Nordlandblog

Urlaub in Dänemark – unterwegs im Nordjütland

Titelbild von unserem Blogpost Dänemark / Nordjütland

Unsere Story von einem abwechslungsreichen Familienurlaub in einer der schönsten Regionen von Dänemark – wo sich Ostsee und Nordsee treffen: Nordjütland

Wie kommt man auf Nordjütland?

„Wohin möchtest du gerne in den Sommerurlaub gehen?“ fragte ich am Anfang des Jahres meine 12jährige Tochter. „Nach Dänemark – Lakritze“ kommt sofort die Antwort.

Für uns, im Süden Deutschlands, ist der Norden Europas ja nicht so naheliegend. Da geht der Sommerurlaub eher nach Italien, Frankreich oder Spanien. Aber nachdem ich das alles schon so oft gesehen hatte, zog es mich auch einmal in den Norden.

Auf nach Ebeltoft

Eine Unterkunft fanden wir bei Ebeltoft, im mittleren Jütland. Da wir in Baden-Württemberg mit Bayern immer als letztes in die Sommerferien gehen, befanden wir uns bereits in der günstigeren Nachsaison. Dafür haben wir eine 1.200 Kilometer lange Anfahrt, die wir in zwei Etappen bewältigt haben.

Der Norden Europas ist bekannt für seine besonderen Lichtstimmungen. Bekannt sind die Skagen-Maler, die es wegen dieser Lichtstimmung, vor allem gegen Ende des 19. Jhd., an das nördliche Ende des Jütlands zog. Fotografie wird ja auch häufig als Lichtmalerei umschrieben. So hoffte ich als Landschaftsfotograf in diesem Urlaub auch ein paar besondere Lichtstimmungen einzufangen.

Ebeltoft ist eine Kleinstadt mit rund 7.500 Einwohnern. Der Ortskern hat einige historische Häuser, unter anderem das kleinste Rathaus der Welt, „Det Gamle Rådhus“. Heute ist das ehemalige Rathaus als Museum eingerichtet. Sehr schön sind in Ebeltoft auch die kleinen Geschäfte und Lokale mit Hinterhof-Atmosphäre.

Am Hafen von Ebeltoft, in einem Trockendock, liegt die Fregatte Jylland. Das historische Holzschiff wurde zwischen 1856 und 1860 gebaut. Unter anderem nahm das Schiff am Deutsch-Dänischen Seekrieg teil. Das Schiff wurde vor der Verschrottung gerettet und als Museumsschiff ausgebaut.

Auf der Fregatte Jylland

Was es mit der Lakritze auf sich hat

Das Extrakt aus dem echten Süßholz ist besonders im Norden Europas beliebt. Den weltweit höchsten Verbrauch haben die Niederländer mit etwa 2 kg pro Person und Jahr. In Dänemark ist der Verbrauch ähnlich hoch. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt der Verbrauch 1/10 dessen wobei das meiste davon sicher in Norddeutschland konsumiert wird.

In Dänemark ist Lakritz so beliebt, dass es in Kopenhagen ein jährliches Festival rund um die Lakritz gibt. In den kleinen Geschäften in Ebeltoft findet man eine große Auswahl an Lakritz – süße, saure, salzige, scharfe und weniger scharfe.

Auf ans Meer

Etwa 30 Kilometer nördlich von Ebeltoft liegt die kleine Stadt Grenå mit einem sehr schönen Sandstrand. Grenå ist der geografische Mittelpunkt Dänemarks. Viele Urlauber zieht es wegen des Kattegatcentret hier her. In diesem kann man viele Fische, auch Haie, in einem Tunnel von unten bestaunen. Südlich von Grena befindet sich der schöne, lange Sandstrand.

Das Kloster Sostrup

Auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft haben wir noch das Kloster Sostrup Slot mitgenommen. Eine sehr schöne Anlage aus dem 16. Jhd. Das Schloss ist auch heute noch Eigentum des Zisterzienserordens und wird als Kloster und Konferenzzentrum genützt.

Für mich auffallend, bei den Fahrten über Land, war die Menge an Kornfeldern. Laut Reiseführer ist die Gegend um Aarhus für die Kopenhagener Bauernland. Recht haben sie. Aber irgendwo muss ja das Korn für das Mehl herkommen, aus dem dann das berühmte Smørrebrød entsteht.

Schweinswale

Ebeltoft liegt am Rande des Nationalparks Mols Bjerge. Am südlichsten Punkt der Halbinsel Helgenæs steht der dickbäuchige Leuchtturm Sletterhage Fyr. Hier sind die Chancen recht gut, Schweinswale zu beobachten. Von den Schweinswalen ist eigentlich nur die Rückenflosse zu sehen, wenn sie kurz auftauchen. Wenn Möwen über dem Meer zu sehen sind, sind die Schweinswale oft nicht weit entfernt.

Der dickbäuchige Leuchtturm Sletterhage Fyr

Auf in die Stadt

Vielen wissen nicht, welches nach Kopenhagen die zweitgrößte Stadt Dänemarks ist. Es ist Aarhus (gesprochen Oh-hus) – Europas Kulturhauptstadt 2017. Knapp 270.000 Einwohner hat die Stadt, davon etwa 45.000 Studenten. Die Stadt wurde um 770 gegründet und ist damit eine der ältesten Städte Europas. Es gibt zwar eine schöne, gemütliche Altstadt in Aarhus, aber überwiegend erscheint die Stadt heute sehr modern und vor allem sehr jung.

