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1332 Kilometer um Island – an der Südküste zum Seljalandsfoss (Teil III)

Seljalandsfoss im Abendlicht in Island (Titelbild Nordlandblog)

Im dritten Teil der Reportage zu unserer Kastenwagen-Tour rund um Island nehmen wir dich mit an die Südküste der Insel: Wasserfälle, Strände, Felsen und Gletscher zaubern einmal mehr eine atemberaubende Landschaft, die es zu entdecken gilt…

Wandern im Nationalpark Skaftafell (Südküste von Island) unterhalb des Gletschers Vatnajökull

Der Campingplatz im Nationalpark Skaftafell an der Südküste von Island ist herrlich eingebettet in die Kulisse der umliegenden Berge und somit ein optimaler Ausgangspunkt für Wanderungen in die Umgebung. Im Informationszentrum des Nationalparks, wo sich zugleich die Rezeption für den Campingplatz und ein kleines Café befinden, kann man sich über die Ziele und Wandermöglichkeiten perfekt informieren. Wir entscheiden uns für die wohl populärste Tour in der Region: Vom Campingplatz Skaftafell auf dem gut ausgebauten Weg zum Wasserfall Svartifoss und von dort aus – eher ein Insider-Tipp – auf einem Rundweg zum Aussichtspunkt Sjónarnípa, der einem einen unvergesslichen Blick auf die Gletscherzunge und die davor liegende Lagune ermöglicht. Die Details dieser Tour haben wir in einem separaten Beitrag veröffentlicht, den ihr über den Link unter dem Bild öffnen könnt.

Aussichtspunkt Sjónarsker im Skaftafell Nationalpark Island / Nordlandblog
Blick vom Aussichtspunkt Sjónarnípa im Skaftafell Nationalpark
Klicke hier für weitere Informationen / Details und die Landkarte zu dieser Wanderung, die wir in diesem separaten Beitrag darstellen

Nach dieser eindrucksvollen Wanderung in dieser imposanten Landschaft lassen wir den Abend im Kastenwagen gemütlich ausklingen und planen die weitere Tour. Der Wetterbericht kündigt sonniges Wetter an. Das passt perfekt. Daher werden wir am nächsten Morgen nach dem Frühstück und vor der Weiterreise erst noch einmal den kurzen Weg von etwa 20 Minuten zur Gletscherlagune gehen, die man direkt vom Campingplatz aus, auf einem befestigten Weg, gut erreicht.

So folgen wir am nächsten Tag der Ausschilderung am Informationszentrum und sind wenig später gefangen vom Blick auf die Gletscherzunge. Wie majestätisch und zugleich übermächtig das ewige Eis von uns liegt… Die Sonne lässt es in den schönsten Blautönen strahlen. Zugleich schwimmen abgebrochene Eisstücken und kleine Eisberge vor uns in der milchkaffeebraunen Lagune. Ein Anblick den man kaum vergisst.

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Die Lagune mit dem Eis und dem Gletscher im Hintergrund (Panoramaaufnahme)

Vom Skaftafell auf der Ringstraße 1 weiter in Richtung Westen

Nur schweren Herzens können wir uns vom Nationalpark und dem schön angelegten Campingplatz trennen. Aber neue Ziele und Erlebnisse entlang der isländischen Küsten warten auf uns. Wenn die Straßen dann durch so unglaubliche Landschaften führen, man fast alleine und der Horizont das Ziel ist – dann macht es richtig Spaß…

Die Ringstraße führt hinter dem Skaftafell durch ein Gebiet, dass von der großen Gletscherflut 1996 geprägt ist. Damals ergossen sich plötzlich unglaubliche Massen an Gestein, Eis und Schlamm über die Region und zerstörten dabei unter anderem zehn Kilometer der Ringstraße. Diese Wucht und Gewalt der Natur kann man sich kaum vorstellen, aber dennoch erahnen, wenn man sieht, dass massive Stahlträger wie Wachs verbogen wurden.

