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Welcher Systemkamera-Typ ist der Beste für dich? Micro Four Thirds vs. E-Mount

Bild einer Systemkamera von Sony für den Beitrag zu diesem Thema im Nordlandblog.

Systemkameras entwickeln sich in rasanten Schritten zur führenden Technologie bei allen Kameras. Lies im folgenden Artikel, welche Unterschiede es gibt, worauf du beim Kauf achten solltest und welches der beiden Systeme für dich am besten geeignet ist.

Micro Four Thirds vs. E-Mount Systemkamera

Zwei Systeme und die Qual der Wahl

Systemkameras sind in den letzten Jahren gerade bei Hobby-Fotografen immer beliebter geworden, da sie deutlich kompakter als Spiegelreflexkameras sind, aber trotzdem die Möglichkeit zum Wechseln der Objektive bieten.

Wenn du auf der Suche nach einer neuen Systemkamera bist, fragst du dich sicherlich:

“Welches Modell ist das beste für mich?”

Bevor du dich für ein spezifisches Modell entscheidest, ist es aber viel wichtiger, dass du dir darüber klar wirst, zwischen welchen Standards du überhaupt entscheiden kannst.

In diesem Artikel vergleiche ich die zwei größten Systemkamera-Standards für dich: Den Micro Four Thirds (MFT) Standard von Olympus und Panasonic, sowie den E-Mount Standard von Sony.

Es ist sehr wichtig, dass du dir als Fotograf gerade bei deiner ersten Kamera Gedanken über den Standard machst, da du dich durch die Entscheidung auf einen Objektivanschluss fest legst. Wenn du dich zum Beispiel für eine E-Mount Kamera entschieden hast und über mehrere Jahre Objektive im Wert von 3.000€ dafür gekauft hast, ist es sehr unangenehm bei der nächsten Kamera auf einen neuen Standard zu wechseln, da du dein komplettes Equipment nicht mehr benutzen könntest.

Micro Four Thirds: Die wichtigsten Fakten

Der Micro Four Thirds Standard (kurz: MFT) existiert seit dem Jahre 2008, ist ein offener Standard und wurde vor allem durch die zwei großen Kamerahersteller Olympus und Panasonic geprägt.

Micro Four Thirds solltest du nicht mit dem älteren Four Thirds Standard (ohne Micro) verwechseln, den es seit dem Jahre 2003 gibt, aber der zugunsten des Micro Four Thirds Standards abgelöst wurde. Alte Objektive können aber relativ problemlos mit Hilfe eines Adapters* angeschlossen werden.

Aber was ist der Unterschied zwischen Four Thirds und Micro Four Thirds?

Beide Standards besitzen dieselbe Sensorgröße, mit einer Bilddiagonale von 21,63 Millimetern, was exakt der halben Bilddiagonale einer Vollformatkamera entspricht (daher auch der “Crop-Faktor” von 2).

Während der Four Thirds Standard für digitale Spiegelreflexkameras ausgelegt ist, wurde der MFT Standard ausschließlich für spiegellose Systemkameras konzipiert. Dies erlaubt eine kompaktere Bauweise, da bei Systemkameras (aufgrund des fehlenden Spiegels) ein kleinerer Abstand zwischen Objektiv und Sensor möglich ist.

Micro Four Thirds Systemkameras sind hauptsächlich für die große Auswahl an Wechselobjektiven bekannt, die es von Olympus, Panasonic und anderen Drittherstellern (wie Sigma oder Tamron) gibt. Dazu mehr im Kapitel “Objektivauswahl”.

E-Mount: Die wichtigsten Fakten

Der E-Mount Standard wurde 2010 vorgestellt und ist (im Gegensatz zum MFT Standard) kein “offener” Standard, weshalb Sony der einzige Kamerahersteller ist, der auf dieses Objektivbajonett setzt.

Im Kontrast zu Micro Four Thirds, gibt es für E-Mount jedoch Kameras mit zwei unterschiedlichen Sensorgrößen:

  • APS-C Kameras (Crop Faktor von 1,5)
  • Vollformat Kameras (Crop Faktor von 1,0 → Kein Crop Faktor)

Objektive, die für E-Mount Vollformat Kameras ausgelegt sind werden übrigens auch als EF-Objektive (“F” für “Full-Frame”) bezeichnet. Da die Vollformat-Kameras preislich aber in einer anderen Liga spielen, vergleiche ich in diesem Artikel nur E-Mount Kameras mit einem APS-C Sensor mit den Pendants von Micro Four Thirds.

E-Mount Sensor
Die Sony Alpha 6000 (APS-C, E-Mount) hat einen etwas größeren Sensor als MFT Kameras

Aber weißt du was beide Standards miteinander gemeinsam haben?

