reise aufgenommen
Blick über den historischen Hafen Svedjehamn im UNESCO Weltnaturerbe Kvarken

Das Kvarken Archipel – eine weltweit einzigartige Landschaft

Nach etwa 20 Minuten erreicht man von Vaasa aus die längste Hochseilbrücke Finnlands, Raippaluodon Silta. 82 Meter hoch über der Ostsee überquert man hier die Meerenge, die das finnische Festland von der Schäreninsel Raippaluoto trennt, und erreicht so ein besonderes Universum aus tausenden Inseln, Schären und Holmen.

Die längste Hochseilbrücke von Finnland,Raippaluodon Silta
Die längste Hochseilbrücke von Finnland,Raippaluodon Silta

An deren Ufern säumen zahlreiche hölzerne Bootshäuser die Wasserlinie, urige Fischerhäfen zeugen vom Fischreichtum der umliegenden Gewässer und mit etwas Glück kann man die Seeadler beobachten, wie sie am Himmel ihre Kreise ziehen. Auf einem der vielen markierten Wanderwege entlang der Küste lässt sich die Landschaft im Archipel perfekt erkunden und die zahlreichen dort angelegten Picknickplätze mit ihren Feuerstellen laden darüber hinaus zum Verweilen ein. 

Mit dem Wohnmobil durch Finnland, hier im Kvarken-Archipel
Blick im Kvarken-Archipel über die unzähligen Inseln und Schären in der Ostsee

Im Fischerhafen Svedjehamn, mitten im Kvarken-Archipel

In dem historischen Fischerhafen Svedjehamn findet man an einem Naturpfad den 20 Meter hohen Aussichtsturm Saltkaret (Salzstreuer), der einen unvergesslichen Ausblick über das UNESCO Weltnaturerbe Kvarken ermöglicht. Hier erheben sich, seitdem die Gletscher in Skandinavien fast komplett abgeschmolzen sind, ständig neue Inseln, Felsen und Schären aus dem Meer, so das eine imposante und sich ständig verändernde Landschaft entsteht.

In jedem Fall sollte man ein Fernglas bei sich haben, da dieses Gebiert perfekte Bedingungen für verschiedene Vogelarten bietet. Der Aufenthalt hier, lässt sich gut mit einer Übernachtung im Wohnmobil auf den offiziellen und sehr kostengünstigen Wohnmobil-Stellplätzen in Svedjehamn (4 Euro) oder am Sommarösund (10 Euro) kombinieren.

Küstenlandschaft an der finnischen Ostseeküste mit den typischen Fischerhäusern
Küstenlandschaft an der finnischen Ostseeküste mit den typischen Fischerhäusern

Die Schärenküste in der Umgebung ist unglaublich schön, sodass wir spontan mehr Zeit als geplant in dieser Region verbringen und einige der pittoresken Dörfer an der Ostsee aufsuchen. Gerade im Sommer bietet es sich darüber hinaus an, mit einem Boot auf eine der vielen Leuchtturm-Inseln überzusetzen und die Weite inmitten der Schärenlandschaft auf sich wirken zu lassen. Neben den meist historischen Leuchttürmen zeugen hier ebenfalls viele Windmühlen von der Lebensweise der Menschen in früheren Zeiten. In Harrström findet man daher unter anderem eine der größten bis heute erhaltenen Windmühlen Finnlands.

Finnland mit dem Wohnmobil, hier an den Windmühlen an der Ostseeküste
Die typischen Windmühlen an der finnischen Ostseeküste

Wer es noch etwas historischer mag, kann sich auch noch in den Ruinen des alten Ortskerns von Vaasa umschauen, der allerdings 1852 bei einem Großbrand zum größten Teil vernichtet wurde. Dennoch sind die Überreste dieser historischen Ansiedlung einen Besuch wert, da sie als Monumente an die Geschichte von Vaasa erinnern.

188.000 Seen und noch viel mehr Bäume - mit dem Wohnmobil von Vaasa nach Helsinki - Rundreise, Roadtrip, Kvarken, Kuopio, Kolovesi, Kloster, Helsinki, Finnische Seenplatte - finnland-rundreisen - Im Herbst sind wir auf unserer Skandinavien-Rundreise mit dem Kastenwagen von Vaasa nach Helsinki durch die traumhafte Landschaft von Finnland gefahren.

