Kaum eine Entscheidung hat im skandinavischen Winter so großen Einfluss auf Sicherheit und Fahrgefühl wie die Wahl der richtigen Winterreifen. Doch welche Winterreifen eignen sich wirklich für Skandinavien und worauf kommt es bei der Bereifung im hohen Norden an? Die Straßenverhältnisse sind oft ebenso vielfältig wie die Region selbst und verlangen nach einer Lösung, die zum eigenen Fahrstil, zur geplanten Route und zu den künftigen Reiseplänen passt.
Wir haben darüber mit Mikko Liukkula gesprochen, Entwicklungsmanager beim nordischen Reifenhersteller NOKIAN TYRES – einem Experten, der seit über zwei Jahrzehnten Winterreifen für extreme Bedingungen entwickelt und auch selbst regelmäßig mit dem Wohnmobil unterwegs ist.
Wer sich mit dem eigenen Fahrzeug auf den Weg durch Skandinavien macht, erlebt schnell, was es bedeutet, im Winter durch eine Region zu reisen, in der das Wetter mit all seinen Facetten die Regeln und den Alltag der Menschen bestimmt. Denn so schön die verschneiten Landschaften auch sind – zwischen mildem Küstenklima, eisigen Hochebenen und tagelangem Schneefall liegen oft nur wenige Stunden Fahrt.

Wechselhafte Straßenverhältnisse entlang der Küsten
Gerade entlang der norwegischen West- und Nordküste sorgt der warme Golfstrom für ein vergleichsweise mildes, aber extrem wechselhaftes Winterklima. Regen, Schnee, starker Wind und plötzlicher Frost wechseln sich hier in schneller Folge ab. Oft liegen die Temperaturen nur knapp über oder unter dem Gefrierpunkt. Typisch sind auch Plusgrade mit nachfolgender Abkühlung, bei der sich eine kaum sichtbare Eisschicht auf den Straßen bildet. Diese überfrierende Nässe zählt zu den gefährlichsten Fahrbedingungen überhaupt – besonders auf Brücken, in schattigen Bereichen oder an Steigungen.
In solchen Situationen zeigen Spikereifen ihre Stärken: Sie greifen selbst auf blankem Eis zuverlässig, verkürzen den Bremsweg deutlich und vermitteln ein stabiles Sicherheitsgefühl. Kein Wunder also, dass in vielen Küstenregionen Norwegens Spikereifen sowohl unter Einheimischen als auch in offiziellen Empfehlungen für den Wintertourismus als klare Empfehlung gelten.

Klirrende Kälte im Binnenland
Im skandinavischen Binnenland prägt hingegen das Kontinentalklima die Straßenverhältnisse. In vielen Regionen Norwegens und besonders in Schweden und Finnland sorgt es für durchweg frostige Winter, lang anhaltenden Schneefall und vielerorts festgefahrene Schneedecke. Auf diesen Strecken ist nicht so sehr das Eis die Herausforderung, sondern die Traktion auf Schnee bei zumeist zweistelligen Minusgraden.
Hier kommen die dafür entwickelten nordischen Winterreifen gut zurecht. Ihre weiche Gummimischung bleibt auch bei extrem tiefen Temperaturen elastisch, die Lamellen greifen zuverlässig im Schnee. Wer mit winterlichen Bedingungen vertraut ist, seine Etappen bewusst plant und nicht permanent auf Nebenstrecken unterwegs ist, wird mit dieser Reifenwahl und somit auch ohne Spikes gut klarkommen.
Gleichzeitig gelten Spikereifen aber auch in diesen Regionen als bewährte Option – gerade für alle, die maximale Sicherheitsreserven bevorzugen oder häufiger unter wechselhaften Bedingungen fahren. Ob mit oder ohne Spikes: Entscheidend ist, dass die Bereifung auf den Reisezweck, den eigenen Fahrstil und die individuellen Anforderungen abgestimmt ist. Dann können beide Varianten funktionieren.