Der E-Mount, als auch der MFT Standard ist nur auf spiegellose Digitalkameras ausgelegt. Dadurch wird ein geringerer Abstand zwischen Objektiv und Sensor benötigt, was den Vorteil hat, dass die Objektive kompakter, als vergleichbare DSLR-Gläser sind.

Außerdem kannst du deshalb mit beiden Standards jegliche Art von (alten) Spiegelreflexkamera-Objektive adaptieren, wie zum Beispiel von Canon oder Nikon.

Die größten Unterschiede der zwei Systemkamera-Standards

Wie du dir wahrscheinlich denken kannst ist keiner der beiden Standards perfekt für jeden Fotografen und beide Kamera-Typen haben ihre Vor- und Nachteile.

Deshalb werde ich die zwei Systeme in den wichtigsten Punkten miteinander vergleichen:

  • Preis
  • Objektivauswahl
  • Bildqualität
  • Geschwindigkeit

Preis

Beginnen möchte ich mit dem Kriterium, das für dich wahrscheinlich am wichtigsten ist: Der Preis!

Von allen aufgeführten Punkten, ist dies aber der Punkt, in dem sich die zwei Standards am wenigsten voneinander unterscheiden. Egal, ob du dir eine Einsteiger-, Mittelklasse oder “Profi”-Systemkamera kaufen willst, im Allgemeinen gilt der Spruch: “You get what you pay for.”

Generell lässt sich sagen, dass gerade Panasonic Kameras dir das beste Preis-Leistungsverhältnis bieten, wenn es um die Videoqualität geht. Dafür bieten die E-Mount APS-C Kameras ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis, wenn es dir rein um die Bildqualität geht (was mittlerweile aber eigentlich nur für die günstigeren Modelle zutreffend ist).

Auch für Objektive musst du je nach Variante ungefähr bei beiden Standards gleich viel zahlen. Warum Micro Four Thirds dem E-Mount Standard im Hinblick der Objektivauswahl überlegen ist, erkläre ich dir im nächsten Kapitel.

Objektivauswahl

Für den MFT Standard gibt es mit Abstand die meisten Wechselobjektive im Bereich der spiegellosen Systemkameras. Im Vergleich zum E-Mount, bieten die zwei großen Hersteller (Olympus und Panasonic) sehr viele verschiedene, hochwertige Modelle an. Außerdem gibt es einige Dritthersteller, die Gläser für den Objektivanschluss entwickeln.

Auch wenn die Sony Systemkameras in den letzten Jahren immer populärer geworden sind, hat sich Sony leider fast ausschließlich auf die Entwicklung von hochpreisigen Vollformat-Objektiven konzentriert.

Mittlerweile gibt es zwar eine ziemlich üppige Auswahl an E-Mount Objektiven für APS-C Kameras, diese kann aber trotzdem nicht mit der Auswahl von Micro Four Thirds Objektiven mithalten.

Insgesamt lässt sich sagen, dass es für MFT Kameras nicht nur deutlich mehr native Objektive gibt, sondern dass du außerdem auch mehr Auswahl hast, wenn es um die unterschiedlichen Preiskategorien von Objektiven geht.

MFT Objektiv einer Systemkamera
Aufgrund des kleineren Sensors sind MFT-Objektive etwas kompakter als E-Mount Objektive

Ich besitze selbst eine Sony Alpha 6000 und muss aber sagen, dass mich die kleinere Objektivauswahl (zumindest bisher) gar nicht so sehr störte, wie anfangs gedacht, da ich für alle meine Einsatzzwecke ein passendes Glas finden konnte.

Wenn du früher oder später auf der Suche nach einem Tele-Objektiv bist, würde ich dir jedoch raten, dich schon im Vorfeld genauer zu erkundigen, da Sony für diesen Bereich so gut wie keine Auswahl bietet.

Ein weiterer Vorteil von MFT ist, dass zwei große Hersteller dieses System unterstützen. Wenn Sony in einigen Jahren plant aus dem Kameramarkt auszusteigen, könnte deine Objektivsammlung sehr schnell an sehr viel Wert verlieren.

Sony ist dafür bekannt, neue Standards einzuführen, die sie kurze Zeit später nicht mehr unterstützen (z.B. Betamax, Memory stick, MiniDisc oder Vaio)

Bildqualität

Weißt du, was Canon, Nikon und Apple gemeinsam haben?

Sie alle beziehen ihre Kamerasensoren von Sony.

