Nordlandblog

Tourempfehlung: Zur schönsten Eisszenerie Europas am Austerdalsbreen (Norwegen)

Ein Photo von einer ganz besonderen Szenerie, der Gletscherzunge Austerdalsbreen in Norwegen.

Die Tour an die Gletscherarme des Austerdalsbreen unweit des Sognefjords in Westnorwegen, gehört mit zu den schönsten und beeindruckendsten Wanderungen der Region. Kaum einer kann sich der Faszination des gigantischen Gletschers aus der Eiszeit entziehen, sobald er vor dieser atemberaubenden Kulisse steht. Lasst uns aufbrechen…

2010 gingen wir die Tour zum Austerdalsbreen das erste Mal. Es folgten in den Jahren 2012 und 2013 weitere Wanderungen, da uns diese Gletscherzunge, die so weit und majestätisch in das Tal reicht, immer wieder beeindruckt. Das blauschimmernde Eis, die steilen Felswände in denen der Gletscher seine Spuren hinterlassen hat und der Gletscherfluss mit seiner intensiv leuchtenden Farbe sind immer wieder faszinierend. Diese Wanderung ist daher ein MUSS für alle Besucher dieser Region.

  • Ausgangspunkt: Veitastrond / Tungestølen – 61°32’40.02″N 6°58’40.39″O
  • Zielpunkt: Austerdalsbreen (Gletscherzunge) – 61°35’12.99″N 6°59’41.64″O
  • Höhenunterschied: 180 Meter  – von 242 Meter auf 452 Meter
  • Länge / Entfernung: 10 Kilometer total
  • Dauer: ca. 2,5 Stunden –  ca. 5 Stunden total
  • Beste Zeit / Saison: Juni – September
  • Schwierigkeitsgrad:  Mittel (Norwegische Einstufung)
Ein Bild von einem alten Tunnel in Norwegen, auf dem Weg zu einem Gletscher.
Ein “Møteplass”- Hinweis durch dieses Schild

Anfahrt:

Entweder aus Richtung Sogndal oder vom Sognefjell über die Straße RV 55. In Hafslo nimmt man dann den Abzweig auf die Fv 337 nach Veitastrond. Der Fv 337 folgt man bis zum Ausgangspunkt der Wanderung (ca. 40 km). Diese “Strasse” ist schon alleine ein echtes Erlebnis.

Sehr eng – teilweise passen keine zwei PKW nebeneinander. Dafür gibt es dann den sogenannten „Møteplass“ (Haltebucht). Außerdem fährt man unter anderem durch schlecht oder gar nicht beleuchtete und sehr enge Tunnel. Der Adrenalinspiegel steigt unweigerlich.

Bild einer Maststation in Norwegen
Mautstation in Selbstbedienung

Hat man diesen Teil der Strecke überstanden, kommt man hinter dem Dorf Veitastrond an ein Tor: Ab hier beginnt der „Bomveg“ – eine private Mautstrasse. Man bezahlt, indem man das dort liegende Formular mit Datum und  Autokennzeichen ausfüllt, eine Kopie davon abtrennt (wird wie ein Parkschein ins Auto gelegt) und den Geldbetrag (aktuell 50 Kronen für einen PKW / Stand 2016) mit dem dazugehörigen Umschlag in die vorgesehene Stahlbox steckt (siehe Bild oben rechts). Nun folgt man dem Weg in Richtung Tungestølen, bis man an eine Brücke kommt. Hier gibt es dann verschiedene Parkmöglichkeiten vor oder hinter der Brücke.

Ein Foto eines Bezahlweges kurz vor Beginn unserer Tour zum Gletscher Austedalsbreen in Norwegen.
An diesem Tor beginnt der “Bomveg”

Tour:

Der Weg ist ab der Alm / Hütte Tungestølen gut gekennzeichnet und leicht zu finden. Die alte bewirtschaftete Hütte Tungestölen wurde 2011 vom Sturm “Dagmar” zerstört und soll ab 2017 durch einen modernen Neubau mit Übernachtungsmöglichkeiten ersetzt werden. Die eigenwillige Architektur des neuen Projektes wird aktuell in der Bevölkerung stark diskutiert.

