Titelbild Wanderung in die Bucht Brunavik in Borgarfjordur (Ostisland)
Island Wanderungen

Wandern im Nordosten von Island: Wanderung zur Bucht Brunavik in Borgarfjördur

Nachdem wir bereits von der Kvalvika Bucht auch den Lofoten extrem begeistert waren, war schnell klar, dass wir die Wanderung zur abgelegenen Bucht Brunavik im Nordosten von Island ebenfalls machen werden. Die malerische Bucht Brunavik ist ebenfalls nur zu Fuß oder mit einem Boot zu erreichen und soll ein absolutes Farbspektakel bieten. Karibikblaues Wasser, schwarzer Sandstrand und als Kontrast dazu die umliegenden, farbig leuchtenden Felswände der majestätischen Berge… Da müssen wir hin!

Am Ausgangspunkt der Wanderung zur Bucht Brunavik

Das Wetter ist wie gemacht für unsere geplante Wanderung, und so begeben wir uns mit unserem Kastenwagen zum Ausgangspunkt unserer Tour. Dazu fahren wir entlang der Bucht von Bakkagerði in Richtung Hafen und parken auf dem kleinen Wanderparkplatz neben der Straße, etwa einen Kilometer nach dem markanten Sendemast.
Der Weg ist von hier aus gut erkennbar und zunächst mit gelben Pflöcken markiert. Das erleichtert die Orientierung auf der ohnehin gut zu gehenden Wegstrecke zur Bucht Brunavik. Zunächst müssen wir einen Weidezaun überqueren, bevor es dann gleich recht steil bergauf geht. Dabei kommen wir schnell ins Schwitzen und merken rasch, dass wir offensichtlich viel zu warm angezogen sind 🙂 Wer rechnet denn Anfang Juni uf Island auch mit solchen hochsommerlichen Temperaturen…?

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Impressionen vom ersten Teil der Wegstrecke…

Es ist wirklich ein extrem schöner Tag, windstill und am Himmel sucht man verglich nach einer Wolke. In diesem Licht leuchten die Farben der Umgebung ganz besonders und wir genießen jeden Schritt auf dieser Wanderung. Mit jedem Höhenmeter wird die Aussicht zudem beeindruckender. Beim Blick zurück liegt Borgarfjordur als Panorama unter uns und der Parkplatz, wo wir gestartet sind, ist in der Ferne auszumachen (Bild obere Galerie – Mitte).

Blick zurück…

Nach gut einer Stunde und einem Aufstieg von etwa zwei Kilometern hat man die erste Passhöhe erreicht. Zwischen den beiden Bergen Granipa und Geitfell wandern wir weiter auf dem gut markierten Pfad über den Sattel Brúnavíkurskarð. Die Landschaft hier oben ist unbeschreiblich. Als Belohnung für den Aufstieg, kann man in der Ferne bereits das erste Mal die Bucht und den Strand Brunavik erahnen, wie die folgenden Bilder zeigen:

Abstieg zur Bucht Brunavik

Wir haben bis jetzt bereits über 300 Höhenmeter zurückgelegt. Deshalb freuen wir uns, nunmehr auf einem relativ ebenen Stück entlang zu wandern. Bevor wir mit dem etwa 30 minütigen Abstieg hinab zur Brunavik beginnen, genießen wir die grandiose Aussicht auf die Bucht und die umliegenden Berge, die zum Teil noch ganz leicht mit Schnee gezuckert sind.

Grandios: Brunavik direkt unter uns…

In der Ferne sieht man schon ein kleines, leuchtendes Gebäude. Dieses stellt sich wenig später als Schutzhütte heraus, die man in Notfällen für eine Übernachtung nutzen kann. In jedem Fall bietet uns die Hütte auf der weiteren Wegstrecke eine gute Orientierung, wo uns der nunmehr etwas steile Pfad entlangführen wird. Einem Flusslauf folgend, der immer wieder von kleineren, schönen Wasserfällen unterbrochen wird, erreichen wir schließlich die Grundmauern einer alten Farm.

