NORDLANDBLOG

Torghatten – der Berg mit dem Loch (Tourempfehlung)

Titelbild von unserem Blog "Tour zum Torghatten" (Norwegen / Nordland / Nordlandblog)

Der Torghatten fasziniert die Menschen seit Jahrhunderten, wie er dort verloren und zugleich majestätisch vor der Küste in der norwegischen Provinz Nordland liegt. Der Koloss aus Granit ist 258 Meter hoch und hat ein riesiges Loch in der Mitte, dass ihn weltweit so einzigartig macht. So einzigartig, dass er sogar deshalb Teil der norwegischen Helgelandsage ist…

Die Sage vom Torghatten

Der ungehorsame Sohn des Königs Vågekallen, Hestmannen, lebte in Svolvær. Auf der anderen Seite des Vestfjordes lebte der mächtige König Sulitjelmakongen, der sieben Töchter hatte, die eine wilder als die andere war. Deshalb schickte Sulitjelmakongen seine Töchter zur ehrbaren Jungfrau Lekamøya. Eines schönen Abends schaute Hestmannen über den Vestfjord und sah Lekamøya ein Bad im Fjord von Landego nehmen und sich die Haare kämmen. Sofort begehrte Hestmannen sie. In voller Rüstung preschte er mit seinem Pferd über den Vestfjord. Lekamøya und die sieben Schwestern begaben sich auf eine wilde Flucht.

Die sieben Schwestern konnten sich schon vorstellen, den Hestmannen zum Gatten zu nehmen und hockten sich bei Alstahaug nebeneinander hin. Doch Hestmannen würdigte sie keines Blickes, da er nur Augen für Lekamøya hatte. Als diese jedoch immer mehr Vorsprung gewann, nahm er seinen Bogen und schoss einen Pfeil auf sie ab. Dies beobachtete jedoch der König der Sømnaberge und warf seinen Hut in die Bahn des Pfeils. Der Hut blieb auf der Insel Torgar durchschossen liegen.

Über die wilde Jagd vergaßen alle wie kurz die Sommernächte im Norden sind und schon ging die Sonne auf und alle versteinerten, wo sie gerade saßen oder standen. Der Hut als Torghatten, die sieben Schwestern bei Sandnessjøen und Lekamøya auf der Insel Leka, wo sie Schutz gesucht hat….

Bild mit dem Ausblick vom Torghatten in Norwegen
Der Blick, der sich einem bietet, sobald man das Loch im Berg durchquert hat, verschlägt einem fast die Sprache

Wir beschreiben euch nachfolgend die populäre Rundtour durch das Loch im Berg – mit verschiedenen Optionen für den Rückweg zum Parkplatz:

Der Ausgangspunkt der Tour

Bild vom Parkplatz am Torghatten (Norwegen)
Der Parkplatz an der Zufahrtsstraße am Fuß des Torghatten

Wenn man die Stadt Brønnøysund auf der populären Küstenstraße Kystriksveien (RV 17) passiert, ist der Weg zum Torghatten das erste Mal als Attraktion (Braune Wegweiser in Norwegen) ausgeschildert. Dieser Beschilderung folgt man durch die ganze Stadt, passiert die Brücke auf die Insel Torget (auch Torgar genannt) und folgt dann der Straße durch die Landschaft. Etwa sechs Kilometer geht es so vorbei an Bauernhöfen, Feldern, Wiesen und Küstenabschnitten, bis der Parkplatz rechter Hand zu sehen ist. Hier gibt es selbst in der Hochsaison ausreichend Parkmöglichkeiten. Auf zwei großen, mehrsprachigen Schildern findet man die verschiedenen Touren auf und um den Torghatten gut ausgewiesen.