Nach dieser Vielzahl an maritimen und historischen Eindrücken folgen wir nun aber einer der längsten und dennoch sehr wenig bekannten Touristenstraßen, dem „Blauen Weg“ in östlicher Richtung, denn auf dieser Route erreichen wir mit unserem Wohnmobil direkt den nördlichen Teil des Seengebiets von Finnland.

Auf dem „Blauen Weg“ in das Finnische Seenland

Der"Blaue Weg" ist als Touristenstrecke entlang der Straßen markiert
Der „Blaue Weg“ ist als Touristenstrecke entlang der Straßen markiert

Der „Blaue Weg“ beginnt an der norwegischen Atlantikküste in Nesna und führt in Schweden durch das südliche Lappland sowie das südliche Västerbotten. Von Umeå setzt man, wie wir auch, mit der Fähre nach Vaasa über und durchquert Finnland, bevor man das Ziel, Petrosawodsk in Russland erreicht. Diese Strecke, die hier „Blå Vägen“ oder auf finnisch „Sininen tie“ heißt, fahren wir nun in östlicher Richtung.

Bereits in Isokyrö verlassen wir aber die Straße, um in den Ort abzubiegen. Hier gibt es neben einigen Museen und Denkmälern, die an einige Kriege Finnlands erinnern, auch eine wirklich sehenswerte Kirche. Der beeindruckende, 24 Meter hohe Bau wurde wahrscheinlich bereits im 14. Jahrhundert errichtet und überragt hier am Flussufer die Höfe der Umgebung deutlich.

Blick auf die alte Kirche von Isokyrö, als wir mit dem Wohnmobil in Finnland unterwegs waren.
Blick auf die alte Kirche von Isokyrö

Nach einem kurzen Abstecher in das direkt daneben liegende Heimatmuseum eines alten Bauernhofes, geht der Roadtrip auch schon weiter. Die Landschaft wird hier weitläufiger und die Besiedlung deutlich weniger. So kann man auf der herrlichen Straße 77, teils fast allein, den Weg zum Ziel und diese Autoreise zum echten Erlebnis machen. 

Einer der typischen Aussichtstürme in Finnland, von denen man einen herrlichen Blick über die Waldgebiete hat
Einer der typischen Aussichtstürme in Finnland, von denen man einen herrlichen Blick über die Waldgebiete hat

Wir erreichen mit unserem Wohnmobil die Umgebung von Viitasaari (Finnland)

Nach etwas mehr als zwei Stunden Fahrt erreicht man so schlussendlich Viitasaari, eine etwas größere Stadt und aus dieser Richtung das Tor zur Seenplatte. Hier findet man auch eine perfekte Infrastruktur, einen großen Rasthof und viele Möglichkeiten, um zum Beispiel die Vorräte aufzufüllen.

Im Ort gibt es unter anderem auch eine orthodoxe Kirche zu sehen und auf einem der vielen Aussichtstürme in der näheren Umgebung kann man sich einen ersten Blick über die unendliche Weite der Seen als auch der Wälder verschaffen. Von Viitasaari ist es nicht weit nach Pielavesi, wo ebenfalls eine alte Holzkirche am Seeufer die Besucher fasziniert. Auf dem kleinen Abstecher von der Straße 77, unserem „Blauen Weg“, kommt man ebenfalls an einem weiteren alten Bauernhof vorbei, der heute zumindest im Sommer als Museum „Lepikon torppa“ zugänglich ist. 

Das Museum „Lepikon torppa“ zeigt die Lebensweise der Menschen in früheren Zeiten
Das Museum „Lepikon torppa“ zeigt die Lebensweise der Menschen in früheren Zeiten

Nach so viel Kultur und Geschichte bietet sich als Nächstes eine herrliche Wanderung an. Nach kurzer Fahrzeit verlässt man dazu, am Wegweiser nach „Korkeakoski“, die Hauptstraße und folgt der Strecke zum Parkplatz in dem kleinen Landschaftsschutzgebiet. Neben dem höchsten Wasserfall des Landes findet man hier einen mächtigen, urwüchsigen Wald. Übergroße Fliegenpilze, unglaubliche Moose und einen tief eingeschnittenen Canyon lassen der Fantasie freien lauf und es beschleicht einem irgendwie das Gefühl Hänsel und Gretel zu begegnen.