Sony ist der führende Hersteller von Kamerasensoren, weshalb ihre Systemkameras mit die beste Bildqualität aller Kameras am Markt bieten. Ein gutes Beispiel dafür ist die schon etwas ältere Alpha 6000, die für den sehr guten Preis von ~500€ eine extrem gute Bildqualität bietet, da Sony hier einen sehr guten Sensor verbaut hat.

Aber wenn du dich ein bisschen mit der Fotografie auseinander gesetzt hast, wird dir sicherlich aufgefallen sein, dass der Sensor in der Regel nicht der wichtigste Part einer Kamera ist, wenn es um die Bildqualität geht.

Noch viel wichtiger ist das Glas vor dem eigentlichen Sensor, wenn es um die Auflösung und die Abbildungsqualität der Bilder geht.

MFT Beispielbild
Aufgenommen mit der Olympus PEN E-PL7: Für 99,9% der Fälle ist die Bildqualität von beiden Kamera-Standards mehr als gut genug

Da die Sony Kameras im Vergleich zu den MFT Modellen von Olympus und Panasonic aber einen größeren Sensor haben, haben die E-Mount Kameras nach 2 Vorteile bei der Bildqualität:

  1. Besseres Rauschverhalten
  2. Höhere Auflösung

Kameras mit einem größeren Sensor fangen bei hohen ISO-Werten nicht so schnell an mit Rauschen, wie Kameras mit kleineren Sensoren.

Außerdem haben Kameras mit einem größeren Sensor in der Regel eine höhere Auflösung. So haben die meisten MFT Kameras 16 Megapixel (neuere Modelle sogar 20), wohingegen die meisten APS-C Kameras 24 Megapixel ausgestattet sind.

Zusammengefasst haben zwar hier die Sony Kameras die Nase vorne, aber du solltest nicht vergessen, dass eine gute Bildqualität zu einem großen Teil von dem Objektiv abhängt. Auch gegen schlechte Lichtverhältnisse kann ein gutes Objektiv helfen, da es für MFT deutlich mehr Auswahl bei offenblendigen Gläsern gibt.

Geschwindigkeit

Wie schnell deine Kamera Bilder schießen kann und wie gut der Autofokus ist, hängt generell vom jeweiligen Kamera-Modell ab.

Hochpreisige Modelle von Olympus, wie z.B. die Olympus E-M1* haben einen vergleichbar guten Autofokus, wie das derzeitige Premium-Modell von Sony, die Sony Alpha 6500*. Beide Kameras sind aber auch relativ teuer. Wenn du weniger Geld ausgeben willst, wirst du bei beiden Standards auf Schnelligkeit (beim Autofokus und der Serienbildfunktion) verzichten müssen.

Wenn du also viel Wert auf einen schnellen Autofokus oder eine rasante Serienbildfunktion legst (zum Beispiel weil du gerne deine Kinder oder sich schnell bewegende Tiere fotografierst) wirst du bei beiden Systemen fündig, aber du solltest bereit sein etwas mehr Geld auszugeben.

Fazit: Dieser Standard ist das richtige für dich

Wie du in der Gegenüberstellung von E-Mount und Micro Four Thirds Kameras erfahren konntest, gibt es keinen Standard, der für alle Fotografen perfekt wäre.

Wie in den meisten Bereichen des Lebens, hat jede Option seine Vor- und Nachteile und letztendlich kannst nur du entscheiden, welches System das beste für dich bietet. Ich hoffe in diesem Kapitel konnte ich dir eine gute Entscheidungsgrundlage bieten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass du dich für eine MFT Kamera entscheiden solltest, wenn du schon im vornherein weißt, dass du in den nächsten Jahren einige neue (oder gebrauchte) Objektive kaufen willst. Wenn du aber etwas genügsamer bist und mit der Auswahl an Gläsern für die E-Mount Systemkameras von Sony zufrieden bist, bekommst du gerade in Sachen Bildqualität und Rauschverhalten etwas mehr Leistung für dein Bild.

Du bist dir immer noch nicht sicher?

Dann besuche einfach den nächsten Elektronikmarkt und nehme ein paar unterschiedliche Modelle in die Hand. So erkennst du schnell, welche Kamera in Sachen Bedienbarkeit und Kompaktheit die richtige für dich ist.

Viel Spaß beim Fotografieren!

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Alexander Baetz

Alexander Baetz

Alex (21) ist ein junger, begeisterter Fotograf aus dem Schwarzwald. Am liebsten Fotografiert er sein einzigartiges Heimatstädtchen "Staufen im Breisgau". Außerdem konnte er viele schöne Bilder bei einer 3-monatigen Reise durch Südafrika schießen, die er im Sommer 2017 unternahm.

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