Kurze Zeit später stehen wir dann auch vor der orangefarbenen Schutzhütte. Die Hütte diente in früherer Zeit wohl als Schutzhütte für Seeleute, die hier in der Bucht Zuflucht suchen mussten. Auch heute wird die einfache, aber irgendwie urige Hütte noch als Zufluchtsstätte genutzt, wenn man zum Beispiel von einer Schlechtwetterfront überrascht wird.

Allerdings ist es verboten, die Hütte einfach so und ohne echte Notlage zu nutzen.

Nach ungefähr anderthalb Stunden haben wir den Strand in der Bucht Brunavik erreicht und sind fast sprachlos. Keine Menschenseele weit und breit. Nur wir, das Meeresrauschen und einige Schafe, die wir in der Ferne blöken hören. Ganz allein in dieser fast unwirklich schönen Naturkulisse zu stehen, hat etwas ganz Großes, etwas Erhabenes. Die leuchtenden Farben um uns herum verstärken die teilweise unwirkliche Schönheit noch. Sind wir vielleicht auf einem anderen Planeten….?

Am Strand in der Bucht Brunavik

Natürlich haben wir, wie immer, Proviant dabei und suchen uns ein schönen Platz für unser Picknick. Anschließend ist Sirko mit seiner Kamera verschwunden, während ich die wärmenden Sonnenstrahlen genieße und ein wenig die Seele baumeln lasse. Nach einiger Zeit beratschlagen wir über unsere Rücktour. Wir können entweder den gleichen Weg zurückgehen oder die Wanderung in eine längere Rundtour ausdehnen. Der Weg ist allerdings deutlich länger und führt über einen anderen Pass, weiter talaufwärts, zurück. Wir entscheiden uns schließlich für die Rundwanderung. Der Tag ist so herrlich, den wollen und müssen wir voll und ganz auskosten…

Wir orientieren uns zur Sicherheit an der Landkarte, die an der Schutzhütte angebracht ist. Dabei stellen wir fest, dass wir weiter der gelben Markierung folgen müssen. Der Weg zeichnet sich recht vom Flusslauf, hinauf in das Tal, auch deutlich ab und so können wir aufbrechen. Noch ein letzter Blick zurück zur Bucht und schließlich gehen wir los.

Der Rückweg nach Borgarfjördur

An der Schutzhütte vorbei wandern wir immer talaufwärts, teilweise durch sumpfiges Gebiet, so das wir schnell nasse Füsse bekommen. Trotzdem ist die Wanderung ein Hochgenuss. Immer wieder gibt es kleine Bachläufe zu überqueren, was die Wanderung sehr abwechslungsreich macht. Nach gut 30 Minuten wird aus dem Wanderpfad ein unbefestigter Fahrweg.

Wenig später erreichen wir eine Tafel mit einer Karte, auf der diese Jeeppiste eingezeichnet ist. Die Offroad Strecke schlängelt sich in Serpentinen weiter nach oben. Wir lassen einige der Kurven aus, indem wir einfach die für Fußgänger möglichen Abkürzungen dazwischen nutzen. Nach etwa 45 Minuten hat man auf diese Weise die Passhöhe erreicht. Die Offroadstraße führt uns zwischen dem 578 Meter hohen Geitfell und dem 525 Meter hohen Svartfell hindurch und schon bald werden mit einer ersten tollen Aussicht auf die Bucht von Bakkagerði belohnt. Irgendwo da unten muss unser Auto stehen…

Das letzte Stück dieser Wegstrecke ist besonders landschaftlich besonders schön. Die bizarr geformten Berge leuchten in allen färben, die die Natur zu bieten hat. Insofern empfehlen wir euch ebenfalls, die komplette Rundwanderung zu gehen – führt sie euch doch in relativ kurzer Zeit durch eine abwechslungsreiche Landschaft Islands.