Welche Reifenart zu empfehlen ist, hängt also stark von der geplanten Route, den zu erwartenden Bedingungen und auch vom eigenen Fahrstil ab. Wer eher selten bei Eisglätte unterwegs ist, sich auf gut geräumten Straßen bewegt und über moderne Fahrassistenzsysteme verfügt, kann mit guten skandinavischen Winterreifen sicher reisen.
Für alle, die jederzeit und auch bei Sturm sowie Glätte unterwegs sein müssen, sind Spikereifen oft die bessere Wahl. Das gilt besonders, wenn man mit dem Fahrzeug noch nicht viel Wintererfahrung gesammelt hat.
Unsere eigene Reifenwahl
Auf unseren ersten Winterreisen in Nordeuropa waren wir noch mit unseren AT Ganzjahresreifen von BF Goodrich unterwegs. Doch je öfter und weiter wir in die verschneiten Regionen Skandinaviens vordrangen, desto deutlicher zeigte sich, dass diese Reifen bei echten Winterbedingungen an ihre Grenzen stoßen. Vor allem auf vereisten Straßen oder bei starkem Schneefall fehlte es öfters spürbar an Haftung.
Mit zunehmendem Alter der Reifen verschlechterte sich zudem ihre Performance deutlich. Die Gummimischung wurde zunehmend härter, und der Grip ließ gerade bei Kälte und auf glatten Straßen spürbar nach. Rückblickend möchten wir daher einschätzen, dass Ganzjahresreifen keine verlässliche Lösung für Winterreisen in Skandinavien darstellen.

Deshalb haben wir unsere Bereifung umgestellt und setzen seither auf nordische Winterreifen, die genau für diese Bedingungen entwickelt wurden. Mit diesen Reifen waren wir inzwischen unter unterschiedlichsten winterlichen Bedingungen in ganz Skandinavien unterwegs.
Klirrende Kälte beim Wintermarkt in Røros, verschneite Straßen in Lappland und Eis sowie Schneestürme am norwegischen Nordkap – wir haben mit unseren speziellen Winterreifen in Skandinavien durchweg gute Erfahrungen gemacht. Das Fahrverhalten war deutlich angenehmer und das Sicherheitsgefühl spürbar höher, als mit unseren Ganzjahresreifen. Dazu haben vier Schneeketten in der Heckgarage unser Equipment vervollständigt – ein mittlerweile gut erprobtes und für unsere Zwecke bislang ausreichendes Setup.
Unterwegs mit Spikereifen in Skandinavien
Trotzdem erwägen wir inzwischen, da wir regelmäßig im Winter in Skandinavien reisen, künftig auf Spikereifen umzusteigen. Viele Reifendienste in Südschweden bieten inzwischen nicht nur eine große Modellauswahl an, sondern montieren die Reifen auf der Anreise auch direkt vor Ort und lagern sie nach der Rückreise bis zur nächsten Tour ein.
Viele Reifenhändler sind mittlerweile auf deutsche Kunden eingestellt und bieten sogar an, die Spikereifen nach der Reise an die Heimatadresse zu senden. Eine Lösung, die vor allem für alle interessant ist, die häufiger und länger im winterlichen Norden unterwegs sind und dabei auf maximale Sicherheit setzen möchten.

In unserem ausführlichen Beitrag rund um das “Wintercamping mit dem Wohnmobil” haben wir für euch einige empfehlenswerte Adressen und Links von Reifenhändlern in Schweden zusammengestellt. Daher möchten wir, bevor unser Experte zu Wort kommt, lediglich noch auf die Besonderheiten des Fahrens mit Spikereifen in Norwegen eingehen:
In Städten wie Oslo, Bergen, Stavanger und Trondheim wird für das Fahren mit Spikereifen eine Piggdekk-Gebühr erhoben – diese gilt bereits beim Durchfahren des Stadtgebiets. Der Zeitraum liegt meist zwischen November und April, die Kosten betragen etwa 30 bis 40 NOK pro Tag und je nach Stadt.
ACHTUNG! Wer ohne gültige Zahlung unterwegs ist, riskiert jedoch ein Bußgeld von 750 NOK (derzeit rund 70 €).
Die Spikereifen-Gebühr kann je nach Stadt kennzeichenbasiert entweder an Automaten am Stadtrand oder über die folgenden Apps bezahlt werden:
Die Zahlung für Oslo kann auch online auf folgender Webseite erfolgen: www.piggav.no
Unabhängig dessen, für welche Winterreifen in Skandinavien man sich schlussendlich entscheidet: Der Winter verlangt Aufmerksamkeit, vorausschauendes Fahren und einen großzügigen Zeitpuffer. Denn die beste Bereifung ersetzt keine gute Einschätzung, aber sie kann in kritischen Situationen den entscheidenden Unterschied machen.