Foto von einem Wegweiser der zur Gletscherzunge Austerdalsbreen in Norwegen führt.
Wegweiser zum Austerdalsbreen

Zu Beginn der Wanderung ist der Pfad etwas beschwerlich. Es ist dort oft sehr schlammig und feucht – daher unbedingt auf festes, wasserdichtes Schuhwerk achten. Im weiteren Verlauf durch das Austerdalen wird der Weg flacher und trockener, aber auch steiniger. Rechterhand verläuft der Austerdalsfluss, der durch seine kräftige türkisblaue Farbe besticht. Zur Halbzeit folgt ein kurzer aber steiler Auf- und Abstieg über die Moräne. Das Tal ist ab diesem Punkt relativ karg: Die Landschaft wird durch Geröll und grosse Steinbrocken geprägt. Je näher man den Gletscher kommt, um so kühler erscheint die Luft. Kurz vorm Ziel dann noch einmal ein kleiner Anstieg….

Ein Photo von einer Gedenktafel, aufgenommen direkt am Gletscher in Norwegen.
Gedenktafel zu Ehren von Bing Slingsby

Ziel:

Mit einem Denkmal, auf dem die Entdeckung des Austerdalsbreens im Jahr 1894 festgehalten wurde, hat man das Ziel nach ca. 10 km fast erreicht. Endeckt hatten den Gletscher die britischen Pioniere Bing und Slingsby.  „The finest ice-scenery in Europe“ – so bezeichnete Slingsby das Panorama, welches sich ihnen 1894 bot. Auch heute, mehr als 100 Jahre später, trifft dieses Zitat immer noch zu.  Ohne selbst auf das Eis zu müssen, kann man den Eindruck einer wilden, gigantischen  Gletscherlandschaft aus der Eiszeit auf sich wirken lassen.

Bild von einem beeindruckenden Panorama mit den drei Gletscherbrüchen: Loke-, Odin-, und Torfgletscher aufgenommen in Norwegen

Überall befinden sich Warnschilder, worauf zu erkennen ist, wie gefährlich die Umgebung rings um den Gletscher ist. Ein bisschen mulmig ist uns auch, da es ständig irgendwo knistert oder man kleine Gerölllawinen an den umliegenden Felswänden sieht bzw. hört. Nah am Gletscher weht dazu immer ein recht kühler Wind (daher am besten eine warme Jacke im Gepäck mitnehmen).

Dieses Bild zeigt Conny die am Fuß des Gletschers Austedalsbreen steht.
Conny am Gletscherfuß
Eine Fotografie aufgenommen am schönsten Gletscher Norwegens. Conny ist den ewigen Eis ganz nah.
Dem ewigen Eis ganz nah

 


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Conny und Sirko

Conny und Sirko

„Ja, wir lieben dieses Land…“- so beginnt die norwegische Nationalhymne, und ja, auch wir – Conny & Sirko – lieben dieses Land, die Einwohner, die grandiose Landschaft, den Frieden und die Ruhe, die wir dort und in ganz Skandinavien finden. Wir waren über zwanzig Mal im Norden unterwegs – zu verschiedenen Zeiten, in vielen Regionen und in allen Variationen. Die Idee für diese Homepage kam uns im letzten Jahr, denn so haben wir die Möglichkeit, uns das permanente Fernweh nach dem Norden von der Seele zu schreiben und euch hoffentlich dafür zur begeistern. Also: Kurs auf Norden !

Kommentare

  • Hallo zusammen,
    schöner Bericht über eine noch schönere Wanderung. Wir haben sie gestern unter die Füße genommen und stimmen euch voll und ganz zu.

    Gruß aus Hafslo (aktueller Standort)
    Rudi & Margit aus dem Saarland

    • Hallo ihr Beiden, vielen Dank für das nette Feedback. Wir freuen uns, dass ihr eine tolle Tour hattet und es euch in der Region offensichtlich so gut gefällt. Wart ihr denn auch schon auf dem Molden (bietet sich von Hafslo aus an… 😉 ).

      Weiterhin einen schönen Aufenthalt in Norwegen, tolle Erlebnisse und beste Grüße, Conny und Sirko

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