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Die Stahlträger der alten Brücke von der Ringstraße
Ringstraße in Island Nordlandblog
Egal ob mit dem Wohnmobil, dem Cabrio oder dem Motorrad – eine verlockende Straße

Nach einer kurzen Fahrt erreichen wir uns erstes Ziel. Die alte Ansiedlung Núpsstaður liegt neben der Ringstraße und lädt ein, sich einen Eindruck über die Lebensweise längst vergangener Tage zu verschaffen. Als wir dort anhalten, stellen wir fest, dass der Weg zum größeren Parkplatz gesperrt ist und so nutzen wir die Parkmöglichkeiten direkt neben der Ringstraße. Unabhängig von den beeindruckenden alten Holz- und Torfhäusern sind wir ebenso einmal mehr von den Felsformationen und den Wasserläufen in dieser Landschaft angetan.

Die kleine Kirche auf dem Gelände lässt darüber hinaus erahnen, wie abgeschieden und auf sich gestellt die Menschen früher auf ihren Höfen gelebt haben. Mit dem Smartphone in der Tasche und dem Allrad-Wohnmobil vor dem Gelände entwickelt man vor den Leistungen, den Lebensbedingungen und Entbehrungen unserer Ahnen eine große Achtung….

Núpsstaður Island Nordlandblog Kastenwagen Rundreise
Eine unglaubliche Bergkulisse erhebt sich hinter dem Anwesen
Núpsstaður Kirche Island Nordlandblog Kastenwagen Rundreise
Die kleine Kirche war nur für die Bewohner des Hofes errichtet
Núpsstaður Island Nordlandblog Kastenwagen Rundreise Gehöft Häuser
Die Häuser des Hofes lassen die Lebensbedingungen erahnen

Vom Hof Núpsstaður nach Dverghamrar

Nachhaltig beeindruckt von dem alten Anwesen setzen wir unsere Fahrt etwas ruhiger fort und im Radio läuft passend dazu und zur Landschaft eine etwas melancholischere Playlist. Erstaunlicherweise lässt das inzwischen trübe Wetter die Farben und Formen der Natur noch markanter erscheinen. Oft wissen wir auf den nächsten Kilometern gar nicht, wo wir zuerst hinschauen sollen: Rechts der Straße beeindrucken uns immer wieder Bergmassive und Wasserfälle, während auf der linken Seite eine Tiefebene eine endlose Weite bis zum Meer markiert. Wir kommen gut voran und sind daher auch schon bald an den markanten Basaltfelsen von Dverghamrar, die sich inmitten der Landschaft neben der Straße erheben.

Dverghamrar Basalt Felsen Island Roadtrip Nordlandblog
Die Felsen aus Basalt wirken eher wie übergroße Skulpturen in der Landschaft

Nachdem wir uns die Felsformationen aus der Nähe angeschaut haben, geht es zügig weiter. In der größeren Ansiedlung Kirkjubæjarklaustur wollen wir tanken und nach einigen Tagen ohne relevanten Supermarkt auch einmal unsere Vorräte entsprechend auffüllen. Zum Tanken gibt es hier gleich mehrere Optionen und auch eine dementsprechend günstige Automaten-Tankstelle direkt neben der Ringstraße. Der kleine Supermarkt im Dorf hingegen erscheint im ersten Moment teuer. Es gibt hier zu unserer Enttäuschung leider keine Filiale der bekannten isländischen Discounter Bonus oder Netto. Allerdings ist der Laden gut geführt und da er offensichtlich nicht so viel Ware verkauft, hat er eine Menge drastisch reduzierter Artikel im Angebot, die bereits nah am Mindesthaltbarkeitsdatum sind. So kaufen wir wider Erwarten doch noch extrem günstig ein.

Nach einem Blick auf den Campingplatz im Dorf, die Landkarte und die Wetterprognose entschließen wir uns aber – entgegen der ursprünglichen Planung – an diesem Tag doch noch bis nach Vik i Myrdal weiterzufahren.