Es gibt in dem Gebiet viele gut markierte Wanderwege für verschiedene Ansprüche und natürlich auch die obligatorischen Feuerstellen, die oft zugleich Picknickplatz sind. Man kann so durchaus einen ganzen Tag verbringen oder eben auch nach einem kurzen Aufenthalt und einem Blick auf den Wasserfall der ursprünglichen Route weiter folgen. Auf diese Weise erreicht man bereits nach einer weiteren halbe Stunde Fahrt die Hauptstadt der Finnischen Seenplatte: Kuopio.

Kuopio – die Hauptstadt der Finnischen Seenplatte

Im Hafen von Kuopio während unserer Tour mit dem Wohnmobil in Finnland
Im Hafen von Kuopio

Kuopio ist eine idyllische Hafenstadt am Kallavesi-See, dem zehntgrößten See Finnlands. Gerade im Sommer pulsiert das Leben im Hafen und in gleicher Weise auf dem Marktplatz, wo man schon mal Zeuge einer spontanen Tanzeinlage einiger gut gelaunter Einwohner werden kann.

In jedem Fall sollte man die historische Markthalle im Zentrum besuchen. Sie ist nicht nur ein architektonisches Kleinod sondern auch Treffpunkt für die Einwohner und elementarer Teil der finnischen Kultur. Es gibt hier leckeren Fisch in allen Variationen, regionale und finnische Spezialitäten sowie jederzeit einen leckeren Kaffee. 

Die historische Markthalle von Kuopio in Finnland
Die historische Markthalle von Kuopio in Finnland

Etwas oberhalb der Stadt lädt der Aussichtsturm Puijo die Besucher zu einem unvergesslichen Ausblick über die Seen und Inseln der Umgebung ein. In dem schicken Drehrestaurant des Turmes kann man aber nicht nur den Ausblick, sondern auch hervorragende Speisen genießen, denn nicht umsonst trägt es sogar einen Michelin-Stern. Wie unvergesslich dieser Panorama-Blick sein kann, zeigt unser nächstes Bild aus dem Seengebiet um Kuopio.

Blick über die Seenlandschaft bei Kuopio inmitten der Finnischen Seenplatte
Blick über die Seenlandschaft bei Kuopio inmitten der Finnischen Seenplatte

In Kuopio hat man nunmehr die Wahl, von hier aus nun direkt in Richtung Süden weiterzufahren oder noch ein Stück weiter auszuholen, um schlussendlich erst noch Joensuu zu besuchen und entlang der russischen Grenze nach Helsinki zu fahren. Wir haben uns für die letztere Variante entschieden und auf diese Weise auch gleich das erste Mal eine Sauna in Finnland besucht.

Ein Saunabesuch in Joensuu – weit im Osten von Finnland

Selbsterklärend: Nach der Finnischen Sauna bei 4 Grad in den See
Selbsterklärend: Nach der Finnischen Sauna bei 4 Grad in den See

Was macht man bei schlechtem Wetter in Finnland? Man geht in die Sauna… In einem Land, in dem auf drei Einwohner eine Sauna kommt und wo man für sich die Erfindung dieser durchaus angenehmen Einrichtung reklamiert, gehört das einfach dazu. Mit einer kurzen Internet-Recherche findet man in jedem Ort einige öffentliche Saunen und so saßen wir einige Stunden später in Joensuu mit vielen netten Finnen in der Sauna „Jääkarhut ry“.

Andere Länder, andere Sitten (in der Sauna)

Allerdings muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er die durchaus herausfordernden Sauna-Rituale der Finnen so mitmacht… Denn anders als in Deutschland hat der Saunabesuch in Finnland weniger mit Wellness zu tun. Es fängt schon damit an, dass man sich in der Sauna ganz normal unterhält. Üblich sind in Finnland nach Geschlechtern getrennte Saunen, die man ohne Badekleidung betritt. In einer Gemeinschaftssauna trägt man hingegen Badekleidung.