REISEEMPFEHLUNG:

Experten-Interview: Winterreifen für Wohnmobile im hohen Norden
Für dieses Interview haben wir mit Mikko Liukkula, Development Manager für Spikereifen und Transporterreifen bei NOKIAN TYRES, gesprochen. Liukkula arbeitet seit über 24 Jahren in der Reifenentwicklung und war unter anderem an der Entwicklung der Hakkapeliitta-Serien 8, 9 und 10 beteiligt.
Als aktiver Wohnmobilbesitzer kennt er die Anforderungen winterlicher Reisen in seiner nordeuropäischen Heimat nicht nur aus dem Labor, sondern auch aus eigener Praxis.
Welche Reifentypen empfehlen Sie generell für Winterreisen mit dem Wohnmobil in den hohen Norden Europas?
Mikko Liukkula: Die winterlichen Straßenverhältnisse in den nordischen Ländern unterscheiden sich erheblich von denen in Südeuropa – vor allem durch häufige Schnee- und Eisglätte. Während Reifen für den südlichen Markt vor allem auf Nasshaftung und Hochgeschwindigkeitsverhalten (z. B. auf Autobahnen) ausgelegt sind, sind nordische Winterreifen speziell auf maximale Haftung bei Schnee und Eis entwickelt worden.
Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Eisgriffigkeit. So wurden z. B. die spikelosen Nokian Tyres Hakkapeliitta CR4 und die Spikereifen Hakkapeliitta C4 gezielt für anspruchsvolle nordische Bedingungen konstruiert. Spikes bieten auf glatten Eisflächen den besten Grip, da die Metallstifte ins Eis eindringen und den Bremsweg deutlich verkürzen. Aber auch hochwertige spikelose Winterreifen zeigen dank spezieller Profilgestaltung und hohem Naturkautschukanteil eine hervorragende Performance – auch bei tiefen Temperaturen, weil sie flexibel bleiben. Die weicheren Gummimischungen verbessern zudem die Traktion auf Schnee im Vergleich zu mitteleuropäischen Winterreifen.
Deshalb empfehlen wir für winterliche Reisen in den hohen Norden ausdrücklich Reifen mit nordischer Abstimmung.

Welche Reifenmodelle eignen sich aus Ihrem Sortiment besonders gut für lange Winterreisen mit dem Wohnmobil – auch bei wechselnden Bedingungen, Schnee und Eis?
Mikko Liukkula: Der Hakkapeliitta CR4 ist ein spikeloser Winterreifen für Vans und Transporter. Dank verstärkter Karkasse ist er für die meisten Wohnmobile gut geeignet – vorausgesetzt, Größe und Lastindex stimmen. Nokian Tyres hat eine lange Tradition in der Entwicklung von sogenannten C-Reifen (für Transporter), deren verstärkte Bauweise und Gürtelstruktur der Belastbarkeit von CP-Reifen (für Campingfahrzeuge) entspricht.

Was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen Spikereifen und hochwertigen Winterreifen ohne Spikes – z. B. in Bezug auf Sicherheit, Fahrverhalten und Temperaturbereich?
Mikko Liukkula: Spikereifen bieten maximale Sicherheit auf vereisten Straßen und bessere Haftung als spikelose Winterreifen – insbesondere auf nassem Eis. Ein Nachteil ist allerdings, dass einige Länder – etwa Deutschland und Polen – Spikereifen im öffentlichen Straßenverkehr verbieten. In vielen anderen europäischen Ländern (z. B. Norwegen, Schweden, Finnland, Baltikum, Österreich, Frankreich und Italien) sind sie im Winter hingegen erlaubt – allerdings oft mit zeitlichen Begrenzungen, Geschwindigkeitslimits oder anderen Auflagen. Man sollte sich daher vorab über die Regeln in den jeweiligen Ländern informieren.