Der nördlichste Punkt Dänemarks

Knapp drei Stunden Autofahrt trennen uns zum nördlichsten Punkt Dänemarks. Nördlich von Skagen, der nördlichsten Stadt Dänemarks, liegt die Landspitze Grenen. Hier fließen Kattegat und Skagerrak (Ost- und Nordsee) deutlich erkennbar zusammen. Starke Strömungen und Wellen, die aufeinander klatschen, prägen die Landspitze. Man muss nicht meinen, hier alleine zu sein. Vielleicht im Winter einmal. Aber jetzt, im Spätsommer, karren immer noch von Traktoren gezogene Anhänger die Besucher über den Sandstrand zur Landspitze.

Skagen – der nördlichste Punkt Dänemarks

Wir gehen zu Fuß vorbei an einigen Bunkern – Relikte des zweiten Weltkriegs. Die deutschen Bunker waren Teil des Atlantikwalls. Es ist schon skurril und bezeichnend zu sehen, wie die Bunker heute teilweise im Meer versinken und vom Sand verschluckt werden.

Vom Sand verschluckt

Das war jetzt gerade das Stichwort für die nächste Attraktion, hier oben im Norden Dänemarks. Das Gebiet um Grenen ist geprägt von Dünen. Die meisten wurden bepflanzt. Südlich von Grenen gibt es einige Wanderdünen. Eine der eindrucksvollsten ist Rubjerg Knud. 1900 wurde der Leuchtturm Rubjerg Fyr hinter einer nur wenige Meter hohen Sanddüne in Betrieb genommen. Nachdem der Sand den Leuchtturm immer wieder einsandete, versuchte man mit Büschen den Sand zu bremsen.

Dadurch baute sich die Sanddüne allerdings in die Höhe auf – letztendlich konnte der Landverlust dadurch nicht gebremst werden. Nachdem das Feuer von See nicht mehr sichtbar war, wurde der Betrieb 1968 eingestellt. Ein Beispiel dafür, wie der Eingriff des Menschen in die Naturgewalten deutlich in die Hose gehen kann… Die kleine Wanderung zum ehemaligen Leuchtturm ist ein absolutes Muss!

Der Leuchtturm Rubjerg Fyr

Danish Design

Dänemark ist bekannt für gutes, schlichtes Desing und außergewöhnliche Mode. Bang & Olufsen  und Noa Noa werden den meisten Männern bzw. Frauen Begriffe sein. Die Kreativität begegnet dem Autofahrer auch bei der Fahrt über die Landstraßen. Auffallend in Dänemark sind die kleinen Regale vor den Häusern. Dort kann man in der Regel Gemüse, Marmeladen oder anderes selbstgemachtes kaufen. Manchmal auch altes gebrauchtes, das ist dann als „Loppemarked“ ausgeschrieben. Die Dänen scheinen wirklich ein sehr kreatives Volk zu sein…

Ostsee oder Nordsee

Von Ebeltoft an die Küste der Nordsee sind es gerade einmal 150 Kilometer (Luftlinie). Also machen wir noch einen Ausflug an die Nordseeküste. Südlich von Ringkøbing finden wir den Leuchtturm Lyngvig Fyr. Der 38 Meter hohe Leuchtturm wurde 1906 erbaut und kann bestiegen werden. Es ist auch der höchste Leuchtturm Dänemarks. Eine Wendeltreppe führt auf die Plattform von der sich eine schöne Aussicht über die Dünenlandschaft und den Ringkøbing Fjord bietet. Der Strand hier eignet sich hervorragend zum Baden. Auch wenn das Wasser etwas frisch war – ein Sprung ins kalte Nass musste sein.

Lyngvig Fyr – der höchste Leuchtturm Dänemarks

Ansonsten ist in dieser Gegend zu spüren, dass sie doch touristischer geprägt ist. Griechische, italienische und deutsche Lokale wechseln sich ab. Wir besuchten natürlich ein typisches Fischlokal, um ein Schollenfilet aus der Nordsee zu genießen. Dazu ein kühles Alster und parallel die Fischer bei ihrer Arbeit im Hafen beobachten. So lässt sich der Urlaubstag genießen…

Nordjütland hat viel zu bieten

Wer noch nicht so recht von einem Urlaub in Nordeuropa überzeugt ist, für den ist Dänemark ein guter Einstieg. Das Nordjütland hat sehr viel für Naturfreunde zu bieten. Strandwanderungen, Hünengräber, Leuchttürme, tolles Licht und vor allem nette und aufgeschlossene Menschen.  Nun, seid ihr auch auf den Geschmack nach Lakritz gekommen?

natur-photocamp.de

Teile diesen Inhalt mit deinen Freunden:
Thomas Blasche

Thomas Blasche

Auch wenn ich im Süden Deutschlands lebe und wirke, viel in den Alpen unterwegs bin, zieht es mich immer wieder in den Norden Europas. Ich liebe einfach diese weite Landschaft mit viel Natur, wenig Menschen und dem wilden Atlantik. Das Meer und die vielen Wasserfälle erfüllen auch eine meiner Leidenschaften: Der Fotografie stehender und fliessender Gewässer. Auf meinen Blog natur-photocamp.de gebe ich zahlreiche Tipps zur Fotografie und berichte natürlich auch von meinen anderen Ausflügen.

Kommentar

Blog abonnieren:

Reise mit uns:

Produkte

Wir lesen aktuell in Vorbereitung auf unsere WINTERWONDERLAND TOUR:

Norwegisch Kauderwelsch: “Wort für Wort”

(* Affiliate Link / mehr dazu im Impressum)

Wir hören aktuell:

Runrig – “THE STORY”

Musik von DER schottischen Kultband

(* Affiliate Link / mehr dazu im Impressum)

Wir sind Unterzeichner des Outdoor-Blogger-Kodex

Wir kaufen unsere Outdoor-Ausrüstung bei BERGZEIT

Jetzt beim Outdoorprofi bestellen!
 

(* Affiliate Link / mehr dazu im Impressum)