Da die Finnen fortwährend Wasser aufgießen, sollte man sein Handtuch draußen lassen, da es sonst relativ schnell feucht wird. Als wir den ersten Saunagang hinter uns haben suchten wir vergebens einen Ruheraum, den wir allerdings nicht fanden. Okay, also beobachteten wir die Finnen und wir trauten unseren Augen kaum. Nach dem Saunagang kühlt man sich im eisig kalten See ab und schwimmt entspannt eine Runde. Danach geht es sofort wieder in die Sauna. Conny hat sich bis zu den Knien in den See getraut, aber weiter ging es wirklich nicht. Also gingen wir nach der Abkühlung im Freien ebenfalls relativ schnell in die Sauna zurück.
Die Finnen wiederholen dieses Ritual etwa fünf bis zehnmal (wir haben mitgezählt 🙂 ). Im Vergleich dazu, haben wir echt frühzeitig aufgegeben….

Abstecher zum Männer Kloster Valamo

In Joensuu beginnend, sollte man erneut einen kleinen Bogen fahren, um einige besonders schöne Attraktionen fernab der großen Fernstraßen zu entdecken. So bietet sich ein Abstecher in das einzige orthodoxe Männerkloster Finnlands, nach Valamo, an. Man wird sofort beim Betreten der Anlage von der Ruhe einer unerklärlichen Ruhe ergriffen und es lohnt sich etwas mehr Zeit im Kloster zu verbringen um vielleicht einmal einem Gebet der Mönche zu lauschen.

Neben der Besichtigung der prunkvollen Kirche und einiger Ausstellungen, kann man hier lokale Spezialitäten aus der Produktion des Klosters erwerben oder in der sehr guten Cafeteria eine Kleinigkeit essen. Gegenüber der Klosteranlage bietet ein kostenloser offizieller Stellplatz viele Annehmlichkeiten und damit perfekte Voraussetzungen für eine Übernachtung mit dem Wohnmobil. Mehr Informationen zum Kloster haben wir in diesem Beitrag über das Kloster Valamo zusammengetragen.

Wandern im Nationalpark Kolovesi

Nur etwa eine knappe Stunde Fahrzeit von Valamo entfernt erreichen wir in den nächsten Tagen den Nationalpark Kolovesi. Hier findet man ein hervorragendes Netz an markierten Wanderwegen durch urwüchsige Wälder und entlang felsiger Seeufer, viele Feuerplätze, Bootsanlegestellen und überhaupt ein Paradies für Wassersportler.

Ruhe und Entschleungiung findet man allerorts im finnischen Seengebiet
Ruhe und Entschleungiung findet man allerorts im finnischen Seengebiet

Wer kein eigenes Kanu oder Kajak mit sich führt, kann hier problemlos alles Notwendige für eine mehrtägige Tour auf den Seen des Nationalparks ausleihen. Auf den offiziellen Parkplätzen im gut beschilderten Nationalpark kann man das teilweise sogar online realisieren und erhält einen Code zugesendet, mit dem man sich die Ausrüstung vor Ort dann einfach entnehmen kann. Eine typisch pragmatische Lösung, wie man sie oft in Nordeuropa findet.

Mit etwas Glück kann man auf seinen Touren durch den Nationalpark Kolovesi sogar die seltene Saimaa-Ringelrobbe oder einen Seeadler bestaunen. Wir nehmen uns vor, diese einladende und ursprüngliche Landschaft noch einmal im Sommer zu besuchen. Es ist einfach zu verlockend, hier mit Rucksack und Zelt die Umgebung zu entdecken.

Vanlife pur - mit dem Kastenwagen am Seeufer in Finnland und dazu ein wärmendes Lagerfeuer
Vanlife pur – mit dem Kastenwagen am Seeufer in Finnland und dazu ein wärmendes Lagerfeuer

Savonlinna – eine wunderschöne Stadt im Südosten von Finnland

Nach dem Aufenthalt in der unberührten Natur dieser Region nähert man sich Savonlinna – einer romantischen Kleinstadt inmitten unzähliger Seen und Wasserläufe. Die Teile der Stadt erstrecken sich daher auch folgerichtig über einige Inseln. Auf einer davon liegt erhaben und mächtig imposant die Festung Olavinlinna. Bereits 1475 wurde mit dem Bau der Festungsanlage begonnen, die heute besichtigt werden kann und im Sommer zugleich Veranstaltungsort für viele Konzerte, Ausstellungen und Festivals ist.

