Gastbeitrag Norwegen Wanderungen

Die Wanderung zur Kvalvika-Bucht (Lofoten) als Rundtour

Titelbild_Rundwanderung_Kvalvika_Bucht

Viele von euch werden wahrscheinlich den Artikel der Nordlandblogger Conny und Sirko zur Kvalvika-Wanderung bereits kennen. Da ich auch gern Berichte zu Zielen lese, die ich selbst schon kenne, habe ich den Artikel auch gelesen und teile das Urteil: Die Wanderung ist vollkommen zu Recht so beliebt, denn eine so imposante Bucht mit Bergen auf 3 Seiten, die man noch dazu sehr einfach erreicht, ist auch auf den Lofoten etwas ganz besonderes.

Ich habe in den Leserkommentaren auf die Möglichkeit hingewiesen, die Wanderung anstelle der (kürzeren) Route Fredvang – Kvalvika – Fredvang zu einer kompletten Rundtour auszubauen und so entstand die Idee zu diesem Gastbeitrag. Die Wanderstrecke bis zum Strand ist mit rund 4 km deutlich länger als die direkte Variante, sollte aber weder von der Länge noch von der Schwierigkeit her eine Hürde sein. Selbst mein damals 69 Jahre alter Vater hat die komplette Tour gut geschafft.

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Lückenschluss für eine komplette Rundwanderung – die Straße zwischen den Parkplätzen

Einen kleinen Haken hat die empfohlene Rundwanderung, denn zwischen dem Ausgangs- und Endpunkt liegt noch eine zusätzliche Wegstrecke von etwa 3,9 Kilometern Straße, um wieder zurück zum Trail Head und Parkplatz zu kommen. Das klingt erstmal etwas abschreckend, aber die Straße führt zwischen dem jeweiligen Ausgangs- und Endpunkt die ganz Zeit am Meer entlang. Ein Stück dieser Wegstrecke läßt sich zudem abkürzen, indem man nicht der Straße folgt, sondern über einen kleinen Hügel wandert. So lassen sich etliche hundert Meter sparen. 

Ich bin schon zweimal diese Tour gewandert und beide Male hatte ich Glück. Das erste Mal versuchte ich per Anhalter zurück zum Ausgangspunkt zu gelangen und tatsächlich hielt ein Einheimischer an. Er macht wohl öfter Shuttle Dienste, denn er wußte schon beim Einsteigen wo ich hinwollte. Beim zweiten Mal hat mich ein Schwede, den wir auf unserer Wanderung kennengelernt haben, zurückgefahren.

Hinweis: Es sind deutlich mehr Wanderer auf der von Conny und Sirko beschriebenen Route unterwegs. Daher sind die Chancen, einen Shuttle am nördlicheren Parkplatz (Ausgangspunkt der Wanderung von Conny und Sirko) zurück zu „meinem“ (südlicheren) Parkplatz zu ergattern, deutlich besser, weil viele Touristen und Einheimische eben vom nördlicheren Parkplatz starten und auch wieder dorthin zurück wandern. In der Regel reicht eine kurze Frage, und man wird freundlicherweise die 3,9 Kilometer zum südlichen Parkplatz mitgenommen…

Ausgangspunkt der Kvalvika-Rundwanderung:

Die Wanderung startet etwa 6,5 Straßenkilometer südlich von Fredvang an einer (bei Google Maps) namenlosen Straße. Dennoch könnt ihr den Trail-Head nicht verfehlen, er ist ausgeschildert und schräg gegenüber gibt es einen geschotterten Parkplatz für etwa 15 Fahrzeuge (siehe die unten folgende Karte). Sollte dieser schon belegt sein, könnt Ihr einfach etwa 200m zurückfahren. Dort gibt es einen weiteren Parkplatz.

Die eigentliche Wanderung zur Kvalvika

Ähnlich wie bei der „anderen Hälfte“ der Wanderung geht es erst einmal sehr gemächlich los. Man wandert über sanft ansteigende Wiesen vom Meer weg auf die Berge zu. Einige längere sumpfige Stellen am Anfang des Pfades sind mit Holzplanken ausgelegt, so dass man keine nassen Füße bekommt.