Da Spikereifen in Deutschland nicht verkauft oder zugelassen sind – was empfehlen Sie deutschen Wintercampern, die in Regionen nördlich des Polarkreises reisen, wo Spikes erlaubt und üblich sind?
Mikko Liukkula: Bei kurzen Reisen empfiehlt es sich, hochwertige spikelose C-Winterreifen wie den Hakkapeliitta CR4 direkt in Deutschland zu kaufen. Sie funktionieren sowohl in Skandinavien als auch in Mitteleuropa zuverlässig und sind bis Geschwindigkeitsklasse R (170 km/h) zugelassen – man kann sie also auch nach der Reise bedenkenlos weiterfahren.
Wenn die Reise jedoch mehrere Monate dauert, sind Spikereifen für die Dauer des Aufenthalts in Skandinavien die sicherere Wahl – vor allem bei extremen Bedingungen.

Wie schneiden Allwetterreifen (häufig auch AT-Reifen) im Vergleich zu speziellen Winterreifen oder Spikereifen ab?
Mikko Liukkula: Allwetterreifen – insbesondere jene mit Kompromissen für den Wintereinsatz – bieten auf schneebedeckten oder vereisten skandinavischen Straßen meist deutlich weniger Sicherheit. Vor allem auf glattem Eis kann ihre Haftung kritisch werden. Zwar dürfen Allwetterreifen mit dem 3PMSF-Symbol (Three-Peak Mountain Snowflake) legal genutzt werden, doch unter nordischen Bedingungen ist davon bei starkem Winterwetter klar abzuraten.
Hinzu kommt: Abgefahrene Reifen verlieren – unabhängig vom Typ – deutlich an Grip bei Schnee und Eis und stellen ein Sicherheitsrisiko dar.

Moderne Winterreifen für den Einsatz in Nordländern bieten auch ohne Spikes gute Haftung auf Schnee und Eis. Wann empfehlen Sie trotzdem eindeutig Spikereifen – und wo liegen die Unterschiede?
Mikko Liukkula: In Skandinavien kann das Wetter schnell umschlagen. Wenn Schnee durch Regen antaut und über Nacht wieder gefriert, verwandeln sich Straßen in spiegelglatte Eisflächen. Auf nassem Eis bieten Spikereifen oft den einzigen zuverlässigen Halt – außer die Straße wurde gerade gestreut oder gesalzen. Zwar sind Hauptstraßen meist gut geräumt, aber Nebenstrecken und ländliche Wege bleiben oft sehr glatt. In solchen Fällen sind Spikereifen deutlich sicherer und verlässlicher.

Stimmt es, dass ein 4×4-Wohnmobil bessere Traktion hat und die Reifenwahl deshalb weniger entscheidend ist?
Mikko Liukkula: Ein 4×4 bietet zwar bessere Traktion beim Anfahren – vor allem im Vergleich zu Frontantrieb – aber keinen Vorteil beim Bremsweg oder beim Seitenhalt in Kurven. Im Gegenteil: Die gute Anfahrleistung kann ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln. Daher empfehlen wir auch für Allrad-Wohnmobile echte nordische Winterreifen. Besonders größere LT-M+S-Reifen (die oft bei 4×4 verbaut werden) bieten auf Eis oft nicht genug Grip – sie sind für echte Winterbedingungen meist nicht geeignet.

Was sollten Camper bei der Reifenwahl für Wohnmobile, Transporter oder Zugfahrzeuge im Winter beachten? Gibt es spezielle Punkte wie Luftdruck, Tragfähigkeit oder Profiltiefe?
Mikko Liukkula: Wichtig ist, stets die Vorgaben des Fahrzeugherstellers zu Reifengröße und Traglast zu beachten. Manche Hersteller empfehlen explizit CP-Reifen, Nokian Tyres stattet jedoch alle C-Reifen mit verstärkter Karkasse und Gürtelstruktur aus – sie erfüllen damit die Anforderungen wie CP-Reifen.
Im Winter kann die Temperatur um bis zu 50 °C unter die Referenztemperatur des Luftdrucks fallen, was den Reifendruck deutlich senkt. Deshalb sollte man den Druck im Winter um ca. 0,2 bar erhöhen. Ein leicht erhöhter Druck ist besser als zu niedriger, da Unterdruck zu vorzeitigem Verschleiß oder sogar Reifenschäden führen kann.
Die maximale Traglast steht auf der Reifenflanke zusammen mit dem dafür nötigen Mindestdruck. Liegt das tatsächliche Gewicht nahe am Limit, empfiehlt sich eine kleine Druckreserve.