Landschaft Island Süden Nordlandblog Rundreise mit dem Wohnmobil
Unglaubliche Landschaften säumen unsere Route im Süden von Island

Die letzte Etappe für heute: Von Kirkjubæjarklaustur nach Vik i Myrdal

Auf diesem Stück liegt eigentlich noch die beeindruckend und inzwischen (wohl zu) populäre Schlucht Fjaðrárgljúfur. Für die hat sich bis vor Kurzem übrigens kaum ein Mensch interessiert. Nachdem sie aber einer der Schauplätze in einem Musikvideo des kanadischen Sängers Justin Bieber wurde, muss offensichtlich jeder Island-Reisende einmal für ein Selfie hier gewesen sein. Das hat das fragile Ökosystem um die Schlucht teilweise zerstört, weshalb sie zumindest während unserer Reise für Touristen gesperrt werden musste. Insofern lassen wir dieses Kleinod – in diesem Fall – rechts der Straße liegen und folgen weiter der Ringstraße 1, auf der wir uns inzwischen der „Hauptstadt“ der Südküste, Vik i Myrdal nähern.

Kurz vor Vik i Myrdal im Süden von Island (Nordlandblog)
Auf der Schotterstraße zur Höhle Gýgagjá

Doch zuvor biegen wir noch einmal links ab. Durch eine schwarze Lavalandschaft mit markanten Bergformationen, die sich hieraus erheben, folgen wir einer herausfordernden Schotterpiste um den Berg Hjörleifshöfði zur Höhle Gýgagjá. In dieser Umgebung wird Island einmal mehr seinem Klischee gerecht und wir fühlen uns wieder wie auf einem anderen Planeten. Ein Eindruck, der durch die inzwischen dramatisch tief hängenden Wolken nur noch verstärkt wird. Wir schauen uns etwas zu Fuß um und besuchen die Höhle Gýgagjá, wo wir zumindest jetzt, am frühen Abend, alleine sind. Natürlich muss das obligatorische Erinnerungsbild sein, eh es für uns nach Vik weitergeht.

Hjörleifshöfði Höhle / grotte an der Südküste von Island
Conny steht im Eingang der Höhle Gýgagjá am Berg Hjörleifshöfði

Die Hauptstadt der Südküste in Island: Vik i Myrdal

Vik i Myrdal ist tatsächlich die grösste Stadt an der Südküste in Island und darf sich daher auch Hauptstadt der Provinz bzw. der Region nennen, was für uns mal wieder die Relativitätstheorie bestätigt 🙂 🙂

Immerhin gibt es hier aber einige größere Geschäfte, ein größeres Hotel, eine Autowerkstatt und noch etwas mehr an Infrastruktur sowie eine sehr fotogene Kirche, die erhaben über dem Ort thront. Unabhängig dessen wird der Ort auch viel und gern besucht, da er eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung zu bieten hat, zu denen wir euch natürlich gleich „mitnehmen“….

Kirche von Vik i Myrdal in Island (Südküste) Nordlandblog
Die Kirche von Vik i Myrdal nach Sonnenuntergang

Nachdem wir uns aus den Lebensmitteleinkäufen des Tages eine leckere Abendmahlzeit auf dem Campingplatz von Vik zubereitet haben, spazieren wir noch einmal durch das Dorf hinunter zum schwarzen Strand und auf die kleine Anhöhe mit der beleuchteten Kirche. Der Campingplatz in Vik hat Anfang Mai noch nicht offiziell geöffnet, kann aber – wie in Island üblich – dennoch bereits eingeschränkt und dafür kostenfrei genutzt werden.

Klicke hier für alle weiteren Informationen / Fakten / Bilder und die detaillierte Landkarte von diesem Wohnmobil-Stellplatz

Am nächsten Morgen gehen wir noch in den großen Krónan Supermarkt im Ort, um vielleicht die ein oder andere Delikatesse zum günstigen Preis zu erwerben – was beim allgemeinen Preisniveau in Island eine echte, aber auch lohnenswerte Herausforderung ist. Dermaßen erfolgreich auf- und ausgerüstet, machen wir uns wenig später auf den Weg, um die Attraktionen in der Umgebung zu erkunden. Einen ersten Blick auf die weltweit populären Felssäulen Reynisdrangar, die hier an der Küste seit Urzeiten den Gewalten trotzen, konnten wir bereits vom Strand in Vik genießen. Heute möchten wir diese bizarren Formationen vom populären Strand Reynisfjara Beach auf der anderen Seite der Berge betrachten.