Wanderung zur Kvalvika

Nach circa 15 Minuten Gehzeit erreicht ihr den Markvatnet, den man auf der rechten Seite entlang wandert. Der Weg ist hier mit kleinen und größeren Felsen übersät. Teilweise muss man die Hände zu Hilfe nehmen, um die Steine zu überwinden, was diesen Abschnitt zum einzigen mühsamen Teil macht.

Nach etwa 30 Minuten habt ihr den See dann hinter euch gelassen und eine uralte, verwunschene Steinhütte, die sich in den Hang zu ducken scheint, lädt zu einer kurzen Rast ein. 

Direkt nach der Hütte folgt noch ein kurzer, mäßig steiler Aufstieg zu einer Art Mini-Pass. Hinter diesem erwartet euch ein weiterer aber kleinerer See mit Namen Agotvatnet. Hier folgt ihr dem kleinen Pfad auf der rechten Seite. Am Ende des Sees angekommen, könnt ihr den ersten Blick auf die traumhaft schöne Kvalvika Bucht werfen. 

Am Traumstrand angekommen

Es geht nun in einigen Serpentinen über Wiesen bergab hinab zum Strand. Ganz unten gibt es noch einen kleineren See, den Verstervikvatnet.

An dessen Ufern grasten bei meinen beiden Besuchen jeweils eine Handvoll freundlicher Schafe, die nach anfänglicher Skepsis doch zutraulich wurden und die angebotenen Apfelschnitzen gern genommen haben.

Direkt am Strand Kvalvika Beach haben Locals oder andere Wanderer eine Menge Treibholz und anderes Strandgut gesammelt und zu kleinen Kunstwerken drapiert, eine gute Foto-Option!

Außer den Bergen hat mich vor allem das glasklare und leicht türkisfarbene Wasser beeindruckt, eine Optik, die so gar nicht zum rauen Nord-Atlantik passen will, einem auf den Lofoten aber immer wieder begegnet.

Ihr solltet diesen Teil des Strandes schon eine Zeit lang genießen, denn das dortige Panorama ist wegen der steilen Felswand direkt zu eurer Linken ein dramatischeres als auf dem zweiten Teil des Strands. Außerdem werdet Ihr auf diesem Teil des Strands deutlich weniger Menschen treffen, denn die meisten Leute – darunter auch viele Einheimische, die dort nur zum Baden hinwandern – besuchen nur den vorderen Teil der Bucht.

Von der westlichen Kvalvika zu den populären Stränden auf der anderen Seite der Bucht

Wenn ihr euch an der westlichen Kvalvika satt gesehen habt, folgt ihr dem Strand bis euch die Felsen am Ufer den Weg versperren. Bei wirklich tiefer Ebbe kann man vor oder zwischen den Felsen entlang zum zweiten Strandabschnitt wandern. Beide Male war ich zur falschen Zeit da und mußte diese natürliche Barriere jeweils auf dem Pfad, der oberhalb entlangführt, überwinden. Diese Umwanderung ist an sich gut zu meistern, es gibt aber ein, zwei ausgesetzte Stellen und die bereits von Conny und Sirko beschriebene, mit einem Seil gesicherte, Kletterpassage.

Nachdem man diese Stelle überwunden hat, erwartet einem der östliche Teil der Kvalvika Bucht, hier schließt sich gewissermaßen der Kreis zum ersten Artikel und ab hier könnt Ihr wieder den Spuren der Nordlandblogger folgen – nur eben von hinten nach vorne lesen 🙂 …