Gibt es Tipps zur Pflege oder Vorbereitung der Reifen bei längerem Stand im Freien – etwa auf Wintercampingplätzen in Lappland oder Nordnorwegen?
Mikko Liukkula: Wichtig ist, regelmäßig den Luftdruck zu kontrollieren, nach 50 km Fahrt die Radschrauben nachzuziehen (vor allem bei Alufelgen) und bei jedem Stopp die Reifen optisch zu prüfen. Dabei sollte man auch gleich kontrollieren, ob Fenster, Klappen und Stützen gesichert sind und Fahrräder oder Markisen richtig befestigt wurden. Ein Rundgang durch das Fahrzeug vor Abfahrt hilft, lose Gegenstände zu sichern.
Sehr hilfreich sind außerdem ein Kompressor und ein Reifenreparaturset – sie können einem im Notfall viele Stunden Wartezeit mitten in der Wildnis ersparen.

Was raten Sie deutschen Wintercampern, die erstmals im tiefen Winter durch Skandinavien reisen – besonders mit Blick auf Reifenwahl, Fahrweise und technische Vorbereitung?
Mikko Liukkula: Vor der Abfahrt sollten die Reifen auf Risse oder Beulen an der Flanke geprüft werden – ebenso die Profiltiefe. Gesetzlich sind 3 mm vorgeschrieben, doch die Winterleistung nimmt bereits unter 5 mm deutlich ab. Vor dem Losfahren empfiehlt sich morgens ein kurzer Bremstest – natürlich nur, wenn dabei niemand gefährdet wird.
Nordische Winterreifen von renommierten Herstellern sind die sicherste Wahl, da sie für extreme Kälte und glatte Straßen ausgelegt sind. Und nicht vergessen: Der Bremsweg wächst mit dem Quadrat der Geschwindigkeit – angepasstes Tempo ist der wichtigste Sicherheitsfaktor.
Unser Fazit zur Reifenwahl im Norden
Aus unserer (!) Erfahrung sind Ganzjahresreifen für Winterreisen durch Skandinavien keine verlässliche Option. Selbst wenn sie neu sind und das 3PMSF-Symbol tragen, stoßen sie bei extremen winterlichen Bedingungen schnell an ihre Grenzen – besonders dann, wenn sie bereits einige Jahre alt sind und die Gummimischung zusätzlich an Elastizität verliert.

Wer nicht regelmäßig unter extremen und besonders wechselhaften Bedingungen unterwegs ist, sondern hauptsächlich die Fernstraßen fernab der Küsten nutzt und seine Route realistisch plant, ist mit hochwertigen nordischen Winterreifen ohne Spikes in der Regel gut aufgestellt. Diese speziell für den Einsatz in Skandinavien entwickelten Reifen mit ihrer besonders weichen Gummimischung funktionieren auch in anderen Regionen mit winterlichen Bedingungen – zum Beispiel in den Alpen oder in Österreich – hervorragend.
Die professionellste und sicherste Variante für den hohen Norden bleiben aus unserer Sicht jedoch Spikereifen. Vor allem für alle, die regelmäßig, länger und bei jedem Wetter unterwegs sind – auch auf Nebenstrecken, in exponierten Lagen oder bei häufigem Eisregen – bieten sie die größte Sicherheit und das beste Fahrgefühl. Allerdings ist ihre Nutzung mit einem höheren organisatorischen Aufwand verbunden, da sie in Deutschland nicht genutzt werden dürfen. Überdies lehnen viele Fährgesellschaften die Mitnahme von Fahrzeugen mit Spikereifen ab!
Am Ende hängt die Wahl der richtigen Reifen immer vom Reiseziel, der Jahreszeit, dem eigenen Fahrverhalten und der Bereitschaft ab, sich auf die Bedingungen einzulassen. Eine gute Vorbereitung ersetzt keine Erfahrung, aber sie ist die beste Grundlage für eine sichere und entspannte Reise durch den skandinavischen Winter.
God tur!
Wir freuen uns, wenn ihr eure eigenen Erfahrungen in den unten folgenden Kommentaren mit unseren Lesern und uns teilt. Vielen Dank dafür.
Titelbild: Pressebild © Nokian Tyres
Redaktioneller Hinweis: Das von uns geführte Interview mit Mikko Liukkula erschien in gekürzter Form zunächst im NORD CAMPER Magazin 2026.



















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