Wenn man der Straße am Parkplatz vorbei noch etwa fünfhundert Meter weiter folgt, dann erreicht man den traumhaft gelegenen und von

Landkarte und Hinweise zur Wanderung am Torghatten (Norwegen) / Nordlandblog
Hinweistafel mit ausführlichen Informationen und Landkarte auf dem Parkplatz vom Torghatten

einem sehr freundlichen Inhaber betriebenen Campingplatz „Torghatten Camping“. Dort gibt es Wohnungen, Hütten sowie Stellplätze zu mieten. In der Hochsaison betreibt der Inhaber zusätzlich ein Strandrestaurant mit einem tollen Blick über das Meer bis zum Festland. Gegen 17.30 Uhr fährt hier täglich – fast zum Greifen nah – das jeweils südgehende Schiff der Hurtigrute vorbei. In jedem Fall ein tolles Erlebnis – gerade wenn man an diesem Tag die Tour am bzw. um den Torghatten hinter sich hat.

Die Tour zum Loch des Torghatten

Man kann den Beginn des Weges, ca. zehn Meter vom Parkplatz entfernt, gar nicht verfehlen. Von hier aus ist der Aufstieg in einer guten halben Stunde problemlos zu schaffen. Die ersten Meter des Weges führen durch ein Birkenwäldchen, geprägt von der Botanik der Region. Nach diesem kurzen Abschnitt ändert sich der Weg und wird steiniger und etwas anspruchsvoller, obwohl er auch für Familien und ältere Menschen durchaus gut geeignet ist.

Conny auf dem Weg zum Torghatten
Der Weg ist einladend und führt durch eine sensationelle Natur

Stein um Stein, Stück für Stück windet sich der Weg am Hang nach oben und gibt, wenn man sich umdreht, einen immer schöneren Blick auf die Küstenwelt frei. Das letzte Drittel des Aufstieges, kurz bevor man vor der imposanten Öffnung im Berg steht, kann man durchaus als ausgetreten und wenig befestigt bezeichnen. Einige Stellen sind zwar hergerichtet und die Steine wie Stufen zurechtgelegt, an anderen Stellen ist jedoch etwas Geschick gefragt. Nach dieser kurzen Etappe, den Eingang zum Loch des Torghatten bereits im Blick, ist es geschafft:

Das Loch im Torghatten

Loch im Berg Torghatten
Spektakulär – das Loch im Berg

Was von unten mysteriös und fast unwahrscheinlich wirkt, ist hier oben, wenn man davor steht, eine riesige durchgehende Höhle. Noch ein Blick zurück auf die Bergformationen auf dem Festland der Helgelandskysten und die vorgelagerten Inseln, die man von hier oben gut sehen kann. Dann geht es über fest installierte Holztreppen hinein in die unwahrscheinlichste Bergöffnung, die man sich vorstellen kann.

Nur wenige Minuten später ist man bereits auf der anderen Seite des Berges und tritt hinaus: „Aaaaaaah – ist das ein Blick“, hört man dann oft, wenn sich das Panorama öffnet und den Blick auf weiße Sandstrände, karibikblaues Wasser und unzählige kleine Schären und Holme freigibt. Es ist wirklich unglaublich, wie man durch diesen Berg, kurz unterhalb seines Gipfels, hindurchgehen kann und sich hier plötzlich so eine Aussicht auf das Meer bietet.

Holztreppe im Berg Torghatten
Diese Holztreppe ermöglicht eine Tour durch das Loch im Berg

Man hat jetzt verschiedene Möglichkeiten: Entweder von hier aus umzukehren und den gleichen, direkten Weg zurück zum Parkplatz zu nehmen, den man auch für den Aufstieg gegangen ist.

Alternativ kann man aber auch eine Runde gehen und von hier, wo man gerade steht, auf der Seite zum Meer absteigen. Wir empfehlen diese Variante in jedem Fall allen ambitionierten Fotografen, denn viele schöne und gewaltige Bilder vom Torghatten wurden oft dort unten – an dem einsamen Bauernhof – aufgenommen….

Die Runde um den Torghatten

Der Weg dort hinab ist letzten Endes nicht viel länger und auch nicht bedeutend anspruchsvoller, als die zurückgelegte Strecke vom Parkplatz her. Für die komplette Rundtour um das Bergmassiv muss man lediglich den Weg und die Zeit um den Fuß des Torghatten, zurück zum Parkplatz, hinzurechnen. In jedem Fall hat man auf diese Weise eine schöne, abwechslungsreiche und spannende Tour vor sich.