Alle Fakten / Details: Rundwanderung zur Kvalvika Bucht auf den Lofoten

  • Strecke: Gesamte Länge der Rundwanderung: Etwa 11,5 Kilometer. Der hier beschriebene Teil bis zur Bucht Kvalvika beträgt rund 4 Kilometer. Hinzu kommen ca. 3,5 Kilometer, bis man den nördlicheren Parkplatz an der Straße erreicht. Findet man keine Mitfahrgelegenheit, sind es bis zum Ausgangspunkt weitere 4 Kilometer.
  • Zeit: Für die komplette Rundwanderung sollte man 6 Stunden + Pausen einplanen. 1,5 – 2 Stunden benötigt man bis zur Bucht, weitere 2 bis maximal 3 Stunden zurück zur Straße + eine knappe Stunde bis zum Ausgangspunkt.
  • Beste Zeit für diese Tour: Mai – Oktober
  • Offizielle Schwierigkeitseinstufung dieser Tour nach norwegischen Kriterien: Diese habe ich leider nicht gefunden. Persönlich würde ich die Wanderung trotz der Länge noch als leichte Wanderung kennzeichnen.
  • Die Tour zeichnet sich durch moderaten Aufstieg auf einem gut markierten Weg aus. Auch der Abstieg zum Strand ist über Serpentinen gut zu erreichen. Am Ziel wird man mit einer traumhaften Kulisse belohnt. Dieser Teil der Wanderung ist nicht so populär, so dass man wahrscheinlich weitestgehend allein unterwegs ist.
  • Es gibt noch eine kürzere Tour zur Kvalvika Bucht. Diese haben Conny und Sirko in ihrem Beitrag beschrieben. Außerdem kann man auch über den Berg Ryten die Bucht erreichen.
  • Diese Wanderung ist für die ganze Familie geeignet und kann auch in Begleitung eines Hundes problemlos gegangen werden. Gutes Schuhwerk ist allerdings Voraussetzung!
  • Du findest diesen Ausgangspunkt der Wanderung mit den folgenden Koordinaten: 68.048181, 13.118562
  • Hier haben wir für euch einen Link zur deutschsprachigen Webseite vom Campingplatz in Fredvang gesetzt.

Landkarte zur Rundwanderung:

Der hier beschriebene Teil der Wanderung zur Bucht Kvalvika ist in der Karte rot markiert, während die bereits von Conny und Sirko beschriebene Strecke blau eingezeichnet ist. Beide Touren und die Passage auf der Straße zwischen den Parkplätzen ergeben diese herrliche und unvergessliche Rundwanderung auf den Lofoten.

Eine Übersicht über die verschiedenen Schwierigkeitsgrade von Wanderungen in Norwegen und die Bedeutung der Einstufungen im Detail erhaltet ihr in unserem ausführlichen Artikel zum Thema “Wandern in Norwegen”.

© Bilder & Text dieses Beitrages: Christian Lorenz

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Autor / Autoren:

Christian Lorenz

Christian Lorenz

Christian, 48 Jahre, aus Berlin, ist seit 1990 so oft es geht auf Tour. Seine Reisen führten ihn bisher auf 6 Kontinente - früher klassisch mit dem Rucksack und in den letzten Jahren vermehrt auf Roadtrips. Er liebt die Natur und das Wandern: Von Berg-Expeditionen über mehrwöchige Treks im Karakorum und Himalaya, bis zu Tageswanderungen wie zur Kvalvika. Seit dem Umstieg auf eine Vollformat-Kamera ist Christians Leidenschaft für die Fotografie wieder voll entbrannt. Daneben filmt er auf seinen Reisen mit Kamera und Drohne. Wollt ihr mehr über Christian erfahren oder von ihm lesen? Dann folgt dem Link zu seiner Homepage.

2 Kommentare

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    • Hei Uwe,

      vielen Dank für dein nettes Feedback. In der Tat hat Christian hier eine tolle Empfehlung veröffentlicht, die sicherlich viele Leser zu dieser Wanderung animiert und eben auch eine gute Verbindung zur bekannteren Route im Norden darstellt. Wie auch immer und egal, wo man entlang wandert: Die Bucht Kvalvika auf den Lofoten ist in jedem Fall einen Abstecher wert…

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
      Conny und Sirko

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