Die wunderschöne Burg Olvainlinna bei Savonlinna (Finnland)
Die wunderschöne Burg Olvainlinna bei Savonlinna (Finnland)

Im Umfeld der Festung findet man viele Restaraunts, Cafés und Biergärten, in denen man sich verwöhnen (lassen) kann. In unmittelbarer Nähe sind in einem Getreidespeicher die Touristeninformation, das Regionalmuseum und weitere Ausstellungen untergebracht. Dort liegt auch der alte Dampfschoner „Salama“ vor Anker, dem man als Museumsschiff ebenfalls einen Besuch abstatten kann.

Die Stadt hat, geprägt durch viele gut erhaltene ältere Gebäude sowie die Lage auf den Inseln, einen ganz besonderen Charme und ist eines der Highlights im Seenland.

Immer weiter in Richtung Süden

Die perfekten Straßen für einen entspannten Roadtrip durch eine einmalige Landschaft
Die perfekten Straßen für einen entspannten Roadtrip durch eine einmalige Landschaft

Natürlich bietet es sich an, über eine der spektakulärsten Straßen Finnlands die Reise fortzusetzen. Denn, wenn man Savonlinna über die Straße 14 in Richtung Punkaharju verlässt, kann man die Route über den gleichnamigen Landrücken fahren, der wie ein Damm im See Puruvesi liegt. Wenn es die Zeit erlaubt, sollte man hier auch eine Rast oder noch besser eine kleine Wanderung einplanen. Die Natur ist hier aufgrund ihrer besonderen Schönheit als Landschaftsschutzgebiet eingestuft und so kann man unter anderem an den Seeufern Biber beobachten oder sich einfach am Strand erholen.

Mit unserem Wohnmobil in Finnland auf herrlichen Straßen unterwegs...
Mit unserem Wohnmobil in Finnland auf herrlichen Straßen unterwegs…

Die Autofahrt über diese Route gehört sicher zu den bleibenden Eindrücken dieser Tour durch Finnland. Nur einige Kilometer weiter führt die Straße ganz nah entlang der russischen Grenze. Auf den Parkplätzen am Rand der Fernstraße Nummer 6 warnen immer wieder Schilder vor dem Grenzschutzgebiet, da es hier teilweise nur wenige hundert Meter bis nach Russland sind.

Das Gebiet um den Saimaa-See

Auf diesem Weg erreicht man schließlich das eigentliche Gebiet um den Saimaa-See und die größere Stadt Lappeenranta. Lappeenranta wird aus gutem Grund auch das „Tor zum Saimaa-See“ genannt, ist es doch das Zentrum der Region.

Die Seenlandschaft hat unglaubliche Dimensionen und noch viele unberührte, versteckte Orte
Die Seenlandschaft hat unglaubliche Dimensionen und noch viele unberührte, versteckte Orte

Der See Saimaa ist der größte See Finnlands und noch einmal eine ganz eigene Welt aus einer riesigen Wasserfläche mit hunderten kleinen Inseln. Hier kann man viel entdecken oder eben auch nur einmal am Ufer den Augenblick genießen. Entspannung pur!

In jedem Fall sollte man aber eine der regionalen Spezialitäten probieren, die es zwar in ganz Finnland gibt – aber aus der Saimaa Region stammt: „Muikku“, die „Kleine Maräne“, ist ein sehr wohlschmeckender kleiner Fisch, den man frittiert, gebraten oder auch geräuchert essen kann und im Ganzen verzehrt. Dazu soll „Muikku“ auch noch richtig gesund sein…

Hier, im Osten von Finnland, sind die russischen Einflüsse der Vergangenheit unübersehbar
Hier, im Osten von Finnland, sind die russischen Einflüsse der Vergangenheit unübersehbar

Für Abenteuerlustige empfiehlt sich ein ganz besonderer Ausflug. Man kann nämlich von Lappenranta aus über den einzigartigen Saimaa Kanal Visafrei nach Russland einreisen. Von Wyborg aus geht es dann via Bus (sofern man möchte) weiter nach St. Petersburg. Voraussetzung ist ein gültiger Reisepass und die Buchung der Tour mindestens 3 – 5 Tage im Voraus. Alle relevanten Infos dazu findest du hier. Leider waren wir zu einer Zeit dort als die Schiffe nicht mehr fuhren, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben :).