Wenn man dann auf der Meerseite über die Steine und teilweise das Geröll hinabgestiegen ist, kommt man direkt an dem malerischen Bauernhof an. Hier findet man auch einen Rastplatz mit einem Tisch und Bänken für eine Pause sowie eine Fotosession. Direkt an dieser Stelle trifft man auch auf den gut ausgebauten Weg, der den Torghatten umrundet. Man kann diesem nach links über eine kleine Brücke folgen, um nach einem Bogen in südlicher Richtung, wieder zum Ausgangspunkt der Tour, zum Parkplatz zu gelangen.

Alternativ kann man sich aber auch für eine größere Runde in nördlicher Richtung um den Torghatten entscheiden, indem man den Weg in die entgegengesetzte Richtung, nach rechts geht. Auf dieser Route, die an der Nordwestflanke des Berges vorbeiführt, erhält man zugleich die Gelegenheit, sich mit einem traurigen Kapitel aus der Geschichte der Region auseinanderzusetzen…

Der Flugzeugabsturz am Torghatten

Bild der Gedenktafel an der Absturzstelle vom Torghatten
Gedenktafel an der Absturzstelle des Flugzeuges

Der Torghatten erlangte 1988 durch ein Flugzeugunglück traurige Berühmtheit, da am Abend des 6. Mai eine Dash 7 der norwegischen Fluggesellschaft Widerte am Berg zerschellte. Sie war mit der Kennung LN-WFN auf einem Inlandsflug von Namsos nach Brønnøysund. Im dichten Nebel und bei schlechter Sicht verunglückte sie im Landeanflug auf den Flughafen an der Flanke des Berges. Alle 36 Menschen an Bord, 33 Passagiere und drei Besatzungsmitglieder, kamen ums Leben.

Von dem Weg am Fuß des Berges kann man nach rechts abbiegen (Wegweiser „Minnetavle“) und nach einem weiteren kurzen Aufstieg (ca. 30 Minuten Wegzeit) gelangt man an die damalige Unglücksstelle. Heute erinnert hier eine Gedenktafel mit einer bewegenden Inschrift an die Opfer des tragischen Flugzeugunglücks von 1988. Es ist ein sehr eigenartiges Gefühl, dort oben innezuhalten mit dem Wissen, dass genau hier 36 Menschen ihr Leben verloren und man selbst diesen tollen Blick über die Schärenküste von Nordnorwegen genießen kann….

Wir sind die Tour zum Torghatten und die anschließende Runde in beide Richtungen bereits mehrmals gelaufen und finden es dennoch jedes Mal aufs Neue beeindruckend, mitten im Berg in dieser Öffnung zu stehen und mit dem Panorama über die Küstenlandschaft von Norwegen belohnt zu werden.

Blick vom Loch des Torghatten (Norwegen)
Der Blick zurück auf die Küste

Natürlich kann man diese Wanderung auch als Rundtour mit einem Aufstieg von der anderen Seite beginnen und erst um den Berg herumlaufen, um dann den Weg zum Loch hinauf zu gehen. Unter Umständen empfiehlt sich diese Variante, wenn davon auszugehen ist, dass abhängig vom Zeitpunkt die Lichtverhältnisse für eine Fotosession besser geeignet sind. Das solltet ihr dann  für euch entscheiden.

In jedem Fall wünschen wir euch: God tur !!

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Conny und Sirko

„Ja, wir lieben dieses Land…“- so beginnt die norwegische Nationalhymne, und ja, auch wir – Conny & Sirko – lieben dieses Land, die Einwohner, die grandiose Landschaft, den Frieden und die Ruhe, die wir dort und in ganz Skandinavien finden. Wir waren über zwanzig Mal im Norden unterwegs – zu verschiedenen Zeiten, in vielen Regionen und in allen Variationen. Die Idee für diese Homepage kam uns im letzten Jahr, denn so haben wir die Möglichkeit, uns das permanente Fernweh nach dem Norden von der Seele zu schreiben und euch hoffentlich dafür zur begeistern. Also: Kurs auf Norden !

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