Reynisdrangar Felssäulen im Meer bei Vik i Myrdal in Island
Reynisdrangar Felssäulen im Meer bei Vik i Myrdal in Island

Sonne, Meer und Wind am Kap Dyrhólaey

Doch zunächst nutzen wir das augenblicklich perfekte sonnige Wetter und fahren noch ein kleines Stück weiter zur nächsten Landzunge mit dem grandiosen Kap und Felsentor Dyrhólaey sowie dem ebenfalls bekannten schwarzen Strand von Kirkjufjara. Diese alle wirklich sehenswerten Attraktionen kann man mit einer kleinen Wanderung verbinden, wobei es egal ist, ob man den Parkplatz unterhalb vom Leuchtturm Dyrhólaey oder den besser ausgebauten Parkplatz oberhalb vom Strand nutzt, wo es inzwischen sogar Besuchertoiletten gibt. Wir nutzen den letztgenannten Platz, essen noch eine Kleinigkeit im Auto und machen uns dann auf den Weg über die Klippen dieser unglaublichen Steilküste. Leider ist der Zugang auf das Felsentor nicht mehr möglich, da durch die Erosion dieser Bereich zwischenzeitlich einsturzgefährdet und damit gesperrt ist.

Minigalerie Kap Dyrhólaey

Nach einem unglaublich erlebnisreichen Tag am Meer schmecken wir noch die salzige Luft, genießen die Sonne und können uns kaum sattsehen. Inzwischen ziehen sich aber ohnehin die Wolken zusammen und so fahren wir, wie geplant, auf die östliche Seite des kleinen Fjordes, um dort am Reynisfjara Strand den Abend zu verbringen. Dort wurde inzwischen ein Restaurant mit einem einstreichenden Parkplatz errichtet, von dem aus es nur wenige Schritte bis zum Meer sind. Im Kampf um das Abendmahl hören wir hier tausende Möwen schreien und dazu eine tosende Brandung, die sich immer wieder über die schwarzen Steine wirft. Eine herrliche Kulisse.

Am Strand Reynisfjara

Wir bewundern die Höhlen, die Felsen und einfach die ganze atemberaubende Landschaft, als Conny plötzlich in den Hängen über uns die ersten Papageitaucher entdeckt. Darauf sind wir (noch) gar nicht vorbereitet, da wir den populären Vogelfelsen Latrabjarg ohnehin noch eingeplant haben. Insofern genießen wir dieses Mal einfach nur den Anblick der niedlichen Tiere und belassen es bei einigen wenigen Bildern ohne Zoomobjektiv.

Papageitaucher Lundi Puffin in Island / Nordlandblog
Wir sichten die ersten Papageitaucher unserer Tour in Island

Das Wetter wird jetzt deutlich schlechter, erste Regentropfen vertreiben schnell die anderen Besucher vom Strand und im letzten Licht des Tages machen wir noch einige Bilder, bevor wir ebenfalls aufbrechen. Wir haben uns entschieden, heute nicht mehr weiterzufahren, sondern noch einmal den in der Nähe liegenden Campingplatz von Vik i Myrdal zu nutzen.

Felsen Island / Nordlandblog
Die Felsen im Wasser vor dem Strand im letzten Tageslicht

Der mächtige Wasserfall Skogafoss

Immer noch fasziniert von den vielen Eindrücken der letzten Tage brechen wir guter Dinge gleich nach dem Frühstück auf, denn auch heute wird es viel zu sehen geben. Entlang unserer geplanten Strecke warten heute gleich drei weitere Highlights in nächster Nähe auf uns: Die Wasserfälle Skogafoss, Seljalandsfoss und das alte Flugzeugwrack der US Navy…

Landschaft an der Ringstraße 1 im Süden von Island / Nordlandblog
Die Landschaft und die Farben entlang der Wegstrecke sind atemberaubend schön

Wir machen einen Schlachtplan für den Tag entsprechend der optimalen Lichtverhältnisse, der zu erwartenden Besucherzahl und der Wettervorhersage. Am Ende steht fest: Wir fahren zuerst zum Skogafoss und dann noch einmal ein kleines Stück zu dem Flugzeugwrack zurück, um am Abend im Licht des Sonnenuntergangs am Seljalandsfoss zu sein und dort gleich zu übernachten.