Dem Jeepweg weiter folgend, gelangt man schließlich zurück zur Straße. Von hier aus sind es dann zum Parkplatz, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung, noch einmal etwa 20 Minuten. Diese laufen wir auf der wenig befahrenen Straße bis zu unserem Kastenwagen.

Fazit

Eine absolut empfehlenswerte Rundwanderung mit tollen Ausblicken und unvergesslichen Erlebnissen. Gern hätten wir noch mehr Zeit in der einsamen Bucht Brunavik verbracht. Es ist in jedem Fall ratsam festes Schuhwerk zu tragen. Einige Teile des Weges sind schlammig und sumpfig. Für den Abstieg zur Bucht machen durchaus Wanderstöcke Sinn, der dieser Teil der Wegstrecke ist etwas abschüssig und die Wanderstöcke bieten besseren Halt.

Generell ist diese Tour aber ungefährlich, erlebnisreich und somit für die ganze Familie geeignet.

Alle Fakten / Details: Wanderung zur Bucht Brunavik als Rundwanderung

  • Strecke: Etwa 14 Kilometer vom Ausgangspunkt der Wanderung und dorthin zurück (Komplette Wegstrecke)
  • Zeit: 5 bis maximal 6 Stunden Wegstrecke komplett + Pausen
  • Geht man von der Bucht die gleiche Strecke zurück, benötigt man circa 1,5 – 2 Stunden
  • Beste Zeit für diese Tour: Mai – Oktober
  • Den Schwierigkeitsgrad dieser Tour würden wir als nicht sehr anspruchsvoll einstufen. Weite Strecken des Weges führen einer Offroadstrecke entlang. Allerdings sollte die Länge der Strecke nicht unterschätzt und etwas Proviant mitgenommen werden.
  • Der erste Teil bis zum Sattel des Passes ist recht steil und schweißtreibend, aber der Weg ist abwechslungsreich und gut markiert. Der Abstieg zur Bucht ist recht abschüssig. Am Ziel wird man mit einer einsamen traumhaften Bucht belohnt. Anschließend geht es talaufwärts zum nächsten Pass.
  • Diese Wanderung ist für die ganze Familie geeignet und kann auch in Begleitung eines Hundes problemlos gegangen werden. Gutes Schuhwerk ist allerdings Voraussetzung! Wanderstöcke sind nicht unbedingt notwendig, aber gerade für den Abstieg von Vorteil.
  • Du findest diesen Ausgangspunkt der Wanderung an einem kleinen Schotteparkplatz mit den folgenden Koordinaten, die wir für dich zu Google Maps verlinkt haben: 65.536050, -13.756124
  • Übernachtet haben wir auf dem nahegelegenen Campingplatz Borgarfjörður Eystra Campsite
  • Was wir in der Nähe noch alles unternommen, gesehen und erlebt haben, könnt ihr in unserem Erlebnisbericht von unserer Kastenwagen-Rundreise im Nordosten von Island nachlesen.

Landkarte zur Rundwanderung:

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Autor / Autoren:

Conny und Sirko

Conny und Sirko

„Ja, wir lieben dieses Land…“- so beginnt die norwegische Nationalhymne, und ja, auch wir – Conny & Sirko – lieben dieses Land, die Einwohner, die grandiose Landschaft, den Frieden und die Ruhe, die wir dort und in ganz Skandinavien finden. Wir waren inzwischen über dreißig Mal im Norden unterwegs – zu verschiedenen Zeiten, in vielen Regionen und in allen Variationen. Unseren Reiseblog Nordlandblog entwickeln und schreiben wir mit viel Liebe und Herzblut, denn so haben wir die Möglichkeit, uns das permanente Fernweh nach dem Norden von der Seele zu schreiben und euch hoffentlich ebenfalls dafür zur begeistern. Also: Kurs auf Norden !

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