Im Süden von Finnland an der Ostseeküste nach Kotka und Porvoo

Vom Saimaa aus ist es nicht mehr weit bis nach Helsinki, der Hauptstadt Finnlands. Wenn man etwas weiter südlich der Straße an der Ostseeküste folgt, bietet sich auf dieser Etappe noch ein Aufenthalt in Kotka sowie in Porvoo an. Kotka ist eine Hafenstadt an der Ostsee. Mit den vielen einladenden Parks am Meer sowie dem historischen Fischerhaus des russischen Zaren hat Kotka einige Attraktionen zu bieten. Daher nehmen wir uns die Zeit und biegen für einen kurzen Aufenthalt von der Europastraße E 18 ab.

Miniaturen von den Leuchttürmen entlang der finnischen Ostseeküste im Katariina Seaside Park von Kotka
Miniaturen von den Leuchttürmen entlang der finnischen Ostseeküste im Katariina Seaside Park von Kotka

Nach einem kurzen Aufenthalt im Katariina Seaside Park direkt am Ufer der Ostsee besuchen wir anschließend die historischen Gebäude des russischen Zaren an den Lachstreppen. Hier steht auch die alte Fischerhütte Langinkoski – ein Holzhaus, wie aus dem Märchenfilm. Anschließend setzen wir unsere Fahrt in Richtung Helsinki fort. Die historische Stadt Porvoo ist unser nächstes Ziel.

Langinkosken, die alte Fischerhütte des Zaren am Flussufer in Kotka
Langinkosken, die alte Fischerhütte des Zaren am Flussufer in Kotka

Porvoo, die zweitälteste Stadt Finnlands, wurde vor 800 Jahren gegründet und lädt gerade im Sommer zu verweilen ein. Die Stadt besticht durch eine große Zahl bunter Holzhäuser, alter Lagerhäuser am Wasser sowie eine historische Kirche. Eine gute Gelegenheit, um noch einmal diese eher provinzielle Idylle zu genießen, bevor man sich auf den Weg in die pulsierende Metropole Helsinki macht. 

Die alten Lagerhäuser am Wasser in der Altstadt von Porvoo
Die alten Lagerhäuser am Wasser in der Altstadt von Porvoo

Zum Fährhafen in Porvoo

Helsinki bietet als moderne Hauptstadt jede Menge an Kultur, Erlebnissen und Attraktionen für einen längeren Aufenthalt. Daher werden wir Helsinki einen separaten Beitrag widmen, der demnächst hier auf dem Blog erscheinen wird.

Für uns endet unsere Reise mit dem Wohnmobil durch Finnland zunächst hier, denn es bietet sich an von Helsinki aus direkt mit der Fähre nach Deutschland (Travemünde) überzusetzen. 

Die Finnstar fährt dem Sonnenuntergang entgegen (Finnlines: Helsinki - Travemünde)
Die Finnstar fährt dem Sonnenuntergang entgegen (Finnlines: Helsinki – Travemünde)

Wir haben die hier beschriebene Tour als Teil einer Rundreise durch Skandinavien über Norwegen, Schweden und Finnland erlebt. Selbstverständlich kann man aber auch mit der Fähre nach Helsinki reisen und zum Beispiel der Ostseeküste in nördlicher Richtung bis nach Vaasa folgen, bevor man, unseren Empfehlungen folgend, durch das Seenland zurückfährt.

Unabhängig davon, wie man die Route plant oder sie in eine längere Rundreise einbettet – man wird mit einer Unmenge an Eindrücken zurückkehren und ganz sicher schon bald, diese Ruhe, Weite und Entspannung eines Roadtrips durch Finnland vermissen…. 


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