Wasserfall Skogafoss Island Nordlandblog Kastenwagen Rundreise
Der Wasserfall Skogafoss – majestätisch und erhaben

So sind wir nach relativ kurzer Fahrzeit am Wasserfall Skogafoss – einem wahren Giganten seiner Gattung. Auf einer Breite von 25 Metern stürzen hier unglaubliche Wassermassen 60 Meter in die Tiefe. Eine Plattform ermöglicht die Betrachtung dieses Schauspiels von oben, wenn man dem Weg und den Treppen an der Seite des Wasserfalls folgt. Wir entscheiden uns hingegen, mehr in der Ferne andere und neue Perspektiven für unsere Bilder von diesem grandiosen Wasserfall zu finden.

Oberhalb des Wasserfalls kann man dem Weg am Flussufer entlang noch weit folgen und wird belohnt mit weiteren faszinierenden Aussichten, Wasserfällen sowie einer unberührten Natur. Leider war dieser Weg zur Erhaltung der Ökosysteme während unseres Besuches im Frühjahr noch gesperrt.

Wasserfall Skogafoss aus der Ferne fotografiert (Nordlandblog)
Wasserfall Skogafoss aus der Ferne fotografiert

Nachdem wir noch eine Kleinigkeit gegessen haben, scheint uns die Zeit perfekt, um einige Kilometer wie geplant zurückzufahren. Wenn wir dann auf dem Parkplatz noch etwas warten, werden wir nach dem täglichen Touristen-Ansturm am alten Flugzeugwrack von Sólheimasandur sein.

So kommt es auch: Der Parkplatz an der Ringstraße 1, von dem aus man zum alten Flugzeugwrack aufbricht, leert sich am späten Nachmittag zusehends und bald sind nur noch wenige Autos dort. Man kann die 3 Kilometer durch den schwarzen Lavasand mit einem Shuttlebus fahren oder eben alternativ laufen.

Wir sparen uns die etwa 20.- Euro für den Bus und laufen die Strecke, was nach dem bisherigen Tag im Kastenwagen echt gut tut. Eine gute halbe Stunde später sind wir bereits am Wrack der alten US Navy Maschine.

Sólheimasandur Wrack Island Nordlandblog US Navy Aircraft
Imposant liegen heute noch die Überreste der alten US-Maschine im schwarzen Sand von Sólheimasandur

Das Sólheimasandur Flugzeugwrack in Island

Zum Hintergrund: „Am 21. November 1973 war die Maschine, eine Militärversion der bekannten DC-9, auf dem Rückweg aus Ost-Island, als sich das Wetter plötzlich massiv verschlechterte. Die Temperatur fiel auf minus 10 Grad Celsius, arktische Windböen erreichten eine Geschwindigkeit von 95 km/h, und der Vergaser der Militärmaschine begann, Eis einzusaugen. Schließlich versagten die Triebwerke. In letzter Minute gelang dem 26-jährigen und noch recht unerfahrenen Piloten Leutnant Gregory Fletcher, der in dieser Situation das Steuer übernahm, etwas scheinbar Unmögliches: Er konnte den erwarteten und offensichtlichen Absturz verhindern und stattdessen die Notlandung am Lavastrand durchführen. Damit rettete er sich und der ganzen Mannschaft das Leben.“

Heute ist das Wrack, welches wie eine Kulisse in einem Science-Fiction-Film auf dem schwarzen Sand liegt, eine Pilgerstätte für tausende Touristen und Fotografen aus aller Welt. Wir haben aber Glück und sind tatsächlich allein, als wir am Wrack ankommen….

US Navy Wrack / Wreck Island
Das Wrack im Licht der tiefer stehenden Sonne

Nachdem wir das Wrack in allen Varianten und aus allen Richtungen fotografiert haben, gehen wir schnell zum Parkplatz zurück. Irgendwie haben wir die Zeit vergessen oder einfach nicht drauf geachtet, aber wenn wir uns nicht sputen, wird es nichts mehr mit dem Sonnenuntergang am Wasserfall Seljalandsfoss.

Unser Ziel für diesen Tag: Der Seljalandsfoss im Süden von Island

Wir kommen noch rechtzeitig am Wasserfall an. Die Sonne strahlt mit warmen und goldenen Licht den Seljalandsfoss an und steht noch über dem Horizont. Offensichtlich sind wir nicht die Einzigen, die damit gerechnet haben und so reihen wir uns ein in die Schar vieler Fotografen aus der ganzen Welt und tausende Beine von Fotostativen. Im Wechsel fotografieren wir und putzen dann erst einmal die Filter wieder trocken, die von der Gischt immer wieder nass werden. Schlussendlich gehen wir natürlich auch noch hinter den Wasserfall, den man einmal komplett umlaufen kann. Von dort aus bieten sich die schönsten Motive – auch wenn man dafür eine komplette Dusche auf dem Campingplatz spart.

Seljalandsfoss Island Südküste Nordlandblog
Sonnenuntergang aufgenommen durch den Wasserfall Seljalandsfoss

Apropos Campingplatz… Dieser liegt nach einem weiteren erlebnisreichen Tag nur wenige hundert Meter vom Seljalandsfoss entfernt und ist ebenfalls – wie viele andere Plätze auch – im Mai noch geschlossen. Dennoch kann man im vorderen Bereich mit dem Wohnmobil oder Zelt die Nacht verbringen, was wir natürlich gern nutzen.

Klicke hier für alle weiteren Informationen / Fakten / Bilder und die detaillierte Landkarte von diesem Wohnmobil-Stellplatz

Im nächsten Teil unserer Beitragsreihe über die Umrundung Islands mit dem eigenen Kastenwagen nehmen wir euch mit auf den populären „Golden Circle“ im Südwesten von Island, den wir nunmehr erreicht haben und der auf kleinem Raum unzählige Sehenswürdigkeiten bietet.

Haben wir ein Highlight in dieser Region bzw. auf unserer Etappe vergessen oder verpasst? Dann freuen wir uns auf deinen Kommentar und natürlich auch so über alle Feedbacks.

Die hinterlegten Links bei den einzelnen Sehenswürdigkeiten führen zu den entsprechenden Einträgen in den Landkarten von Google Maps und sollen dir die eigene Planung / Orientierung erleichtern.

Süden von Island Rundreise Kastenwagen Nordlandblog
Der Süden von Island ist eine traumhafte Region, besonders wenn der kurze Frühling Einzug hält

Conny und Sirko

„Ja, wir lieben dieses Land…“- so beginnt die norwegische Nationalhymne, und ja, auch wir – Conny & Sirko – lieben dieses Land, die Einwohner, die grandiose Landschaft, den Frieden und die Ruhe, die wir dort und in ganz Skandinavien finden. Wir waren über zwanzig Mal im Norden unterwegs – zu verschiedenen Zeiten, in vielen Regionen und in allen Variationen. Die Idee für diese Homepage kam uns im letzten Jahr, denn so haben wir die Möglichkeit, uns das permanente Fernweh nach dem Norden von der Seele zu schreiben und euch hoffentlich dafür zur begeistern. Also: Kurs auf Norden !

2 Kommentare

  • Das sind ja nette „Seelenbeschreibungen“ mit unglaublichen Bildunterschriften. (Bergkulisse/Landschaft). Einfach unglaublich! Aber ich glaube das, weil ich es sehe!

    • Der Mensch glaubt zumeist ohnehin nur das, was er sieht… 🙂 In diesem Sinne können und wollen wir nur Jedem eine Reise in dieses unglaubliche Land empfehlen.

      Liebe Grüße, Conny und Sirko

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